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Ulli Wegner macht weiter

Wie bereits bekannt ist, wird das Sauerland-Team seinen langjährig genutztes Gym am Berliner Olympiastadion demnächst aufgeben. Chef-Trainer Ulli Wegner verliert damit seine altbekannte Wirkungsstätte. Seinen Job als Trainer auf Lebenszeit behält er bei Sauerland dennoch. Doch wie soll es in Zukunft weiter gehen. Wegner zeigt sich enttäuscht über die Entwicklung der vergangenen Jahre. Strukturell sei es jetzt noch schlimmer, als vor der Wende. Wenn man das richtig deutet, ist das Team im Moment fast auf dem Nullpunkt. Auf die Frage, wie es jetzt weiter gehen soll, sagte Wegner:

Ich weiß nicht genau, wie es jetzt weitergehen wird, aber so werde ich auf keinen Fall aufhören. Ich habe schließlich eine Verantwortung für meine Jungs und deren Karrieren. Ich werde auf jeden Fall weiterhin mit Kubrat Pulev trainieren, das habe ich ihm versprochen. Und bei Sauerland habe ich einen lebenslangen Vertrag, darauf bestehe ich auch, genau wie ‚Brame‘ (Gemeint ist Co-Trainer Georg Bramowski). Meine Jungs müssen mich nicht bezahlen. Es geht mir dabei nämlich nicht um mich, sondern um meine Sportler, die mich von ihren kleinen Börsen doch kaum finanzieren könnten.“

Schließlich hat Wegner immer noch den Wunschtraum, einen seiner Schützlinge im Schwergewicht zum Weltmeister zu machen. Doch mit den Glanzzeiten des Sauerland-Teams scheint es vorbei zu sein. Einige Boxer, wie Huck, Culcay und zuletzt Brähmer/Zeuge sind eigene Wege gegangen. Abraham ist schlichtweg am Ende seiner Karriere. Feigenbutz, Bauer und einige andere wurden gefördert und man weiß nicht, wie weit sie in Zukunft kommen. Es gibt einige ganz gute Talente, wie Abass Baraou und Filip Hrgovic, aber es wird lange dauern, bis man sie weiter nach oben bringen kann, wenn überhaupt. Es fehlt auch an der Finanzierung. Die Zeit der fetten TV-Verträge ist vorbei.

Wenn Ulli Wegner auch in Zukunft für seine Boxer da sein will, wird er sich wohl in seinem hohen Alter auf viele Reisen einstellen müssen. Warten wir mal ab, wie es kommt. Vielleicht eröffnet er ja zusammen mit Bramowski selbst ein kleines Gym oder mietet sich zeitweise irgendwo anders ein und holt sich „seine Jungs“ in seine Nähe. Das ist natürlich reine Spekulation, wäre aber für ihn die beste Lösung.

Wie sind mal gespannt, welche Lösung sich ergeben wird. Man kann aber sicher davon ausgehen, dass Sauerland in Berlin bestenfalls ein Büro betreiben wird und die Boxer sich selbst um ihre Trainingsgelegenheiten kümmern müssen. So sieht es halt aus, wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss.

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