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Vorschau: Allan Green vs Sebastien Demers

Nachdem Allan Green die größte Chance seiner Profikarriere nicht nutzen konnte, hat er erneut ein hartes Stück Arbeit vor sich um sich an die Spitze zu kämpfen. Den ersten Teil davon hat er am Samstag zu erledigen, wenn er sich in Kanada Lokalmatador Sebastien Demers gegenüber sieht.

Wie aus dem Nichts kam Allan Green letztes Jahr an einen Titelkampf und zur Chance für Ruhm. Als Ersatzmann sprang er im Super Six-Turnier von Showtime ein und durfte gleich gegen WBA-Weltmeister Andre Ward heran. Der ungeschlagene Ward war nach einem Sieg über Mikkel Kessler urplötzlich zum Shootingstar und zum Turnierfavoriten geworden, und dank des Ausscheidens von Jermain Taylor hatte Green nun die Chance sich selbst einen Namen zu machen. Doch trotz großer Sprüche vor dem Kampf enttäuschte Green auf ganzer Linie und gewann nicht einzige Runde auf den Karten der drei Punktrichter. Doch das Turnierformat garantierte ihm noch eine weitere Chance. Gegen Glen Johnson, der ebenfalls neu eingestiegen war, hatte Green einen weiteren hochkarätigen und viel beachteten Kampf vor sich, doch erneut wusste er nicht zu überzeugen. Der 41-jährige Johnson stoppte ihn in acht Runden und warf damit Greens Karriere deutlich zurück. Mit 32 Jahren will dieser den Traum vom WM-Titel aber noch nicht aufgeben. Nach einem erfolgreichen Aufbaukampf gegen Journeyman Craig Gandy soll nun gegen Sebastien Demers der nächste Schritt folgen.

Demers ist ein erfahrener Boxer mit 35 Profikämpfen, von denen das Highlight 2007 kam, als er mit dem damaligen Mittelgewichtsweltmeister Arthur Abraham in den Ring stieg. Der Kanadier war jedoch chancenlos und ging in der dritten Runde KO. Seitdem reihte er eine Menge solider Siege aneinander ohne jedoch je einen wirklich großen Sieg zu feiern. Dazu kamen weitere Niederlagen gegen Dionisio Miranda, Brian Vera und Renan St Juste. Inzwischen stand Demers elf Monate nicht mehr im Ring und ging in seinen beiden letzten Kämpfen frühzeitig KO.

Demers ist ein durchaus talentierter Boxer, der allerdings wenig Schlagkraft besitzt und Probleme hat harte Treffer wegzustecken. Und obwohl er die Fähigkeit hat die meisten seiner Gegner auszuboxen lässt er sich zu oft dazu hinreißen ein zu hohes Risiko zu gehen und den offenen Schlagabtausch anzunehmen. Allan Green dürfte das entgegen kommen. Denn obwohl Green durchaus mit schnellen Händen und einem guten Punch in beiden Händen gesegnet ist, hat er sich stets als mental fragil und sehr inkonsistent präsentiert. Würde Demers einen disziplinierten Kampf boxen, könnte er Green damit durchaus frustrieren, doch die Chancen stehen gut, dass der Kanadier irgendwann die Zügel schleifen lassen wird, möglicherweise sogar sehr früh im Kampf. Und wenn Allan Green einen guten Treffer landet, ist es durchaus fraglich, ob Demers diesen wegstecken kann.

Ich persönlich glaube, dass Allan Green früher oder später den KO-Schlag landen wird, eher sogar früher. Demers hat vermutlich ein wenig Ringrost angesetzt nach knapp einem Jahr außerhalb des Rings und stand in seinen letzten beiden Kämpfen auch nicht all zu lange auf den Beinen. Green hingegen ist ein schneller, harter Puncher, der meist in den Anfangsrunden am gefährlichsten ist und zudem einen deutlichen Reichweitenvorteil gegenüber Demers genießt. Sollte Demers die frühen Runden überstehen und danach diszipliniert boxen um Green zur Verzweiflung zu bringen, hat er ordentliche Chancen den Kampf nach Punkten für sich zu entscheiden, aber das wahrscheinlichere Resultat ist wohl ein früher KO für den US-Amerikaner.

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