Top News

Tyson Fury – nächster Gegner nun doch nicht Kabayel?

Tyson Fury – nächster Gegner nun doch nicht Kabayel?

Um es mal mit den Worten von Karl Valentin zu sagen: „Nichts genaues weiß man nicht“. Spekulationen über Agit Kabayel als kommenden Fury-Gegner machten vor kurzem die Runde, einige Online-Publikationen sehen in Kabayel nach wie vor den Gegner für Tyson Furys Kampf im Dezember.

Dagegen spricht eine Insiderinformation, nach der sich das „alles schon wieder erledigt“ hat. Wenn unsere Quelle Recht hat, bleibt die Frage: gegen wen wird der ‚Gypsy King‘ am 5. Dezember boxen? Interessenten sind reichlich vorhanden, der amerikanische Schwergewichtler Michael Hunter hat sogar angeboten, ohne Börse gegen Fury anzutreten. In einem Interview erklärte der 32-jährige kürzlich: „Ich glaube, ich bin eher eine Bedrohung als sein ursprünglicher Gegner Deontay Wilder. Ich bin der Beste auf ihrer Liste, aber ich kann garantieren, dass sie den einfachsten oder weichsten Gegner auswählen.“

Eine solche Liste potenzieller Gegner hat Tyson Furys Co-Promoter Bob Arum im Interview mit „iFL TV“ thematisiert. Es sei kein Hexenwerk, eine solche Liste zu erstellen, sagte Arum dort: „Sehen Sie sich die (ersten) 15 Namen auf der WBC-Rangliste an. 10 sind nicht verfügbar, weil sie voraussichtlich innerhalb des nächsten Monats oder der nächsten zwei Monate kämpfen werden.“

Quelle: WBC

Schauen wir uns die WBC-Rangliste also mal etwas genauer an. Deontay Wilder ist zurzeit kein Thema, Oleksandr Usyk steht wegen seines Kampfes gegen Dereck Chisora am 31. Oktober ebenfalls nicht zur Verfügung. Zudem kann man wohl davon ausgehen, dass der Ukrainer eher Anthony Joshuas WBO-Titel im Auge hat.

Luis Ortiz kämpft möglicherweise am 7. November gegen das US-amerikanische Schwergewicht Alexander Flores, bei Boxrec lässt sich diese sich die Ansetzung allerdings noch nicht finden.

Bei Andy Ruiz jr war zwar zwischenzeitlich ein Kampf gegen Chris Arreola im November im Gespräch, der ‚Destroyer‘ hat aber vor kurzem erklärt, er würde erst im kommenden Jahr wieder in den Ring zurückkehren.

Dillian Whyte wird bekanntermaßen am 21. November seinen Rückkampf gegen Alexander Povetkin bestreiten, nachdem er im August durch KO gegen den Russen verloren hatte.

Auch der neuseeländische Schwergewichtler Joseph Parker ist bereits anderweitig verplant. Der „Kiwi“ wird am 11. Dezember in Auckland auf seinen Landsmann Junior Fa treffen.

Daniel ‚Dynamite‘ Dubois steht am 28. November in London mit Joe Joyce im Ring und kommt aus diesem Grund ebenfalls nicht als Gegner für Tyson Fury in Frage.

Oscar Rivas auf # 8 im WBC-Ranking hat bislang keinen Kampf im Terminkalender stehen. Der 33 Jahre alte Kolumbianer konnte in seinem bislang letzten Ringauftritt im Juli 2019 seinen Gegner Dillian Whyte zwar zu Boden schlagen, verlor aber nach Punkten. Da Rivas auf der Undercard von „Wilder vs Fury III“ am 19. Dezember antreten sollte, ist er im Training. Sein Co-Promoter Yvon Michel hat bei „SkySports“ verlauten lassen: „Oscar ist fit, verfügbar (…) und würde die Herausforderung gerne annehmen. Ich glaube, dass Oscar die beste und logische Wahl für Fury bei seiner ersten Titelverteidigung wäre.”

Auf Platz Nummer 9 befindet sich Filip Hrgovic. Boxen.de-User wissen, dass ich kein großer Fan des kroatischen Heavyweights bin. Ungeachtet dessen kann man wohl davon ausgehen, dass weder Hrgovic noch sein Management zurzeit an einer Begegnung mit dem ‚Gypsy King‘ interessiert sind.

Michael Hunter hat sich mit seiner Offerte, kostenlos gegen Fury anzutreten, ja schon selber ins Gespräch gebracht und gleichzeitig erwähnt, dass der ‚Gypsy King‘ wohl einen schwächeren Gegner bevorzugen würde. Ich vermute, damit hat Hunter nicht ganz unrecht. Spätestens seit dem Kampf gegen Alexander Povetkin weiß man, dass der US-Amerikaner mit 1,88 m zwar eher klein für Schwergewicht ist, aber mit Technik, Handspeed und guter Defensive durchaus beeindrucken kann.

Joe Joyce auf Platz 11 ist – siehe oben – schon für seinen Kampf gegen Daniel Dubois  verplant.

Auf # 12: Dereck Chisora. Der 36 Jahre alte Brite kämpft – auch hier: siehe oben – Ende Oktober gegen Oleksandr Usyk.

Weiter geht es mit ‚Prince Charles‘ Martin auf Position 13. Bei vielen Boxfans verscherzte sich der 34 Jahre alte US-Amerikaner alle Sympathien, als er im Jahr 2016 gegen Anthony sang- und klanglos durch KO 2 unterging. Mittlerweile hat sich Martin wieder „zurückgeboxt“, nach einer Niederlage im Kampf gegen Adam Kownacki im Jahr 2018, den er trotz guter Leistung verlor, hat Martin drei Siege in Folge eingefahren und zuletzt im Februar 2020 gegen Gerald Washington gewonnen. Laut Bob Arum ist Martin als möglicher Gegner von Tyson Fury im Rennen.

Das Schwergewicht Efe Ajabga ist – so Arum – ebenfalls noch ein potenzieller Gegner für Tyson Fury. Der Nigerianer war lange bei Al Haymons PBC unter Vertrag, ist aber im August zu Top Rank gewechselt, was einen Kampf gegen Tyson Fury vereinfachen würde. Anfangs hatte Ajabga – Bilanz: 14-0-0 – durchaus beeindrucken können, gegen den Georgier Iago Kiladze ging Ajabga aber im Dezember 2019 erstmals zu Boden und auch gegen Jonathan Rice konnte der 26-jährige vor rund einem Monat nicht überzeugen, boxte einfallslos und offenbarte eklatante Defensivschwächen. Fazit:  Ajabga wäre ein dankbarer Gegner für Tyson Fury und hat noch einen weiten Weg vor sich, wenn er bis zur Weltspitze vordringen möchte.

Auf  # 15: Agit Kabayel. Wie schon einmal berichtet, ist der deutsche Schwergewichtler vor kurzem als „heißes Eisen“ gehandelt worden. Möglicherweise kommt es nun doch nicht zu dieser Ansetzung.

Michael Hunter geht davon aus, dass die Wahl auf Agit Kabayel oder Efe Ajabga fällt. Bob Arum hat im Interview mit „talkSPORT“ erklärt: „Es gibt Efe Ajabga, Agit Kabayel, Rivas ist da und es gibt zwei andere.“

Und natürlich gibt es auch Interessenten außerhalb der Top 15: Furys Landsmann Dave Allen, der am 31. Oktober mit Christian Hammer im Ring steht, hat sich zum Beispiel angeboten. Bei Instagram schrieb der 28-jährige Brite: „Ich habe Tyson (…) eine SMS geschrieben: Wenn ich Hammer besiege … lass es uns wie in Rocky I machen, gib mir eine Chance. Tyson Fury soll wie folgt geantwortet haben: „Schlag Hammer und du bekommst einen großen Kampf.“

Angeblich haben Otto Wallin und der australische Schwergewichtler Lucas Browne ebenfalls Interesse an einem Fight gegen Fury bekundet. Wallin stand im September 2019 bereits mit dem ‚Gypsy King‘ im Ring und lieferte dem Briten ein hartes Match, musste sich am Ende jedoch nach Punkten geschlagen geben.

Voriger Artikel

Deniz Ilbay trifft in München auf Yahya Tlaouziti

Nächster Artikel

Vasyl Lomachenko vs Teofimo Lopez – 17. Oktober Las Vegas

8 Kommentare

  1. 16. Oktober 2020 at 11:09 —

    Hunter ist sicherlich keine schlechte Wahl für einen Interimsfight wie diesen. Er hat Schneid und kann kämpfen, ein sympathischer Typ ist er auch und auf jeden Fall besser als Kabayel. Daumen hoch! Traue ihm zumindest zu, über die Runden zu kommen.

    Zitat des Monats: „Auf Platz Nummer 9 befindet sich Filip Hrgovic. Boxen.de-User wissen, dass ich kein großer Fan des kroatischen Heavyweights bin.“ Neee, das war für mich persönlich eine ganz neue Information, besten Dank 😉 Allen Boxfans ein schönes Wochenende und viel Spaß bei Loma/Lopez. Es wird episch!

  2. 16. Oktober 2020 at 12:07 —

    Rivas und Hunter als Gegner wären nicht die schlechteste Wahl, dennoch sehe ich beide eher chancenlos!

    @ Adolf klitschko

    Wieso Interimsfight????

    • 16. Oktober 2020 at 14:19 —

      Naja, in Anbetracht dass es im Grunde genommen eine einzige Top-Begegnung gibt, auf die alle warten, nämlich Fury gegen AJ, wäre schon Wilder im Augenblick eine Art Interims-Fight. Fury möchte aktiv bleiben, weil er seine psychischen Probleme dauerhaft in den Griff bekommen will und da braucht er eine Herausforderung, bis der AJ Kampf in Sack und Tüten ist.

      Natürlich, wie man bei Pove gegen Whyte gesehen hat, kann immer etwas dazwischenkommen, gerade, wenn man es nicht erwartet …

  3. 16. Oktober 2020 at 13:27 —

    Ich frag mich, wieso man in dieser Top 15 Liste keinen Povetkin findet, er müsste doch mindestens an der Stelle von Whyte stehen und wäre doch zumindest Pflichtherauforderer gewesen, wenn er jetzt nicht den Rückkampf gegen DW machen würde.

  4. 16. Oktober 2020 at 13:45 —

    Rückkampf gegen wallin wäre auch ok. der hat sich den rückkampf mehr als verdient!

Antwort schreiben