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Vorschau: Ajose Olusegun vs Ali Chebah

Am Freitag treffen in Kalifornien zwei Halbweltergewichtstalente aufeinander um den Pflichtherausforderer für den WBC-Titel zu ermitteln. Um das Herausforderungsrecht für Erik Morales Gürtel kämpfen der Nigerianer Ajose Olusegun und der Franzose Ali Chebah.

Der Kampf zwischen den beiden sollte in den letzten Jahren bereits einige Male stattfinden, doch musste kurzfristig abgesagt werden, was dazu führte, dass beide Boxer in letzter Zeit ziemlich inaktiv waren. Olusegun stand in den letzten 27 Monaten gerade mal zwei Mal im Ring und ging in der Zeit 14 Runden. Ali Chebah hatte zwar ein aktives Jahr 2010, hat allerdings seit November 2010 keinen Kampf mehr gehabt. Beide Boxer sind seit 2001 Profis, doch während Olusegun bereits 31 Jahre alt ist und nur 29 Profikämpfe absolviert hat, stand Chebah mit seinen 25 Jahren bereits 36 mal im Ring. Für beide wird es am Samstag jedoch der erste Kampf in den USA sein.

Ajose Olusegun hat beinahe seine komplette Profikarriere in England verbracht. Der Olympionike von 2000 wurde in Großbritannien behutsam aufgebaut und lange Zeit mit Aufbaugegnern gefüttert. 2007 machte er dann den Schritt zum Commonwealthtitel, der typisch ist für den Aufbau britischer Talente. Die wirklich bekannten Gegner finden sich nicht auf seinem Kampfrekord wieder, was auch daran liegt, dass geplante Kämpfe gegen Paul McCloskey oder Ionut Dan Ion kurzfristig abgesagt wurden. Seine besten Siege kamen vermutlich gegen Colin Lynes, den er in acht Runden KO schlug und gegen Nigel Wright, welchen er zweimal über 12 Runden auspunktete.

Während der Nigerianer als Profi noch ungeschlagen ist, musste Ali Chebah bereits eine Profiniederlage hinnehmen. Diese erlitt er 2008, als er in Mexiko gegen Reyes Sanchez TKO ging. Sanchez gelang es in der Folgezeit immerhin den Silbertitel der WBC zu erringen, und Chebah erholte sich auch von der Niederlage gut und hat inzwischen wieder ein paar solide Siege gesammelt. So schlug er beispielsweise den zuvor noch ungeschlagenen Kolumbianer Fidel Monterrosa Munoz, welcher 2010 und 2011 zwei Mal mit Humberto Soto über die Runden ging, in fünf Runden KO.

Der Kampf zwischen den beiden steht nicht ohne Grund schon so lange im Raum, denn beide Boxer befinden sich auf einem ähnlichen Level, was ihr Können angeht. Olusegun hat dies jedoch bereits gegen etwas bessere Gegner unter Beweis gestellt. Der Nigerianer boxt aus der Rechtsauslage und hat einen unorthodoxen unangenehmen Stil. Er hat relativ schnelle Hände, was allerdings auch Ali Chebah von sich behaupten kann. Der Franzose lebt von seiner hohen Workrate, die er aus der Distanz heraus aufzieht um den Gegner in einem Hagel von meistens jedoch eher ineffektiven Schlägen zu begraben. Chebah hat die deutlich höhere KO-Quote, was aber vor allem seinem langsamen Aufbau und den schwachen Gegnern geschuldet ist. Auch wenn Chebah bereits eine KO-Niederlage erlitten hat, gehe ich nicht davon aus, dass der Kampf am Freitag vorzeitig entschieden wird. Olusegun schlägt normalerweise nicht hart genug und ihm fehlt der Killerinstinkt um Chebah zu stoppen, während dessen Schlägen meist einfach die Präzision fehlt um gegen solide Gegner ernsthaften Schaden anzurichten.

Einen ästhetischen Kampf dürfte man von den beiden nicht erwarten, da ihre Boxstile das einfach nicht hergeben. Dafür gehe ich von einem spannenden, eng umkämpften Gefecht aus. Olusegun könnte sich in die Rolle des Konterboxers gedrängt sehen bei der hohen Aktivität des Gegners, und muss es darauf anlegen die klareren Treffer zu landen um die Punktrichter zu überzeugen. Chebah hingegen dürfte sich erneut auf die Quantität seiner Schläge mehr als auf die Qualität dieser verlassen und wird hoffen, dass sich das in den USA, wo die Punktrichter bekanntlich oft nach Aktivität werten, auszahlt. Trotzdem glaube ich, dass Olusegun das kleine bisschen mehr Substanz hat und am Ende einen knappen, aber verdienten Punktsieg in einem weniger ansehnlichen Kampf einfahren wird.

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