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Usyk siegt in Runde 8 – Bellew besser als erwartet

Ein Beitrag von F. W.:

Ausverkauftes Haus in der Manchester Arena. Über 20.000 Boxfans wollten sich die Begegnung des vierfachen Weltmeisters Oleksandr Usyk mit dem Briten Tony Bellew nicht entgehen lassen. Die meisten voller Zuversicht, geschürt nicht zuletzt durch die euphorischen Aussagen der britischen Faustkämpfer Anthony Joshua, Carl Froch und David Haye, die Bellews Sieg durchaus für möglich hielten.

Und der Herausforderer zeigte sich in Bestform. Wie Kevin Mitchell von der britischen Tageszeitung „The Guardian“ schreibt: „ … wahrscheinlich Bellews kompletteste Boxleistung in seinen elf Jahren als Profi.“ Und so gestalteten sich die ersten Runde recht ausgeglichen, Bellew war auf schnellen Beinen unterwegs, schlug schnelle Hände. Mit etwas guten Willen konnte man die Anfangsrunden durchaus an den Briten geben, der gute Konter anbrachte und auch häufiger die Auslage wechselte. Usyk war zwar im Vorwärtsgang, schien aber nicht in der Lage zu sein, sich nennenswerte Vorteile zu erarbeiten.

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In Runde 4 dann der erste gute Treffer des Ukrainers, der Bellews Auftritt im Ring möglicherweise anders erwartet hatte. Auffällig jedenfalls: das häufige Abdrehen des Liverpoolers, das vom Ringrichter nicht geahndet wurde. Fast hatte man den Eindruck, als glaube Bellews, Herr der Lage zu sein: er machte Mätzchen, lehnte sich entspannt und ohne Deckung an die Ringseile. Zwei der drei Punktrichter sahen es wohl ähnlich und hatten den Briten auf ihren Punktzetteln in den Anfangsrunden sogar vorn.

In der fünften Runde hatte Usyk wohl genug gesehen: von da an war er der Chef im Ring, trieb Bellew vor sich her, schnitt ihm die Wege ab. Bellew hatte zu viele „Körner“ verbraucht, wie er nach dem Kampf im Interview zugab:„Ich war wirklich sehr müde.“

In Runde acht hatte der Zermürber Usyk seinen Gegner da, wo er ihn haben wollte: Nach einer Kombination fiel Bellew wie ein Stein um, der Ringrichter zählte ihn gar nicht mehr an. „Ein Teil von mir ist enttäuscht, dass ich es versaut habe“, sagte Bellew später im Ring. „Aber ich habe heute gegen den besten Kämpfer verloren, dem ich je gegenüberstanden habe.“

Ob Bellew seine Ankündigung wahr macht und nun tatsächlich seine Boxhandschuhe an den berühmten Nagel hängt, bleibt abzuwarten. Zwar kann der „Bomber“ nach eigenen Angaben nichts anderes, als „andere Leute verprügeln“, eine finanzielle Notwendigkeit für ein Comeback ist allerdings nicht zwingend gegeben: immerhin hat ihm dieser letzte Kampf 4,6 Millionen Euro eingebracht. Oleksandr Usyk dagegen hat noch einmal gezeigt, dass er im Cruisergewicht das Maß aller Dinge ist. Jetzt darf man gespannt sein, wie er sich in Zukunft im Schwergewicht präsentieren wird.

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7 Kommentare

  1. 11. November 2018 at 14:49 —

    Bei Usyk scheint derzeit alles zu stimmen. Seine mentale Stärke ist enorm, er weiß was er kann. Bellew ist wie viele dieser britischen Boxer stark überbewertet. All jene, die von einem KO-Sieg Bellews schwadronierten, müssen jetzt ihre eigenen Worte fressen. Klassisch ausbeboxt, dann abgeschossen. Wäre das über die Runden gegangen, hätte man Usyk beschissen. Zwei der
    Ringrichter hatten Belew vorn. Ein schlechter Scherz. Usyk hat jede Runde klar gewonnen, alles andere wäre Betrug. Die parteiische Berichterstattung scheint ein generelles Problem zu werden. Zuviele Mietmäuler und Hofschranzen texten die Zuschauer mit belanglosen Stuhlgang voll. Jetzt hat es die Schwatztüte Bellew erwischt. Der nächste Poser, der kippt, wird Fury sein.

    • Wie war denn Usyk alle runden klar vorne?

      Usyk hatte ich zwar vorne nach Punkten, aber das er jede Runde klar gewonnen hätte ist mir entgangen. Usyk war in der anfangsphase viel zu schwach unterwegs. Hatte glaub ich Bellew insgesamt 2 Runden gegeben. Bellew war etwas selbstbewusster am anfang auch wenn er sich nicht viel mehr bemüht hat als Usyk.

      Dennoch wäre es auch nach punkten ein klarer Usyk sieg gewesen.

  2. 11. November 2018 at 19:58 —

    Usyk hat positiv überrascht!
    Nicht weil er gewann sondern wie,einen ko hab ich wirklich nicht erwartet,
    Und anfänglichen Schwierigkeiten naja Mann kennt usyk nicht anders,er verschenkt meistens die anfangs Runden!Ein guter Kampf!

    Jetzt Schwergewicht alles andere macht kein Sinn !

    Respekt an belew,trotzdem bestes Bild für mich wie er in eddy seine Hände fliegt

  3. Wie war denn Usyk alle runden klar vorne?

    Usyk hatte ich zwar vorne nach Punkten, aber das er jede Runde klar gewonnen hätte ist mir entgangen. Usyk war in der anfangsphase viel zu schwach unterwegs. Hatte glaub ich Bellew insgesamt 2 Runden gegeben. Bellew war etwas selbstbewusster am anfang auch wenn er sich nicht viel mehr bemüht hat als Usyk.

    Dennoch wäre es auch nach punkten ein klarer Usyk sieg gewesen.

  4. 11. November 2018 at 21:45 —

    Usyk Schwergewicht das wird dann wieder so ein poser wie haye,cruiser haben im Schwergewicht nichts verloren. bis auf hollyfield hatten alle keine chance ok roy jones sein kurzer Ausflug ins heavy.
    wie dieser kleine Usyk diese Monster wie AJ wilder oder fury bezwingen will wird wohl sein Geheimnis sein.

  5. 12. November 2018 at 01:41 —

    War ein recht interressanter Kampf, skandalös finde ich aber das Usyk mach 7 Runden bei 2 Punktrichtern hinten lag und der dritte Punktrichter ein Unentschieden hatte!

  6. 12. November 2018 at 08:43 —

    Hui. Der Kampf war besser als erwartet. ob er die Schlagkraft von Bellew nicht ernst genommen hat oder er es nicht auf die Punktrichter im Hearn-Königreich ankommen lassen wollte, weiß ich nicht, aber man hat einen Kampf zu sehen bekommen.
    Bellew war besser und defensiver als gedacht.

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