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Trotz Niederschlag – Artur Szpilka schlägt Mariusz Wach

Ein Beitrag von F. W. :

In der Arena Gliwice konnte sich der polnische Schwergewichtler Artur Szpilka nach einem engen Kampf über 10 Runden gegen seinen Landsmann Mariusz Wach durchsetzen. Beide Boxer präsentierten sich in guter Form und lieferten sich ein sehenswertes Gefecht, bei dem Szpilka – im Vergleich zu anderen Kämpfen – sehr gut austrainiert antrat.

Der 38-jährige Wach wollte es im Herbst seiner Karriere und im ersten Kampf nach seiner Niederlage gegen Jarrell „Big Baby“ Miller vor fast einem Jahr noch einmal wissen und hatte auf „Angriffsmodus“ geschaltet. Wach mit 123 kg der deutlich schwerere Mann, Szpilka mit 108,7 kg wesentlich leicher, „The Viking“ aber auch wegen seiner Schlagkraft wohl der Favorit dieser Begegnung.

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Szpilka musste auf schnellen Füßen oft das Weite suchen, um Treffer von Wach zu vermeiden. Die Folge: auch er konnte aufgrund seiner geringeren Reichweite keine Treffer anbringen und ging dazu über, überfallartig an Wach heran zu springen, um die Distanz zu verringern und Punkte zu machen.

Es entwickelte sich ein spannender Kampf, sicher nicht auf technisch höchstem Niveau, aber von beiden Kontrahenten verbissen und mit Siegeswillen geführt. In Runde 2 gelang es „The Viking“ Wach, Szpilka in der Ringecke zu stellen, ohne jedoch Schlagwirkung erzielen zu können. Szpilka wurde zwar aktiver, seine Schläge landeten jedoch meist auf der Deckung seines Gegners. Der atmete schon früh durch den Mund, konnte das hohe Tempo jedoch aufrecht halten und Szpilka weiter unter Druck setzen.

Zweifellos eine starke Energieleistung des Vikings, der „The Pin“ – so Artur Szpilkas Kampfname – nicht zur Ruhe kommen ließ. In den USA hätte Wach alleine das schon die Mehrheit auf den Punktzetteln eingebracht. Dazu kam, der Umstand, dass es Wach gelang, Szpilka in der zehnten und letzten Runde zu Boden zu schicken. Mit dem Mut der Verzweiflung rettete sich Szpilka bis zum Schlußgong.

Eine Überraschung war das anschließend verkündete Urteil: 2 der Punktrichter sahen Szpilka vorne (97 zu 93 und 95 zu 94 Punkte), nur der Dritte hatte Wach vorne (96 zu 93). Er sei an einem Rückkampf interessiert, sagte Szpilka nach dem Fight, das Urteil ginge aber in Ordnung, weil „ich habe ich den ganzen Kampf kontrolliert und so Runde für Runde gewonnen. Ich denke aber, es war der härteste Kampf meiner Karriere.“ Die Fans in der Halle waren mit dem Urteil nicht so ganz einverstanden: Es gab Pfiffe, „Diebe, Diebe”-Rufe, am Ende flogen Stühle in Richtung Ring.

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4 Kommentare

  1. 11. November 2018 at 22:11 —

    Für wen genau war Wach denn “wohl der Favorit”..?
    Konnte man mMn v8rher als relativ ausgeglichen bewerten, aber für die Favoritenrolle reicht Wachs Schlagkraft nicht..
    Dafür fehlts ihm einfach an Geschwindigkeit..

  2. 13. November 2018 at 21:43 —

    Die Wettquoten waren vor dem Kampf 1.7 für Szpilka gegen 2.4 für Wach.
    Also knapper aber deutlicher Favorit war wohl eher der Pinhead.

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