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Vorschau: Argenis Mendez vs Arash Usmanee

Am Freitagabend verteidigt der Dominikaner Argenis Mendez in New York seinen vor fünf Monaten gewonnen IBF-Gürtel im Superfedergewicht. Der 27-Jährige trifft dabei auf den vier Jahre älteren Kanadier Arash Usmanee, der erst eine einzige kontroverse Niederlage in seiner Profikarriere hinnehmen musste.

Argenis Mendez ist schon seit gut drei Jahren einer der besten Boxer im Superfedergewicht. Sein knapper Punktsieg über Martin Honorio brachte ihm erste mediale Aufmerksamkeit, ein klarer Punktsieg im Eliminator gegen Ex-Weltmeister Cassius Baloyi dann den ersten Titelkampf. Im September 2011 boxte er mit Juan Carlos Salgado den vakanten IBF-Titel aus, doch verlor einen recht engen Kampf nach Punkten. Mendez sammelte sich neu, gewann einen Aufbaukampf gefolgt von einem Rückkampf mit Honorio, den er dieses Mal deutlicher bezwang und erkämpfte sich dadurch auch mit Salgado einen Rückkampf im März 2013. Dieser war nach drei erfolgreichen Titelverteidigungen immer noch Weltmeister, doch dieses Mal war Mendez von Anfang an klar überlegen. Bereits in der ersten Runde war Salgado am Boden, in der vierten ging er dann schließlich spektakulär KO.

Arash Usmanee, der in Afghanistan geboren wurde, im Alter von 12 Jahren aber mit seiner Familie nach Kanada zog, ist hingegen den Großteil seiner Karriere unter dem Radar der meisten Boxfans hinweg geflogen. Ironischerweise war es seine bislang einzige Niederlage, die ihm mehr Popularität und Wertschätzung einbrachte. Mit einem Kampfrekord von 20(10)-0 traf er in diesem Januar auf den ebenfalls ungeschlagenen Kubaner Rances Barthelemy. Nachdem Barthelemy die ersten beiden Runden mit seinem technischen Können bestimmte, übernahm Usmanee mit einem unbändigen Willen und großem Kämpferherz das Geschehen für den Rest des Kampfes, doch fand sich schließlich mehr als unglücklich und kontrovers als Verlierer nach Punkten wieder.

Der Kampf zeigte jedoch trotz des für ihn unfairen Ausgangs die Stärken des 31-Jährigen sehr gut. Usmanee ist weder besonders schnell noch technisch herausragend, doch er besitzt eine hervorragende Workrate, ein riesiges Kämpferherz und boxt einen extrem Kräfte zehrenden Stil, den er aufgrund seiner starken Kondition durchziehen kann. Er versucht, indem er aggressiv nach vorne geht, jeden Kampf zu einer sehr physischen Schlacht zu machen. Zwar ist er kein Puncher, doch er schlägt hart genug um sich Respekt zu verschaffen und seine Gegner zu zermürben. Außerdem besitzt er ein sehr gutes Kinn.

Argenis Mendez, den das Ring-Magazin zurzeit als zweitbesten Boxer des Superfedergewichts führt, ist hingegen vielmehr ein klassischer Boxer. Er boxt aus der Distanz heraus mit sehr schnellen und präzisen Händen, die er jedoch auch oft sehr tief hängen lässt. Defensiv vertraut er daher viel auf seine guten Reflexe. Außerdem besitzt er deutlich mehr Schlagkraft als seine KO-Quote von etwas weniger als fünfzig Prozent vermuten lässt.

Mendez geht als klarer Favorit in den Kampf, doch die Distanz, auf der der Kampf geführt werden wird, wird entscheidend für den Ausgang sein. Kann der Dominikaner den Kampf lang halten, hält er alle Asse in seinem Ärmel. Er ist schneller, technisch besser, präziser und defensivstärker. Es könnte aus der Distanz gar ein kleines Mismatch werden, da Mendez teilweise wirklich wunderbar boxt, wenn er seinen Rhythmus findet. Gelingt es Usmanee jedoch immer wieder nahe an den Titelverteidiger heran zu kommen, wird es ein sehr unangenehmer und langer Kampf für Mendez werden. Denn Usmanees Körperlichkeit und seine deutlich höhere Workrate würden ihm in der Nahdistanz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Probleme bereiten.

Die Anfangsrunden sollten auf jedem Fall Mendez gehören, und wenn es Usmanee nicht früh schon schafft einigermaßen regelmäßig die Distanz zu verkürzen und zum Körper des Dominikaners zu gehen um diesem seine Schnelligkeit ein wenig zu rauben, könnte es zu einer einseitigen Angelegenheit und einem klaren Punktsieg für Mendez werden. Und ich habe das Gefühl, dass sich die boxerische Klasse des Titelverteidigers am Freitagabend recht klar durchsetzen wird. Zwar könnte er in den hinteren Runden noch einmal Probleme mit seinem konditionsstarken Gegner bekommen, wenn er bis dahin keinen KO erzwungen hat, doch sollte Mendez sich meiner Meinung nach insgesamt relativ klar durchsetzen.

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