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Tyson Fury vs Anthony Joshua – Kommt der Megafight bald in „trockene Tücher“?

Bild: Talksport.com

Der im Moment hochklassigste Kampf im Schwergewicht zwischen WBC-Champ Fury und dem Mehrfachchamp Joshua scheint in greifbare Nähe zu rücken. Beide Boxer hätten zwar im Moment noch andere Aufgaben vor der Brust, aber scheinbar will man jetzt doch lieber „das große Rad drehen“: Es soll einen großen Vereinigungskampf im Schwergewicht geben.

Für Anthony Joshua steht normalerweise ein WBO-Pflichtkampf gegen den Ukrainer Oleksandr Usyk an. Fury hat eigentlich einen dritten Kampf gegen den Amerikaner Deontay Wilder auf der to-do-Liste. Aber keine dieser beiden Begegnungen verspricht einen so reichlichen Geldsegen wie eine Titelvereinigung zwischen den zwei Briten Fury und Joshua.

Eddie Hearn, Promoter von Joshua, spricht sogar von zwei Kämpfen, die es zwischen Fury und Joshua geben soll. Im ersten Fight (womöglich Juni/Juli), der bedingt durch Corona außerhalb von Großbritannien stattfinden könnte, soll die Börse 50:50 geteilt werden. Die zweite Begegnung, die dann hoffentlich in der Heimat beider Boxer stattfinden kann, soll der Sieger des ersten Kampfes 60 und der Verlierer 40 Prozent bekommen.

Hearn beklagt sich beinahe stöhnend wegen der Kosten für diesen Megakampf. Der dritte Kampf zwischen Fury und Wilder ist noch nicht ganz vom Tisch. Angeblich befindet man sich gerade noch in Verhandlungen, die aber wenig Erfolgsaussichten haben. Wilder wäre laut Hearn bereit, für ein paar Millionen Dollar auf den dritten Kampf zu verzichten. Mit Usyk ist man sich angeblich schon darüber einig, dass seine Geduld für 2,71 Millionen Dollar zu haben ist und deswegen vorerst auf sein WBO-Herausforderungsrecht verzichtet. Außerdem soll dabei ein Kampf zwischen Usyk und Joe Joyce um den WBO-Interim-Titel herausspringen.

Die Rechnung von Hearn geht aber noch weiter. Er beklagt sich über die hohen Verbandsgebühren, die er aufbringen muss. Zwar sind diese Gebühren pro Verband auf 300 000 Pfund (406 000 Dollar) begrenzt, aber unterm Strich wollen die Verbände von IBF, IBO, WBA, WBC und WBO dann in Summe 1,5 Mio Pfund, bzw. 2 Mio Dollar haben. Unter dem Eindruck dieser Zahlen sprach Hearn zuletzt auch davon, die Verbände zu entmachten und die WM-Titel, sowie all die vielen kleinen Verbandtitelchen für unwichtig zu erklären. Insgesamt sieht Hearn, dass er 10 Millionen Dollar investieren muss, bevor der Kampf zwischen Fury und Joshua überhaupt zustande kommen kann. Angesichts der Tatsache, dass dieser Kampf einen dreistelligen Millionenbetrag einspielen kann, wird der britische Promoter dabei gewiss nicht an den Bettelstab kommen.

Natürlich gibt es im Vorfeld dieses rein britischen Schwergewichtsduells die unterschiedlichsten Meinungen, wer den Kampf gewinnt.

Mike Tyson tippt auf Fury, weil er glaubt, dass der Gypsy-King der beste Boxer nach ihm selbst ist. Tony Bellew hält Fury für einen guten Boxer, meint aber das Joshua siegt, weil Fury nicht mit Joshuas Stil klarkommen würde. George Forman: Tyson Fury, du musst alles mitbringen, was du hast, um ihn zu schlagen. Roy Jones jr: Fury, „Ich habe ihm schon vor Jahren gesagt, dass er sich 5 Jahre lang mit diesem Sportbeschäftigen soll und er wird alle schlagen.(…) Ich liebe ihn zu Tode und bin glücklich für ihn. Er ist die Nr.1.“ Wladimir Klitschko: Joshua ist ein überlegener Athlet, ein großartiger Kämpfer, ein Olympiasieger. Vor allem ist er ein großartiger Typ, der die Fackel dieses Bildes eines Schwergewichts-Champions perfekt trägt. Ich bin stolz, ihn als Freund zu bezeichnen. Carl Froch: Fury. Er würde jetzt Joshua nicht gegen Fury kämpfen lassen, wenn er sein Manager wäre. David Haye: Joshua. Er gibt eine etwas verschwurbelte Begründung: „Es ist lange her, seit Tyson Fury den Geschmack einer Niederlage hatte. Eine sehr, sehr lange Zeit. Viele Jahre. Anthony Joshua weiß, wie es sich in letzter Zeit anfühlt, also denke ich, das gibt ihm einen kleinen Vorteil. Es klingt verrückt.“

Auf seine Art „diplomatisch“ steht Floyd Mayweather zu dem Kampf: “Wir reden über Anthony Joshua, er ist ein verdammt guter Kämpfer. Tyson Fury, auch er ist ein verdammt guter Kämpfer. Es ist egal, wer gewinnt, wenn ich nicht bezahlt werde, geht mich das nichts an.”

Hoffen wir mal, dass Fury vs Joshua problemlos in trockene Tücher kommt und wir 2021 beide Kämpfe sehen werden – egal wo sie stattfinden mögen.

Hier ein Clip zu Fury vs Joshua:

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5 Kommentare

  1. 22. Januar 2021 at 20:04 —

    @ fuchs – die Sanktionsgebühren für einen Titelkampf werden meines Wissens nach nicht vom Promoter übernommen, sie gehen von den Börsen der Boxer ab. Hearn hat ein generelles Lamento darüber abgeliefert, dass bei einem solchen Megafight „jeder die Hand aufhalten würde“ – damit hat er die Verbände und Usyk gemeint, der Step-Aside-Forderungen gültig machen wollte. Letztere sollten sich jetzt aber (offizielle Bestätigung steht noch aus) mit dem Angebot eines Interims-Titelkampfes gegen Joyce erledigt haben, bzw. fließen dann halt in Usyks Börse für diesen Kampf. Hier ist ein recht klarer Artikel über die Verbandsregelungen bezüglich der Sanktions-Fees: essentiallysports.com/boxing-news-how-much-do-boxers-lose-on-sanctioning-fees/

    Bei Wilder ist mir allerdings noch gar nicht klar, was er möchte – erst war es ein „Mediator“, der das Ganze regeln sollte, jetzt ist auf einmal von einem „Arbitrator“ die Rede, beides würde ich mal grob mit „Vermittler“ übersetzen. Kennst du den Unterschied und weißt du da etwas drüber?

    • 22. Januar 2021 at 21:44 —

      Okay, du hast Recht mit den Sanktionsgebühren… 😉 Letztendlich kassiert Hearn aber auch seine Prozente von der Börse des Boxers.

      Wie es aussieht, ist Wilder raus und da hilft auch ein außergerichtlicher Mediator (Vermittler) nix mehr, weil Fury nicht mehr will. Arbitrator (Schiedsrichter) und Mediator ist so ziemlich das Gleiche. Ob das ganze dann doch noch vor Gericht geht, ist noch offen.

      • 22. Januar 2021 at 22:46 —

        Danke schön, und am trifft Eddie schon auch einen guten Punkt: alle schränken sich ein in der momentanen Situation, nur die Verbände langen weiterhin zu. Dabei ist es natürlich genausogut in ihrem Interesse, dass es überhaupt VA dieser Größenordnung gibt.

        Würde mich momentan nicht mehr wundern, wenn auch Wilder nachgibt, ohnehin wäre es für ihn vermutlich besser, sich erstmal frisches Selbstbewusstsein in einem Kampf gegen Charles Martin oder Andy Ruiz (Gerüchteküche) zu holen. Und am Ende kämpfen ja auch irgendwann Wilder und AJ gegeneinander (hoffentlich), egal wie die „Battle of Britain“ ausgehen mag. Bei den Summen, die es da insgesamt zu verdienen gibt, sollte sich am Ende eigentlich niemand mehr beschweren dürfen.

  2. 23. Januar 2021 at 00:42 —

    Derzeit wird darüber spekuliert, ob Wilder und Andy Ruiz gegeneinander antreten, beide kämpfen für denselben Stall. Die grosse lange Windmühle gegen den kleinen dicken Burrito. Wär für mich 50/50.

  3. 23. Januar 2021 at 08:18 —

    @ Karate Kid

    Das wäre vermutlich schwierig für den Destroyer.

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