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Tumult in Texas – Saunders droht mit Kampfabsage

Tumult in Texas – Saunders droht mit Kampfabsage

Ein Beitrag von: KO-Autor

HERO DER TRAVELLERBOXER ODER ZIMTZICKE?

Als sich der WBO-Weltmeister im Super-Mittelgewicht Billy Joe Saunders vor zwei Wochen (boxen.de berichtete) erstmals über die angebliche Konspiration zwischen Eddie Hearn und Canelo Alvarez beschwerte, nötigte das den meisten Boxfans nur ein müdes Lächeln ab. Auch auf dieser Seite taten die Kommentierenden Saunders’ Gebaren lediglich als übliches Pre-Fight-Ballyhoo ab und maßen ihm wenig Bedeutung zu. Zuspruch bekam Saunders vor allem von Tyson Fury und weiteren boxenden Mitgliedern der Traveller-Community in den sozialen Medien.

Jetzt haben er und sein Vater Tom Saunders die nächste Eskalationsstufe gezündet. Mit seiner Weigerung, in den vergangenen Wochen an diversen Medienveranstaltungen teilzunehmen und so Canelo zu zwingen, den Großteil der Werbung für die Veranstaltung zu übernehmen, hatte er sich bereits im Vorfeld Ärger eingehandelt. Doch jetzt droht er sogar offen, abzureisen und den Kampftermin platzen zu lassen – wegen der Ringgröße!

Die Rolle des Übeltäters hat diesmal Vater Tom Saunders übernommen und sich mehrfach zum Lautsprecher seines Sohnes aufgespielt. Er scheint die Aufmerksamkeit sichtlich zu genießen.

„Solange das Problem mit dem Ring nicht gelöst ist, wird es kein Face-off geben,“ so Saunders Sr. „Im Vertrag steht nichts über die Ringgröße, also muss darüber verhandelt werden und ich erkläre die Verhandlungen hiermit für gescheitert“.

„Canelos Team hatte einen 18-Fuß-Ring für den Kampf geplant. Sie haben genau damit gerechnet, dass wir anfangen würden, uns zu beschweren, und dann kam er mit dem 20-Fuß-Ring. Wir wünschen uns einen 24-Fuß-Ring, aber als Kompromiss können wir auch mit 22 Fuß leben. Es ist doch offensichtlich, sie versuchen, BJ seiner Stärke, der Beinarbeit zu berauben. Hier geht es um alles – und ich werde meinen Sohn nicht in einem 20-Fuß-Ring gegen den angeblichen P4P-King boxen lassen.“ (Anm. des Verfassers – Der Ring darf den Regeln entsprechend in der Länge zwischen 16 und 25 Fuß (488 bis 732 cm) messen)

„Hier läuft alles komplett gegen uns und jetzt kommen sie und sagen: entweder ein 20-Fuß-Ring oder ihr könnt nach Hause fliegen. Deshalb müssen wir uns bei allen Fans entschuldigen. Dieser Kampf wird nicht fair sein … der Kampf ist vorbei.“

PLATZT DIE „STINKBOMBE“ SAUNDERS WIRKLICH?

Tom Saunders‘ Vermutung, die kleinere Ringgröße würde vor allem Canelo zugutekommen, ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Viele Boxsport-Analysten sehen Billy Joes größte Chance im sogenannten „Stick & Move Style“, also sich auf schnellen Beinen und mit überfallartigen Angriffen Runde um Runde Punkte zu sichern. Im Bereich Schlaghärte und im Nahkampf „Toe-to-Toe“ kann er jedenfalls nicht mithalten. Falls Canelo überhaupt eine signifikante Schwäche hat, so ist es am ehesten seine Beinarbeit. Nach den Kämpfen gegen Mayweather und Lara wurde er von Spöttern immer wieder als „flat-footed“, also plattfüßig bezeichnet. Das ist zwar überspitzt, aber der Schnellste auf den Beinen ist er mit Sicherheit auch nicht. Die Frage ist jedoch, wie weit Saunders und sein Team tatsächlich gehen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden?

Anm. des Verfassers: Soeben, kurz nach Fertigstellung des Artikels, verkündet Billy Joe Saunders auf seinem Instagram-Account, dass das Problem angeblich gelöst sei. Heißt das aber auch, dass die Stänkereien des Briten ein Ende haben? Was meinen die Boxen.de-user zum Verhalten des WBO-Champs?

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5 Kommentare

  1. 5. Mai 2021 at 10:39 —

    Für Canelo stellt die Ringgröße kein Problem dar. Er würde Saunders sowohl in einem 18 Fuß als auch in einem 24 Fuß großen Ring eindeutig besiegen und es ist auch davon auszugehen, dass Canelo selbst gar keinen Anspruch auf die Ringgröße stellt. Diesbezüglich auf Lara und Mayweather zu verweisen, ist hirnrissig, denn den Canelo von 2013 und 2014 gibt es so nicht mehr. Und selbst wenn Canelo heute noch so plattfüßig wäre wie damals, könnte er das heute mit seiner Technik und seiner Schlagstärke noch viel besser kompensieren als damals.

    Aus Saunders Sicht ist das allerdings etwas anderes. Er ist auf jeden geringsten Vorteil angewiesen und es die Aufgabe seines Stabes, auch in den Genuss dieser Vorteile zu kommen. Der Ärger um die Ringgröße ist also absolut berechtigt. Der Saunders-Stab verhält sich vielleicht medial etwas laut, aber das machen andere auch und wenn man bezüglich der Ringgröße an die Konsequenzen aus Joshua vs. Ruiz 2 denkt, dann kann man die Lautstärke der Saunders auch noch sehr gut verstehen und tut sie nicht als Stänkerei ab.

    Canelo ist der deutliche Favorit und als solcher sollte er (sein Stab) Zugeständnisse machen können und nicht umgekehrt. Alles andere wäre, so wie eben bei Joshua vs. Ruiz 2, eher peinlich. Aber so wie es aussieht, scheint das Problem ja nun auch gelöst. Allen Boxfans bleibt nun zu wünschen, dass kein weiterer Faktor auftritt, welcher den Kampf gefährden könnte.

    Ganz egal, wie sich Saunders in den Medien präsentiert, bzw. wie die Medien das wiedergeben, was Saunders von sich gibt, denn als Boxer zählt nun mal nur die Leistung im Ring und die war von Saunders bisher tadellos und dafür sollte er respektiert werden. Das Hearn, noch bevor der Kampf überhaupt entschieden ist, bereits großspurig mit Canelos nächstem Kampf prahlt und damit seinem Schützling Saunders mehr als nur in den Rücken fällt, ist jedoch absolut respektlos und bedeutet auffällig die finanzielle Ausrichtung von Hearn. Ekelig wie immer!

    Ich sehe für keinen zurzeit aktiven Boxer eine wirkliche Chance gegen Canelo, aber es wäre doch geradezu ein Fest, wenn Saunders Canelo auspunkten und danach Hearn einen Arschtritt verpassen würde. Wenn der Rückkampf dann auch noch ohne Hearn stattfinden würde, wäre das jetzt schon das Highlight des Jahres.

    Ich mag sowohl Canelo als auch Saunders. Ich gebe nicht viel auf das was die Medien sich zusammenreimen und bewerte nur die Leistung im Ring und daher ist die Ansetzung zwischen beiden nur logisch und beide können zeigen, ob sie wirklich das sind, was sie von sich selbst behaupten!

  2. 5. Mai 2021 at 10:57 —

    Naja, ich kann Saunders Einwand bezüglich der Ringgröße völlig nachvollziehen und ich finde es bedenklich, dass es klare Richtlinien bezüglich des Gewichts der Boxer oder zb ihrer Handschuhe gibt aber die Ringgröße so variabel gestaltet werden kann. Saunders braucht den Platz und Canelo braucht ihn nicht, zwar ändert dies nichts daran,dass Saunders eher als Außenseiter zu sehen ist aber er ist ebenfalls Weltmeister, trägt noch die 0 im Kampfrekord und wird je nach Leistung auch zukünftig seinen Marktwert halten wollen.

  3. 5. Mai 2021 at 12:13 —

    Sowohl die Größe der Handschuhe, als auch die Größe des Rings sollten am besten Standart-Regelungen im Kampfvertrag sein.

  4. 5. Mai 2021 at 12:59 —

    @ fettschtabbel

    Eigentlich ziemlich inkonsequent, dass Du – als jemand, der nicht nicht viel auf das gibt, was die Medien sich zusammenreimen – Dich hier … also auf einer Medienseite äußerst.

    Wäre es nicht viel besser, Du hättest eine eigene Domain, wo Du jedem einfach den Mund und die eigene Meinung verbieten könntest?

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  5. 5. Mai 2021 at 19:18 —

    ich würde mich freuen wenn saunders mal gut eins auf die mütze bekommen würde.ich fände besser wenn das regelwerk feststehen würde was die ring größe betrifft und die handschuhe .wenn es in den verträgen vereinbart wurde das die größere variante des rings zu verfügung stehen muss ,würde ich genauso handeln wie saunders , auch wenn ich ihn nicht mag .

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