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Vincent Feigenbutz: „Ich bin eher ein Mittelgewichtsboxer!“

Wie sieht dein Tagesablauf während der Corona-Krise aus?

Vincent Feigenbutz: „Man hat einen ganz normalen Tag, steht morgens auf und macht ein lockeres oder hartes Training. Jeder hat sein eigenes Programm und entscheidet, ob morgens oder abends hart trainiert wird. Meist trainiert man ein- bis zweimal am Tag.“

Wie trainierst du, wenn kein Kampf angesetzt ist? Gibt es dann auch lockeres Sparring?

Vincent Feigenbutz: „Zurzeit mache ich primär Fitness und halte mich durch Laufen oder Fußball spielen fit. Bei uns ist es schwer mit dem Sparring. In Deutschland ist es allgemein schwer gute Sparringspartner zu finden, weil wir nicht so viele Boxer haben. Meist wohnen die auch weit weg.“

Würdest du unter normalen Umständen weiter im Boxclub Eggenstein trainieren?

Vincent Feigenbutz: „Nein, da haben wir uns nur eine Zeitlang vorbereitet. Das war die einzige Location in meiner Nähe, wo ein großer Ring zur Verfügung steht. Ich muss zukünftig schauen, wie es weiter geht und wo ich trainiere. Derzeit habe ich keinen Trainer und momentan trainiere ich bei dem schönen Wetter draußen.“

In den USA waren zuletzt Eduard Michel als Trainer und Konstatinos Patoulidis als Konditionscoach dabei. Warum geht es mit den beiden nicht weiter?

Vincent Feigenbutz: „Das war eine Notlösung. Wobei sich Herr Michel sehr gut als Trainer bewiesen hat. Wir haben ihn durch ein anderes Management vorgeschlagen bekommen und er hatte Zeit. Dann haben wir ihn in das Team aufgenommen und er hat mich in den letzten vier Wochen fit gemacht.“

Hattest du jemals ein Probetraining bei Ulli Wegner?

Vincent Feigenbutz: „Nein, das hat sich leider nie ergeben!“

Denkst du, dass ein Trainer wie Jürgen Brähmer nach vorne bringen könnten?

Vincent Feigenbutz: „Ja, Brähmer ist ein erfahrener Mann und hat einige Weltmeisterschaftskämpfe hinter sich. Ich bin für jeden offen und schaue mir jeden an. Die anderen Umstände müssen natürlich auch stimmen.“

Mit welchen Boxern hast du damals bei Karsten Röwer in Berlin-Marzahn trainiert?

Vincent Feigenbutz: „Enrico Kölling, Stefan Härtel, Burak Sahin. Insgesamt vier, fünf Jungs.“

Wie wird deine Suche nach einem neuen Team laufen?

Vincent Feigenbutz: „Erstmal mache ich alles alleine. Was ein Manager macht, das kann man auch selbst machen! Beim Boxen braucht man immer Geld. Man braucht jemanden, der dich sponsert und der sagt: ‚Komm, wenn du zwei Wochen nach Amerika in ein Trainingscamp willst, sponsere ich das.‘ Aus eigener Tasche ist es schwer, weil man das Geld zum Leben braucht. Und ich bleibe bei Sauerland, weil ich da noch meinen Vertrag habe.“

Wie lange läuft dein Vertrag beim Team Sauerland noch?

Vincent Feigenbutz: „Genau bis Ende des Jahres, also bis Dezember.“

Wie lief die Vorbereitung auf den Fight gegen Caleb Plant?

Vincent Feigenbutz: „Herr Michel hat sich sehr gut über den Gegner informiert. Natürlich schaut man heute auch YouTube und auch auf Instagram postet jeder Boxer etwas von sich. Man schaut sich an, wie der Gegner boxt. Aber wir hatten nicht die Kraft und Kondition, um unser Ding durchzuziehen. Wenn man nach ein paar Runden merkt, dass man nicht fit ist, Schlaghärte und Geschwindigkeit nicht passen, öffnet man sich nicht. Man ist gedeckt und dann punktet der Gegner einen aus.“

Du hast dich in dem Fight gegen den ungeschlagenen IBF-Weltmeister aus Amerika nicht fit gefühlt?

Vincent Feigenbutz: „Nein, überhaupt nicht. Beim Wiegen hat man gesehen, dass ich viel zu leicht war und das Gewicht gehalten habe. Beim Nachwiegen am nächsten Tag, habe ich maximal um die 76 Kilogramm gewogen. Und der Gegner war schon wieder bei 78 Kilo. Der hat sich schön runtergehungert, aber sein stabiles Gewicht gebracht. Ich bin eher ein Mittelgewichtsboxer als ein Supermittelgewichtsboxer!“

Das ganze Interview gibt es hier: http://boxpodcast.de/wordpress/

Fotos: GES-Sportfoto (Team Sauerland)

Quelle: Der Boxpodcast

 

 

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5 Kommentare

  1. 23. April 2020 at 14:12 —

    Ich fass dann mal zusammen:

    Feigenbutz hat kein Management mehr, weil gefeuert..

    Trainer hat er auch keinen, Vertrag mit Sauerland läuft nur noch bis Ende Dezember und ob der verlängert wird steht in den Sternen, wohl eher nicht da ja auch der Vertrag mit Sauerland und Sport1 endet!?

    Auch das er nicht in eine fremde Stadt will, auch wenn es dann einen guten Trainer gebe ist doch Kindergarten, wird Zeit das er Mama´s Rockzipfel mal los lässt um was zu erreichen.

    Finde auch das es sich Feigenbutz etwas einfach macht und die Schuld für seine Niederlage gegen Caleb Plant nur bei anderen sucht….Selbstkritik ist manchmal ganz förderlich.
    Ob es wirklich Sinn für ihn macht ins Mittelgewicht zu wechseln wage ich mal zu bezweifeln, sehe das Mittelgewicht stärker besetzt. Er kann sicherlich noch viele Kämpfe gewinnen, nur für einen bedeutenden WM-Titel wird es halt nicht reichen.

    Finde auch das seine Aussage…lieber gegen starke Gegner im Ausland kämpfen als gegen deutsche Boxer in Deutschland auch nicht gerade förderlich….ein Kampf Zeuge vs Feigenbutz ließe sich sicherlich gut verkaufen!?

    Fächersportmanagement in Karlsruhe/Ettlingen wäre vielleicht eine Alternative für ihn…die veranstalten überwiegend in Karlsruhe, Livestream gibt es auch und er hat dann vermutlich auch die Möglichkeit seine Karriere neu zu ordnen!?

  2. 23. April 2020 at 16:44 —

    Wobei er reicht hat, dass er im mittelgewicht derzeit besser aufgehoben wäre!

  3. 23. April 2020 at 17:56 —

    @ Brennov

    Aha, Feigenbutz wäre also im Mittelgewicht besser aufgehoben..erkläre doch mal warum? Was könnte er denn da bestenfalls erreichen?

    Habe mir eben mal die EBU- Rangliste angeschaut und die EU-Rangliste auch…da wäre das Supermittelgewicht aber besser für ihn.
    Bin eh der Meinung das er eher die europäische Spitze angreifen sollte als sich mit WM oder der erweiterten Weltspitze auseinander zu setzen, da ist er chancenlos ob seiner boxerischen Defizite.

    • 24. April 2020 at 08:49 —

      dass er nirngendwo weltspitze ist ist klar. aber wenn du immer gegen physisch stärkere, größere gegner boxen musst ist das ein nachteil vorallem wenn du technisch sehr limitiert bist. daher könnte seine schlagkraft im mittelgewicht besser zum tragen kommen. da kommt er auch mal leicht an die gegner ran

  4. 23. April 2020 at 18:31 —

    Gut das er sich nun selbst vermarktet, als Promoter hat er Sauerland. Somit bleibt unterm Strich auch Geld übrig. Er ist ein sehr interessanter Boxer, geiler Stil den man gerne zusieht. Jetzt noch ein Top Trainer dann passt es.

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