Top News

US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Daniel Kinahan

US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Daniel Kinahan

Am gestrigen Dienstag wurden auf einer Pressekonferenz im irischen Dublin, an der US-Beamte des Heimatschutzministeriums, des Finanzministeriums, der Drug Enforcement Agency und Mitglieder der US-Botschaft in Irland teilnahmen, Belohnungen für Informationen ausgelobt, die zur Verhaftung und Verurteilung von Daniel Kinahan, seinem Vater Christopher V. Kinahan sr und seinem Bruder Christopher V. Kinahan jr führen. Die Belohnung beträgt 5 Millionen US-Dollar pro Kopf, also insgesamt 15 Millionen.

Kinahan hatte sich in der Vergangenheit als einflussreicher Boxberater etabliert und ist in dieser Funktion unter anderem auch für Schwergewichtschampion Tyson Fury tätig. Darüber hinaus soll Kinahan als Kopf der Kinahan Organized Crime Group die Geschäfte der Organisation leiten, zu denen auch der Drogenhandel gehört. Irische Medien haben berichtet, dass Kinahan & Co. praktisch ein Monopol auf den Import von peruanischem Kokain nach Europa besitzt. Kinanhans Vater kontrollierte in den 1980er-Jahren den Heroinhandel in Dublin.

„Daniel Kinahan, der große Mengen Kokain aus Südamerika bezieht, spielt eine wesentliche Rolle bei der Organisation der Drogenversorgung in Irland und versucht, die Einfuhr von Kokain in das Vereinigte Königreich zu erleichtern”, so die US-Regierung in einer Erklärung: „Daniel Kinahan ist dafür bekannt, dass er falsche Identitätsdokumente verwendet hat.”

Die „KOCG“, die eigenen Angaben zufolge in Irland, dem Vereinigten Königreich, Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten operiert, wurde in diesem Zusammenhang als eine bedeutende transnationale kriminelle Organisation eingestuft. Dubai – der Wohnsitz von Daniel Kinahan – werde dabei als häufig als Drehscheibe für illegale Aktivitäten genutzt.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Kinahan Organized Crime Group wurden nun alle Vermögenswerte und Beteiligungen an Vermögenswerten von Kinahan und weiteren Verdächtigen „die sich in den Vereinigten Staaten oder im Besitz oder unter der Kontrolle von US-Personen befinden, blockiert, heißt es in der Erklärung der US-Regierung.

Das bedeutet auch, dass jeder in den USA, der mit einer der sanktionierten Personen Geschäfte macht, mit zivil- oder strafrechtlichen Strafen rechnen muss. Unklar ist allerdings, inwieweit das auch Kinahans Boxaktivitäten betrifft. 2012 gründete der 44 Jahre alte Daniel Kinahan zusammen mit Matthew Macklin die Management- und Promotionfirma MTK Global.

Kinahan ist aber angeblich nicht mehr an dem – mittlerweile in Dubai ansässigen – Unternehmen beteiligt. 2017 habe er die Verbindung zum Unternehmen abgebrochen, ließ Daniel Kinahan verlauten. Doch noch im Sommer 2020 bedankte sich ‚Gypsy King‘ Tyson Fury in einer kurzen Twitter-Videosequenz bei Daniel Kinahan: „Er hat mir gerade mitgeteilt, dass der größte Kampf in der britischen Boxgeschichte gerade vereinbart wurde. Großer Dank an Dan. Er hat das buchstäblich über die Linie gebracht.”

Auch an Probellum soll Daniel Kinahan beteiligt sein. Und so kann man wohl davon ausgehen, dass der Ire zumindest hinter den Kulissen nach wie vor eine feste Größe ist.

Der 44-jährige hat bisher darauf bestanden, dass die Vorwürfe gegen ihn Teil einer Kampagne sind. Auffällig ist jedenfalls, dass plötzlich jede Menge Bilder aus den sozialen Netzwerken gelöscht worden sind. Zum Beispiel dieses hier.

Lieber User von Boxen.de. Aufgrund der ständigen Anfeindungen eines Users werde ich vorläufig die Kommentarfunktion deaktivieren.

Ich bitte um Verständnis.

Voriger Artikel

Marlen Esparza holte sich den zweiten WM-Gürtel im Fliegengewicht

Nächster Artikel

Boxen.de - Tippspiel +++ KW 15 +++ 15.04.2022 - 16.04.2022

3 Kommentare

  1. 15. April 2022 at 13:19

    guter artikel,
    box sport war schon immer durchtränkt von gangstern und mafiosis
    das wird sich auch nie ändern.nur die namen sind ausgewechselt .
    interessant das auch namen wie ex boxer Matthew Macklin auftauchen und man erfährt was er heute so treibt für seinen lebensunterhalt zu verdienen.

  2. 16. April 2022 at 16:17

    Man kann versuchen, den „He said, she said“-Bullshit zu relativieren, Situationen und Personen innerhalb einer sich stets wandelnden Aktualität zu sehen und versuchen, so zu einem objektiveren (nicht objektiven) Ergebnis zu kommen. Das nennt man Journalismus: boxingscene.com/boxing-always-an-easy-target–165541

    Oder man schreibt über Dinge, über die man nichts Genaues weiß, labert viel, sagt wenig, macht sich möglichst die Hände nicht schmutzig, hofft allerdings, mit einem „sensationellen“ (für die, die gar keine Ahnung haben) Thema, Aufmerksamkeit zu bekommen. Das nennt man Kakerlaken-Journalismus – oder einfach „Schreiberling“.

    • 16. April 2022 at 17:52

      Danke für die konstruktive Kritik. Und bitte keine Links zu Mitbewerbern.
      Vielen Dank für Ihr Verständnis.