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Vor Box-WM in Hamburg: Feigenbutz und Co. trainieren mit Amateuren

Es ist der letzte Trainingshöhepunkt vor der Boxweltmeisterschaft (25.08 – 02.09.) in Hamburg. Vom 6. bis zum 21. August bereiten sich Deutschlands beste Faustkämpfer in Hennef auf die Boxweltmeisterschaft vor, die erstmals seit 1995 wieder in der Bundesrepublik stattfinden wird.

Mittlerweile ist es Tradition, dass man in Hennef gemeinsam mit anderen Nationen trainiert. Diesmal folgten der Einladung des deutschen Boxsport-Verbands Athleten aus Botswana, Brasilien, Guatemala, Holland, Mauritius, Mongolei und der USA. Ganz neu – Boxpromoter Rainer Gottwald half beim Sparring mit einigen seiner Profis aus.

Eddie Bolger ist neu im deutschen Trainerstab. Der „High Performance Coach“ des irischen Boxverbands wechselte Anfang April zum DBV und arbeitet nun am Stützpunkt in Heidelberg.

Die Staffel der USA wird von Billy Walsh betreut. Nicht nur, dass Walsh und Bolger gemeinsam für den irischen Verband gearbeitet haben, sie haben beide in der irischen Kleinstadt Wexford Town gelebt und waren „fast“ Nachbarn. In Hennef gab es ein freudiges Wiedersehen.

Bolgers Job ist es, den deutschen Boxsport aus dem Mittelmaß zurück an die Weltspitze zu führen.

Der Ire hat die richtige Sicht auf die Probleme: „Der Abstieg in das Mittelmaß beginnt damit, dass man die gleichen Dinge wieder und wieder macht und jedes Mal ein anderes Ergebnis erwartet.“

Für ihn ist seine schwierige Aufgabe ein Prozess, in dessen Mittelpunkt die Sportler stehen. „Wenn sich alle darauf konzentrieren, zum richtigen Zeitpunkt ihre Leistungen abzurufen, dann werden sich die Erfolge automatisch einstellen.“

Die Leistungen, die die DBV-Asse in Hennef zeigten, imponierten ihm. Murat Yidirim zum Beispiel. Sein Coach Mike Hanke hat ihn zu einem perfekten Boxer ausgebildet.

Foto: Wolfgang Wycisk_Mike Hanke und Murat Yildirim

Mike Hanke und Murat Yildirim (r.)

Oder der frisch gebackene Europameister Abass Baraou aus Oberhausen. Wenn Abass in den Ring klettert, dann schalten seine Gegner in den Überlebensmodus, sogar beim Sparring. Max Kellers Performance beeindruckte Bolger ebenfalls.

Wie alle Deutschen wird auch Artem Harutyunyan auf den Punkt vorbereitet sein.
Der DBV setzt große Hoffnungen auf den Dritten der Olympischen Spiele von Rio und hat eine Medaille von ihm fest eingeplant.

Harutyunyan wird von seinem Schwiegervater Artur Grigorian auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Dafür wechselte der Hamburger vom Leistungsstützpunkt Schwerin zurück an die Elbe.

 

Familie - Artur Grigorian und Schwiegersohn Artem Harutyunyan

Coach Artur Grigorian und Schwiegersohn Artem Harutyunyan

Erstmals nahmen Profiboxer an dem Lehrgang teil. Aufgrund der neuen Wettkampfbestimmungen und einer gemeinsamen Initiative von Boxpromoter Rainer Gottwald, Karlsruhes Bürgermeister Dr. Martin Lenz und des deutschen Boxverbands ist dies jetzt möglich.

Gottwalds Boxer Alexander Peil, Deniz Ilbay und Vincent Feigenbutz, um einige zu nennen, kletterten gegen Weltklasseamateure in den Ring.

Keiner der Profis hatte Probleme, sich auf die „Sprintstrecke“ von drei Runden umzustellen. Vincent Feigenbutz zog nach seiner Einheit gegen Brasilien einen Vergleich: „Amateurboxen ist wie Profiboxen, nur kürzer.“

Alexander Peil boxte ebenfalls gegen einen Brasilianer und lieferte eine erstklassige Leistung ab. DBV-Coach Valentin Silaghi, der neben den Amateuren am Stützpunkt Heidelberg auch Feigenbutz und Peil betreut, zeigte sich begeistert: „Meine Sportler messen sich mit der internationalen Weltspitze des olympischen Boxens. Wann hat es so etwas jemals zuvor gegeben?“

Wer glaubte, dass es der Profi Deniz „El Pistolero” Ilbay nach sein Hand-OP ruhig angehen würde, sah sich getäuscht. Beim Sparring gab er richtig Gas und hielt seinen wesentlich größeren und beinahe zehn Kilogramm schwereren Partner in Atem.

Garip Ilbay musste seinen Sohn bremsen, denn für das erste Sparring unter Wettkampfbedingungen tat der schon fast zu viel. Bei den WM-Chancen der Deutschen ist sich Vater Ilbay sicher: „Die Jungs brennen. Das wird was.“

Foto und Quelle: Wolfgang Wycisk

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