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Travelling Teper – heute: zu Gast bei Artur Szpilka

 

Warschau. Wir schreiben den 26. Juni 2019. Es ist heiß im Centrum Atletyki an der Kolumbijska 3. Nicht so heiß, dass in der über 900 m2 großen und 8 Meter hohen Halle die Luft flimmert, aber doch so heiß, dass man sich wünscht, man müsse sich nicht viel bewegen. Muss man aber.

Hier, wo sonst die KSW- und UFC-MMA-Stars Anzor Azhiev, Piotr Strus und Bartosz Fabiński trainieren, wird es langsam ernst für Artur Szpilka. Und schnell ernst für Erkan Teper.

Szpilka boxt am 20. Juli in der Londoner O2 Arena gegen „Del Boy“ Chisora und der deutsche Schwergewichtler Erkan Teper ist sein Sparringspartner.

 

Boxen.de: Erst Sparringspartner von Tyson Fury, jetzt Sparringspartner von Artur Szpilka … Ich erinnere mich an ein Interview, in dessen Verlauf Du zu mir gesagt hast: „Normalerweise lehne ich Sparringsanfragen ab.“

Erkan Teper: Du hast Recht, ich muss wohl die Formulierung ändern, sonst kommst Du immer wieder damit an. Hier also eine aktualisierte Version: Ich sage nur dann zu, wenn ich denke, dass es mich selber weiterbringt. Szpilka ist ein starker Mann, bewegt sich gut, kann gut zuhauen und ist Rechtsausleger, da kann ich was dazulernen.

Boxen.de: Artur Szpilka ist ja auch kein Unbekannter in der Schwergewichtszene. Zwei Kämpfe haben Szpilka populär gemacht: zum einen der Sieg über Tomasz Adamek, zum anderen der Kampf gegen Deontay Wilder. Neun Runden hat der „Bronze Bomber“ damals  gebraucht, um Szpilka auszuschalten und sah dabei streckenweise nicht gut aus. Vor allem im ersten Drittel des Fights schaffte es Szpilka immer wieder, Wilder zu treffen.

2016 war das und viele sagen: Szpilka war zu diesem Zeitpunkt der beste Herausforderer von Wilder. Szpilka, das ist ja bekannt, wurde bei einer Hooligan-Schlägerei von einem Boxtrainer entdeckt, der ihn daraufhin zum Training einlud … kanntet Ihr Euch schon vor Deiner Reise nach Warschau?

Erkan Teper: Ne, wir sind uns hier das erste Mal begegnet, die Hool-Story kannte ich natürlich und war gespannt, was für ein Typ Artur Szpilka ist. Nett isser. Cooler Typ, hat mich sofort begrüßt, als ich in der Halle ankam … alles gut.

Boxen.de: Du bist dann nur fürs Sparring in der Halle?

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Erkan Teper: Hatte ich auch gedacht, aber Roman Anuchin, der Trainer von Szpilka, hat mich gefragt, ob ich nicht auch mit den Jungs trainieren will. Das hat mich ein ziemlich überrascht, denn normalerweise sind da Leute, die nicht zum engeren Kreis des Teams gehören, nicht willkommen. Ist halt sozusagen geheim, was an Technik und Taktik trainiert wird, aber da habe ich natürlich ja gesagt. Ich bin ja vermutlich auch etwa drei bis vier Wochen hier.

Boxen.de: Sag doch mal was zu Szpilka. Nach der Niederlage gegen Wilder hat er ja lange Pause gemacht. Nach rund eineinhalb Jahren stand er erst wieder im Ring und dann gleich gegen einen starken Mann wie Adam Kownacki, was auch nicht funktioniert hat: Kownacki gewann durch TKO in Runde 4 … danach hat sich Szpilka wohl gedacht, ich versuchs nochmal richtig und zuerst Dominick Guinn, dann Mariusz Wach geschlagen. Und mit Dereck Chisora kommt ja jetzt nochmal eine richtige Herausforderung auf ihn zu. Hat Szpilka eine Chance?

Erkan Teper: Ich denke, wenn Szpilka boxt, also Chisora ausboxt und nicht anfängt, zu prügeln, dann ist er gefährlich für „Del Boy“. Mein Tipp ist 60:40 für Artur Szpilka.

Boxen.de: Dann noch viel Spaß in Warschau und Danke für das Interview.

 

Artur Szpilka postete das Bild mit Trainer Roman Anucchin und Erkan Teper auf Twitter: Titel: “Arbeiten, arbeiten! Heute, Sparring mit Teper, unter anderem.” Die polnische Sportpresse griff das Thema sofort auf.

 

 

Erkan Teper nach dem schweisstreibenden Sparring.

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4 Kommentare

  1. 27. Juni 2019 at 18:24 —

    Den Kampf Chisora vs Szpilka sehe ich, da man nie so genau sagen kann in welcher Form Chisora antritt, ausgeglichen!

    Das sich Teper, egal mit wem er Sparring macht, noch verbessert halte ich für Wunschdenken

  2. 27. Juni 2019 at 19:47 —

    Süper-Teper czempion

  3. 28. Juni 2019 at 14:06 —

    Teper ist ein boxerisch gut ausgebildeter Amateur, der leider oft viel zuviel Gewicht mit sich herumgeschleppt hat und sich mit seinen beiden Dopingfällen nicht gerade einen Gefallen getan hat. Sein neues Fitnessprogramm scheint anzuschlagen, er sieht richtig sportlich aus! Wünsche ihm noch viel Erfolg für seine Zukunft, ist privat ein echt netter Typ.

    Zu Szpillka – im Ring alles andere als ein Hooligan, mehr ein solider, schneller Techniker mit sehr gutem Jab, guter Beinarbeit und eher mittelmäßiger Power. Und leider vernachlässigt er mit zunehmender Kampfdauer immer wieder seine Defense, was ihm unnötige Knockdowns und am Ende auch Niederlagen eingebracht hat. Passt er aber gegen den Del-Boy etwas besser auf und bewegt sich gut, sollte er das Ding gewinnen.

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