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USA: Wrestling ist jetzt systemrelevant

USA: Wrestling ist jetzt systemrelevant

Eine erstaunliche Entwicklung. Bedeutet systemrelevant doch eigentlich so etwas wie „nötig, damit das Alltagsleben trotz der Coronakrise weiterhin funktioniert“. Das mag auf Berufsgruppen wie Ärzte, Feuerwehrleute oder Lebensmittelhändler zutreffen … aber auch auf Wrestler?

Zumindest in Florida muss diese Frage jetzt mit „Ja“ beantwortet werden. Fraglich ist, inwieweit sich Floridas Gouverneur Ron DeSantis bei seiner Entscheidung von Präsident Donald Trump inspirieren ließ. Der hatte vor Kurzem verkündet, er habe keine Lust mehr, 14 Jahre alte Baseballspiele zu sehen und gefordert: „Wir brauchen unseren Sport zurück!”

Laut eines offiziellen Schreibens von DeSantis gilt die Systemrelevanz für alle Sportarten in Florida. Nun bleibt abzuwarten, ob auch Eishockey, Basketball, Baseball und Boxsport ihren Betrieb wieder aufnehmen.

„Beim Wrestling stehen nur wenige Menschen im Ring”, hatte DeSantis erklärt, deswegen sei die Ansteckungsgefahr nur gering. Gleiches dürfte ja dann auch für die Kämpfe im Boxring gelten.

Soweit bekannt, wurde die Liste der systemrelevanten Unternehmen um „professionelle Sportarten und Medien-Produktionen mit einem nationalen Publikum“ erweitert. Voraussetzung: sie finden nicht vor Publikum stattfindet.

Bereits am Montag hatten die Behörden in Florida grünes Licht für Vince McMahon gegeben. Der Vorsitzende und Mehrheitseigner der WWE darf ab sofort wieder montags, mittwochs und freitags seine Programme „Raw”, „NXT” und „SmackDown” ausstrahlen. Die Dreharbeiten finden an einem geschlossenen Set im WWE Performance Center in Orlando, Florida, statt.

„Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, Menschen in diesen schweren Zeiten abzulenken. Wir produzieren in einem geschlossenen Bereich, mit einer überschaubaren Anzahl an Personen. Wir folgen den Richtlinien und sorgen dafür, dass die Gesundheit an erster Stelle steht. Wir als WWE bringen Familien zusammen und sorgen für Hoffnung und Verlässlichkeit.“ heißt es in einer Erklärung der World Wrestling Entertainment Inc.

Was unterm Strich nicht ganz so verkehrt ist. Als sich nach dem 11. September 2001 die amerikanische Nation im Schockzustand befand und auf den Bildschirmen zumeist Sondersendungen über die Anschläge flackerten, läutete die WWE-Sendung „Smack Down” kurze Zeit später wieder die Rückkehr zum Normalzustand ein.

Kurz vor der Entscheidung, Wrestling als systemrelevant einzustufen, war eine Spende über 18,5 Millionen US-Dollar an die Regionen Orlando und Tampa Bay eingegangen. Wie „Der Spiegel” berichtet, ist die Summe für Werbung zur Wiederwahl von US-Präsidenten Trump gedacht. Initiator: „America First Action PAC“, eine politische Interessenvertretung für US-Präsident Donald Trump. Vorsitzende der Organisation: eine gewisse Linda McMahon, Ehefrau von WWE-König Vince McMahon.

Nach US-Recht dürfen keine Firmen, sondern nur Einzelpersonen für Präsidentschaftskandidaten spenden. Aber es gibt ein Schlupfloch: den sogenannten „Political Action Committees“ oder kurz „PACs“ ist es erlaubt.  Nun muss der geneigte Leser eigentlich nur noch eins und eins zusammenzählen.

 

 

 

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