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Vincent Feigenbutz – Neuer Interim-Champ der WBA

Es war kaum anders zu erwarten: Vincent Feigenbutz holte sich im Kampf gegen den Peruaner Mauricio Reynoso den Interim-Gürtel des Verbandes WBA in Supermittelgewicht und wurde so ganz nebenbei auch Weltmeister des Verbandes GBU. Kampfverlauf und Ergebnis entsprachen der Voraussicht der meisten Boxfans. Entscheidend waren wie bei allen Feigenbutz-Fights seine Entschlossenheit und seine Willensstärke.

Die WBA hatte Mauricio Reynoso zum Gegner für Feigenbutz bestimmt. Der gute Mann aus den Anden ging mit der Absicht in den Kampf, sich Feigenbutz mit dem Jab vom Leibe zu halten um dann selbst mit der Schlaghand zu punkten. Diese Idee hatten gewiss schon andere Boxer vor ihm, die Feigenbutz gegenüber standen. Doch all diese Theorie ist Schall und Rauch, wenn der junge Karlsruher erst einmal Fahrt aufgenommen hat und seinen Stil durchzieht. So sollte es auch diesmal kommen.

In Runde 2 gab es zwei Bodenbesuche Reynosos, von denen der Ref nur einen mit Anzählen bedachte. Den zweiten lies er großzügig durchgehen. Das Spiel setzte sich im 3. Durchgang fort. Sobald Feigenbutz richtig angriff und vehement nach vorne marschierte, hatte Reynoso nicht viel zum Gegenhalten. Der Peruner musste erneut runter und wurde angezählt. Kaum wieder auf den Beinen, saß er nach der nächsten Aktion von Feigenbutz wieder auf dem Hosenboden. Er stand zwar wieder auf und signalisierte Kampfbereitschaft, doch der Ringrichter beendete den Kampf. Reynoso hatte einfach keine Mittel, um Feigenbutz gefährlich werden zu können.

Die Entscheidung des Ringrichters war richtig. Mehr als einen gesundheitsgefährdenden endgültigen Abschuss Reynosos hätte es nicht mehr zu sehen gegeben. Der Kampf war mit einem TKO 3 Erfolg für Feigenbutz aus. Damit war der Karlsruher neuer Interim-Titelträger der WBA und GBA-Weltmeister.

Spekulationen, wie es weiter gehen soll, beendete Feigenbutz Manager Rainer Gottwald im Interview nach dem Kampf. Er machte unmissverständlich klar, dass es noch in diesem Jahr gegen WBA-Champ Fedor Chudinov um den regulären WBA-Titel gehen soll. Es gäbe bereits einen Vertrag zwischen Sauerland und Vlad Hrunov, dem Manager von Chudinov. Zuvor wolle der Russe allerdings seinen Titel in England verteidigen.

Man kann dem 19-jährigen Feigenbutz nur viel Glück und Erfolg wünschen, dass er seine hoch gesteckten Ziele erreicht. Was ihm andere Boxer vielleicht an Amateurerfahrung voraus haben, macht er durch seinen großen Willen, seine Schlaghärte und seine Nervenstärke wett. Mal sehen, ob er auch in Zukunft damit Glück hat. Auf jeden Fall ist es erfrischend zu sehen, dass der deutsche Boxsport solche Talente hat wie Feigenbutz oder auch den nächsten jungen Boxer, der bei Gottwald unter Vertrag steht: Leon Bauer.

von Johannes Passehl

 

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19 Kommentare

  1. 20. Juli 2015 at 14:14 —

    Hatte eig. gehofft, dass wir Feigenbutz bald mal gegen Abraham sehen würden. Aber wenn man sich auf Feigenbutz’ Seite noch unsicher ist bzw. Abraham lieber gegen einen abgehalfterten Sturm als gegen einen jungen, hungrigen Boxer mit Knockout-Qualitäten boxen will, wäre vllt. auch Feigenbutz vs Stieglitz eine interessante Option.
    Eine “deutsch-deutsche” Ansetzung mit Feigenbutz auf der einen Seite würde ich persönlich interessanter finden als Past-Prime-Abraham vs Past-Prime Sturm bzw. Stieglitz vs Sturm 2.0.
    Interssant wäre auch, wie Feigenbutz sich gegen Smith verkaufen würde, nachdem dieser von Ward, Groves und DeGale (teilweise kurzrundig) ausgeknockt wurde, aber gegen Abraham zweimal über 12 Runden stehengeblieben ist…

  2. 20. Juli 2015 at 19:03 —

    Einige Amis scheinen zumindest auch schon angesteckt vom „Feigenbutz-Fieber“: boxingnews24.com/2015/07/vincent-feigenbutz-to-face-fedor-chudinov-for-wba-168lb-title/

    Denke auch, Chudinov kommt ein paar Runden zu früh, Sturm oder Stieglitz wären erstmal ungefährlicher gewesen. (Paul) Smith wäre ebenfalls interessant geworden. Auf der anderen Seite – wer will die eigentlich noch sehen? In der Ringecke als Coach vielleicht, aber aktiv … von daher ist es schon okay mit Chudinov … spannend!

    • 20. Juli 2015 at 19:27 —

      Na ja, die Amis steigen ja gerne auf Hypes ein.
      Chudinov ist 27, und ob er im toe-to-toe absolut chancenlos ist gegen Feigenbutz, der angeblich viel mehr Power und das viel bessere Kinn hat???
      Auch hatte Canelo mit 19 schon mehr Profikämpfe und imho die deutlich besseren Gegner.
      Ich frage mich aber, was Hrunov da am Samstag erzählt hat mit dem fixen Rematch gegen Sturm. Sollten da schnell noch mal ein paar Rubel rübergerollt sein???
      Und was ist mit Buglioni? Nicht dass er den Kampf verdient hätte, aber Feigenbutz hat dies auch nicht.

      • 21. Juli 2015 at 11:28 —

        @ fettundmuskeln:

        Müsste P. Smith jetzt auch nicht unbedingt nochmal sehen, aber ich denke, ein Kampf wäre für Feigenbutz bei halbwegs überschaubarem Risiko die bestmögliche Standortbestimmung, zumal Smith bereits gegen einige “Spitzen-Leute” geboxt hat.
        Ein überzeugender Sieg würde zeigen, dass Feigenbutz reif für größere Aufgaben und ggf. einen Fight gegen AA ist, bei einer “Zitterpartie” oder einer knappen Niederlage sollte er doch erst noch den einen oder anderen Aufbaukampf machen und bei einer klaren Niederlage sollte er grundsätzlich erstmal kleiner Brötchen backen und so schnell nicht wieder von einer WM sprechen…

  3. 20. Juli 2015 at 19:21 —

    Feigenbutz ist genauso ein looser wie Brähmer.Beide sind Schw.ul und stehen auf harte Sch.wänze.

  4. 20. Juli 2015 at 19:39 —

    völlig unverantwortlich, dass man Feigenbutz so verheizt…wenn es nach ihm geht, dann könnte auch sofort GGG geboxt werden oder Kovalev – völlig egal!

    Fighter-Mentalität hin oder her, es gibt sicherlich psychisch einen richtigen Knick, wenn er von Chudinov demontiert wird.

    Da zu seiner Nehmer-Quali noch nicht viel bekannt ist, kann es unter Umständen sogar über 12 Runden andauern..(seiner Ecke traue ich nämlich nicht die Entscheidung zur Aufgabe zu) – für den sympathischen Jungen aus Karlsruhe tut es mir jetzt schon leid!

  5. 20. Juli 2015 at 19:40 —

    Smith wäre auch meine 1. Wahl gewesen, wenn ich Einfluß auf das Matchmaking gehabt hätte…

  6. Hier kommt Hype Train tschu….tschu…tschu
    Ein verlierer eingekauft der rank 250+ Boxrec und der sein Profidebut mit 27 anfangen hat….
    Armes Boxdeutschland nur mit viel billig bier sind solche wahnvorstellungen möglich.
    Zuerst bitte mal leute souverän besiegen die vlt zwischen 20-50 gerankt sind ,und dann kann man vlt von einem Kandidat für WM Titel sprechen.

  7. 20. Juli 2015 at 21:09 —

    Fand die Deckung und Beinarbeit von Feigenbums erstaunlich schlecht, ggf bedingt durch mangelnde Amateur Erfahrung.

    Vielleicht gibt er tiran Metz (s)einen rückkampf, welcher laut tiran mehrfach (mündlich) zugesagt wurde. Aber im Box Geschäft zählt ja das gesprochene Wort nicht mehr.

    Noch besser fände ich, hab ich glaub ich schon 2-3x erwähnt, einen Kampf geard ajetovic.

    Das wäre ne echte Standort Bestimmung, dann kann er meinetwegen gegen den Russen Rocker kämpfen.

  8. 20. Juli 2015 at 21:13 —

    verstehe das problem nicht.
    chudinov ist ja nun wirklich nicht der überboxer, nur der fan setzt den miit 3G und kova gleich, sagt doch alles.
    ob vince nun nr 1 oder nr 19 boxt, wo ist der unterschied?
    gewinnt er, ist er gut, verliert er, muß er mit leben.
    das gehört mit zum boxen.
    und warum werde immmer die “granaten” AA, RS oder catic als gegner genannt?
    und smith sollte ihn weiterbringen?
    und deshalb einen WM kampf verpassen?

    • 20. Juli 2015 at 22:22 —

      Naja, Chudinov ist in gewisser Bezeihung das genaue Gegenteil von Feigenbutz. Er hat keine ganz offensichtlichen Stärken, ist aber vom Gesamtpaket her absolut grundsolide. Ordentliche Power, gute Beinarbeit, Deckung, Präzision. Sehr gute Kondition. Einziges kleines Manko ist vielleicht auf der Speedseite. Dazu hat mich die Abgeklärtheit und Ruhe, wie er einen erfahrenen Mann wie Sturm Runde um Runde demontiert hat, beeindruckt. Von daher ist meine Meinung: Der Feigenbutz-Hype ist (auch mangels anderer ins Auge fallender Talente bis auf Zeuge) schon berechtigt, aber der Gegner kommt zu früh. Allerdings stimmt das auch wieder: mit 19 darf man auch mal einen WM-Kampf verlieren, er wird danach nicht mit Angstpsychosen aufwachen. An einen Horror-KO o.ä. glaube ich nicht, es wird schon ein Fight auf Augenhöhe, aber Chudinov wird sich in den späten Runden nach Punkten absetzen können.

      • 21. Juli 2015 at 19:54 —

        Im schlechtesten Fall hat Feigenbutz ein gutes Kinn und bekommt 12 Runden eingeschenkt…4-5 Runden traue ich ihm zu, einigermaßen “mitzumischen”, danach gibt’s von Chudinov Backenfutter!

        Sturm hat gezeigt, wie man es nicht macht..boxerisch wird Feigenbutz es aber leider nicht lösen können!

        • 21. Juli 2015 at 20:14 —

          fan
          genau, catic hat gezeigt, wie man nicht boxt!
          hätte chudinov gegenwehr bekommen, wäre das bestimmt nicht so abgeklärt gelaufen.
          hallo, catic war für den der 1. top ten gegener, davor von 65 bis -endlos alles geboxt, warum hatte der nicht erst mal die ersten in den top 20 geboxt?
          und jetzt ist er WM!
          und warum sollte man smith und die deutschen ” überboxer” nehmen, wenn man ohne umwege WM werden kann?
          du darfst chudinov nicht nach dem catic kampf beurteilen, schätze, vincent hätte catic in 4 runden zerlegt.
          catic ist KEIN maßstab!

  9. 20. Juli 2015 at 22:19 —

    Ich freue mich eigentlich, dass wir in Deutschland wenigstens ein paar Boxer haben, die nach vorne drängen. Wenn Vince Feigenbutz den Chudinov vor die Fäuste bekommt und um den regulären WBA-Titel kämpfen kann, dann freue ich mich schon mal, dass es überhaupt so weit gekommen ist.

    Persönlich hätte ich mir allerdings neben all den Erfolgen gewünscht, dass Vince mal gegen einen in Deutschland bekannten Boxer wie Benny Simon oder Ex-WBA-Champ Dimi Sartison kämpft.

    Letztendlich ist es aber seinem Manager Rainer Gottwald zu verdanken, dass Vince in 7-Meilen Schritten nach oben geführt wurde. Da wurde nix dem Zufall überlassen. Das ist schließlich auch die Aufgabe eines Managements: Machbare Erfolge sichern.

    Das wir als Boxfans da Manches etwas anders sehen, als die restlichen 95% der jubelnden Zuschauer, steht auf einem anderen Blatt.

  10. 21. Juli 2015 at 09:02 —

    Ich wiederhole mich gerne noch mal,ich finde das Feigenbutz dem deutschen Boxsport recht gut tut!
    Gut,es krankt an allen Ecken und Enden,schlechte Deckung,schlechte Beinarbeit,Selbstüberschätzung……….

    Aber ich finde es auch gut das er was erreichen will,auch seine kompromisslose Art zu boxen hat was,auch wenn sich das früher oder später mal rächen wird.
    Wenn er nach vorne stürmt ist er meist offen wie ein Scheunentor……..und was kann er vertragen….!?

    Er sollte mal gegen einen bekannten Namen boxen,damit man ihn besser einschätzen kann!

    Ob der Kampf gegen Chudinov tatsächlich noch in diesem Jahr kommt? Mal abwarten!
    Auch das Kinn von Chudinov wurde noch nicht wirklich getestet,könnte ein interessanter Kampf werden!?

    @ reineckefuchs

    Benny Simon??

    Ich denke Feigenbutz würde mit Simon den Boden wischen!

    Ich würde Feigenbutz gerne gegen den WBFed.-Champ B. Donfack kämpfen sehen.
    Donfack nicht als kurzfristig eingesprungener Ersatzgegener,sondern Donfack in Topform,das wäre meiner Meinung nach eine Standortbestimmung für Feigenbutz!

    • 21. Juli 2015 at 13:28 —

      Sehe ich genauso @MH, Simon weniger (bringt abgesehen davon das Gewicht nicht mehr), Sartison ist schon lange inaktiv, aber die zuvor genannten Ajetovic, Ben Donfack oder Paul Smith wären die richtigen Kämpfe für ihn, meinetwegen auch der Dobermann.

  11. 21. Juli 2015 at 20:52 —

    Kämpfe gegen Donfack oder Ajetovic sind völlig unrealistisch und auch nicht gewünscht, da Hype dann vorbei
    Smith wäre gute Standortbestimmung, vielleicht aber auch schon das Ende der Reise

  12. 22. Juli 2015 at 07:27 —

    Chudinov finde ich eine gute Wahl.
    Nicht, weil es um die angestrebte WM geht, sondern weil er dort seine Gesellenprüfung ablegen kann.

    Das bei VF noch viel zu verbessern ist, steht außer Frage. Aber ein Kämpferherz macht viel aus. Auch wenn er es manchmal mit seinen Sprüchen übertreibt. Aber das gehört halt auch zum Boxen dazu.

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