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Vorschau: Andrzej Fonfara vs Tommy Karpency

Kann Andrzej Fonfara seine klare Aufwärtskurve am Freitagabend bestätigen und scheitert Tommy Karpency weiter sobald er gegen bessere Gegner antritt? In Chicago treffen die beiden Halbschwergewichtler aufeinander und boxen um den vakanten IBO-Titel. Fonfara, der seit 13 Kämpfen ungeschlagen ist, geht als Favorit in das Gefecht.

Der 25-jährige Pole, der am Freitagabend den Heimvorteil in seiner adaptierten Heimat Chicago genießen wird, kam im Alter von 18 Jahren in die USA, wo er eine Karriere als Profiboxer startete, die zuerst nicht so ganz abzuheben schien. In seinen ersten zwölf Kämpfen gegen Aufbaugegner kassierte er zwei Niederlagen, doch seitdem hat sich das Blatt gewendet. Als er diesen Juli in den bis dato größten Kampf seiner Karriere gegen Glen Johnson ging, nahm er das Selbstvertrauen von neun KO-Siegen in Folge mit in den Ring. Fonfara zeigte eine starke Leistung gegen den Veteran Johnson und beherrschte ihn klar um nach Punkten zu gewinnen.

Fonfaras Gegenüber am Freitag ist der US-Amerikaner Tommy Karpency. Die Karriere des 26-Jährigen ist bislang davon gekennzeichnet, dass er seine Grenzen aufgezeigt bekommen hat, wenn er gegen stärkere Gegner angetreten ist. Mit einem Kampfrekord von 19-1-1 wagte er 2010 den Schritt nach Deutschland um den ungeschlagenen Karo Murat herauszufordern, wo Karpency trotz einer ordentlichen Leistung nach Punkten verlor. Zu seinem zweiten Versuch auf höherem Niveau trat er dann in seinem letzten Kampf diesen Februar an, wo er WBO-Weltmeister Nathan Cleverly herausforderte und dieses Mal deutlich überfordert war. Cleverly gewann jede Runde bei allen drei Punktrichtern.

Karpency, der hauptberuflich als Krankenpfleger arbeitet, ist kein überdurchschnittlich talentierter Boxer, dafür aber ein harter Hund. Gegen Murat musste er in der zweiten Runde zwar zu Boden, jedoch besitzt der 26-Jährige sonst sehr gute Nehmerfähigkeiten und wurde noch nie gestoppt. Er ist Rechtsausleger und boxt oft mit tief hängenden Fäusten, obwohl er nicht wirklich die Athletik besitzt um dies erfolgreich zu tun.

Andrzej Fonfara ist groß gebaut für das Halbschwergewicht und besitzt eine enorme Reichweite, die er teilweise gut zu seinem Vorteil nutzt. Er besitzt einen hervorragenden linken Jab und eine extrem harte rechte Gerade, die jederzeit für das Ende sorgen kann. Zudem hat er relativ schnelle Hände und eine gute Ausdauer, die es ihm erlaubt über mindestens zehn Runden ein hohes Tempo zu gehen. Der IBO-Titelkampf ist jedoch sein erster auf zwölf Runden angesetzter Fight.

Gerade Fonfaras Leistung gegen einen zwar alternden, aber immer noch guten Glen Johnson erregte Aufmerksamkeit und zeigte der Boxwelt wie gut der Pole wirklich ist. Er ist bei drei der vier großen Organisationen in der Top 15 gelistet und seine Leistungskurve zeigt klar nach oben. Am Freitag muss er beweisen, dass er auf dem Level ist, bei dem für Tommy Karpency normalerweise Schluss ist, was er meiner Meinung nach tun wird. Andrzej Fonfara ist einfach rundum besser geschult, boxerisch feiner geschliffen und besitzt zudem über natürliche athletische Vorteile. Karpency wird sicherlich seine Momente haben, da er sich nie aufgibt, doch am Ende sollte die Klasse von Fonfara den Ausschlag geben. Der Pole hat sich vorgenommen als Erster Karpency zu stoppen, doch ich glaube, dass auch er sich an seinem Kinn ein wenig die Zähne ausbeißen wird und am Ende sich mit einem Punktsieg begnügen werden muss.

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