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Vorschau: Andre Ward vs. Allan Green

Die zweite Runde des Super Six Turniers wird am Samstagabend mit dem Kampf zwischen Andre Ward und Allan Green in Oakland in den USA abgeschlossen. Allan Green steigt mit diesem Kampf in das Turnier ein und Andre Ward möchte die Turnierführung übernehmen und als einziger Boxer die ersten beiden Kämpfe gewinnen.

Ward wurde schlagartig zum großen Turnierfavoriten, als er im vergangenen November Mikkel Kessler eindrucksvoll beherrschte und durch eine technische Punktentscheidung schlug. Für den Òlympiasieger von 2004 war es der erste richtig große Test in seiner Profikarriere, und er meisterte ihn überragend. Der 26-jährige US-Amerikaner war schlicht und ergreifend zu schnell und vielseitig für den vorher favorisierten Kessler und sah zu keinem Zeitpunkt so aus, als könne er den Kampf verlieren. Generell verlor Ward in den letzten Jahren kaum Runden und Schwierigkeiten wie der erlittene Niederschlag im Kampf gegen Darnell Boone vor viereinhalb Jahren scheinen wirklich der Vergangenheit anzugehören. Ward hat sich konstant weiterentwickelt, und erfüllt nun die Erwartungen, die man an ihn aufgrund seines Talents geknüpft hatte, als er ins Profilager wechselte.

Bei seinem Gegenüber Allan Green sieht das etwas anders aus. Er bekommt gegen Ward im achten Jahr seiner Profilaufbahn erstmals die Gelegenheit sich richtig zu beweisen. Er galt eigentlich lange als gutes Talent, doch in seinem größten Kampf unterlag er 2007 Edison Miranda. Er wurde jedoch kurz darauf mit gelähmtem Grimmdarm diagnostiziert und war somit nicht wirklich fit für den Kampf, in dem es ihm trotzdem gelang Miranda einmal zu Boden zu schicken, auch wenn dieser sich zweimal dafür revanchierte. Mit der Ausnahme dieses Kampfes ist Green auch noch ungeschlagen, aber im Gegensatz zu Ward konnte er nicht in allen seinen letzten Kämpfen vollends überzeugen, obwohl er die klar schlechteren Gegner hatte. In seinem letzten Kampf vor acht Monaten wirkte er beispielsweise sehr durchschnittlich, als er Tarvis Simms über zehn Runden auspunktete.

Greens größte Stärken sind seine schnellen Hände und seine Schlagkraft. Besonders letztere lässt ihn als lebhaften Außenseiter erscheinen. Denn, wenn er Ward richtig trifft, hat er wohl den nötigen Dampf in den Fäusten um ihn zu Boden zu schicken. Er wird allerdings wohl die Erfahrung machen müssen, dass Ward nicht gerade leicht klar zu treffen ist, zudem Green wohl zum ersten Mal in seiner Karriere nicht der schnellere Mann im Ring ist. Denn in Sachen Schnelligkeit kann im Turnier, und im ganzen Supermittelgewicht, wohl einzig noch Andre Dirrell mit Ward mithalten.

Des Weiteren wird Green Probleme mit Wards Vielseitigkeit haben. Bei seinem einseitigen Sieg gegen Edison Miranda zeigte er einige verschiedene Facetten und beherrschte Miranda sowohl von außen, was zu erwarten war, als auch in der Halb- und Nahdistanz. Er bestimmte bisher eigentlich in jedem Kampf, wo dieser geführt wurde und konnte meistens sehr gut an auf den Stil seines Gegners reagieren. Und auch sein „Switch-Hitting“, sein ständiges, scheinbar müheloses Wechseln zwischen Normal- und Rechtsauslage macht ihn schwer auszurechnen.

Green kommt in Interviews sehr selbstbewusst rüber und er verspricht, dass Andre Ward geschockt sein wird von Greens Können, sobald beide im Ring stehen, doch es könnte ihm schnell wie Mikkel Kessler gehen, der Ward wohl auch unterschätzte und nicht auf dessen schnellen Fäuste und flüssigen Stil eingestellt war. Ward bewegt sich einfach sehr gut, kann aus allen Lagen und Winkeln Schläge abfeuern und bleibt dabei beweglich genug im Oberkörper um denen seines Gegners auszuweichen. Seine Deckung leidet öfters unter seinem athletischen Talent, doch bisher ist er damit gut weggekommen. Green ist jedoch auch schnell, und könnte solche Deckungsfehler ausnutzen.

Ward ist der klare Favorit, doch ich glaube, dass er trotzdem noch positiv überraschen wird und Green dominieren und sogar stoppen wird. Ward ist in fast allen Belangen überlegen – die Schlagkraft bildet wohl die einzige Ausnahme – und boxt um einiges cleverer als Green. Zudem halte ich seine Schlagkraft für etwas unterschätzt, denn, auch wenn er nicht zu den allerhärtesten Punchern gehört, kann er doch zumindest ordentlich zulangen. Ich sehe Green am Samstag keine Runde gewinnen, und glaube, dass Ward den Ringrichter mit zunehmender Dominanz in den hinteren Runden zu einem Abbruch zwingen wird. Er wird Green aus der Distanz mit seiner Schnelligkeit und Beweglichkeit vollkommen frustrieren und wird Greens Deckungslücken und seine technische Unterlegenheit gnadenlos aufdecken und eine imposante Leistung darbieten, die seinen Favoritenstatus im Super Six unterstreichen wird. Zudem wird er mit einem Sieg bereits als erster Teilnehmer fürs Halbfinale qualifiziert sein, und es würde mich schon sehr überraschen, wenn das nicht der Fall sein wird.

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1 Kommentar

  1. a.w
    19. Juni 2010 at 15:48 —

    gibt es eine möglickeit den kampf zu sehen? Der Mdr überträgt definitiv nicht. weiß jemand einen online stream?

    danke im vorraus

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