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Tyson Fury vs Tom Schwarz – 15. Juni in Las Vegas

Man wollte oder konnte es kaum glauben, als vor einigen Tagen die ersten Gerüchte aufkamen: WBO-Interconti Tom Schwarz soll gegen Tyson Fury kämpfen? Das muss ein Aprilscherz sein! – So oder so ähnlich dachten wohl zuerst die meisten Boxfans, die davon hörten. Aber: Jetzt ist die Gewissheit da. Fury und Schwarz kämpfen tatsächlich gegeneinander. Der Vertrag ist von beiden Seiten unterschrieben. Damit ist der Kampf „amtlich“. Geboxt wird am 15. Juni im „Thomas & Mack Center“ Las Vegas.

In den Netzwerken und Foren kommt diese Kampfansetzung bei den Boxfans nicht gerade gut weg. Man räumt Schwarz kaum Chancen ein, diesen auf 12 Runden angesetzten Kampf bis zum regulären Ende zu überstehen. Außerdem wurde schon lange bemängelt, dass Schwarz bisher keine all zu starken Gegner im Ring gegenüber standen. Jetzt, wo es gegen Tyson Fury, einen Top-Boxer gehen soll, ist es auch wieder nicht recht.

Tom Schwarz und sein Promoter Ulf Steinforth zeigten sich in einem auf „mdr.de“ veröffentlichen Statement recht zuversichtlich. Was will man auch anderes sagen, als die Chancen für Tom Schwarz zu betonen. Man wird kaum das sagen, was viele Boxfans jetzt meinen: Der Kampf ist nicht zu gewinnen und es geht nur darum, eine möglichst gute Börse abzugreifen. Steinforth hat nicht ganz Unrecht wenn er sagt, dass Schwarz im Grunde nichts zu verlieren hat. Es wird die größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere und bedeutet einen Sprung nach vorne. Zumindest was den internationalen Bekanntheitsgrad anbetrifft.

Aber in einem Punkt muss man Ulf Steinforth widersprechen. Wenn er glaubt, dass dieser Ausflug in die erste Liga bedeutet „Einmal oben – immer oben“, dann irrt er sich. Es wird genau darauf ankommen, wie sich Schwarz gegen Fury präsentieren wird. Einmal gegen einen Top-Boxer im Ring gestanden zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass man als bisheriger Durchschnittsboxer automatisch in der ersten Liga angekommen ist. Das Ganze kann auch gewaltig nach hinten los gehen.

Ein wenig wundern muss man sich schon. Wie ist Bob Arum auf die Idee gekommen, für Furys ersten Kampf unter seiner Regie ausgerechnet Tom Schwarz als Gegner zu wählen? In den Rankings ist Schwarz zumindest bei IBF und WBO in den Top 10 zu finden und er trägt den WBO-Interconti. Beim Verband WBC liegt er auf #33 und die WBA führt ihn auch unter „ferner liefen“. Besonders seltsam war allerdings die Platzierung im BoxRec-Ranking. Kurz vor dem Kampf gegen Kristijan Krstacic sah man Tom Schwarz auf #18. Nach dem KO 2 Sieg über diesen völlig überforderten Gegner sprang Schwarz sogar noch weiter nach vorne auf #12. Kaum ist der Kampf gegen Fury eingesackt, findet man den SES-Boxer neu auf #42 einsortiert. Selbst in Deutschland ist Schwarz nur auf #5 nach Kabayel, Hammer, Dimitrenko und Huck platziert. Das ist schon mehr als seltsam, oder?

Warten wir einfach mal ab, wie sich Schwarz in Las Vegas präsentieren wird. Grundsätzlich ist ja im Boxring alles möglich, aber nur ausgemachte Optimisten werden mit einem Sieg von Schwarz gegen Fury rechnen. So ausgebufft, wie Fury gegen Klitschko oder Wilder gekämpft hat, kann er sich jederzeit wieder präsentieren. Er kann aber auch mit angezogener Handbremse kämpfen. Dann geht es aber immernoch so aus wie gegen Pianeta. Schlimmer als die Blamage von Arthur Abraham mit seiner totalen Arbeitsverweigerung und dem auf goldenem Tablet weggeschenkten Titel kann es für Schwarz nicht werden. Es kommt darauf an, sich so gut und teuer wie möglich zu verkaufen. Seine Siegchancen sind nicht groß, aber wie Steinforth schon sagte: Er hat in dieser Situation eigentlich nichts zu verlieren. Selten genug, dass ein Deutscher mal in Las Vegas kämpfen darf. Auch wenn Tom Schwarz nicht “everybodys Darling” ist: Man sollte ihm jetzt nicht von vorn herein in den Rücken fallen. Jetzt kann er zeigen, aus welchem Holz er ist. Wir werden es zu sehen bekommen.

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23 Kommentare

  1. 25. März 2019 at 01:30 —

    Selbst für den Fall, dass Tom Schwarz ehrenvoll gegen Tyson Fury verlieren sollte, was keinesfalls ausgemacht ist, kann er weiterhin auf lukrative Fights hoffen.

    Man erinnere sich an den legendären Kampf von Karl Mildenberger gegen damals Cassius Clay am 10. September 1966, als er erst in der 12 .Runde durch Abbruch nach heroischem Kampfverlauf unterlag.
    Danach wurde er in Deutschland wie ein Held gefeiert .
    Also, zu verlieren hat Tom Schwarz mit erst 24 Jahren selbst bei einer ehrenvollen Niederlage absolut nichts.

  2. 25. März 2019 at 02:58 —

    Ex-Europameister Karl Mildenberger starb letztes Jahr im Alter von 80 Jahren am 4.Oktober 2018.

    R.I.P.

  3. 25. März 2019 at 04:14 —

    Na ja, zu verlieren hat Schwarz nichts…gibt bestimmt auch ne gute Börse.
    Wäre vermutlich aber besser gewesen vorher noch einen besseren Gegner wie bisher zu boxen und dann erst gegen Fury anzutreten!?

    • 25. März 2019 at 10:51 —

      Dann verliert er schon gegen den “etwas besseren Gegner”, streicht eine wesentlich kleinere Börse ein und bekommt gar keine lukrativen Kämpfe mehr..
      Gegen welchen besseren Gegner würde Schwarz denn vermutlich noch gewinnen..?

    • 25. März 2019 at 12:34 —

      Bin da mit Flo. Iss nen guter PayDay für Schwarz, Chancen hat er Null Komma Null und Fury erfüllt seinen ersten von drei Kämpfen zu denen er vertraglich verpflichtet ist und für die er angeblich 150 mio Dollar kassiert. Alles in Einem ist das eine WinWin Situation für beide Parteien. WerWeiß vielleicht mutiert in Tom ja auch das Rockygen und knockt Tyson in den letzten Sekunden des Gefechts aus, stellt sich in die Mitte des Rings und schreit:

      TEEEESSSSAAA TEEESSSSAAAA ICH LIEBE DICH…………………….!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      😂😂😂😂😂

  4. 25. März 2019 at 07:56 —

    Tommy wird nett Kohle einstreichen und da Fury nicht der härteste Puncher ist, vermutlich auch nicht tot geschlagen. Im WBO Ranking ist Fury aufgrund seiner ausgedehnten Sauftour nach dem Klitschko-Kampf auf #4, aber wie zu Hölle kann Tommy ich sehe aus wie ein lobotomierter BWL-Student Schwarz, da auf Platz zwei sein? Irgendwann zählen Pausenhof Keilereien in den Weltranglisten der Verbände.

  5. 25. März 2019 at 10:04 —

    Boxen ist doch nur noch ein Witz …..

  6. 25. März 2019 at 10:41 —

    Als Herausforderer müsste Fury doch auch als Erster zum Ring kommen, oder? 😉

  7. 25. März 2019 at 11:54 —

    Schwarz macht sich ja schon in dem MDR Video augenscheinlich in die Hosen. Krönung ist allerdings die Aussage von Ulf, “das Drumherum wird härter als der Kampf.”

    Ich geh mal davon aus, dass Schwarz hier nach allen Regeln der Kunst vorgeführt werden wird.

  8. 25. März 2019 at 15:55 —

    aber wie kam das jetzt zustande, dass schwarz von #12 auf 41 geändert wurde. da hat doch hearn seine finger im spiel:

    “boxingscene.com/hearn-fury-schwarz-dreadful-schwarz-not-even-top-15–137387”

    • 25. März 2019 at 18:39 —

      Unter dem Artikel 7 Seiten Kommentare und kein Einziger thematisiert den Verlust von 35 Ranglistenplätzen bei boxrec ? Hat man bei SES keinen Foren-Troll für sowas, der die englische Sprache beherrscht?

    • 25. März 2019 at 18:58 —

      Warum sollte Schwarz der sicher nicht auf Platzt 12 Stand aufeinmal auf 41 abrutschen und warum sollte Hearn das veranlassen? Die wollen diesen Kampf doch irgendwie schön reden also müsste es umgekehrt sein wenn Hearn dabei seine Finger im Spiel hätte ^^

      • 25. März 2019 at 20:29 —

        Schwarz stand unmittelbar vor seinem letzten Kampf bei BoxRec auf 18. Danach auf 12 Fakt, habe ich selbst nachgesehen.

        • 26. März 2019 at 06:50 —

          Liegt daran, dass bei boxrec die Berechnung der Punkte in der Formel verändert wurde. Zum einen werden jetzt kürzere Zeiträume betrachtet und zum anderen werden die Punkte niedriger bewertet.

          Wenn man sich erinnert, hatten die besten P4P Boxer bei Boxrec über 1000 Punkte. Mittlerweile haben Boxer wie Canelo oder Joshua nur noch um die 200 Punkte.

      • 26. März 2019 at 09:01 —

        hearn hat doch eher interesse einen kampf von fury schlecht zu machen. das lager von fury hat sicher so gedacht. platz 12 bei boxrec und ungeschlagen dazu ein kleiner titel und null risiko. gute wahl. jetzt ist es das nichtmehr.

        • 26. März 2019 at 10:12 —

          Wage mal zu behaupten das es nicht um irgend eine Position bei Boxrec geht, sondern eher um die Position 2 bei der WBO die Schwarz inne hat, Fury ist auf Rang 4, dazu noch der WBO-Interconti -Titel!

  9. 25. März 2019 at 16:11 —

    Fury in Bestform wie z. B gegen Klitschko hätte niemand besiegen können.Nach der langen Pause und Gewichtsproblemen ist er anfällig geworden. Wenn Schwarz Herz zeigt,hat er durchaus Chancen einen Glückstreffer zu landen und die Welt zu schocken. Es ist unwahrscheinlich das es passiert aber mein Meister Li Peng sagte immer zu seinen Schülern.”Wer ein Anus leckt, der kann auch scheiße fressen”

  10. 25. März 2019 at 19:27 —

    Wenn der US Sender ESPN+ für den amerikanischen Markt überträgt, besteht wohl kaum die Chance, dass der Hausender von SES ,der MDR ,oder ein anderer Sender für den deutschen Markt diesen Fight überträgt.

  11. 25. März 2019 at 20:08 —

    Muss schon sagen, dass mein erster Gedanke zu diesem Kampf war, dass Schwarz offensichtlich lebensmüde sein muss oder dass man seiner überdrüssig geworden ist und ihn verheizen will…
    …es dürfte klar sein, dass seine Chancen auf einen Sieg gegen Null gehen dürften und er wahrscheinlich vorzeitig verlieren dürfte…
    …allerdings besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass ein übervorsichtiger Schwarz gegen einen faulen, unmotivierten Fury über die Runden kommen könnte…
    …und das wäre natürlich schon ein riesiger Erfolg für Schwarz, zumal schlechter gerankte und in Deutschland unbekanntere “Grobiane” wie Whyte oder Miller ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kurzrundig zu Klump schlagen würden…
    Und in Verbindung mit einer fetten Börse wäre so eine Niederlage gegen einen Gegner, der sowohl Klitschko, als auch Wilder über weite Strecken des Kampfes vorgeführt hat, sicher besser zu verschmerzen als eine krachende KO-Niederlage gegen einen anderen Top-30-Boxer…
    Eigentlich wäre ein Kampf zwischen Schwarz und Huck eine ganz interessante Standortbestimmung für beide gewesen…

    • 25. März 2019 at 20:34 —

      Schwarz vs Huck wäre schon interessant. Aber beide sind ja darauf aus, Kohle zu verdienen… was die Fans sehen wollen, bezahlt keiner. Hohes Risiko geht nur wenn man restlos von sich überzeugt ist oder auch bei einer Niederlage ein Jackpot winkt. Letzteres ist hier der Fall.

  12. 26. März 2019 at 17:38 —

    Der Kampf wird leider Not gegen Elend.

    Den Kampf den die ganze Welt wirklich sehen will ist doch Manuel Charr vs Fres Oquendo und dann noch um die WM.

  13. 27. März 2019 at 08:29 —

    Was ich wirklich nicht verstehe, dass sich niemand den Gürtel vom Einbauküchenkäufer holt. Billiger konnte man die letzten Jahre nicht WM von einem der großen Verbände werden.
    .
    Pove oder Fury fertigen die Plastehüfte doch entspannt in 5 oder 6 Runden ab.
    .
    Ansonsten wird Schwarz mit seinem Kampfstil und seinen Möglichkeiten kaum was ausrichten können gegen Fury. Sollte der Gipsyking auch nur halbwegs austrainiert antreten, geht das Ding kaum über die Runden.

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