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Vorkämpfe in Erfurt: Siege für Britsch und Nader; Karriereende für Hein?

Ulli Wegner, Dominik Britsch ©SE.

Ulli Wegner, Dominik Britsch © SE.

Die “Nacht der Jäger” in Erfurt stand zwar ganz im Zeichen des Schwergewichts, es wurde aber auch in den unteren Gewichtsklassen geboxt. Die #13 der IBF im Mittelgewicht, Dominik Britsch, bestritt gegen den Briten Steven Bendall den bereits fünften Kampf in diesem Jahr.

Möglicherweise war das auch der Grund, warum Britsch im Gegensatz zu seinen letzten Kämpfen nicht ganz so frisch und überzeugend wirkte. Der ehemalige britische Meister Bendall, der mit seinen 37 Jahren über die Erfahrung von 35 Profikämpfen verfügte, erzeugte in der zweiten Runde eine Cutverletzung unter Britschs Auge, die den Neckarsulmer sichtbar behinderte. Nach vorne marschierend lief Britsch des Öfteren in die Konterschläge Bendalls hinein, war aber insgesamt der aktivere Mann.

In der fünften Runde bekam Bendall auf Grund seines ständigen Abduckens einen Punkt abgezogen, in der Schlussphase ging dem Briten, dessen letzter Kampf über zwei Jahre zurücklag, etwas die Puste aus. Britsch verfügte aber nicht über die nötige Schlagkraft, um ein vorzeitiges Ende zu erzwingen. “Es war einer meiner zähesten Gegner”, sagte Britsch nach dem Kampf. “Ich habe mich gut gefühlt und ich denke, es war in Ordnung. Ich hätte leichter arbeiten können, wenn er nicht so arg geklammert hätte. Der Kampf hat mich weitergebracht.”

Die boxerische Zukunft von Artur Hein sieht hingegen alles andere als rosig aus – eigentlich wollte der von Karsten Röwer trainierte Halbschwergewichtler im Rematch gegen den Franzosen Tony Averlant alle Zweifel beseitigen (der erste Kampf im April endete mit einem schmeichelhaften Unentschieden), doch der gebürtige Kasache brach nach einer guten Anfangsphase erneut konditionell ein. Selbst 12 Wochen intensivste Vorbereitung hatten nichts geholfen, Hein kassierte in den Schlussrunden einige schwere Treffer und wirkte verteidigungsunfähig. Karsten Röwer sah sich dadurch gezwungen, in der elften Runde das Handtuch zu werfen. “Im Sinne der Gesundheit des Boxers war es besser. Er war verteidigungsunfähig. Ich denke, dass es für höhere Ziele bei ihm nicht reicht”, so Röwers Begründung.

Der österreichische Mittelgewichtler Marcos Nader feierte seinen 12. Sieg im 12. Profikampf, der 21-Jährige muss aber noch weiter an seiner Schlagkraft arbeiten. Gelegenheiten für einen richtigen K.o. hatte es gegen den Italiener Gianmario Grassellini zahlreiche gegeben, der Abbruch nach der siebten Runde kam aber durch eine Cutverletzung zustande. “Wenn man sieht, dass er angeschlagen ist, versucht man, es zu beenden. Es sollte nicht sein. Schließlich habe ich ihn schön am Kopf getroffen und er hatte den Cut”, sagte Nader.

Cruisergewichtler David Graf feierte den vierten vorzeitigen Sieg im vierten Profikampf, von dem Ungarn Victor Szalai war aber nur wenig Gegenwehr ausgegangen. Für den 22-jährigen Graf müssen demnächst stärkere Gegner her. Lokalmatador Christian Schwäblein (ebenfalls Cruisergewicht) feierte gegen den Armenier Armenier Armen Azizian einen verletzungsbedingten Abbruchsieg in der vierten Runde.

© adrivo Sportpresse GmbH

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8 Kommentare

  1. Tom
    28. August 2011 at 11:33 —

    Britsch hat einen guten Sieg ohne zu glänzen eingefahren.Nader hat seine Sache auch recht gut gemacht,aber sowohl Nader als auch Britsch müssen unbedingt an ihrer Schlagkraft arbeiten wenn sie im Mittelgewicht etwas großes reißen wollen.

    Das Können von A.Hein reicht anscheinend nur für Rahmenkämpfe,mal sehen wie es mit ihm weiter geht?

    Das D.Graf Bumms in den Fäusten hat dürfte jedem klar sein,aber man sollte die Klasse der Gegner langsam etwas steigern damit man sieht was Graf wirklich kann.

  2. MainEvent
    28. August 2011 at 15:52 —

    Als Hein noch von Wolke trainiert wurde, da konnte man sagen, es liegt am Trainer.
    Aber der Junge hat einfach nicht das Zeug zum Profi.

  3. MainEvent
    28. August 2011 at 15:53 —

    Britsch darf sich nicht zu schnell der Sonne nähern

  4. MainEvent
    28. August 2011 at 15:54 —

    Marcos Nader wird beim ersten schlagstarken technisch guten Gegner die Segel streichen

  5. Jeff
    28. August 2011 at 22:58 —

    @Tom:

    Danke für die kurze Zusammenfassung des Beitrages!

    😉

  6. Lothar
    29. August 2011 at 09:46 —

    die leichteren Jungs haben nicht gerade geglänzt. D. Britsch kommt mir immer zu leicht rüber. Ich habe in meiner Jugend / Junioren mittelgewicht bis 75 kg gehabt. Da ist schon teilw.kompakte Schlagkraft vorhanden. Britsch gefällt mir technisch,aber irgendwie eher wie im halbwelter…

  7. Tom
    29. August 2011 at 20:57 —

    @ Jeff

    Jetzt da ich den Bericht gelesen habe,hast du vollkommen recht das ich es nur in Kurzfassung nochmal rüber gebracht habe,aber Kämpfe die ich gesehen habe,da lese ich die Berichte hier nicht mehr so genau,ich überfliege sie nur! Sorry!

  8. jeff
    31. August 2011 at 16:46 —

    Wäre glaube ich angebracht sich die Berichte durchzulesen bevor man postet…aber je nach dem wie man lustig ist ne 😉

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