BoxgeschichteTop News

Von Hein ten Hoff bis Luan Krasniqi: Die deutschen Schwergewichtseuropameister nach dem Krieg

Hein ten Hoff und Heinz Neuhaus

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist es das das boxerische Großereignis: Vor fast 50.000 Zuschauern kämpfen der junge und aufstrebende Heinz Neuhaus und Hein ten Hoff, der als erster deutscher Nachkriegseuropameister im Schwergewicht in die Boxgeschichte eingegangen war, in der Dortmunder Westfalenhalle um den europäischen Schwergewichtstitel. Neuhaus ist durch einen Punktsieg über Karel Sys am 09. März 1952 Schwergewichtseuropameister geworden. Sys hatte sich den Titel zuvor mit einem Sieg gegen ten Hoff geholt.

Der Kampf ten Hoff vs. Neuhaus, der die Massen anzieht und zeigt, dass der Boxsport in Deutschland auch in der Nachkriegszeit wieder Fuß gefasst hat, geht nur über eine Runde. Während ten Hoff als „Ringkünstler“ oder auch als „Gentleman im Ring“ gesehen wird, ist Neuhaus ein Boxer, der ständig den Angriff sucht.  Nach fünfzig Sekunden der ersten Runde trifft der „Dicke“, wie Neuhaus von seinen Dortmunder Fans gerufen wird, mit einer mächtigen Rechten, und ten Hoff geht schwer getroffen zu Boden, zieht sich dabei sogar einen Beinbruch zu.

Insgesamt treffen ten Hoff und Neuhaus drei Mal aufeinander und werden damit zu den beiden  großen deutschen Schwergewichtskontrahenten der 1950er Jahre.  Im Oktober 1950 war es zum ersten Aufeinandertreffen in einem Kampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft gekommen. Der Kampf ging unentschieden aus, und ten Hoff blieb Deutscher Meister. Nach dem EM-Kampf stehen sich die beiden noch einmal Ende März 1955 in einem Nichttitelkampf gegenüber, und Neuhaus siegt erneut, dieses Mal klar nach Punkten. Damit ist entschieden, wer der beste deutsche Schwergewichtler der fünfziger Jahre ist.

Das  Schwergewicht in Deutschland nach dem Krieg

Bis zur Mitte der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kommt der deutsche Boxsport quasi zum Erliegen. Es finden zwar noch zu Beginn der 1940er Jahre  Profikämpfe statt, aber Kämpfe mit  internationalem Anspruch können wegen der Kriegsereignisse nicht ausgetragen werden. Nach dem Krieg versuchen einige der „alten Kämpfe“, im Profisport wieder Fuß zu fassen und ihren Lebensunterhalt zu sichern. Adolf Heuser, der im Krieg nahezu alles verloren hat, sieht man im Ring wieder, ebenso Max Schmeling oder Walter Neusel, die sich der jüngeren Riege stellen. Zumindest bei Schmeling ist bekannt, dass er mit seinen Nachkriegskämpfen bis 1948 den Grundstock zum Aufbau einer neuen Existenz legen konnte.

Der „lange Hein“

Im Jahre 1948 macht ein  Schwergewichtler von sich reden, der nicht lange danach zur ersten Garde der deutschen Schwergewichte zählen wird. Es ist Hein ten Hoff, dessen Vater aus den Niederlanden stammt und schon vor dem Ersten Weltkrieg nach Oldenburg gezogen und deutscher Staatsbürger geworden ist. Ten Hoff, 1919 geboren, hatte bereits ab Mitte der 1930er mit dem Boxen begonnen. Seine Größe von über 1,95 (manche Quellen sprechen von bis zu 1,98m) und eine entsprechende Reichweite machen ihn zum geborenen Schwergewichtler. Im Krieg wird er Frontsoldat, aber nimmt weiter an den von der Wehrmacht angebotenen Boxturnieren teil und holt bei den Amateur-Europameisterschaften 1942 in Breslau den Titel im Schwergewicht.

Sein Debüt als Profi liefert ten Hoff am 23.09.1945 in Hamburg ab. In der zweiten Runde knockt er den Dortmunder Erich Weyrich in der zweiten Runde aus. Danach folgen sechs weitere vorzeitige Siege, so dass er schon ein Jahr später mit einem Punktsieg gegen Walter Neusel den deutschen Meistertitel im Schwergewicht erringen kann. Internationale Bekanntheit erreicht  ten Hoff, als er Ende Mai 1950 dem späteren Schwergewichtsweltmeister, Jersey Joe Walcott, in einem beherzten Kampf nur knapp nach Punkten unterlegen ist.

Am 23.  September 1951 wird er in der Berliner Waldbühne vor 25.000 Zuschauern mit einem klaren Punktsieg gegen den Briten Jack Gardner erster deutscher Europameister der Nachkriegszeit. Schon einige Monate später, Mitte Januar 1952, verliert er in Brüssel den Titel gegen den aus vielen Ringschlachten erfahrenen Belgier Karel Sys, der fünf Jahre älter ist, nach Punkten.  

Nach einem eher missglückten USA-Aufenthalt kehrt er nach Deutschland zurück. Da ist er schon an die 35 Jahre. Nach der Punktniederlage gegen Neuhaus 1955 (s.o.) wird er wenige Monate später in seinem letzten Kampf am 28. August 1955 in Stockholm gegen den dreiundzwanzigjährigen Schweden Ingemar Johansson, der vier Jahre später sensationell Schwergewichtsweltmeister durch einen KO-Sieg gegen Floyd Patterson werden sollte,  in der ersten Runde ausgeknockt.

Eine ausführlichere Biographie zu Hein ten Hoff ist im entsprechenden Artikel zu Hein ten Hoff in der Kategorie Boxgeschichte bei boxen.de nachzulesen.

Heinz Neuhaus, der „Dicke“ aus Dortmund

Geboren ist Neuhaus im Sauerland, in Iserlohn, am 14. April 1926. Schon früh zieht er mit seiner Familie nach Dortmund und beginnt schon als Kind, kaum über 10 Jahre,  1937 mit ersten boxsportlichen Versuchen. In den Jahren 1942 und 1943 kann er als Amateur den deutschen Jungendmeistertitel im Halbschwer- bzw. Schwergewicht erringen.  Wie so viele seines Jahrgangs wird er in den letzten Kriegsjahren an die Front gerufen und gerät 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Heinz Neuhaus kann man durchaus als sportliches Naturtalent, nicht nur im boxerischen Bereich, sehen. Auch in der Leichtathletik zeigt er außergewöhnliche Leistungen, ohne dass er ein spezielles leichtathletisches Training absolviert. Mit der 7,25 kg – Kugel der Männer stößt er beispielsweise Weiten, die ihn zu dieser Zeit zur Teilnahme an den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften berechtigen würden. Auch fußballerisch zeigt er durchaus Begabung. Seine wahre Leidenschaft aber bleibt von Kindesbeinen an das Boxen.  

Seinen Debütfight als Profi liefert er am 29. Mai 1949 in Leipzig ab, da aber noch im Halbschwergewicht. Trainiert wird er zunächst von Otto Bürger, einem damals regional  als „besten Trainer“ bekannten Übungsleiter, unter dessen Leitung er erstmals ein hartes Training absolvieren muss.  Er schlägt in Leipzig den Potsdamer Herbert Thiele in vier Runden nach Punkten. Nach einer beeindruckenden Siegesserie steht er bereits ein Jahr später, im Oktober 1950, im Titelkampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft mit Hein ten Hoff. Der Kampf endet „unentschieden“, und damit ist sein erster Griff nach einem Titel vereitelt. Abgesehen von zwei weiteren „Unentschieden“ beendet er seine Kämpfe auch im folgenden Jahr erfolgreich, so dass er am 09. März 1952 den belgischen Europameister, das ist zu dieser Zeit Karel Sys, herausfordern kann.

In der Dortmunder Westfalenhalle, die auch künftig seine Hausarena, sein „Wohnzimmer“ bleiben wird, schlägt er den amtierenden Titelträger in 15 Runden nach Punkten. Die Entscheidung ist aber nicht unumstritten, und die Experten urteilen, dass der gewonnen habe, der mehr körperliche Kraft in den Ring gebracht habe. Sys sei der technisch weitaus bessere Mann gewesen. Auch Max Schmeling gibt zu Protokoll, dass der belgische Routinier die „reifere“ Leistung geboten habe. Bei Eintrittspreisen zwischen vier und vierzig Mark sind an die 19.000 Zuschauer in die Westfalenhalle gekommen. Es wird nicht der letzte Kampf gegen Sys bleiben. Schon zwei Monate später geht es wieder gegen Sys, dieses Mal aber nicht in einem offiziellen Titelkampf. Und der Dortmunder verliert im belgischen Antwerpen verdient nach Punkten.

Im Juli 1952 knockt er Hein ten Hoff in einem Titelkampf um den deutschen und europäischen Gürtel in der ersten Runde aus (s.o.) und schlägt auch Wilson Kohlbrecher vier Monate später in der vierten Runde KO. Im dritten Kampf gegen Karel Sys, dieses Mal geht es wiederum um den europäischen Titel, besiegt er im Dortmunder Stadion „Rote Erde“, dem damaligen BVB-Stadion, den Belgier nach Punkten.

Mittlerweile wird Neuhaus auch in den Weltranglisten an vorderer Stelle geführt. Im November 1953 tritt er gegen den kubanischen Schwergewichtler Nino Valdes in der Dortmunder Westfalenhalle an. Er ist auf dem Weg, einen WM-Fight um den Schwergewichtstitel zu erzwingen, obwohl er andererseits immer zu erkennen ergeben hat, dass er  niemals  eine kompletten „Umzug“ in die USA in Erwägung gezogen habe, wie es z.B. bei Schmeling, Neusel oder auch Hein ten Hoff der Fall gewesen war. Der Auftritt gegen den zwei Jahre älteren Nino Valdes, einen äußerst hart schlagenden Puncher, misslingt.  In der vierten Runde des auf zehn Runden angesetzten Kampfes schlägt eine wuchtige Rechte bei Neuhaus ein, und er liegt weit über die Zeit bewegungslos am Boden. Damit ist der Traum vom ganz großen Erfolg zunächst ausgeträumt. Sportjournalisten mutmaßen nach dem Kampf, dass Neuhaus nicht austrainiert gewirkt und sichtbaren „Hüftspeck“ gezeigt habe, demnach sein Spitzname als „Der Dicke von Dortmund“ wieder einmal bestätigt sei.

Nach einer weiteren erfolgreichen Titelverteidigung gegen den Wiener Kurt Schniegl in Frankfurt verliert er am 26. Juni 1955 in Bologna gegen den italienischen Schwergewichtler Franco Cavicchi seinen Europameistertitel durch eine Punktniederlage nach 15 Runden. Immerhin hatte er seinen Gürtel vier Mal erfolgreich verteidigen können – eine Quote, die vergleichsweise hoch ist. Am 06. November 1955, nur wenige Monate nach seinem verloren Kampf um die Schwergewichtseuropameisterschaft, verliert er auch seinen deutschen Schwergewichtstitel gegen den eigentlich zum Halbschwergewicht zählenden Berliner Gerhard Hecht, der mit knapp über achtzig Kilogramm um 18 kg leichter als Neuhaus ist.  Aber schon ein Jahr später holt er sich den deutschen Meistertitel von Hecht zurück. Mitte Juni 1956 steht Neuhaus mit dem jamaikanischen Weltranglistenboxer Joe Bygraves im Ring und gewinnt durch Disqualifikation Bygraves‘ in der sechsten Runde. Der Mann aus Jamaika hatte mehrfach tiefgeschlagen, und das Dortmunder Publikum in der Westfalenhalle will ihm ans Leder. Nur unter starken Schutzvorkehrungen kommt Bygraves heil aus der Halle.

Mit diesem Sieg hat sich Neuhaus wieder für höhere Aufgaben empfohlen. Kaum drei Monate später kämpft er in der Westfalenhalle um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft mit dem aufstrebenden und vier Jahre jüngeren Hagener Hans Kalbfell. Er ist in dem Kampf chancenlos und verliert in der achten Runde vorzeitig. Sichtbar wird, dass seine Zeit vorbei ist. In Göteborg versucht er im Juli 1958 noch einmal,  Anschluss an die europäische Spitze zu finden, wird aber von seinem Gegner, dem späteren Schwergewichtsweltmeister Ingemar Johansson, in der vierten Runde ausgeknockt. Es zeigt sich, dass der Schwede in Europa zu dieser Zeit der Alleinherrscher im Schwergewicht  ist. Auch einen weiteren Kampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft, am 26. September 1958 in Hamburg gegen den fünf Jahre jüngeren Albert Westphal, verliert er durch TKO in der sechsten Runde.  

Heinz Neuhaus erzielt in seinen insgesamt 58 Profikämpfen 42 Siege, 15 davon vorzeitig. Sieben seiner Kämpfe gehen „unentschieden“ aus, neun gehen verloren.  Schon aus der Statistik geht hervor, dass er kein harter Puncher gewesen ist. In der Dortmunder Westfalenhalle war er dennoch ein überaus beliebter und umjubelter Schwergewichtler, der sich niemals scheute oder davor „drückte“, Kampfangebote auch „unangenehmer“ Gegner anzunehmen. Man sah ihn stets im Angriff, taktische Feinheiten und technische Brillanz waren ihm aber weitgehend fremd. Die  europäische Schwergewichtsszene bestimmte er bis  in die Mitte der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts weitgehend mit.  Zusammen mit Hein ten Hoff zählt er in dieser Zeit  zweifellos zu den europäischen Spitzenschwergewichtlern. Zeitweise lag er auf dem sechsten Platz der Weltrangliste, was andeutet, dass er auch im Weltmaßstab als eine durchaus beachtenswerte Größe beurteilt wurde.

Nach seiner Profikarriere bleibt er in Dortmunder Stadtteil Hombruch und betreibt dort eine Tankstelle. Er stirbt am 6. April 1998 an den Folgen einer schweren Lungenerkrankung.

Die sechziger Jahre: Karl Mildenberger und Peter Weiland als Schwergewichtseuropameister

Nach einer schweren Knockout-Niederlage im ersten Anlauf, Schwergewichtseuropameister zu werden, wird Karl Mildenberger von nicht wenigen Boxanhängern als „Karl der Flache“ gesehen. Nun steht am 17. Oktober 1964 erneut im Ring, um den vakanten europäischen Schwergewichtstitel zu holen, denn Henry Cooper, dem Titelträger, wurde der Gürtel wegen einer langwierigeren Verletzung von der  Europäischen Boxunion (EBU) aberkannt. Karl hat sich den Titelkampf nach seiner desaströsen Niederlage gegen Dick Richardson durch eine Siegesserie wahrlich verdient. In der Berliner Deutschlandhalle steht er mit dem Italiener Santo Amonti im Ring, Schon nach noch nicht zwei Minuten in der ersten Runde liegt sein Gegner, getroffen von einem Körperhaken, am Boden. Endlich hat „Milde“, wie er von seinen Fans genannt wird, den dunklen Fleck seiner Karriere getilgt. Kein Mensch spricht mehr von „Karl dem Flachen“. Erst 1968 verliert er den Titel des Schwergewichtseuropameisters wieder, und in der Zwischenzeit hat er ihn sechs Mal erfolgreich verteidigt.  

Der im November 1937 geboren Karl Mildenberger beginnt schon früh mit dem Boxen. Bereits mit neun Jahren, so berichten die Quellen, macht er in Kaiserslautern erste Boxversuche. Mit 21 Jahren wechselt er zu den Profis. Zunächst ist er im Halbschwergewicht unterwegs,  verliert dort aber in einem Ausscheidungskampf um die Deutsche Meisterschaft gegen den Berliner Helmut Ball nach einem „Lucky Punch“ in der siebten Runde vorzeitig. Im Schwergewicht  ist er nach einem deutlichen Punktsieg gegen den früheren Olympiasieger im Schwergewicht, Pete Rademacher, den er in der siebten und achten Runden am Boden hat, Herausforderer des Europameisters im Schwergewicht, des Briten Dick Richardson. Er wird in der ersten Runde in der Dortmunder Westfalenhalle ausgeknockt und wird, wie oben schon angedeutet, in der Öffentlichkeit mit Hohn überschüttet. Erst mit dem Europatitel durch seinen Erstrunden-KO gegen Amonti werden die für ihn ehrenrührigen Bezeichnungen als „der Flache“ leiser.

Aber erst eine Niederlage rehabilitiert ihn vollständig und macht ihn in Deutschland zum damals populärsten Boxer. Im September 1966 fordert er den Weltmeister im Schwergewicht, den „Größten“, und das ist Muhammad Ali, in Frankfurt heraus. Die Massen sehen einen überaus tapferen Herausforderer, der in den ersten Runden den Weltmeister zeitweise durchaus in Bedrängnis bringt. Ali gewinnt dennoch durch TKO in der zwölften Runde. Aber der Kampf zeigt, dass Mildenberger in Europa die Schwergewichtsszene mit Recht beherrscht.

Noch vier Mal verteidigt er nach diesem Kampf seinen europäischen Titel, drei Mal erfolgreich. Am 18. September 1968 wird er in London gegen die britische Schwergewichtslegende Henry Cooper  in einem weiteren Titelkampf disqualifiziert. Nach diesem Titelverlust tritt er kurz darauf vom aktiven Boxsport zurück. Im November d. J. feiert der Pfälzer seinen 75. Geburtstag. 

Eine ausführlichere Biographie zu Karl Mildenberger findet man in der Kategorie „Boxgeschichte“ bei boxen.de

Peter Weiland

Er wird am 21. März 1940 im Stadtteil Einfeld in Neumünster geboren.  Als Amateur wird er kaum auffällig. 1964 entdeckt ihn der Hamburger Manager Theodor Wittenbrink; damals trainiert der Mann aus Neumünster in einer Boxgruppe, die von Wittenbrink übernommen wird. Weiland hat in dieser Zeit ein Gewicht von über 125 kg bei einer Körpergröße von um die 1,94 m.

Der Profieinstieg Weilands ist denkbar ungünstig. Sein Debüt gegen den Bayern Manfred Ackers am 20, März 1964 in der Kieler Ostseehalle misslingt; Er verliert klar nach Punkten, und auch im nächsten Kampf kann er sich nicht durchsetzen. Weiland beginnt mit einem systematischeren Training und kann sein Gewicht auf knapp über hundert Kilogramm herunterdrücken.

Drei Jahre nach dem Beginn seiner Profikarriere holt er sich den deutschen Meistertitel im Schwergewicht durch einen KO-Sieg in der siebten Runde gegen den erfahrenen Gerhard Zech  und verteidigt im November 1968 den Titel gegen den erheblich kleineren und leichteren Jürgen Blin.

Bereits ein weiteres Jahr später steht er mit dem Franzosen Bernard Thebault im Kampf um die vakante Europameisterschaft im Schwergewicht. Sein Manager Wittenbrink erwirbt die Rechte als Veranstalter, der den Kampf am 06. Dezember 1969 als einprägsames Event gestalten möchte: Als einer der ersten Promoter lässt er vor dem Kampf die Nationalhymnen erklingen, und vor den Boxern werden die Fahnen des Landes hochgehalten. Der Kampf selbst ist nach wenigen Minuten der ersten Runde zu Ende. Weiland trifft den französischen Schwergewichtsmeister mit einem klassisch angesetzten Leberhaken und siegt durch Knockout. Über 30.000 Mark erhält Weiland als Gage.

Nur vier Monate später, am 03. April 1970, bei seiner ersten Titelverteidigung, wird er von dem spanischen Herausforderer Jose Manuel Urtain, der erheblich kleiner und um 17 kg leichter ist,  in der siebten Runde schwer ausgeknockt. Während des gesamten Kampfes gelingt es ihm nicht, den Spanier in Verlegenheit zu bringen. Seinen letzten Kampf und damit auch den ihm noch verbliebenen deutschen Schwergewichtsmeistertitel verliert er gegen den Berliner Horst Benedens im Januar 1971 durch KO. Wegen der schweren Folgen eines Unfalls muss er kurz darauf seine Karriere beenden.  

Seine Kampfstatistik: Weiland bestritt insgesamt 31 Kämpfe, wovon er 23 gewann, bei 18 KO-Siegen. Sechs Niederlagen und zwei „Unentschieden“ sind registriert.

Viele Boxexperten sind sich darin einig, dass der Hamburger einer der schwächeren Titelträger in der Liste  der europäischen Schwergewichtseuropameister gewesen ist. Sein Spezialschlag, der Leberhaken, war zwar häufig wirksam, konnte aber nicht seine oft beschriebene mangelnde Beweglichkeit im Ring und seine technischen Schwächen verdecken. Weiland ist mittlerweile ein nahezu vergessener Schwergewichtseuropameister.

Jürgen Blin – Europameister für vier Monate

Der im April 1943 auf der Insel Fehmarn geborene Jürgen Blin verlässt schon mit vierzehn Jahren seine Heimatstadt und kommt in Hamburg unter, nachdem er mit der Familie  bereits häufig den Wohnort wechseln muss. Er stammt aus der Familie eines Melkers; der Vater ist alkoholkrank, und sein Sohn muss nicht selten für den Erkrankten dessen Arbeit verrichten. In der Schule wird er oft gehänselt, weil er nach dem morgendlichen Melken im Stall nicht gerade frisch riecht.  Nach seinem Weggang nach Hamburg verdingt  sich Jürgen als Arbeiter im Hafen und reist dann auch auf Schiffen um die Welt.  Er hat das Glück, einen Fleischer kennenzulernen, der ihm  eine Metzgerlehre anbietet. Später schafft er es sogar, in diesem Beruf den Meisterbrief zu erwerben. In dieser Zeit beginnt er mit dem Boxtraining in einer Boxschule in der Nähe seiner Arbeitsstätte, und er merkt bald, dass er dort gut mithalten kann. 

1964 wird er Deutscher Meister im Schwergewicht der Amateure und nimmt an einem Ausscheidungsturnier mit den DDR-Boxern für die Olympischen Sommerspiele in Tokio teil. Bei diesen Spielen tritt zum letzten Mal vor der Vereinigung 1990 eine gesamtdeutsche Olympiamannschaft auf. Blin kommt zwar ins Schwergewichtsfinale des Qualifikationsturniers; es gelingt ihm aber nicht, Erwin Huber, dem er im Finale gegenübersteht, zu besiegen. Kurz nach diesem Ereignis stößt er zu den Profis.

Sein Profidebüt liefert Blin am 16. Oktober 1964 in Köln mit einem Vierrundenpunktsieg gegen Klaus Krüger ab. Den deutschen Schwergewichtstitel gewinnt er am 11. Mai 1968 durch einen Punktsieg über zwölf Runden gegen den Titelträger, Gerhard Zech, nachdem er in zwei vorangegangenen Kämpfen nur ein „Unentschieden“ erzielen konnte. Nur wenige Monate später, Anfang November 1968, verliert er aber den Titel wieder an Peter Weiland.

Im Juni 1970 fordert er den gleichaltrigen spanischen Europameister Jose Manuel Urtain in Barcelona heraus,  muss aber eine Punktniederlage einstecken. Auch sein zweiter Griff auf den Europatitel im Schwergewicht misslingt. Am 11. Mai 1970 muss er eine herbe Punktniederlage gegen Joe Bugner hinnehmen, der mittlerweile Schwergewichtseuropameister geworden war. Gegen den sieben Jahre jüngeren, mit seinen 1,93 m fast 10 cm größeren und mit über 96 kg um 10 kg schwereren Gegner hat er trotz seiner Schnelligkeit und seines technischer Potenzials keine echte Chance.

Sein international bekanntester Auftritt ist der Kampf gegen Muhammad Ali am Zweiten Weihnachtstag 1971 in Zürich. In der siebten Runde kommt das Aus für ihn, aber er hat einen tapferen Kampf geliefert. Er selbst sagt, dass er sich gegen Ali niemals einen Sieg ausgerechnet habe und dass er den Fokus schon auf seinen Titelkampf um die europäische Schwergewichtskrone gelegt hätte. Der Kampf findet am 09. Juni 1972 in Madrid statt, und dieses Mal punktet er den spanischen Haudegen Urtain nach 15 Runden deutlich aus.

Den Titel kann er aber nur wenige Monate halten. Im Oktober 1972 fordert ihn Joe Bugner heraus, und der aus Australien stammende Schwergewichtler knockt ihn in der achten Runde aus. Nur in  zwei Kämpfen ist Jürgen Blin nach dem verlorenen Titel noch zu sehen. Im letzten Kampf verliert er nach einer Minute der zweiten Runde gegen den  US-amerikanischen Weltklasseschwergewichtler Ron Lyle durch KO.

48 Kämpfe hat Jürgen Blin in seiner Profikarriere bestritten, wovon er 30 gewinnen konnte, acht durch KO. Blin musste zwölf Niederlagen einstecken, sechs Kämpfe gingen unentschieden aus.

Von seinen drei Kindern galt sein Sohn Knut als hoffnungsvoller Schwergewichtler. Knut starb während einer psychiatrischen Behandlung durch Suizid im Jahre 2004.      

Luan Krasniqi, der letzte deutsche Europameister im Schwergewicht

Luan Krasniqi erhält 1994 den deutschen Pass. Seine Familie stammt aus dem ehemaligen jugoslawischen Ort Junik, der zum heutigen Kosovo gehört, und wird am 10. Mai 1971 dort geboren. Er wächst mit acht Geschwistern auf und absolviert in Junik die Grundschule und erste Jahre in einer weiterführenden Schule.  Um die Mitte der 1980er Jahre zieht die Familie nach Rottweil, wo sein Vater seit 1970 arbeitet.  Der 16jährige Luan ist über den Umzug nach Deutschland glücklich; sein Vater hat der Familie nur Positives über Rottweil berichtet.  In Rottweil besucht er ein Gymnasium und schließt diese Schule mit einem guten Abiturzeugnis ab. Luan beginnt eine kaufmännische Lehre und ist dann bei einer Sparkasse beschäftigt. Wegen seiner ungewöhnlichen Sprachkenntnisse (neben Deutsch und den Weltsprachen spricht er u. a. Italienisch, Kroatisch und Serbisch) wird er auch als Übersetzer im Amtsgericht der Stadt eingesetzt.

Beim BSV Rottweil beginnt er mit dem Boxtraining und hat das Glück, von dem renommierten Trainer Theo Kerekesch unter die Fittiche genommen zu werden. Seine Amateurkarriere kann sich sehen lassen: Er bestreitet insgesamt 135 Kämpfe, wovon er in 118 siegt. Erstmals wird er im selben Jahr seiner Einbürgerung mit 22 Jahren Deutscher Meister im Schwergewicht. Ein Jahr später kommt er bei dem Amateurweltmeisterschaften in Berlin bis ins Finale des Schwergewichts (bis 91 kg), nachdem er im Halbfinale Wladimir Klitschko nach Punkten besiegen konnte. Im Finalkampf trifft er aber auf die kubanische Schwergewichtslegende Félix Savón und unterliegt durch KO in der zweiten Runde. Bei den Amateur-Europameisterschaften des Jahres 1996 holt er mit einem Finalsieg gegen den Franzosen Christophe Mendy Gold. Für das Olympische Boxturnier der  Sommerspiele 1996 in Atlanta gehört er im Schwergewicht zu den Favoriten. In den  Vorrunden punktet er den Usbeken Rusland Chagaev, der noch später von sich reden machen wird,  und den Russen Igor Kshinin klar aus. Auch das Viertelfinale gegen den Weißrussen Serguei Dyckkov übersteht er durch einen 10:5 Punktsieg. Dann verletzt er sich an der Hand so schwer, dass er im Halbfinale nicht gegen Félix Savón antreten kann. Immerhin erringt er eine Bronzemedaille, die damit erste Olympiamedaille, die ein deutscher Schwergewichtler seit 1980 (Bronzemedaille für den DDR-Boxer Jürgen Fanghänel)  bei Olympischen Spielen erringen kann

Kurz nach diesem Erfolg bei den Olympischen Spielen wechselt er zu den Profis. Seine Promoter werden der Brite Frank Maloney, der im Management der Panix Promotion beschäftigt ist und u.a. auch Lennox Lewis betreut. Als wichtige Vertragsbedingung setzt Luan durch, dass er in seinem Heimatort bleiben kann. In Rottweil entsteht für ihn ein eigenes Übungszentrum, in dem er mit seinem Trainer systematisch arbeiten kann. Später wird für längere Zeit der Universum-Boxstall sein Management übernehmen.

Erster Profigegner wird Anfang September 1997  für Krasniqi der Brite Harry Senior, den er in vier Runden nach Punkten besiegt. In dieser Zeit besucht er auch das Trainingscamp Big Bear Lake von Lennox Lewis, um sich weitere Impulse für ein effektives Training zu holen. Er wird von Lewis als Sparringspartner ausgewählt und stellt fest, dass er neben den anderen Sparringspartnern des Weltklassemannes gut mithalten kann. In den folgenden zehn Kämpfen boxt er, für einen „Neuling“ im Profigeschäft ungewöhnlich,  häufig in ausländischen Ringen, u.a. in den USA, Frankreich, England. Im Juli  2001 erringt er seinen ersten Gürtel: Im Kampf um den vakanten deutschen Schwergewichtstitel schlägt er in Aachen den in Dresden wohnenden Rene Hani durch TKO in der zweiten Runde. Knapp ein halbes Jahr später, am 05. Januar 2002,  kämpft er um den vakanten europäischen Schwergewichtstitel. In Magdeburg erreicht er einen nicht gerade klaren Punktsieg gegen Rene Monse, einen Rechtsausleger. Damit ist erstmals seit fast dreißig Jahren wieder ein deutscher Schwergewichtler Europameister in der höchsten Gewichtsklasse.

Schon bei der ersten Titelverteidigung nach etwas mehr als einem halben Jahr  kommt es in der Dortmunder Westfalenhalle zum Desaster Im Kampf gegen den Polen Przemyslaw Saleta. Nach der achten Runde bleibt er in der Ringpause auf seinem Stuhl sitzen und gibt den Kampf trotz der eindringlichen Vorhaltungen seines Trainers  Michael Timm auf. Natürlich wird in den Medien nach dieser Vorstellung mit Hohn und Spott nicht gespart. Luan scheint am Ende zu sein.

Aber der nun schon über Dreißigjährige gibt sich nicht auf. Nach Siegen über Thomas Williams und Sedreck Fields fordert er, nun von dem neuen Trainer Torsten Schmitz betreut, in einem Nichttitel-Kampf erneut den Polen heraus. Und die Revanche, Ende April 2003 in Schwerin, gelingt: Schon in der ersten Runde ist Saleta nach drei Niederschlägen vorzeitig besiegt.  Am 14. Februar 2004 holt er sich den europäischen Schwergewichtstitel durch einen Punktsieg gegen den Türken Sinan Samil Sam, den er schon als Amateur schlagen konnte, zurück. Zwei Mal verteidigt er den Titel: Mit einem TKO-Sieg über Rene Monse triumphiert er ein weiteres Mal am 31. Juli 2004 in Stuttgart; gegen Timo Hoffmann erreicht er am 04. Dezember nur ein Unentschieden, bleibt aber damit Schwergewichtseuropameister.  2005 gibt er seinen Titel zurück, um nach den WBO-Regeln um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht antreten zu können.

In der WBO-Rangliste des Schwergewichts ist er so weit nach oben gerückt, dass er Ende Mai 2005 mit Lance Whitaker in einem Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht (WBO) steht. Nach etwas mehr als zwei Minuten der sechsten Runde in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle knockt er den mit 2,03m um mehr als zehn Zentimeter größeren und mit 115 kg um dreizehn Kilogramm schwereren Kalifornier aus. Und steht damit im Titelkampf um die Schwergewichtsweltmeisterschaft (WBO) mit dem US-Amerikaner Lamon Brewster. Der Kampf findet am 28. September 2005 in Hamburg-Altona statt. In den ersten Runden macht Luan einen hervorragenden Eindruck, liegt sogar auf den Punktzetteln vorn. Dann trifft ihn in der achten Runde  ein harter Linkshaken, der ihn zu Boden wirft. Der Ringrichter verzögert das Auszählen, so dass Krasniqi weiterboxen kann. Doch schon eine Runde später wird er erneut zu Boden geschlagen, und Krasniqi gibt den Kampf auf. Der Traum des ersten deutschen Weltmeistertitels im Schwergewicht nach Max Schmeling ist ausgeträumt, Die Veranstalter hatten in optimistischer Voraussicht den Kampftermin, nämlich den 28. September, deshalb gewählt, weil das der Geburtstag der deutschen Boxlegende ist.

Nach zwei Punktsiegen handelt Manager Kohl erneut einen Ausscheidungskampf um die Herausforderung des WBO-Schwergewichtsweltmeisters gegen den US-Rechtsausleger Tony Thompson aus. Der Kampf Mitte Juli 2007 wird zu einem neuen Debakel für Krasniqi. Luan lässt sich häufig in die Seile drängen, verteidigt sich kaum und lässt Schlagserien Thompsons ohne erkennbare Gegenwehrreaktionen geschehen.  In der fünften Runde wird er vom Ringrichter, der ihn schon in vorangegangenen Runden ermahnt hatte, Aktivität im Ring zu zeigen, aus dem Kampf genommen. Krasniqi versucht nach dem Kampf, seine desaströse Vorstellung dadurch zu erklären, dass er durch eine Rippenprellung behindert gewesen  und er im Übrigen mit dem Kampfstil des Amerikaners nicht  zurechtgekommen sei.  Seinen (vorerst) letzten Kampf verliert er gegen Alexander Dimitrenko am 15. November 2008 in Düsseldorf durch KO in der dritten Runde. Es ging um den Interkontinental-Titel (WBO) im Schwergewicht.

Für den 26. Februar 2011 hatte Krasniqi ein Comeback gegen Jonathon Banks vorgesehen. Der Kampf kam nicht zustande, weil er erkrankte. Ende des Jahres ließ er verlauten, dass er endgültig vom aktiven Boxen zurücktreten wolle.

Seine Kampfstatistik: Von insgesamt 35 Kämpfen gewann er 30, vierzehn durch KO. Vier Niederlagen und ein Unentschieden sind registriert.

Die Europameister im Schwergewicht der EBU bis heute

1909 Iron Hague, GB                        1970 Joe Miguel Ibar Urtain, ESP       2002 Sinan Samil Sam, TUR     

1913 Georges Carpentier, F           1970 Henry Cooper, GB                          2004 Luan Krasniqi, D

1922 Battling Siki, F                          1971 Joe Bugner, GB                                 2005 Paolo Vidoz, I

1923 Erminio Spall, I                       1971 Jack Bodell, GB                                 2006 Vladimir Virchis, UKR

1926 Paolino Uzcudun, ESP          1971 Jose Miguel Ibar Urtain, ESP     2008 Sinan Samil Sam, TUR

1929 Pierre Charles, B                     1972 Jürgen Blin, D                             2008 Matt Skelton, GB

1931 Hein Müller, D                    1972 Joe Bugner, GB                                2009 Albert Sosnowski, PL

1932 Pierre Charles, B                     1976 Richard Dunn, GB                         2010 Audley Harrison, GB                               

1933 Paolino Uzcudun, ESP          1976 Joe Bugner, GB                              2010 A. Dimitrenko, UKR

1933 Primo Carnera, I                     1977 Jean Pierre Coopman, B           2011 Robert Helenius, FIN

1935 Pierre Charles, B                     1977 Lucien Rodriguez, F                   2012 Kubrat Pulev, BUL

1937 Arno Kölblin, D                 1977 Alfred Evangelista, ESP

1938 Heinz Lazek, A                         1979 Lorenzo Zanon, I

1939 Adolf Heuser, D                 1980  John L. Gardner, GB

1939 Max Schmeling, D            1981 Lucien Rodriguez, F

1943 Olle Tandberg, S                      1984 Steffen Tangstad, N

1943 Karel Sys, B                               1985 Anders Eklund, S

1946 Bruce Woodcock, GB            1985 Frank Bruno, GB

1950 Joe Weidinger, A                    1986 Steffen Tangstad, N

1951 Jack Gardner, GB                    1987 Alfredo Evangelista, ESP

1951 Hein ten Hoff, D                 1987 Anders Eklund, S, Francesco Damiani, I

1952 Karel Sys, B                               1989 Derek Williams, GB  

1952 Heinz Neuhaus, D            1990  Jean Chanet, F

1955 Franco Cavicci, I                    1990 Lennox Lewis, GB

1956 Ingemar Johansson, S          1993 Henry Akinwanda, GB 

1960 Dick Richardson, GB             1995 Zeljko Mayrovic, CROA 

1962 Ingemar Johansson, S          1998 Vitali Klitschko, UKR     

1964 Henry Cooper, GB                  1999 Wladimir Klitschko, UKR

1964 Karl Mildenberger, D     2000 Vitali Klitschko, UKR   

1968 Henry Cooper, GB                   2002 Luan Krasniqi, D

1969 Peter Weiland, D                2002 Przemyslaw Saleta, PL

Die deutschen Europameister sind fett gedruckt. Die meisten erfolgreichen Titelverteidigungen als Europameister im Schwergewicht sind im Übrigen für den Belgier Pierre Charles registriert. Neun Mal konnte er den europäischen Schwergewichtstitel verteidigen.

Resümee

Der im Weltmaßstab erfolgreichste deutsche Europameister im Schwergewicht bleibt selbstverständlich Max Schmeling. Der auch heute noch populärste deutsche Boxer ist in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ständig in den oberen Plätzen der Weltrangliste einzuordnen. Aber auch Hein ten Hoff und Heinz Neuhaus in den 1950ern sowie insbesondere Karl Mildenberger in den sechziger Jahren zählten in ihrer Zeit nicht nur zur europäischen Spitze, sondern auch im Weltmaßstab zu den Größen im Schwergewicht. Ob Luan Krasniqi, der zwei Mal den europäischen Schwergewichtstitel holen konnte, hier einzuordnen ist, wird unterschiedlich beurteilt. Zweifellos ist es zutreffend, dass er in seiner besten Zeit die europäische Schwergewichtsszene mitbestimmt hat. Für einen Spitzenplatz in der Welt fehlte es ihm aber an Nachhaltigkeit; auch seine Puncherqualitäten waren hierfür wohl zu dürftig, wie Heinrich Schmieding vor zehn Jahren einmal angemerkt hat.

Voriger Artikel

Boxwochenende 8. bis 10. Juni: Die restlichen Ergebnisse

Nächster Artikel

Hall of Fame Jahrgang 2012: Hearns, Roach und Bernstein geehrt

10 Kommentare

  1. Haymaker
    11. Juni 2012 at 13:53 —

    Luan war der beste von denen finde ich hat sehr schön und sauber Geboxt

  2. HWFan
    11. Juni 2012 at 14:28 —

    Kann die anderen nicht wirklich beurteilen, zumal das doch deutlich vor meiner Zeit war.
    Fand Luan aber auch immer sehr sympathisch und habe mir seine Kämpfe gerne angesehen. Fand es damals wirklich sehr schade, dass es in dem spektakulären Gefecht gegen Brewster, der zuvor immerhin Wladimir Klitschko ausgeknockt hatte, nicht für ihn gereicht hat.
    Zwar hätte der Kampf eig. schon nach dem ersten schweren Niederschlag abgebrochen werden müssen, zumal eig. durchaus genug Zeit gewesen wäre, um bis 15 zu zählen, aber es ist immerhin auch erwähnenswert, dass es dann am Ende Brewster war, der fast nicht mehr aus eigener Kraft die Halle verlassen konnte…
    Wünsche Luan auf jeden Fall für die Zukunft noch alles Gute!

  3. SIDON4LIFE
    11. Juni 2012 at 16:34 —

    luan ist doch nichtmal mit hoffmann richtig fertig geworden-der junge hat nie richtig was gerissen!warscheinlich war er nebenher zusehr mit sein balkangrill beschäftigt!

  4. Brennov
    11. Juni 2012 at 18:25 —

    Da fehlt halt einfach dimitrenko. außerdem geht es nur um EBU europameister!

  5. Paul
    11. Juni 2012 at 19:04 —

    @ Brennov

    Nach meinen Kenntnissen war Dimitrenko noch Ukrainer, als er im Juli 2010 Europameister wurde.

  6. Lothar T.
    12. Juni 2012 at 12:09 —

    technisch sehr gut, mental jedoch wechselhaft.

  7. Brennov
    12. Juni 2012 at 18:09 —

    @ Paul

    aber als er gegen spott verteidigte war er deutscher!

  8. Paul
    12. Juni 2012 at 19:08 —

    @ Brennov

    Da hast Du natürlich recht. Aber: Mit den gleichen Maßstäben hätte ich z.B. auch Heinz Lazek als “deutschen” Europameister führen können. Der war beim Titelgewinn Österreicher. Wenige Monate später kam der sogenannte “Anschluss” seiner österreichischen Heimat, und seitdem wurde er als deutscher Boxer geführt.

  9. Brennov
    12. Juni 2012 at 20:36 —

    naja aber nicht nach dem krieg 🙂

  10. Paul
    12. Juni 2012 at 22:53 —

    @ Brennov

    Es gibt einen ersten Teil 😉

Antwort schreiben