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Tyson Fury gewinnt Schlacht um den englischen Schwergewichtstitel

Nachdem der britische Schwergewichtler Tyson Fury vor neun Monaten einen Punktsieg über John McDermott geschenkt bekommen hatte, war der überfällige Rückkampf der beiden mit Spannung erwartet worden. In Brentwood lieferten die beiden am Freitagabend sich einen hochdramatischen, wenn auch nicht hochklassigen Kampf, den Tyson Fury schließlich in der neunten Runde gewann, dieses Mal ohne Kontroverse.

Nachdem Ringrichter Terry O’Connor im September 2009 den ungeschlagenen Fury gegen McDermott mit 98-92 vorne gesehen hatte, obwohl McDermott den Sieg verdient gehabt hätte, wurden die Regeln für englische Titelkämpfe extra geändert, so dass nun nicht mehr der Ringrichter, sondern drei Punktrichter das Urteil fällen. Diese mussten dieses Mal jedoch nicht eingreifen, da Fury und McDermott sich eine Schlacht lieferten, in der Fury sich als ausdauernder zeigte.

Der 2,01m große Fury zeigte anfangs in seinem elften Profikampf eine ansprechende Leistung und hielt McDermott mit seinen langen Armen auf Distanz, während er selbst den Rückwärtsgang einlegte. McDermott kam kaum in Reichweite, und hatte nur selten Erfolg mit der rechten Geraden, die im ersten Kampf so oft ihr Ziel fand. In der zweiten Runde konnte er eine landen und die Runde so einigermaßen eng gestalten, da Fury sich in dieser Runde etwas inaktiv zeigte, doch in der dritten Runde übernahm Fury direkt wieder voll die Kontrolle. Sein Jab kam zwar nicht besonders schnell oder gut, genügte aber um seinen Gegner auf Distanz zu halten. Auch die vierte und fünfte Runde konnte Fury wohl gewinnen, wenn auch die vierte Runde etwas enger war.

Nach der fünften Runde erfuhr der Kampf jedoch eine Wendung. Als Fury nach der Runde in seine Ecke zurückging war ihm bereits anzumerken, dass er sehr erschöpft war. Es herrschte drückende Hitze in der Halle, und Fury schien bereits zu diesem Zeitpunkt schwer darunter zu leiden. McDermott übernahm in der sechsten Runde das Ruder und beherrschte den deutlich müden Fury, der sich nun oft nur noch durch Halten zu helfen wusste, wofür ihn der Ringrichter auch verwarnte. Zudem stolperte Fury oft durch den Ring und schaute besorgniserregend oft zu seiner Ecke herüber. Zu allem Überfluss zog er sich außerdem noch einen Cut am rechten Auge zu. In der siebten Runde fand Fury wieder etwas besser in den Kampf, doch die Erschöpfung war ihm weiterhin klar anzumerken, und für sein exzessives Halten zog ihm der Punktrichter nach einer weiteren Warnung einen Punkt ab.

Zu diesem Zeitpunkt sah McDermott wie der Favorit aus, doch auch ihm war es anzumerken, wie Kräfte zerrend der Kampf war. In der achten Runde war er anfangs wieder der bessere Mann bis Fury in der Nahdistanz einige Schläge anbrachte, die eigentlich harmlos schienen. Doch McDermott fiel etwas Zeit verzögert zu Boden, wohl auch vor schierer Erschöpfung. Die Runde überstand er, doch Fury erwies sich nun als Mann mit den noch größeren Reserven und zwei gut platzierte rechte Geraden schickten McDermott in der neunten Runde noch zweimal auf die Bretter. Beim zweiten Niederschlag stoppte Ringrichter Dave Parris den Kampf zu Recht und erklärte damit Tyson Fury zum Sieger durch TKO.

Damit holte sich der 22-jährige, ungeschlagene Fury zum zweiten Mal den englischen Schwergewichtstitel und sicherte sich gleichzeitig eine Chance auf einen Kampf um den britischen Thron gegen Derek Chisora.

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