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Vicente Escobedo lustlos, aber siegreich über Walter Estrada

Eine vor allem in der zweiten Kampfeshälfte seltsam lustlose Vorstellung lieferte am Freitagabend Leichtgewichtler Vicente Escobedo gegen Walter Estrada ab. Der 29-jährige US-Amerikaner gewann aber trotzdem auch dank eines Niederschlages in der siebten Runde nach zehn Runden nach Punkten.

Escobedo, der in den letzten zwei Jahren empfindliche Niederlagen gegen Michael Katsidis und Robert Guerrero hatte hinnehmen müssen, aber immer noch zur zweiten Reihe im Leichtgewicht gehört, ging als klarer Favorit in den Kampf gegen Estrada, der immerhin nur drei seiner letzten zwölf Kämpfe hatte gewinnen können, auch wenn er zuletzt einen ordentlichen Sieg gegen Ex-Weltmeister Nate Campbell hatte einfahren können.

Und Escobedo wurde seiner Favoritenstellung auch früh gerecht. Er boxte Estrada schön aus, und hatte vor allem immer großen Erfolg, wenn er in Kombinationen schlug, bei denen er gut zwischen Körper und Kopf alternierte. In den ersten drei Runden hatte Escobedo den Kampf vollkommen im Griff und spielte sein überlegenes boxerisches Können voll aus.

Jedoch schon in der vierten Runde war ein kleiner Bruch zu erkennen. Während Escobedo diese Runde möglicherweise noch gewinnen konnte, gewann Estrada doch langsam an Oberwasser und wurde zunehmend aggressiver. Escobedo hingegen zeigte sich langsam merkwürdig lethargisch. Die fünfte sowie die sechste Runde konnte sich nun Estrada sichern und langsam holte er nach Punkten auf.

Doch obwohl die siebte Runde diesen Trend anfangs bestätigte, wurde sie doch zur wichtigsten des ganzen Kampfes für Vicente Escobedo. Beinahe aus dem Nichts heraus schlug plötzlich eine perfekte rechte Gerade bei Walter Estrada ein und schickte diesen zu Boden. Stark angeschlagen fand er wieder auf seine Beine und durfte weitermachen. Escobedo sah jetzt seine Chance gekommen und setzte nach, allerdings nicht beherzt genug. Den Rest der Runde schien Estrada weiterhin auf wackligen Beinen zu sein, aber Escobedo konnte nicht den entscheidenden Schlag anbringen um sich den vorzeitigen Sieg zu sichern.

Walter Estrada überstand die Runde und fand daraufhin ab der achten Runde schnell wieder in die Spur zurück. Escobedo machte wieder zu wenig und sah sich zudem auch noch von einem Cut behindert, der in der achten Runde durch einen unabsichtlichen Kopfstoß auftrat.

Die letzten drei Runden machte Estrada weiter den beherzteren und frischeren Eindruck, aber Escobedo konnte auch immer wieder mal gute Aktionen setzen.

Dennoch schien der Vorsprung, den Escobedo sich auf den Punktekarten aufgebaut hatte, schnell dahin zu schmelzen und als der Schlussgong nach der zehnten Runde ertönte, konnte er sich nicht ganz sicher sein, dass er ihn nicht komplett verbraucht hatte.

Die Punktrichter lieferten jedoch ein Urteil zugunsten des Favoriten ab, das im Endeffekt zu deutlich ausfiel. Sie sahen Vicente Escobedo mit 97-92, 97-92 und 96-93 vorne und erklärten ihn damit zum Sieger durch einstimmigen Punktentscheid.

Im Grunde ein ordentlicher Sieg für Escobedo, der ihn zurück ins Gespräch im Leichtgewicht bringen sollte, bleibt nach der doch dürftigen Leistung ein fader Beigeschmack haften, der wohl nicht unbedingt viel Interesse für größere Kämpfe für Escobedo generieren wird.

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1 Kommentar

  1. 7. März 2011 at 20:23 —

    Hast du noch weitere Informationen darueber ?

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