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Überraschung: Joyce schlägt Dubois

Überraschung: Joyce schlägt Dubois

Vor allem die britischen Boxsportfreunde fieberten der Begegnung der beiden Schwergewichte entgegen. Zwei Heavyweights „made in Britain“, beide ungeschlagen. Zudem ging es gleich um insgesamt fünf Titel: den WBC Silver Title,den WBO International Title, den EBU European Title, den Commonwealth Titel und den British Heavy Title des BBBofC.

Und so stellten sich vor dem Kampf eigentlich nur zwei Fragen: wird die Begegnung den hohen Erwartungen  von Fans und Fachleuten gerecht? Und: läuft es tatsächlich auf „Dubois gewinnt früh oder Joyce spät“ hinaus.

Es kam anders als gedacht. Joe Joyce gelang es, über weite Strecken des Kampfes hinweg seine Reichweitenvorteile zu nutzen. Auch wenn er dabei oft fast unbeholfen und langsam wirkte, gelang es dem ‘Juggernauten’ im Laufe der Runden, Schlagwirkung zu erzielen. Nein, Dubois ging nicht KO, aber das linke Auge von ‘Triple D’ begann schon in Runde 4, langsam aber sicher zuzuschwellen.

Im Gegenzug gelang es dem 23-jährigen Londoner nicht, Schaden bei Joe Joyce anzurichten. Zwar konnte ‘Dynamite’ einige gute Treffer für sich verbuchen und auch das Kinn von Joyce testen, doch der blieb unbeeindruckt.

Auf den Punktzetteln dürfte sich die Begegnung recht ausgeglichen niedergeschlagen haben, bis sich Dubois im zehnten Durchgang nach einem Kopftreffer seines Gegners hinkniete und von Ringrichter Ian John Lewis 36 Sekunden nach dem Beginn der Runde auszählen ließ. Sein Auge war zu diesem Zeitpunkt komplett zugeschwollen. Auf den offiziellen Scorecards soll Dubois zu diesem Zeitpunkt vorne gelegen haben.

Für Joe Joyce war es der zwölfte Sieg seiner Profikarriere und der elfte Kampf, den er vorzeitig beenden konnte. Der 23-jährige Daniel Dubois erlitt nach 15 Siegen in Folge seine erste Niederlage. Der Londoner, der hier wohl aufgrund seiner mangelnden Erfahrung Lehrgeld bezahlen musste, wird in Zukunft sicher trotzdem noch eine gewichtige Rolle im Schwergewicht spielen. Dubois ist unmittelbar nach dem Kampf ins Moorfields Eye Hospital gebracht worden. Möglicherweise ist sein Augenhöhlenknochen in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf Joe Joyce warten nun größere Aufgaben. Wie Joyce erklärte, ist er an einem Kampf gegen Oleksandr Usyk interessiert.

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21 Kommentare

  1. 29. November 2020 at 01:52 —

    Der Kampf lief fast so wie ich es vermutet hatte….in der ersten Kampfhälfte die klareren und härteren Treffer von Dubois….und wenn Joyce stehen bleibt, so wie es geschehen ist,…..wird sich die Routine von Joyce durchsetzen und er wird Dubois mit seinen Jabs den Nerv rauben!
    Gut, das zuschwellende Auge tat sein übriges…., glaube aber das Dubois nach neun Runden mit ein oder zwei Punkten noch vorne lag!?

  2. 29. November 2020 at 11:20 —

    Beeindruckende Leistung des Juggernaut! Er hat die ganze Zeit gut die Übersicht behalten und weite Teile des Fights gut über seinen Jab kontrolliert.Sah fast so aus, alsob man, wenn man nicht gerade über Usyk-Skills verfüght, mittlerweile teilweise auch mit 1,96 nicht mehr groß genug für die Weltspitze ist, zumal Joyce seinen Reichweitenvorteil gut ausgespielt hat…

    Wenn Joyce genauso boxen und den Fight über den Jab aufbauen würde, könnte ich mir dennoch vorstellen, dass er Usyk als Gegner besser liegen würde als Chisora, weil Usyk solche gegner besser ausboxen kann, als Gegner, die einfach versuchen, ihn an die Seile bzw. in die Ecke zu schieben und dort im Infight zu zermürben.
    (Bei den WSB hat Usyk Joyce ja auch bereits ausgeboxt…)

  3. 29. November 2020 at 15:12 —

    Yepp, das hab ich definitiv komplett falsch eingeschätzt – was hauptsächlich an Joyce lag, der offensichtlich sowohl boxerisch als auch von der Kondition her um einiges besser ist, als ich dachte. Für mich ist die Frage: Ist DDD ein Quitter, hat er kein Herz, wie manche Boxfans in den internationalen Foren jetzt teilweise schreiben? Ich hatte schon (in der Pause davor) ein wenig das Gefühl, dass er nicht mehr kann, vielleicht das Gefühl hatte, sich übernommen zu haben. Aber das plötzliche Knie war dann schon ein bisschen ein Schocker … ich meine, er lag immer noch vorne …

    Und ich gebe HWFan recht, finde es auch fast ein wenig masochistisch, jetzt ausgerechnet Usyk zu fordern nach seiner Erfahrung aus der WSB, denn da sah er regelrecht hilflos aus gegen den Ukrainer. Aber immerhin konnte er jetzt deutlich seine Ansprüche anmelden und es wurde auch eine klasse Entwicklung bei ihm sichtbar. Es wäre also schon ein tolles MU.

    • 29. November 2020 at 16:21 —

      Sah schon deutlich nach “Quitter” aus..
      Mal abgesehen davon war Dubois offensichtlich überschätzt.. Schlagkraft? Zumindest für Joyce zu wenig.. Physis? nicht wirklich beeindruckend im derzeitigen HW.. Skills? Naja..
      Defence? Höchstens naja.. Herz? …..

      Das ist aktuell nicht annähernd Top10 im HW.. das reicht auch nicht gegen Ortiz, Breazeale etc.. an Helenius könnte er sich ggf mal versuchen und auch da wirds schon eng.. und Warren meinte schon, er ist bereit für Wilder..

    • 29. November 2020 at 16:27 —

      Btw.. ich bezweifel mal, dass er davon ausging vorne zu liegen..

    • 1. Dezember 2020 at 08:31 —

      Adolf, das ist die logische Konsequenz. Dubois war, soweit ich mich erinnern kann, auf 2 oder 3 bei der WBO gelistet. Joyce ist 35 Jahre alt, er hat nicht die Zeit, gegen irgendwelche Bums zu boxen, die ihn in Richtung Titleshot nicht weiterbringen. Da ist es vollkommen legitim, dass er Usyks Pflichtverteidiger Position streitig machen möchte. Interessant fand ich Warrens Aussagen, der mehr oder weniger Joyce null Anerkennung gab und stattdessen alles auf die Verletzung schob. Es würde mich nicht überraschen, wenn Eddie die Fühler nach Joyce ausstrecken würde. 😉

  4. 29. November 2020 at 16:38 —

    Ja Dubois hat aufegegeben allerdings ging der letzte Jab voll aufs geschlossene Auge und da er wohl nicht Hablbblind werden möchte hat er den Ausstieg gewählt

  5. 29. November 2020 at 16:52 —

    Völlig richtige und verständliche Aufgabe.
    Imho hätte da auch die Ecke in der Rundenpause einschreiten können oder ein Arzt hätte mal schauen können.

    Wenn Dubois nix mehr sieht und sich das alles durch Frakturen instabil anfühlt ist das überhaupt kein Quitten. Der Mann ist 23 und davon abgesehen dass es wohl für ganz ober eher nicht reicht ist es das nicht wert bleibende Schäden zu riskieren.

    Joyce hat mich überhaupt nicht beeindruckt. Er ist grundsolide und unangenehm zu boxen, aber wenn man es etwas skillig und beweglich anstellt, boxt man ihn auch recht leicht aus.
    Fury und Usyk wären Gift für ihn, Joshua vielleicht auch, danach werden alle Probleme mit dem Juggernaut bekommen.

  6. 29. November 2020 at 17:21 —

    Eine große Überraschung war es jetzt nicht gerade, dass Joyce gewonnen hat. Es war ein 50/50 Kampf und Dubois hat es mit Power versucht und das war falsch. Joyce ist ganz schwer auszunocken aber hatte anscheinend doch Respekt vor der Kraft von Dubois. Die Aufgabe war ok warum soll man sein Augenlicht riskieren..?? Es gibt einige wenige die ihn ausboxen können aber normalerweise geht er mehr nach vorne und übt schon enormen Druck aus. Gegen Joshua wäre er nicht chancenlos.

  7. 30. November 2020 at 16:45 —

    Eigentlich müsste joyce jetzt den em titel gegen marco huck verteidigen. oder er legt ihn nieder!

    • 30. November 2020 at 18:32 —

      Ist die Frage ob Huck diesen Kampf überhaupt noch möchte oder ob er lieber als Headliner, gegen machbare Gegnerschaft, auf seinen eigenen Veranstaltungen fungieren möchte. Kann mir nicht vorstellen, das er ernsthaft glaubt, Joyce ist ein machbarer Gegner für ihn.

  8. 1. Dezember 2020 at 05:21 —

    …ist er ja auch.
    Der wüsste gar nicht wie ihm geschieht. Da würde ein gut vorbereiteter Hucki eine wüste Prügelei anfangen und der lahmarschige Jugger hätte seine liebe Mühe
    Hucks einzige Waffe ist seine Angstfreiheit.
    Aber da müsste Huckebär noch einmal ein bisschen kalibriert werden.
    Ich würde es gerne sehen.
    Und Dr. Sackse würde sich verwundert in seine Outdoor Camouflage-Hose machen und Hirntot- Addy würde das nach etlichen Bierchen eh nicht mehr verstehen.
    Brennov, …du bringst es trocken auf den für manchen Wunden Punkt.

    • 1. Dezember 2020 at 16:48 —

      Oh ha wieder einer dieser messerscharfen auf den Punkt gebrachten Expertisen des “Boxfachmann” Gigawitzfigur. Diesmal hatte es ja sogar fast einen Hauch mit dem Thema dieser Seite zu tun. Du steigerst dich teilweise. Wie du die Stärken und Schwächen von Huck knallhart auf den Punkt bringst, Weltklasse. Du malst mit Worten. Leider war es diesmal zwar eine Steigerung, da zumindest etwas das Thema getroffen, aber im Ergebnis wieder nur Schwachsinn. Kopf hoch weiter so.

  9. 1. Dezember 2020 at 10:49 —

    Hallo Ihr beiden ich möchste mich auf keinen fall in euren kindischen zweikampf einmischen, mich würde es nur freuen wenn huck nochmal einen großen kampf machen würde z.b. gegen joyce oder gegen charr oder helenius oder so. ob es dazu kommt wird man sehen.

    • 1. Dezember 2020 at 16:39 —

      Ist ja nicht so, dass ich ihm einen ordentlichen Zahltag nicht gönnen würde. Fraglich ist, ob er mit eigenen kleineren Veranstaltungen als Zugpferd, nicht mehr Kohle generieren könnte mit weniger Risiko.

      • 1. Dezember 2020 at 17:32 —

        Im Alter, als Joyce überhaupt mit dem Boxen erst anfing, war Huck schon Profiweltmeister. Vorher war Joe Kunststudent ohne professionellen sportlichen Background. Was sagt mir das? Joyce hat sich (fast unglaublich) weiterentwickelt, Huck hat sich zurückentwickelt. Joyce verfügt über sportliche Intelligenz, Huck stagniert, nachdem er am Anfang seiner Karriere – miteingerechnet, dass er aus dem Kickboxen kommt – durchaus boxerische Fortschritte zeigte, seit er von Wegner weg ist, auf dramatisch niedrigem Niveau.

        Ihr habt doch gesehen am Wochenende, was passieren kann, wenn man einem ordentlichen Schwergewichtsboxer nicht paroli bieten kann. Wollt ihr, dass Huck genauso endet? Der soll auf Kleinringveranstaltungen seine „Nachwuchsboxer“ („Tommy Punch“) promoten und ansonsten sich um seine Häuser kümmern. You can’t play boxing.

        • 1. Dezember 2020 at 17:36 —

          Mit „ihr“ meine ich natürlich Brennov und den anderen, nicht Sachse.

        • 2. Dezember 2020 at 09:14 —

          naja der vergleich hinkt. willst ud sagen dubois kann einen echten schwergewicht kein paroli bieten. verletzung passieren und sind nie ausgeschlossen auch wirklich schlimme. boxen ist da natürlich besonders gefährdet aber auch in anderen sportarten gibts das (siehe den schädelbruch bei arsenal am wochenende). und da gibt und gab es weiter größere missmatches als huck vs joyce. ja huck ist nicht mehr in seiner form von 2012 als er einem povetkin der schon ordentlich hauen kann doch sehr viel paroli bieten konnten. aber ganz wehrlos ist er auch nicht.

  10. 2. Dezember 2020 at 12:37 —

    Oha. Ein Fachlob von Dr. Sackse. Das ist ja wie von Axel Schulz im Fernsehen erwähnt zu werden. Na da ist ja scho Weihnachten im Wald.
    Es zeigt aber erweiterte Einsicht in die eigenen Fähigkeiten. Auch das Kopfhoch hat mich aufhorchen lassen. Wann hast du damit angefangen ? Als du mit der Gruppe gegen zu viele Bäume gelaufen bist?
    Aber rein sachlich betrachtet habt du und Hirni natürlich weitgehend Recht was Huck betrifft. Er macht es aber auch seinen einfachen Kritikern noch einfacher.
    Er ist halt so ein Schläger, da weiss man nie.
    Was habt ihr gegen den lieben Brennov?
    Er schreibt immer zur Sache ungeachtet vom abgesondert Stuss anderer
    Man muss nicht seiner Meinung sein. Aber er hat wenigstens eine.
    Ich wende mich eher gg eine MeinungsFÜHRERschaft von Homeoffice -Abgehängten mit fragwürdiger politischer Botschaft versteckt in Kritik an polarisierenden Beiträgen
    Witzig wird bestimmt die Diskussion um Sturm. Da prallen dann die unterschiedlichen Einschätzungen mehr als bei Huck aufeinander.
    Und Brennov hat ihn zurecht immer gegen diese Looser verteidigt.

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