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Tyson Fury bleibt Weltmeister – TKO 6 Sieg über Dillian Whyte – Walk in & Full Fight

Mit einem passgenauen rechten Aufwärtshaken in Runde 6 beendete WBC-Champ Tyson Fury im Londoner Wembley-Stadion die lang gehegten WM-Träume von Dillian Whyte. Der Herausforderer kam zwar noch einmal auf die Beine, torkelte dann aber durch den Ring, als der Ringrichter den Kampf noch einmal frei geben wollte. Den Kampf in dieser Situation abzubrechen, war die einzig richtige Entscheidung.

In den 5 Runden zuvor sahen die Zuschauer einen recht einseitigen Fight, bei dem Whyte völlig einfallslos zu Werke ging. Dillian Whyte erinnerte mit seinem Stil fast an Kubrat Pulev. Wie auch der Bulgare versuchte Whyte in aufrechter Haltung auf einen Gegner zuzugehen und seine Schläge anzubringen. Das endete meistens mit Luftschwingern, die einfach ins Leere gingen, weil Fury längst da weg war, wo Whyte die Luft verwirbelte.

Fury schien sich gut auf Whyte eingestellt zu haben. Er arbeitete viel mit der Führhand und setzte die Rechte zunächst spärlich ein. Immerhin traf er aber ins Ziel, ganz im Gegensatz zum Herausforderer. Fury bewegte sich trotz seines Gewichts leichtfüßig, was man von Whyte nicht gerade sagen konnte. Dessen Bewegungen waren weder flüssig noch schnell.

Auch wenn Whyte den Weltmeister an den Seilen stellen konnte, fiel ihm nichts Besonderes ein. Fury war bereits nach 3 Runden der Chef im Ring. Er begann mit Whyte zu spielen. Der Champ hatte scheinbar mehr Schwierigkeiten damit, seine Hose nicht zu verlieren, als mit der Performance seines Gegners. Der begann langsam daran zu verzweifeln, weil keiner seiner wilden Haken ins Ziel kam. Fury hatte ihn durch seine Schnelligkeit und seinen Ring-IQ regelrecht entwaffnet. Hier kam jetzt zum tragen, dass Whyte sich offenbar ähnlich wie Wilder auf seinen harten Punch verlassen hatte und glaubte, Fury damit fällen zu können. Aber wie auch Wilder, gelang es ihm nicht, einen vernichtenden Treffer bei Fury anzubringen.

In Runde 6 kam dann das bereits oben geschilderte Szenario. Fury traf Whyte 12 Sekunden vor Rundenende mit einem rechten Aufwärtshaken, der Whyte voll erwischte. Fury „schubste“ den benebelten Whyte leicht mit beiden Händen von sich weg, damit der nicht auf ihn drauf fällt. Whyte ging schwer getroffen zu Boden. Er kam wieder hoch. Ringrichter Mark Lyson wollte eigentlich weiter boxen lassen, doch in dem Moment torkelte Whyte in Richtung Seile und wäre beinahe noch einmal umgefallen – das war das Ende des Kampfes.

Man kann nur ein weiteres Mal vor Fury den Hut ziehen. Er hatte seinen Gegner von Beginn an perfekt im Griff und der WM-Gürtel war keinen Moment lang in Gefahr. Das lag allerdings wenigstens zu 75% am Unvermögen von Whyte. Ob das nun ein guter oder weniger guter WM-Fight war, muss jeder für sich selbst entscheiden. Man hat auf jeden Fall schon bessere Fights mit gefährlicheren Herausforderern gesehen. Oder hat ihn der Titelverteidiger durch sein boxerisches Können einfach nur geschickt „entschärft“?

Insgesamt gesehen, war es eine gute Vorstellung von Fury, der vom Einmarsch über den Sieg im Kampf, bis zu seiner Performace nach dem Kampf, keinen Fehler gemacht hat. Es wäre schade, wenn er wie zuletzt angekündigt, jetzt seine Handschuhe an den Nagel hängen würde.

Für alle Fans, die nicht in London dabei waren, hier ein wenig von der Live – Atmosphäre:

“Walk in” Fury

Hier der Kampf:

Die Stimmung im Ring nach dem Kampf:

Furys Gesangseinlage als Abschluss:

https://youtu.be/-8DHWvMWLKA
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29 Kommentare

  1. 24. April 2022 at 07:47 —

    People know..there is only ONE Heavyweight Champion in the World!!!

  2. 24. April 2022 at 09:55 —

    fury wirkte als ob er nicht annähernd 100% seines könnens zeigte.
    whyte wirkte gut vorbereitet, in guter körperlicher verfassung, allgemein in einer sehr guten form.
    dennoch war er völlig chancenlos und ging schwer ko.
    der einzig wahre kampf wäre wohl wirklich fury – usyk wobei man da schon fury favoritisieren sollte.
    fury ist nunmal wirklich nach tomasz adamek, manuel charr und tom schwarz der beste boxer im hw

    • 24. April 2022 at 09:59 —

      “fury ist nunmal wirklich nach tomasz adamek, manuel charr und tom schwarz der beste boxer im hw” ….

      So muss es wohl sein, wenn du das sagst. Schade das Axel Schulz ncht mehr boxt, der hätte die alle weggehauen. o.O

    • 24. April 2022 at 14:50 —

      Bis auf die letzte Zeile 100% Zustimmung..

  3. 24. April 2022 at 10:15 —

    Habe den Kampf gesehen und muss sagen das Whyte zwar gut vorbereitet war aber auch chancenlos war.
    Muss auch sagen das Fury nicht sein ganzes können gezeigt hat (So kam es mir vor).
    Von der Spannung her fand ich die 3 Wilder Kämpfe besser/spannender.

    Für mich hat der Kampf gezeigt das Whyte nix an der Weltspitze zu tun hat.

  4. 24. April 2022 at 10:44 —

    Ich respektiere Fury’s Leistung, seine Agilität, seine mentale Stärke, sein extrovertiertes unterhaltsames Wesen aber ich finde seinen Stil furchtbar. Also wer Vitali Klitschko “unorthodox” fand , der muss sich auch über Fury amüsieren.

  5. 24. April 2022 at 11:59 —

    Ulli Wegner hat es prophezeit… Das wird der größte Schwergewichtskampf der letzten 40 Jahre!!! Was soll ich sagen? Gut, dass mein Fernseher gestern Bild TV nicht empfangen konnte. Als kleinerer Mann gegen einen Riesen lang zu boxen und sich in Runde 1 mal schnell in die Rechtsauslage zu stellen ist wirklich der Schlüssel zum Erfolg… Ein kleinerer Mann mit Speed und Kondition kann auch einen Fury stellen wenn er dann auch dran bleibt! Fury ist auf jeden Fall schlagbar aber nicht von Whyte.

  6. 24. April 2022 at 12:00 —

    Hatte schon erwartet, dass Dillian ein bisschen mehr drauf hat und – zumindest am Anfang – ein bisschen für Drama sorgt. Aber das ist es halt, was man an Deontay Wilder immer unterschätzt: Er ist gefährlich, andere sind nur langsam. Bei Wilder hatte man, vor allem im ersten und am Anfang des dritten Kampfes, das Gefühl, Fury steht mit einer tickenden Bombe im Ring, Whyte war nicht mal ein Knallfrosch.

    Würde wirklich noch gern AJ gegen Wilder sehen und Fury vielleicht gegen AJ/Usyk, gegen Sanchez, oder sogar Makhmudov? So ginge eine Ära ein bisschen zu früh zu Ende – immerhin besser als die von Walter Klinschmann, die eine Ewigkeit ging voller stinklangweiliger Fights, an die sich heute kein Schwanz mehr erinnert.

    • 24. April 2022 at 14:37 —

      Usyk bleibt der einzige Gegner gegen den sich Fury noch beweisen könnte..

      Ich halte viel von Sanchez, sehe ihn klar besser als Whyte.. Aber styles make fights und Sanchez wäre mit eben seinem vs Fury dem Untergang geweiht..
      Makhmudov..? Wozu..?? Stay busy fights braucht Fury eher nicht mehr..
      Joshua..? Würde ich natürlich schon gerne sehen.. Wäre aber wohl auch kaum spannender als vs Whyte..

      Fury vs Usyk wäre der bestmögliche Kampf, mit großem Abstand..
      Selbst wenn AJ der lucky punch im Rematch gelingen würde..

  7. 24. April 2022 at 13:31 —

    hoffentlich tritt er wirklich ab! glauben tue ich es nicht aber die hoffnung stirbt zuletzt 🙂

  8. 24. April 2022 at 13:45 —

    Boxen ist nicht Tischtennis. Nichtsdestotrotz muss der Kampf gegen Joshua oder Usyk noch kommen. Das ist er bei der ganzen Show und Selbstinszenierung seinen Fans noch schuldig. Alles andere muss er sich nicht mehr antun und kann wohlverdient abtreten. Seine Gesundheit muss man nicht unnötig gefährden da gebe ich Fury Recht.

  9. 24. April 2022 at 15:43 —

    Usyk würde gesundheitsgefährdend KO gehen – als Tyson neben Ngannou stand, konnte man erahnen, was das für eine Maschine ist!!

    Tyson Fury hat neben seinen Skills auch diese MEGA-Physis – für mich die klare Nummer eins – mit Abstand!

    • Usyk ist zwar vom Skillset jedem HWler weit überlegen, aber leider ist Usyk nur ein aufgedunsener Federgewichtler.

      Sehe Usyk auch in schwerer KO gefahr gegen Fury. Fury ist einfach ein mutant, sowas steckt man als Federgewichtler keine 12 runden einfach weg.

      Habe auch lange daran gezweifelt wie viel von Furys gezeigtem wirklich können oder Zufall ist, aber muss meinen Hut ziehen vor Fury. Er hats weit gebracht und momentan sehe ich keinen der ihm im HW gefährlich werden könnte.

  10. 24. April 2022 at 20:11 —

    Ich weiß nicht ob Usyk gegen Fury gewinnen würde auf Grund der körperlichen Nachteile aber KO geht er sicher nicht. Er ist von seinen Anlagen her ein viel besserer Boxer als Fury aber eben kein natürliches Schwergewicht.

    • 24. April 2022 at 20:47 —

      Da kann ich dir nur zustimmen. Ein Sieg steht auf einem anderen Blatt, aber KO kann ich mir bei Usyk’s Skillset auch nicht vorstellen.

  11. 25. April 2022 at 10:55 —

    Fury und Usyk haben etwas, was vielen Boxern fehlt: Ringintelligenz. Fury hat auch seine Nehmerfähigkeiten unter Beweis gestellt. Aber wie siehts mit Usyk aus? Wurde der schon einmal so richtig hart getroffen?

    • 25. April 2022 at 11:43 —

      Wahrscheinlich nicht, was ihn in meinen Augen zu einem noch besseren Boxer macht. Usyk antizipiert wie kaum ein anderer Boxer und schafft es nicht vermeidbaren Treffern die volle Kraft zu nehmen, das verschont ihn vor Volltreffer. Wenn Fury es schafft ihn an den Seilen zu stellen und ihn erdrückt wie er es teilweise mit Wilder getan hat, dann wird er den Kampf wahrscheinlich gewinnen, gelingt es ihm nicht weil Usyk dazu zu schnelle Füße hat, kann ihn Usyk auspunkten mMn. Das weiß Usyk und wird sich unter Garantie nicht so dämlich stellen lassen, wie Wilder drei mal. Nun ja wir werden es hoffentlich zu sehen bekommen!?

  12. 25. April 2022 at 11:45 —

    Im Rematch gegen AJ wird er sicher deutlich mehr nehmen müssen als im 1. Kampf – schauen wir mal…

    Könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass bereits AJ ein Knockout-Sieg gegen Usyk gelingt.

    • 25. April 2022 at 12:24 —

      Vorstellbar ist alles, gerade im Schwergewicht. Jedoch bezweifle ich das die Lernkurve bei AJ nochmal nach oben gehen kann, weil er mMn doch unter Druck immer wieder dazu neigt in seine alten Verhaltensmuster zurück zu fallen. Körperlich hat AJ alles um der beste zu sein, jedoch in Sachen Ringintelligenz ist er nicht sehr talentiert und das kann man nicht lernen. Für einen untrainierten dicken Ruiz mag es ja funktionieren den Gameplan vom Trainer umzusetzen aber ob das bei Usyk klappt?

  13. 25. April 2022 at 12:34 —

    Für AJ geht es im Rematch einfach mal um alles… verliert er wieder deutlich, sollte er aufhören!

    Von daher glaube ich schon, dass er sich anders präsentiert – und damit meine ich keinen Wechsel der Auslage 😉

    • 25. April 2022 at 13:54 —

      Anders präsentieren ist das eine.. Der Qualität Usyks bei zu kommen eine ganz andere..
      Klar ist im HW alles möglich.. Lucky Punch, Cut etc.. Trotzdem fehlt es Joshua schlicht an Qualität um mit Usyk mit zu halten.. Insofern muss AJ schon etwas außergewöhnliches zeigen, wenn er seine Titel zurück holen möchte..

      • 25. April 2022 at 15:39 —

        Teilweise liegt das auch am Trainer. Wirkliche Champions hatten immer auch gute Trainer, die sie in Punkten, wo sie schwächelten, verbessert haben. Diese Coaches, wie eben Emmanual und Javan Steward, haben perfekte Matchpläne für ihre Schüler ausgearbeitet, die Waldemar oder Tyson dann perfekt umsetzen konnten, obwohl sie beide keinesfalls unschlagbar waren/sind.

        AJ hat so einen Trainer nicht, er hat sich immer auf sein angestammtes Team verlassen und hat sich selbst nie in einer fremden Umgebung gechallenged. Obwohl bereits gegen Whyte im ersten Kampf seine Kondition und seine Nehmerqualitäten klar als Schwäche identifizierbar waren (gegen Ruiz kam dann noch die mangelnde Beweglichkeit dazu), hat er nie wirklich daran gearbeitet, zum Beispiel wie Klinschko sein Inside- und Klammergame verbessert, um Schläge seiner Gegner bereits im Ansatz zu ersticken.

  14. 25. April 2022 at 15:21 —

    Viele kritische Beobachter haben ja am Wochenende Tyson als „langsam“ und „behäbig“ beschrieben, seinen Jab als „schlampig“ etc. Aber was war Dillian dann? Und AJ ist keinesfalls schneller als Whyte, in manchen Punkten eher sogar noch ausrechenbarer. Insofern sollte Usyk eigentlich leichtes Spiel haben. Die Schlaghärte AJs hat er im ersten Kampf durchaus zu spüren bekommen, er wurde ja mehrfach hart getroffen und hat die Schläge problemlos genommen. Aber AJ fehlt das Überraschungsmoment (und auch die Lunge, um den Ukrainer niederzumarschieren) und deshalb wird Usyk auch im zweiten Kampf dominieren und AJ diesmal sogar spät stoppen.

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