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Vorschau: Ajose Olusegun vs Henry Lundy

Einen richtungsweisenden Kampf in der zweiten Reihe des Halbweltergewichts gibt es diese Woche in der Ausgabe von ESPN2s Friday Night Fights zu sehen. In New Hampshire will Henry Lundy nach zwei Niederlagen in Folge wieder einen Sieg feiern. Im Weg steht ihm dabei der erst einmal besiegte Nigerianer Ajose Olusegun.

Ajose Olusegun galt lange Zeit als ein gut gehütetes Geheimnis in Boxkreisen. Der inzwischen 33-jährige Nigerianer, der schon lange in London lebt, baute sich in Großbritannien, nachdem er bei den olympischen Spielen 2000 nicht weit gekommen war, langsam eine recht viel versprechende Profikarriere auf. Seine ersten 30 Kämpfe konnte Olusegun allesamt gewinnen, auch wenn er es nicht wirklich mit der Elite der Gewichtsklasse aufnahm. So erzielte er seine größten Erfolge gegen Gegner von britischer Klasse wie Nigel Wright oder Colin Lynes. Durch einen klaren Punktsieg in einem Eliminator gegen den Franzosen Ali Chebah erarbeitete er sich aber im September 2011 einen Titelkampf. Ein Jahr später sollte dieser stattfinden, aber Lucas Martin Matthysse erwies sich noch als deutlich zu stark. Olusegun zeigte zwar viel Herzblut, wurde jedoch nach zehn einseitigen Runden vom Argentinier gestoppt. Im April dieses Jahres kehrte Olusegun dann mit einem Punktsieg in einem Aufbaukampf in den Ring zurück.

Auch Henry Lundy sah zuletzt seine einst viel versprechende Karriere ein wenig den Bach herunter gehen. Nachdem er die ersten neunzehn Kämpfe seiner Profikarriere ungeschlagen geblieben war, traf er im September 2010 auf John Molina. Molina schockte Lundy, als er nach anfänglicher klarer Unterlegenheit in der Lage war den Kampf zu drehen und Lundy überraschenderweise in der Elften zu stoppen. Lundy brachte seine Karriere mit vier sehr ordentlichen Siegen wieder in der Spur ehe er zuletzt gleich zwei weitere Niederlagen hinnehmen musste. Zuerst überraschte ihn der krasse Außenseiter Raymundo Beltran mit einem Sieg durch eine verdiente Mehrheitsentscheidung, dann zog Lundy gegen den ungeschlagenen Ukrainer Viktor Pistol nach Punkten den Kürzeren.

Lundy ist ein eigentlich talentierter Boxer, der seine Fähigkeiten aber noch nicht so ganz zu einem Weltklassegesamtprodukt verbinden kann. Er ist athletisch, schnell, technisch ordentlich geschult und beweglich. Zudem besitzt er ein recht solides Kinn und einen starken Jab. Er boxt aggressiv, manchmal sogar zu aggressiv, und vernachlässigt dabei seine Defensivarbeit. Teilweise lässt der 29-Jährige seine Fäuste viel zu tief hängen oder ist bei seinen eigenen Angriffen deutlich zu offen für Konter. Zwar kann er aus beiden Auslagen gut boxen und wechselt auch regelmäßig hin und her, jedoch scheint mir dies bei ihm manchmal eher ein Zeichen dafür zu sein, dass er nicht ganz genau weiß wie er mit seinem Gegner umgehen soll. Des Weiteren hat er vor allem in den Niederlagen gegen Molina und Beltran Konditionsprobleme offenbart, und das obwohl er generell keine sonderlich hohe Workrate besitzt.

Olusegun auf der anderen Seite hat zwar – mit Ausnahme des Matthysse-Kampfs – noch nicht die Erfahrung auf hohem Level gesammelt, steht in Sachen Talent Henry Lundy aber um nichts nach. Der 33-Jährige besitzt sehr schnelle Hände, bewegt sich sehr gut durch den Ring und ist mit seiner Rechtsauslage und ordentlichen Defensive ein unangenehmer Gegner. Zudem hat er vor allem gegen Lucas Martin Matthysse bewiesen, dass er ein extrem gutes Kinn besitzt, das selbst einer der besten Puncher der Gewichtsklasse erst nach mehreren Runden und Dutzenden von Volltreffern knacken konnte.

Die Rolle des Aggressors wird in diesem interessanten Duell wohl Henry Lundy zufallen. Der US-Amerikaner ist langsamer auf den Beinen und mit den Händen und dürfte daher versuchen in den Infight zu kommen, zumal er auch etwas kleiner als Olusegun ist. Vor allem in den Anfangsrunden dürfte ihm das jedoch schwer fallen aufgrund von dessen Beweglichkeit. Olusegun sollte in der Lage sein sich einen frühen Punktevorsprung mit seinen schnellen Händen aus der Distanz heraus zu boxen. Dann könnte es jedoch spannend werden.

Wenn Henry Lundy von Anfang an viel zum Körper arbeitet und somit Olusegun nach ein paar Runden regelmäßig stellen kann, kann er seine Chance wittern. Zwar schlägt er wohl nicht hart genug um den eisenharten Nigerianer KO schlagen zu können, doch mit einer hohen Workrate, die er zu häufig vermissen lässt, hat er dank seiner üblicherweise größeren Präzision die Möglichkeit Olusegun auszupunkten.

Ich denke jedoch, dass Olusegun am Ende einen Punktsieg einfahren wird. Nicht nur halte ich den Nigerianer insgesamt für etwas talentierter, sondern ich glaube auch, dass er sowohl mental als auch physisch stärker ist, und auf alles, was Lundy ihm zu bieten hat, eine Antwort haben wird. Lundy ist gut genug um mit ihm über die Distanz zu gehen, doch es würde mich überraschen, wenn es für den US-Amerikaner zu einem Sieg reichen sollte.

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2 Kommentare

  1. Arthur Abraham trägt 8oz!!!
    19. Juli 2013 at 02:54 —

    Ich denke, dass Olusegun einen Punktsieg einfahren wird. Nicht nur halte ich den Nigerianer insgesamt für etwas talentierter, sondern ich glaube auch, dass er sowohl mental als auch physisch stärker ist, und auf alles, was Lundy ihm zu bieten hat, eine Antwort haben wird. Lundy ist gut genug um mit ihm über die Distanz zu gehen, doch es würde mich überraschen, wenn es für den US-Amerikaner zu einem Sieg reichen sollte…

  2. Flo9r
    19. Juli 2013 at 04:25 —

    @ AA8oz:

    1. Vollkommen richtig!
    2. Einwandfrei kopiert!!!! 😉

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