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Ulli Wegner zieht gegen Sauerland vor Gericht

Nach 23 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem Sauerland-Team und Trainer Ulli Wegner trennen sich nun die Wege. Und das läuft etwas anders, als es beide Seiten vielleicht dachten. Vor einiger Zeit hieß es noch, Wegner hat den Job als Cheftrainer auf Lebenszeit oder zumindest so lange, wie er möchte. Jetzt kam dann doch die Kündigung zum 31. Dezember 2019. Wie die Berliner Zeitung berichtet, hat Wegner seinen Noch-Arbeitgeber verklagt.

Wegner hat für das Sauerland-Team mitgeholfen, einige Boxer zu Weltmeistern zu machen. Bei Markus Beyer, Sven Ottke, Marco Huck und Arthur Abraham stand er in der Ecke. Das waren die Aushängeschilder des Boxstalls, der jetzt scheinbar um das Überleben kämpft. Die aufgebauten Kader von einst fehlen und was an Nachwuchs da ist, hat wahrscheinlich noch nicht die Popularität, um gute TV-Verträge und damit Einnahmequellen für den Boxstall zu generieren. Dass viele der Weltmeisterschaftskämpfe mit Stirnrunzeln zu sehen waren, steht auf einem anderen Blatt.

Man erinnere sich an den komischen Boxstil von Sven Ottke oder einige „Siege“ von Marco Huck, die gar keine waren. Die Zusammenarbeit zwischen Wegner und dem Team klappte jedenfalls. Wegner „präparierte“ die Boxer für den Ring und Sauerland besorgte maßgeschneiderte Gegner. Reichte das nicht aus, gaben so manche Punktrichter „ihr Bestes“ um dem Sauerland-Heimboxer zum Sieg zu verhelfen.

Jetzt stehen beide Seiten vor Gericht. Wegner klagt vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg gegen seine Kündigung. Wie wir bereits berichteten, soll es schon vor einiger Zeit Gespräche zwischen Sauerland und Wegner gegeben haben. Aus Sicht von Wilfried Sauerland war man sich mit Wegner einig und hatte ihn schon längst über das Ende der Zusammenarbeit zum 31. Dezember informiert.

Die Sauerland-Seite hat sich bei einem Schlichtungstermin bereit erklärt, das Arbeitsverhältnis bis zum 31. März 2020 aufrecht zu erhalten. Wegner will seinen Vertrag bis zum 30. April behalten. Warum es Wegner nach 23 Jahren auf einen Monat mehr oder weniger ankommt, ist nicht bekannt. Jedenfalls scheiterte des Schlichtungstermin an dieser Frage und die Verhandlung wird am 18. März nächsten Jahres fortgesetzt.

Zitate aus der „B.Z.“:

Wilfried Sauerland zur B.Z.: „Ulli Wegner hat bei uns Millionen verdient. Wir hatten uns bei einem Treffen in Berlin schon geeinigt. Dass er jetzt immer wieder mit kleinen Summen als Nachforderungen kommt, verstehe ich nicht.“

Wegner entgegnet: „Ich habe nur gesagt, dass wir uns friedlich einigen wollen. Alles andere erledigt mein Anwalt.“

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