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Tyson Fury – Comeback oder Karriereende?

Man mag von Tyson Fury halten was man will, aber er ist immer wieder für eine Überraschung gut. Früher flogen schon mal bei einer Pressekonferenz Tische und Stühle. Dann schaffte er die schon für unmöglich gehaltene Sensation, die ihm einen bleibenden Eintrag in die Geschichtsbücher des Boxsports sicherte: Er beendet die 10-jährige Erfolgsserie von Wladimir Klitschko und lässt den Ukrainer dabei auch noch lächerlich aussehen. Tyson Fury kam als Pflichtherausforderer nach Deutschland  und war keiner der üblichen Kandidaten, die nur wegen einer guten Börse freiwillig einen Kampf gegen Klitschko wollten. Fury kam um tatsächlich zu gewinnen, hatte sich exzellent vorbereitet und nicht beeindrucken lassen. Er ließ Klitschko keinerlei Sonderrechte, bemängelte die Handschuhe und auch den Ringboden. Und er hatte Erfolg damit. Endlich kam wieder Bewegung in die obere Gewichtsklasse des Boxsports. Seit dem sind fast 2 Jahre vergangen, in denen Tyson Fury nicht wieder im Ring stand.

In dieser Zeit gab es für Fury ein ständiges auf und ab. Schon einen Monat nach seinem fast schon als phänomenal zu bezeichnendem Sieg kam das erste Ungemach: Der Verband IBF nahm ihm den Gürtel weg, weil er einen Kampfvertrag mit Klitschko unterschrieben hatte, der ihn zu einem Rückkampf verpflichtete, falls er Wladimir Klitschko besiegt. Dieser Fall war eingetreten. Trotzdem bestand die IBF auf einen Pflichtkampf gegen Vyacheslav Glazkov. Der IBF-Gürtel war damit weg und wurde zwischen Vyacheslav Glazkov und dem US-Boy Charles Martin neu ausgeboxt. Pech für Fury. Doch das war erst der Beginn einer Phase, die sich zu einem regelrechten Absturz entwickelte.

FuryklitIn dieser Zeit machte Fury in Wirklichkeit einen Wandel vom disziplinierten Boxer zum Partygänger durch. Er wurde bei Veranstaltungen hart feiernd gesehen, wobei von seiner angeblichen Knöchelverletzung nichts zu bemerken war. Im August 2016 wurde bekannt, dass Fury von der britischen Anti-Doping Agentur vorläufig gesperrt wurde. Die Sperre bestand da aber schon seit Juni. Der Vorwurf: Eine belastende Urinprobe vom Kampf gegen Christian Hammer im Februar 2015. Man habe angeblich das Aufbaumittel Nandrolon gefunden. Die Doping-Angelegenheit verlief dann aber doch im Sande und der Kampf wurde für Oktober neu angesetzt. Auch dazu sollte es nicht kommen.

Fury bekannte sich öffentlich dazu, Depressionen zu haben. Offenbar war er damit überfordert, nach seinem großen Erfolg über Klitschko mit dem Ruhm umzugehen. Er war in ein emotionales Loch gefallen. Fury fühlte sich nicht in der Lage, vernünftig zu trainieren oder das Rematch zu bestreiten. Er gab seine Titel freiwillig ab, bevor die Verbände sie ihm abnehmen konnten. In Großbritannien hatte man mit Anthony Joshua bereits einen neuen Schwergewichtshelden, der letztendlich auch Wladimir Klitschko schlug und damit dessen Karriereende einläutete. Tyson Fury war irgendwie „übrig“. Wer brauchte ihn jetzt noch?

In den letzten Monaten gab es ständig wechselne Aussagen zu Furys weiterer Boxkarriere. Angeblich sollte es im Mai eine Anhörung beim britschen Boxverband „British Boxing Board of Control“ geben. Diese Anhörung wurde vom Verband ohne Angabe von Gründen abgesagt. Eine Boxlizenz hat Fury nicht mehr. Im Juli verkündete Fury deswegen genervt seinen Rücktitt vom Boxsport. Nur kurze Zeit später beschwerte er sich wieder, dass der Verband ihn am Broterwerb hindern würde. Also doch kein Karriereende?

Zwischen ihm und dem BBB of C scheint Einiges im argen zu liegen. Einerseits steht im Raum, dass Fury gedopt haben und auch Partydrogen nicht abgeneigt sein soll. Andererseits müsste der britische Verband dann auch dazu stehen, dass man im Zusammenhang mit dem Dopingtest vom Februar 2015 schlampig gearbeitet hat und Fury schon viel früher hätte gesperrt werden müssen. Dann wäre es im November nicht zu dem Kampf gegen Klitschko gekommen.

Die letzte „Wasserstandsmeldung“ von Tyson Fury: Er beschwert sich am Mittwoch erneut per Twitter über den BBB of C und sagt, er habe „lange und hart“ nachgedacht. Er will beim britischen Verband keine neue Lizenz mehr beantragen. Er wolle woanders hingehen, dahin wo man sein Geld und sein Geschäft zu schätzen weiß. Will er nun doch weiter boxen? Er wäre zumindest nicht der erste Boxer, der auf eine ausländische Boxlizenz zurück greift. Zuletzt sah man Tyson Fury beim Kampf seines Cousins Hughie gegen Joseph Parker mit deutlichem Übergewicht. Sollte er es mit seinem Comeback ernst meinen, wird er eine Weile brauchen um wieder in Form zu kommen.

Was halten die boxen.de Fans von Tyson Fury? Das „große Rad“ im Schwergewicht drehen mittlerweile Andere. Fury ist in den letzten 2 Jahren aus allen Rankings verschwunden. Schafft es Tyson Fury noch einmal seine Karriere fortzusetzen oder ist “Game over” für “Tyson2fastFury”?

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9 Kommentare

  1. 5. Oktober 2017 at 04:20 —

    Na ja, langweilig wird es mit T.Fury nicht und eine neue Linzenz, egal aus welchen Land, sollte auch kein Problem sein! Dann 2-3 Aufbaukämpfe und er ist als ungeschlagener Ex-WM auch gleich wieder in den Ranglisten, nur wollen muss er, dann ist noch einiges möglich!

  2. 5. Oktober 2017 at 04:32 —

    Sollte Fury nochmaln seine Topform erreichen, wäre er mMn sowohl vs Joshua als auch vs Wilder zu favorisieren, da beide bei weitem nicht so talentiert sind wie der Gypsie..
    Ob er allerdings tatsächlich nochmal diese Form erreichen kann ist wohl leider eher fragwürdig… Für das HW wäre Fury nach wie vor eine immense Bereicherung..!

  3. 5. Oktober 2017 at 07:46 —

    Ich bin für ein Comeback von Fury….Er hat immer noch gute Chancen im HW…die Klitshkos sind weg, und die aktuellen Champs sind alles andere als unbesiegbar….Parker hat in den letzten Fights gezeigt, das er ein Paper-Champ ist….Wilder ist als Amateur von einem Russen ausgeknockt worden, und Joshua von einem Rumäner….alles andere als unbesiegbar die Kerle….interessant dass sowohl Wilder als auch Joshua von Osteuropäern ausgeknockt wurden….die heizen den Negros immer noch ein….aber warum haben die eigentlich nicht versucht ins Profigeschäft einzusteigen??? Da wäre der ein oder andere Peso dringewesen …Auch der eine Bulgare der gegen Floyd gewonnen hat als Amateur ist nie Profi geworden….wollen diese Osteuropäer kein Geld verdienen?

  4. 5. Oktober 2017 at 09:04 —

    man darf nicht vergessen, fury ist immer noch linarer weltmeister beim RING Magazin. Wobei er seit fast 2 jahren nicht mehr gekämpft hat und 2 mal gedopt war!
    eig. will ich ihn mal schwer KO gehen sehen aber ein entgültigen Karriereende wäre auch ok. Der Kerl ist eine Schade für den Boxsport!

    • 5. Oktober 2017 at 13:55 —

      Du bist doch sogar eine Schande für Boxen.de..
      Einerseits sich nach wie vor auf Sturm einen runterholen, aber bei andere nach Sperre und Karriereende schreien..
      Dir geht´s nicht um Sport, sondern lediglich darum, Deine eigenen Komplexe über Deine “Helden” zu kompensieren..
      Wenn Du hier nicht andauernd Deinen Mist abladen würdest, könnte man glatt Mitleid mir Dir haben..!

      • 5. Oktober 2017 at 15:06 —

        sturms karriere ist ohnehin zuende. bei der dopingprobe gab es wohl fehler daher keine sperre.
        bei furys mehrfachen kokain porben wohl auf keinen fall, bei der probe mit nandrolon gegen hammer wohl schon. aber auch eine sperre von fury wäre mitlerweile rum (1 jahr)
        ich will diesen mülleimer einfach nicht mehr sehen im boxen so einfach ist das. sperre fordere ich für den wiederholungstäter Ortiz!

  5. 5. Oktober 2017 at 09:31 —

    Tyson fury ist für mich ein Niemand!Ja er hat klitschko geschlagen das muss Mann Anerkennen,Respekt dafür!aber was hat er sonst verbracht?hat er die Titel auch nur einmal verteidigt?nein!hat er den vereinbarten rückkampf gemacht?nein !warum eigentlich?ich denke aus gutem Grund,klitschko hätte sich nich noch einmal vorführen lassen,das hat fury gewusst!deswegen wird fury niemals in den Ring zurück kommen,er will das Bild einfach nicht kaputt machen von großen tyson fury !für mich muss ein Weltmeister sich erstmal beweisen gegen mehrere gute Boxer!

  6. 5. Oktober 2017 at 09:40 —

    Fury ist doch so unterhaltsam wie kein anderer 🙂 aber ehrlich…außer Form ist noch untertrieben.

  7. Fury ist durch. Er ist zur absoluten Über-qualle mutiert. Man munkelt selbst Solis soll sich von Fury tipps geholt haben, wie man so viel Fett ansetzen kann.

    Fury machte schon vor dem Kampf gegen Graf Clinchula nicht den eindruck das er der vorzeige Athlet ist. Nach dem kampf hat er sich völlig gehen lassen, schaut euch nur die aktuellen fotos an, da wird niemand von einem combeack reden.
    Um das ganze fett wieder loszuwerden und in form zu kommen, würde es fury dermaßen viel kraft kosten, dass er wohl schon nach einem Monat wieder aufgeben würde.

    kann mir schon vorstellen das er zurückkommt. Er wird die kohle mit seiner Sippe bereits versoffen haben und daher muss er wieder kämpfen, aber er wird nicht mehr die form vom Waldemar kampf haben.

    Früher habe ich Fury gegenüber Joshua favorisiert, jetzt glaube ich würde ihn Joshua vollständig vernichten und blamieren.

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