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Vorschau auf das Wochenende (KW 49)

Neben den bereits in separtaten Artikeln angekündigten Veranstaltungen gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Events, bei denen interessante Fights zu sehen sein werden. Hier eine kleine Auswahl von nationalem und internationalem Interesse:

Der US-Anbieter „HBO“ beendet seine Live-Berichterstattung vom Boxsport. HBO war seit Anfang der 70er Jahre, also den besten Zeiten von Boxern wie Muhammad Ali und Joe Frazier, immer vorne mit dabei, wenn es um große und weniger große Boxveranstaltungen in den USA zu berichten galt. Am Samstag geht diese Ära zu Ende. Die letzte größere Veranstaltung von der live berichtet wird, findet im Carson / Kalifornien statt und es sind 2 Frauenkämpfe, die dabei im Fokus stehen.

Gleich um 5 Gürtel im Weltergewicht geht es, wenn die Norwegerin Cecilia Braekhus gegen die gebürtige Polin Aleksandra Magdiak Lopes kämpfen wird. Die bisher in 34 Kämpfen ungeschlagene „First Lady“ aus Bergen sollte dabei mit dieser Herausforderin keine all zu großen Schwierigkeiten haben. Die Polin verlor u.a. gegen Ewa Piatkowska, Mikaela Lauren und Tori Nelson nach Punkten. Es ist zu erwarten, dass sie auch gegen Braekhus 10 Runden durchhalten wird, der Kampf aber mit einem deutlichen Punktsieg für Braekhus endet. Im zweiten Hauptkampf geht es um 3 (IBF, WBA und WBC) Titel im Mittelgewicht, die Claressa Shields gegen die belgischen Boxerin Femke Hermans verteidigen will. Hermans trägt den WBO-Tiel im Supermittel. Es wäre also auch ein Kampf in der höheren Gewichtsklasse mit einer Titelvereinigung möglich gewesen. Offenbar will die Belgierin sich diese Option aber noch offen halten. Auch hier sind die Rollen klar verteilt: Shields geht als haushohe Favoritin in diesen Kampf.

Als dritter Hauptkämpfer sollte eigentlich Roman „Chocolatito“ Gonzales in den Ring steigen, der aber wegen einer notwendigen Knie-OP abgesagt hat. Ersatzweise wurde ein Kampf im Superfliegengewicht zwischen Juan Francisco Estrada und Victor Mendez ins Programm genommen. Estrada war im Fliegengewicht 2-Facher Weltmeister, verlor aber nach seinem Aufstieg gegen den Thai Wisaksil Wangek nach Punkten. Falls er Mendez am Samstag besiegt, will er im Frühjahr 2019 erneut um einen Titel kämpfen. Womöglich um den Gürtel der WBO, der im Moment vakant ist.

In Südafrika werden zwei international bekannte Boxer gegeneinander antreten. Thomas Oosthuizen kämpft gegen Thabiso Mchunu um den Titel „Südafrikanischer Meister“ und den Gürtel des Verbandes „African Boxing Union“,. Für beide Boxer ist das zwar ein momentaner Rückschritt, aber für den Sieger werden diese Titel nützlich sein, um sich für weitere internationale Kämpfe empfehlen zu können.

Es sind an diesem Wochenende haupsächlich Frauenkämpfe, die in Belgien angesagt sind. Die WBC-Weltmeisterin Delfine Persoon will ihren Gürtel in einem Rematch gegen die Kenianerin Judy Waguthii verteidigen will. Beide standen sich bereits 2014 gegenüber. Damals gewann Persoon recht deutlich nach Punkten. In der Zwischenzeit hat sich die Kenianerin deutlich steigern können und ein Sieg der Titelverteidigerin scheint zumindest schwieriger zu werden. Judy Waguthii trägt zwischenzeitlich immerhin den WBC-Silverbelt im Leichtgewicht und man kann einen spannenden Kampf erwarten. Vielleicht kann die Kenianer in ja diesmal für eine Überraschung sorgen und die vermeintlich siegessichere Delfine Persoon bezwingen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Punktrichter ein faires Urteil fällen. Scheinbar sehen das auch die belgischen Fans so und fiebern einem spannungsgeladenen Fight entgegen. Die Veranstaltung in Ardooi / Flandern ist seit Tagen ausverkauft.

Bei einem anderen Event in Brüssel kämpfen die Belgierin Sanae Jah und die Serbin Nina Radovaniovic um den vakanten IBO-Gürtel im Fliegengewicht. Vor diesem Kampf kann man keine eindeutige Favoritin erkennen. Auf der Undercard gibt es im Leichtgewicht einen zweiten Frauenkampf zwischen der Belgierin Djemilla Gontaruk und dier Polin Karina Kopinska zu sehen. Dabei ist bemerkenswert, welche Rolle Kopinska dabei wieder einmal übernimmt. Sie ist eine hervorragende Boxerin, die viele namhafte Boxerinnen bequem in die Tasche stecken könnte. Sie hat aber scheinbar erkannt, dass es sich wesentlich entspannter lebt, wenn man in der Rolle einer Joureyfrau aufgeht, statt unbedingt jeden Kampf gewinnen zu wollen.

Auch in Deutschland gibt es am Wochenende gutes Boxen zu sehen. In Mühlhausen / Thüringen werden gegenwärtig die 96. Deutsche Meisterschaften im Amateurboxen der Männer ausgeboxt. Die Finalkämpfe finden am Samstag Nachmittag statt. Der MDR will darüber in seiner Nachmittagssendung „Sport im Osten“ berichten. Leider wird im TV immernoch viel zu wenig Amateurboxen gezeigt. Der MDR hätte sich zu diesem Anlass gewiss etwas mehr einfallen lassen können. Man muss schon froh sein, wenn über diese Meisterschaft oder andere Veranstaltungen wie den Chemiepokal überhaupt berichtet wird. Vielleicht sollten die Veranstalter darüber nachdenken, solche Veranstaltung selber live im Internet zu streamen. Oder fürchtet man, dass dann weniger Zuschauer den Weg in die Halle finden?

Der Name Marco Huck ist in den letzten Monaten etwas aus den Medien verschwunden. Jetzt tritt er zusammen mit seinem Bruder als Mitveranstalter einer Boxveranstaltung in Hameln auf. Bei der „Nacht die kracht“ in der Hamelner Rattenfängerhalle werden am Samstag der vakante WBO Europameistertitel im Superwelter und der ebenfalls vakante WBO Europameistertitel im Halbschwergewicht ausgebot. Marco Huck wird der Veranstaltung als prominenter Ehrengast beiwohnen. Eigentlich wäre es bestimmt nicht falsch gewesen, wenn auch er sich in den Ring gestellt und wieder einmal gekämpft hätte. Oder ist ihm vielleicht ein Europameister-Titel zu wenig? Offenbar glaubt er, es reicht aus das er auf dem Plakat als Hauptkämpfer abgebildet ist, obwohl er gar nicht kämpft. Jeder unbedarfte Zuschauer, der nur nach dem Plakat geht, erwartet das Marco Huck in Hameln boxen wird. Das Plakat ist schon hart an der Grenze zum Betrug. Auf so einen dreisten Werbe-Gag muss man erst einmal kommen.

Zum Jahresende hin merkt man in Europa und natürlich auch in Deutschland recht deutlich, dass die Zahl der kleineren Veranstaltungen ansteigt. Das ist in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland besonders auffallend, während in England das ganze Jahr über viele kleinere Events stattfinden.

In Euskirchen gibt es eine Kampfsportveranstaltung mit dem in Südafrika lebenden Kongolesen Ilunga Makabu als Hauptkämpfer im klassischen Boxen. Er absolviert einen weiteren „stay-busy“ Kampf gegen den georgischen Journeyman Giorgi Tevdorashvili. Makabu ist beim Verband WBC auf #3 platziert und liegt damit noch vor Boxern wie Dorticos, Kudryashov, Perez oder Masternak. Sollte Oleksandr Usyk seine Titel im Cruisergewicht nieder legen, wird Makabu bei der Neuvergabe bestimmt eine Rolle spielen wollen.

In Übach-Palenberg gibt es sogar einen Schwergewichts-WM-Kampf zu sehen. Allerdings ist es ein relativ kleiner und unbekannter Verband, um dessen Titel gekämpft wird. Der in Iserlohn lebende Alexander Frank trägt den Meistergürtel des Verbandes „Universal Boxing Organisation“ und will ihn gegen den in Weissenfels lebenden Roman Golovashchenko verteidigen. Beide Boxer haben eine hohe KO-Quote in ihrem Kampfrekord und man kann einen spannenden Kampf erwarten, der vielleicht nicht über die Runden geht.

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