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Tyson Fury über Anthony Joshuas Sieg

Eigentlich hätte man erwartet, dass WBC-Champ Tyson Fury beim WM-Kampf zwischen Anthony Joshua und Kubrat Pulev persönlich am Ring in der Wembley-Arena dabei ist und zumindest nach dem Kampf (s)eine Show abzieht, um Joshua und Veranstalter Hearn zu provozieren. Selbst Floyd Mayweather war am Ring anwesend und verfolgte den Kampf. Aber von Fury gab es weit und breit keine Spur zu sehen oder auch nur einen Ton zu hören.

Das sollte sich spätestens am Montag geändert haben. Die Internetseite metro.co.uk berichte über die Kommentare, die Fury über den Kampf abgegeben hat. Kurz zusammengefasst: Fury zeigt sich „beeindruckt“ von der Art und Weise, wie Joshua Pulev besiegt hat, sagt aber im gleichen Atemzug, dass er seinen britischen Rivalen (also Joshua) innerhalb von vier Runden schlagen wird.

Fury gab bei allem Respekt vor Pulev zu bedenken, dass der Bulgare seit seiner Niederlage gegen Klitschko vor 6 Jahren nicht wieder richtig gefordert wurde und nie mehr gegen hochrangige Gegner gekämpft hat. Pulev sei nun fast 40 Jahre alt und bereit, seine Pantoffeln anzuziehen. Der „Gypsy-King“ sagte, dass er den Kampf gesehen hat und von dem, was er von Joshua gesehen hat, beeindruckt war.

Dann kam Fury auf den Punkt, auf den er eigentlich hinaus wollte. Er sagte sinngemäß:

„Dann kam es zum Ende des Kampfes, als er das Interview führte. Die Öffentlichkeit wollte hören, dass er gegen mich kämpfen wollte. Er vermied die Frage, was für mich ein bisschen enttäuschend war, um ehrlich zu sein, Er vermied die Frage, als wollte er den Kampf nicht. Also musste ich mich direkt in den sozialen Medien melden und alle wissen lassen, dass ich bereit bin, den Kampf aufzunehmen. Wir werden sehen, was los ist. Hoffen wir, dass dieser Kampf stattfindet. Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen, ich weiß nicht, ob sie (Team Joshua) es sind. Ich war in den letzten fünf Jahren bereit, jeden Kampf aufzunehmen. Bisher ist dies noch nicht geschehen, aber ich bin sehr optimistisch, dass er 2021 stattfinden wird.“

Fury scheint vergessen zu haben, was er innerhalb der letzten 5 Jahre streckenweise für ein trauriges Bild abgegeben hat. Er hat sich zurück gekämpft und ist stärker zurück gekommen als er jemals war. Das steht außer Frage. Dennoch kann er nicht sagen, dass er seit 5 Jahren auf den Kampf gegen Joshua warten würde.

Auf die Frage, ob er eine Botschaft an Joshua hätte, sagte Fury sinngemäß:

„Werde mal ein bisschen erwachsen und unterschreib den Vertrag, großer Junge!“

Offenbar ist der Kampfvertrag zwischen den Teams von Fury und Joshua bereits in groben Zügen ausgehandelt. Zumindest ist bekannt, dass zwei Kämpfe stattfinden sollen. Der finanzielle Teil ist so geregelt: Bei der ersten Begegnung wird 50:50 geteilt. Im zweiten Kampf bekommt der Sieger des ersten 60, der Unterlegene 40%.

Fury sagte weiterhin, er würde Joshua innerhalb von 4 Runden schlagen können. Joshua wäre wie maßgeschneidert für seinen Stil. Fury wörtlich: „Ich denke, es wird einer der explosivsten und schnellsten Kämpfe, die man je gesehen hat. Ich möchte ihn innerhalb von vier Runden ausschalten. Ich sagte es über Deontay Wilder und nicht viele Leute hörten zu. Ich werde es noch einmal über Anthony Joshua sagen.“

Fury sieht sich kurz vor der boxerischen „Unsterblichkeit“. Joshua würde ihm und seiner Ära der totalen Vorherrschaft im Schwergewicht im Wege stehen. Er wäre somit nur einen Sieg von seinem Ziel – also der „Unsterblichkeit“ – entfernt. Diese Überzeugung zieht er hauptsächlich aus den beiden Kämpfen gegen Wilder. Der ehemalige WBC-Champ habe beim Rematch nicht eine Sekunde einer einzigen Runde gewonnen. Ähnlich soll es nun Joshua ergehen. Warten wir einmal ab, ob dieser Kampf tatsächlich im Sommer 2021 kommen wird. Ein dritter Kampf zwischen Fury und Wilder oder eine WBO-Pflichtverteidigung Joshuas gegen Usyk könnten dem im Wege stehen.

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16 Kommentare

  1. 15. Dezember 2020 at 11:48 —

    Hmm…finde die Aussagen von Fury noch sehr zurückhaltend im Vergleich was er sonst so von sich gibt!
    Der Kampf Fury vs Joshua sollte bald kommen, aber irgendwie habe ich da so meine Zweifel das der Kampf überhaupt zu stande kommt!?

    • 15. Dezember 2020 at 12:10 —

      Haha, Marvin, das liegt an der zurückhaltenden Übersetzung von Fuchs 😀 Er sagte: „He shat himself“ (er hat sich eingschissen), anstatt klar zu sagen, dass er gegen Fury kämpfen wolle. Und „Grow a pair and sign the contract (Lass dir ein paar (Eier) wachsen und unterschreib!“ Anstatt „Werde erwachsen“

    • 15. Dezember 2020 at 12:47 —

      Der fight wird auch nicht so schnell kommen und wenn, dann nicht um alle vier Titel. AJ muß seinen WBO Titel gegen Usyk pflichtverteidigen oder niederlegen. Glaube nicht das Usyk sich nochmal bezahlen lässt um Fury den Vortritt zu lassen. Dafür ist es für Usyk viel zu lukrativ nachdem AJ Kampf eine Vereinigung gegen Fury zu Boxen. MMn muß AJ den WBO Titel freigeben wenn er als nächstes Fury boxen will, das weiß er und das würde vielleicht seine Zurückhaltung erklären zur Frage zum Fury Kampf. Wenn AJ vorher noch gegen Usyk pflichtverteidigt, hat sich die Titelvereinigung mit Fury so oder so erledigt. Usyk wird ihm die Titel abnehmen.

      • 15. Dezember 2020 at 13:07 —

        Ich weiss nicht, aber wurden Whyte und Pulev nicht auch ewig als Pflichtverteidiger gehandelt und dennoch ausgebotet?

        Und an Usyks stelle würde ich mich auf den Kampf gegen Joshua nicht zufrüh freuen. Er glänzte schon nicht gegen Witherspoon und auch nicht gegen Chisora. Joshua ist da schon eine ganz andere Klasse und vor allen Dinge eine ganz andere Masse.

        Klar, Usyk würde zunächst auf einen lukrativen Zahltag verzichten, aber langfristig unterm Strich, würde er im Schwergewicht wohl eine bessere Leistung und mehr Geld generieren können, wenn er sich zunächst noch gegen zwei, drei andere der Top10 stellt.

        Usyk ist ein Boxgenie, ja, aber ihm fehlt ganz deutlich die Physis, als das ein Kampf gegen diese auch nur annähernd zu einem selbstläufer werden könnte. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Usyk vs. Fury ablaufen würde.

        • 15. Dezember 2020 at 14:09 —

          Ich weiss nicht, aber wurden Whyte und Pulev nicht auch ewig als Pflichtverteidiger gehandelt und dennoch ausgebotet?

          Das stimmt, aber sie haben auch kein Vertrag mit Hearn. Noch dazu wer will Pulev oder Whyte sehen? Wenn AJ gegen Usyk verteidigt bleiben, egal wie es ausgeht, die Gürtel beim Piranha Hearn. Ist aber natürlich nur meine subjektive Einschätzung.
          Klar kann er noch Geld verdienen mit paar Top 10 Gegner, aber warum sollte? Dann hätte er auch im Cruiser bleiben können und sich als vierfach Champ vermarkten können. Bringt sicherlich genauso viel Kohle als gegen Schwergewichtler aus der zweiten Reihe. In einem Interview hat er mal klar und deutlich gesagt, er möchte beweisen das er auch im Schwergewicht Weltmeister werden kann. Ich denke nicht das es ihm nur darum geht möglichst viel Geld zu verdienen.
          Schau dir mal Usyk gegen Joyce an, der in etwa die selbe Statur hat wie AJ, sicherlich etwas langsamer, aber dafür präziser, er konnte in 5 Runden Usyk nicht ernsthaft Treffen ausser eine Bombe die durch kam. Hat Usyk wenig beeindruckt. Usyk gegen Fury ist da natürlich ne ganz andere Baustelle, Fury ist ja nicht nur groß und massiv, der kann ja auch boxen. Daher wäre es sicherlich keine Schande wenn Usyk da den kürzeren zieht. Jeden anderen Schwergewichtler kann und würde er schlagen. Meine Meinung zumindest.

          • 15. Dezember 2020 at 16:43

            Ich glaube da liegt ein kleines Missverständnis vor:

            Usyk soll sich meiner Meinung nach nicht noch zwei, drei andern HW’s stellen, damit er mehr Geld verdienen kann, sondern damit er seine Leistung im HW noch weiter optimieren kann, mehr Erfahrung sammeln kann. Wenn ihm das gelänge könnte er sich wahrscheinlich länger im Schwergewicht halten und dann unterm Strich auch mehr Geld verdienen. So ist zumindest meine Meinung!

            Unter gegenwärtigen Umständen läuft er aus meiner Sicht Gefahr, im HW verheizt zu werden bzw. sich selbt zu verheizen und er hat ja noch ca. 7 Jahre vor sich. Was passiert, wenn Usyk gegen Joshua und Fury verliert?

            Und was Hearn betrifft, so hat er gerade zwei Cash-Cows. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sie jetzt schon gegeneinander antreten lässt. Wenn von dem einen oder anderen nicht mehr soviel zu erwarten ist, vielleicht, aber zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher nicht.

            Usyk vs. Joyce? Ich habe den Kampf nicht gesehen und finde dazu nur die Worldseries of Boxing von 2013. Meinst Du den Kampf?

            Selbst wenn Usyk Joyce beherrscht haben soll (ich habe den Kampf immer noch nicht gesehen), ist das für mich nicht besonders aussagekräftig, weil Joyce erst mit 25 angefangen zu Boxen und drei Jahre später schon gegen Usyk antrat. Usyk hatte da schon gute 10 Jahre klassischen Boxunterricht. In der Ukraine!!!

            Ich will Usyk nicht absprechen, mit seiner Technik beinahe alles ausboxen zu können, aber ich fände es sehr schade, wenn er aufgrund seiner Physis, ähnlich wie z.B. Haye, zulange an Verletzungen laborieren müsste. Ich würde ihn gerne oft im Ring sehen, denn seine Skills sind ein Augenweide und daher würde ich ihm raten, sich noch 1-2 Jahr mit guten Schwergewichtlern zu messen, bevor man nach den Sternen greift.

            Eine reine Vorsichtsmaßnahme also, kein Absprechen seiner Qualifikation!

      • 15. Dezember 2020 at 14:36 —

        Nicht nur Usyk, auch Wilder könnte dem Ganzen vorerst noch im Weg stehen. Immerhin strebt er eine gerichtliche Aufarbeitung seiner Vertragssituation über einen dritten Kampf mit Fury an – das könnte auch gut zu seinen Gunsten ausgehen.

        Hinsichtlich der Chancen Usyks gegen AJ bin ich gespalten. Usyk hat seine Fähigkeiten, größere Leute zu boxen, in der WSB damals gegen Joyce und Majidov bewiesen. Aber das war halt die WSB und nicht „echtes“ Profiboxen. Gegen Chisora hat er mich nicht überzeugt. Ein Arbeitssieg, mehr nicht.

        Ein Problem sehe ich darin, dass Usyk in UK keinen Arsch hinterm Ofen vorlockt, und es Hearn unmöglich riskieren kann, dass AJ tatsächlich gegen ihn verliert. Ich denke auch, dass es mindestens ein 50/50 Kampf wäre. Die Summen, die Matchroom verloren gingen (zwei Fights AJ vs. Fury sind angedacht), wären absolut verheerend. Es ist sinnvoller für Hearn, Usyk und der WBO 5 Millionen Pfund zu bezahlen, als das in den Wind zu blasen, nachdem sich seine Taktik gegen Wilder alles andere als vorteilhaft erwiesen hat. Keine Ahnung, was die Summe angeht, aber es wird auf (sehr viel) Step-aside-Money hinauslaufen.

        • 15. Dezember 2020 at 15:03 —

          Nachvollziehbar was den Kampf AJ gegen Fury angeht und wieviel Kohle da mit im Spiel ist. Hoffe natürlich nicht das es so kommt wie du sagst, aber wundern würde ich mich auch nicht. Finde es scheiße das Pflichtverteidiger nicht zum Zug kommen, wenn finanziell größere Kämpfe zu machen sind. Das wertet den Sport ab und geht dann schon in Richtung Wrestling.

          “Hinsichtlich der Chancen Usyks gegen AJ bin ich gespalten. Usyk hat seine Fähigkeiten, größere Leute zu boxen, in der WSB damals gegen Joyce und Majidov bewiesen. Aber das war halt die WSB und nicht „echtes“ Profiboxen. Gegen Chisora hat er mich nicht überzeugt. Ein Arbeitssieg, mehr nicht.”

          Klar es war” nur” die WSB, dennoch waren es die selben Boxer und sicherlich hat sich Joyce weiterentwickelt, Usyk aber eben auch. Gegen Chisora hat Usyk das getan was er tun musste, aber mal ehrlich fandest du jeden Kampf von Fury überragend? Gegen Wallin war es auch ein Arbeitssieg. Sicherlich bedingt durch den Cut, aber Arbeitssieg bleibt Arbeitssieg. Fury war bisher immer am besten, wenn er den Gegner ernst genommen hat. Das gleiche sehe ich auch bei Usyk und vielen anderen Boxen auch. Saunders z. B. Ich denke Usyk kann sich enorm steigern wenn er den Gegner ernst nimmt und nicht als stay busy fight.

          • 15. Dezember 2020 at 15:09

            Gegen Chisora hat Usyk das getan was er tun musste, aber mal ehrlich fandest du jeden Kampf von Fury überragend?

            😀 😀 😀 Guter Punkt … auch Saunders. Gerade die Gypsis scheinen extrem anfällig dafür zu sein, immer nur das Nötigste zu tun.

          • 15. Dezember 2020 at 16:59

            Gegen Wallin war es auch ein Arbeitssieg. Sicherlich bedingt durch den Cut, aber Arbeitssieg bleibt Arbeitssieg. Fury war bisher immer am besten, wenn er den Gegner ernst genommen hat. Das gleiche sehe ich auch bei Usyk und vielen anderen Boxen auch.

            —–

            In der Tat ein sehr guter Punkt! Vielen sehr guten Technikern ging und geht es so. Am meisten ist mir das bei Ortiz aufgefallen und in seinem Kampfes gegen Scott wurde deutlich, dass so manch ein Spitzentechniker Probleme hat, wenn der Gegner ein “richtiges” Boxen beinahe unmöglich macht.

            Bei Lewis ist mir seinerzeit aufgefallen, dass er eine wirkliche Herausforderung braucht, um sich auf einen Kampf richtig vorzubereiten. Ohne Zweifel war Lewis eigentlich nicht schlagbar, weil er von allem zuviel hatte, aber wenn sein Gegner eher schwach war, dann war es Lewis nicht selten auch. Aber Lewis konnte sich das relativ gut erlauben, denn er wusste, dass er den Rückkampf, gegen wen auch immer, wahrscheinlich gewinnen wird.

            Aber auch Fury weiß das, spätestens seit Wilder, daher sehe ich ihn auch in Punkto Arbeitssieg als Ausnahmetalent, weil Fury eigentlich recht unorthodox boxt und sich in keine Schublade stecken lässt.

            Vielleicht ist es so, dass Usyk auch mit der Dominanz seines Gegners wächst, aber dennoch sehe ich seine Krux in der Physis und ich weiß das es auf Dauer einen riesen Unterschied macht, ob Du dauernd gegen Holz oder Beton schlägst?

            Mal sehen, ich freue mich auf jeden Fall auf seinen nächsten Kampf, dann wird auch wieder eine Menge deutlich werden!

          • 15. Dezember 2020 at 18:18

            Ich denke mal das alle hier genannten pro’s und kontra’s ihre Daseinsberechtigung haben und auch iwo nachvollziehbar sind. Vielleicht habe ich auch bisschen die Fan-Brille auf was Usyk angeht. Ich finde seine beinarbeit und skills einfach sensationell und denke das er nicht erst noch 2-3 Schwergewichte boxen muß und dadurch an Substanz verliert. Er ist auf seinem Zenit und verletzungsfrei. Wer weiß ob das so bleibt. Selbst wenn er gegen die großen verliert, wird er mMn nicht an Ansehen verlieren, weil er nicht boxtechnisch verliert sondern eher an der physis gescheitert wäre. Ich finde die Null im Rekord eh überbewertet. Wichtig ist was man aus der Niederlage lernt. @digger
            Ja ich meinte den WSB Kampf, klar Joyce hatte da klar weniger Erfahrung als Usyk, war aber ein gutes Beispiel dafür, wie Usyk mit seiner beinarbeit die großen vor Rätsel stellen kann. Musste dir mal anschauen guter Kampf. Aber zumindest was Fury angeht, gebe ich dir da recht, seine Art zu boxen ist natürlich nochmal ne andere Hausnummer. Sollte Usyk AJ kommen sind wir alle schlauer. Ich würde mich definitiv riesig drauf freuen.

          • 15. Dezember 2020 at 18:55

            Ich denke mal das alle hier genannten pro’s und kontra’s ihre Daseinsberechtigung haben und auch iwo nachvollziehbar sind.
            ———-
            Ja, das ist so, zumal uns ja auch ein Blick in die Zukunft, zum Glück, vorbehalten ist. Wie werden sehen wie es kommt und das wird hoffentlich und wahrscheinlich eine Freude für alles Boxfans sein!

            Was die Null im Kampfrekord betrifft, so stamme ich wohl auch aus einer Zeit, wo diese eben nicht unbedingt zur absoluten Auszeichnung eines Boxers gehörte. Es war viel mehr eine absolute Auszeichnung, einen verlorenen Kampf im Rückkampf dominant zurückerobern zu können!

            Aber heute ist das wohl ein bisschen anders. Wenn heute ein Boxer die überdimensionalen Wunschvorstellungen der Fans nicht erfüll, fallen sie schnell von deren Erfolgsleiter bzw. werden davon heruntergestoßen.

            Ich benenne da gerne Wilder und Fury.

            Wilder der Superüberboxer und Fury der depressive Spinner. Nach dem Comeback von Fury gegen Wilder änderte sich dieses Bild schlagartig und nun ist Wilder, der totale Antiboxer, obwohl er sich für seine Leistung im Ring absolut nicht schämen muss.

            Ich merke gerade, das hat sehr viel mit den Medien zu tun, welche die Null im Rekord eines Boxers überdimensionieren und damit von der Wirklichen Kunst des Boxens ablenken!

  2. 15. Dezember 2020 at 12:19 —

    Im Gegensatz zu drögen Leimsiedern wie Bud Crawford, GGG, Canelo oder früher WK, die kaum das Gebiss auseinanderbekommen, um sich den Mundschutz reinzustecken, kann man bei einem Fury-Fight wenigstens mit einem bisschen Stand-up-Comedy und ein paar dummen Sprüchen rechnen.

    Da wundern sich die Leute, warum so viele Menschen bei Tyson gegen RJJ, Jake gegen Nate Robinson, Floyd gegen Logan, Floyd gegen McGregor zuschalten oder lieber UFC oder Bellator schauen. Ganz einfach, weil sonst nicht mehr viel geht. Dieser Fight jetzt – wenn er denn stattfindet – könnte diesen traurigen Trend ein bisschen aufhalten.

  3. 15. Dezember 2020 at 12:58 —

    Ich halte es für beinahe selbstverständlich, dass Hearn, Joshua und sein Team keine Lust auf einen Kampf gegen Fury haben. Ich bin zwar überhaupt kein Fan von Kreuz- und Quervergleichen, aber wenn man einmal sieht, was Wilder gegen Fury passiert ist, dann könnte man darauf schließen, dass es Joshua nach Fury noch schlechter geht. Und da Joshua die Cash-Cow von Hearn ist, wird dieser wohl seinen Schützling lieber noch in zwei drei anderen Kämpfen sehen wollen, bevor er ihn verheizt.

    Joshua selbst dürfte sich auch bewusst darüber sein, dass er eigentlich nichts mitbringt, was er Fury entgegensetzen könnte. Joshuas Rechte ist gut aber Wilders ist definitiv besser und auch gefährlicher, Joshuas Jab ist ein wenig besser als der von Wilder, aber gegen Fury war Wilders Jab quasi unnütz, das wird bei Joshua nicht anders sein, zumal Joshua bezüglich des Einsatzes seines Jabs zumeist eine Weigerungshaltung an den Tag legt.

    Konditionell ist Wilder seinem Kollegen Joshua um Längen voraus, aber Kondition brauchtes, um gegen Fury zu bestehen. Jeder hat gegen Wilder gesehen, dass man Fury nicht einfach KO schlagen kann, dafür hat Fury eine zu starke Physis, welche geradezu dafür geeignet ist, einen nicht unerheblichen Teil der Schlagkraft des Gegners zu eliminieren. Und das was die Physis nicht eliminiert, kompensiert Fury mit seiner Beweglichkeit.

    Und dann kommt auch noch die Psyche ins Spiel und wenn ich sehe, wie leicht es für Pulev war, Joshua zu reizen, dann werden die Psychomätzchen für Fury erst recht ein Kinderspiel sein und Joshua kann dabei nur verlieren, weil dieses Spiel keiner besser beherrscht als Fury. Zudem weiß Fury eigentlich immer was zu tun ist. Im Schwergewicht gibt es wohl niemanden mit mehr Ringintelligenz.

    Sag niemals nie, gilt im Schwergewicht wohl so wie keiner anderen Gewichtsklasse, aber ich sehe für Joshua in einem Kampf gegen Fury absolut nichts zu holen und wenn er 2021 gegen Fury kämpft, kommt es vielleicht 2022 zum Rückkampf, dann ist Joshua erst 33 Jahre alt und wenn er den zweiten Kampf so deutlich verliert, wie er den ersten Kampf wahrscheinlich verlieren wird, dann war es das mit Joshua; denn Anthony ist kein Boxer, der sich damit zufriedengeben kann bzw. will, nicht der Beste zu sein. Dafür ist Joshua zu eitel!

    Zudem gibt es ja auch noch Wilder und auch wenn die Boxkünste von Joshua um einiges besser sind, als die von Wilder, so ist Wilder doch wesentlich gefährlicher und wenn ich Wilder vs. Ortiz resümiere, dann sehe ich für Joshua gegen Wilder auch nicht viel zu holen. Ortiz ist wohl der beste und erfahrenste Techniker im Schwergewicht mit nicht viel weniger Wumms als Joshua und er hat Wilder sogar mächtig unter Druck gesetzt, dennoch hatte Wilder genügend Zeit, seine Rechte vorzubereiten und abzufeuern.
    Joshua hat es gegen Pulev nicht schlecht gemacht, aber Pulev und auch Ruiz kann man nicht mit Wilder, Ortiz oder Fury vergleichen. Deshalb bleibe ich auch dabei, für Joshua gibt es gegen Fury nichts zu holen!

    • 15. Dezember 2020 at 13:10 —

      “Zudem weiß Fury eigentlich immer was zu tun ist. Im Schwergewicht gibt es wohl niemanden mit mehr Ringintelligenz.”

      Das unterschreibe ich sofort. Fury ist mittlerweile so ziemlich komplett. Selbst wenn er Joshua nicht in 4 Runden abschießt, kann er ihn 12 Runden lang vorführen wie damals Soliman Sturm im 2.Kampf.

  4. 15. Dezember 2020 at 20:18 —

    PBF, Wlad und Andre Ward in die HOF gewählt!

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