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Vorschau: Andre Berto vs. Freddy Hernandez

Freddy Hernandez ist ein guter, sehr solider Boxer, aber kein Spektakulärer. Bei Andre Berto hatte man mal das Gefühl er könnte ein spektakulärer, ein sehr guter Boxer sein, doch das Gefühl ist in letzter Zeit verflogen. Am Samstagabend hat Berto die Chance der Boxwelt dieses Gefühl zurückzugeben, während Freddy Hernandez nicht nur die Chance auf einen Weltergewichtstitel hat, sondern auch darauf zu zeigen, dass er vielleicht doch ein bisschen mehr als ein sehr solider Boxer ist.

Auf dem Spiel steht Andre Bertos WBC-Titel sowie sein makelloser Kampfrekord. In 26 Profikämpfen ist Berto immer noch ungeschlagen, doch der Zauber ist trotzdem irgendwie verflogen. Berto galt lange als kommender Star dank seiner sehr schnellen Hände und seinem ordentlichen Punch. 2008 erfüllte er auch dann den ersten Teil der Prophezeiungen als er auf HBO seinen ersten Titel gewann durch einen ordentlichen KO-Sieg über seinen überforderten Gegner Miguel Rodriguez. Es folgten zwei Punktsiege über unangenehme Gegner in Steve Forbes und Luis Collazo, die knapper ausfielen, als sie es eigentlich hätten sein sollen. Halbweltergewichtler Juan Urango punktete er daraufhin in 12 Runden lang in äußerst unspektakulärer Art und Weise aus, und wurde vor allem von Devon Alexander kurz darauf überschienen, der Urango danach im Halbweltergewicht deutlich imposanter auseinander nahm. Zuletzt stoppte Berto Ex-Titelträger Carlos Quintana mit einer soliden Vorstellung in einem Kampf, in dem von Anfang an ein KO-Sieg von ihm erwartet worden war.

Den Vorstellungen Bertos fehlte der Glanz, und seinem Kampfrekord fehlen wirkliche Weltklasseleute. Bevor Shane Mosley Floyd Mayweather boxte, sollte Berto eigentlich auf Mosley in einer Titelvereinigung treffen, doch die Erdbebenkatastrophe in Bertos Heimat Haiti kam dazwischen und ließ den Kampf platzen. Die Stimmen gegen Berto sind laut geworden, und auch wenn er am Samstag keinen großen Namen seinem Kampfrekord hinzufügen kann, so kann er doch zumindest mit einer großen Vorstellung wieder mehr auf sich aufmerksam machen.

Denn Freddy Hernandez ist nur eingefleischten Boxfans ein Begriff. Der 31-jährige Mexikaner erlitt in 31 Profikämpfen nur eine Niederlage und kämpfe sich in den letzten Jahren mühselig Richtung Titelkampf vor, den er nun bekommen hat. Besonders sein zweitletzter Sieg war ein kleines Ausrufezeichen. Im Februar stoppte er Edelveteran DeMarcus Corley, der schon lange nicht mehr KO gegangen war, und danach noch Puncher Marcos Maidana einen engen Kampf über 12 Runden lieferte, in fünf Runden. Im September brauchte er nur vier Runden für den körperlich klar unterlegenen Ex-Superfedertitelträger Mike Anchondo.

Hernandez galt mal als viel versprechendes Talent, doch er hat sich nicht dementsprechend entwickelt, und mit 31 Jahren ist ein Quantensprung in seinem ersten Titelkampf wohl kaum zu erwarten. Er hat keine wirklich herausspringenden Schwächen, aber auch keine großen Stärken. Er hat recht schnelle Hände, ist aber deutlich langsamer als Berto. Er kann ordentlich zulangen, aber wohl nicht so hart wie Andre Berto. Er ist technisch solide, aber auch hier sollte Berto die Oberhand haben. Zudem ist das Kinn von Hernandez zumindest mit Fragezeichen behaftet, auch wenn er nur einmal in seiner Karriere zu Boden musste, als er gegen Golden Johnson verlor und nach einem linken Haken in der Vierten runter musste.

Kurz gesagt, führt hier eigentlich kein Weg an Andre Berto vorbei. Er ist Hernandez in allen Bereichen überlegen. Die Frage ist nur, wie beeindruckend er gewinnt. Besonders die blitzschnellen Hände sollten Hernandez Probleme bereiten, aber Berto wird ein wenig mehr zeigen müssen als nur Handspeed, wenn er einige Fans gewinnen will. Er hat das Zeug dazu Hernandez zu dominieren und zu stoppen, es abzurufen ist allerdings etwas anderes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hernandez all zu viele Runden gewinnen wird, wenn überhaupt eine. Berto wird auf eine klare Punktentscheidung zusteuern, und etwa ab der achten Runde wird er sich entscheiden müssen, ob er den KO auch will. Wenn er darauf abzielt, halte ich einen Kampfabbruch in den hinteren Runden für sehr wahrscheinlich, ansonsten wird es eine einseitige Punktentscheidung für den ungeschlagenen US-Amerikaner werden. Einen Ausrutscher, der allerdings eine Riesenüberraschung wäre, sollte sich Berto auf gar keinen Fall erlauben, steht doch auch ein potenzieller äußerst lukrativer Kampf gegen Pound-for-Pound-König Manny Pacquiao derzeit im Raum.

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1 Kommentar

  1. Boxfanatiker89
    26. November 2010 at 16:39 —

    Das wird bestimmt Hamma Andre Berto wer denn nicht kennt unbedingt auf Youtube,der Junge ist unmenschlich stark und verdammt schnell. Sein Still ist einfach nur Krass Agressiv.

    Und eins versteh ich cniht sobald hier das Thema Klitschko, Sturm etc. also keine so prallen BOxer auftauchen geben immer alle ihren Senf dazu. Hier wird was über einen kommenden Superstar gepostet und keiner sagt was.

    Ihr seid doch alle bedeppet!!!! with ♥

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