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Tor Hamer gewinnt Prizefighter-Turnier – besiegt Kevin Johnson im Finale

Am Mittwochabend gewann Tor Hamer in London die fünfte Schwergewichtsausgabe des Prizefighter-Turniers. Zum zweiten Mal waren internationale Schwergewichtler bei dem acht Mann starken Turnier dabei, das im KO-System in dreirundigen Kämpfen ausgetragen wird. Der 29-jährige US-Amerikaner Hamer besiegte im Finale seinen Landsmann Kevin Johnson, welcher in das Turnier als Favorit gegangen war, nach Punkten. Schon im Halbfinale scheiterten der Pole Albert Sosnowski und der Brite Tom Dallas.

Das Turnier begann mit dem Viertelfinalduell zwischen dem 33-jährigen Polen Albert Sosnowski, welcher 2010 noch Vitali Klitschko herausgefordert hatte, und dem 36-jährigen US-Amerikaner Maurice Harris, der in seiner Karriere vor allem als Sparringspartner von Lennox Lewis von sich reden machte, aber auch schon mit Larry Holmes und Chirs Byrd im Ring stand.
Sosnowski begann energiegeladen und legte von Beginn an ein hohes Tempo vor, wurde aber nach fünfundvierzig Sekunden von einem der ersten Schläge von Harris ins Wanken gebracht. Eine rechte Gerade traf ihn am Kinn, und Sosnowski schien angeschlagen. Der Pole blieb für den Rest der Runde der Aktivere der Beiden, doch die besten Treffer der Runde kamen zweifelslos von Harris, der auch kurz vor Schluss wieder Sosnowskis Kopf mit einer rechten Geraden zurück schnellen ließ.
In der zweiten Runde benutzte Harris seinen Jab mehr und punktete damit ein wenig, landete aber dafür keine rechten Geraden mehr. Sosnowski ließ weiterhin fleißig seine Fäuste fliegen und gewann damit wohl, auch wenn wenig gute Treffer dabei waren, die Runde. Die dritte und letzte Runde entschied damit über das Weiterkommen, und erneut zeigte sich Harris ein wenig zu passiv um die Punktrichter von sich zu überzeugen. Auch Sonsowski erwischte eine ruhigere Runde, doch am Ende gab seine konstant höhere Workrate wohl den Ausschlag. Denn als der Schlussgong erklungen war, erklärten die Punktrichter Albert Sosnowski mit einer Split Decision von 29-28, 29-28, 28-29 vorne.

Den zweiten Kampf bestritten der 32-jährige US-Amerikaner Kevin „Kingpin“ Johnson, der Ende 2009 noch mit Vitali Klitschko über die Runden gegangen war, und der 28-jährige Marrokaner Noureddine Meddoune, der mit einem Kampfrekord von vier Siegen und einer Niederlage in das Turnier ging.
Meddoune überraschte anfangs mit einem ordentlichen Jab, der Johnson ein paar Mal erwischte, während der US-Amerikaner sich erst einmal damit begnügte den unbekannten Marrokaner genauer anzugucken. Erst nach zwei Minuten landete er mit einer rechten Geraden seinen ersten signifikanten Treffer, welcher ein Vorzeichen sein sollte. Eine halbe Minute später feuerte er seine nächste rechte Gerade ab, die Meddoune dieses Mal zu Boden schickte. Johnson setzte nach, als sein Gegner wieder auf den Beinen stand und ließ ihn bald darauf angeschlagen in die Ecke stolpern, wo ihn nur die Seile auf den Beinen hielten. Dort landete Johnson noch ein paar weitere Treffer ehe der Ringrichter dazwischen ging und mit noch einer Sekunde der ersten Runde auf der Uhr abbrach. Damit qualifizierte sich Johnson für das Halbfinale gegen Albert Sosnowski.

Im dritten Viertelfinale duellierten sich nun der 29-jährige US-Amerikaner Tor Hamer und der 31-jährige Brasilianer Marcelo Luiz Nascimento.
Hamer bewegte sich gut durch den Ring, doch die besseren Treffer landete zunächst Nascimento mit zwei rechten Geraden zum Kopf. Hamer fand aber noch im ersten Durchgang besser in den Kampf und nutzte seinen Schnelligkeitsvorteil für einige gute Konter, die ihm die Runde deutlich einbrachten.
Auch in der zweiten Runde profitierte Hamer vonNascimentos telegrafierten Schlägen und seiner kaum existenten Deckung. Der technisch deutlich überlegene US-Amerikaner konterte nach Belieben und dominierte den passiver werdenden Nascimento problemlos. In der dritten Runde schlugen beide plötzlich wild, da Nascimento wusste, dass er den KO suchen musste, und der Brasilianer ging plötzlich bei einem Schlagabtausch, bei dem auch beide im Clinch waren, zu Boden. Obwohl es so aussah, als hätte Hamer ihn zu Boden gerungen, zählte der Ringrichter den Brasilianer an und erklärte es damit offiziell zum Niederschlag. Die letzte Minute ließ Nascimento extrem wilde Schwinger fliegen um doch noch den KO zu erreichen, blieb jedoch ohne Erfolg. Die Punktrichter erklärten anschließend Tor Hamer mit 30-26, 30-27 und 29-28 zum Sieger.

Die beiden einzigen Engländer im Turnier trafen schließlich im letzten Viertelfinale aufeinander. Der 27-jährige Tom Dallas, der seine zwei Niederlagen in siebzehn Kämpfen zuletzt gegen David Price und Matt Skelton kassierte, stand Tom Little gegenüber, welcher gerade einmal drei Kämpfe als Profi hinter sich hatte, die er allesamt hatte gewinnen können.
Technisch hatte das Gefecht nicht viel zu bieten, da beide Boxer von Beginn an wenig raffiniert aufeinander eindroschen. Der Novize Little genoss jedoch in der ersten Runde etwas mehr Erfolg, da er mit der rechten Gerade häufiger durch kam. Auch in der zweiten Runde war es vor allem die rechte Gerade von Little, die für Ausrufezeichen sorgte und Dallas bei jedem Treffer zurück stolpern ließ. Eine Minute vor Ende der zweiten Runde schien Little jedoch durch das hohe Tempo schon äußerst erschöpfte und atmete schwer durch den Mund. Dallas kämpfte sich ein wenig zurück, konnte die Runde jedoch wohl nicht mehr gewinnen.
Tom Little schlich nach Erklingen des Gongs vollkommen erschöpft in die Ringmitte zur dritten und letzten Runde hinaus und sah sich harten Attacken von Tom Dallas, der noch etwas frischer aussah, ausgesetzt. Little hielt sich vorerst couragiert auf den Füßen, fiel aber schließlich 80 Sekunden vor Ende ohne Schlagwirkung allein wegen der Erschöpfung zu längs zu Boden. Der Ringrichter wertete dies nicht als Niederschlag und half Little wieder auf die Beine, doch als der 24-Jährige sich kaum noch selber auf den Beinen halten konnte und in die Ecke zurück stolperte, sprang er dann doch dazwischen um Tom Dallas zum Sieger durch TKO zu erklären. Damit stand die zweite Halbfinalpaarung auch fest, in der Tom Dallas auf Tor Hamer treffen würde.

Zunächst standen sich jedoch Albert Sosnowski und Turnierfavorit Kevin Johnson im ersten Halbfinale gegenüber. Sosonowski verfolgte weiterhin seine Strategie aus dem Viertelfinalkampf seinen Gegner allein durch hohe Workrate auszupunkten, während sich Johnson anfangs wieder Zeit ließ den Gegner auszugucken. Nachdem der US-Amerikaner auf diese Art und Weise die erste Runde abgegeben hatte, fand Kevin Johnson in der zweiten Runde besser in den Kampf und landete einige gute linke Haken. Die dritte Runde sollte entscheidend sein, und Kevin Johnson behielt leicht die Oberhand, da er gegen Mitte der Runde das Tempo ein wenig anzog und mit Jabs und ein paar rechten Geraden genug Punkte sammelte um die Runde gegen den zu ungenauen Sosnowski zu gewinnen. Die Punktrichter sahen es genau so und ließen den US-Amerikaner mit einer Split Decision von 29-28, 30-27 und 28-29 als Ersten ins Finale einziehen.

Im zweiten Halbfinale machten nun Tor Hamer und Tom Dallas den Finalgegner von Kevin Johnson unter sich aus. Hamer legte atemberaubend los und ließ die Fäuste von Anfang an aggressiv fliegen. Er stellte Dallas an den Seilen und landete Rechte und Linke zum Kopf. Dallas entkam und wich zur anderen Ringseite zurück, wo er erneut direkt vom US-Amerikaner gestellt wurde. Hamer landete harte Treffer, die den Kopf von Dallas zurück schnellen ließen, und als der Brite sich nicht mehr verteidigen konnte und kurz vorm Niederschlag zu stehen schien, sprang der Ringrichter ein um Dallas vor weiterem Schaden zu retten. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal 29 Sekunden vergangen.

Somit standen sich im Finale die beiden US-Amerikaner und Turnierfavoriten Kevin Johnson und Tor Hamer gegenüber. Johnson versuchte seinen Jab zu etablieren und seinen Reichweitenvorteil auszunutzen, während Hamer seine Vorteile in Sachen Schnelligkeit und Beweglichkeit auszuspielen versuchte. In der ersten Runde zeigte Johnson sich jedoch erneut zu passiv und abwartend und gab die Runde damit ab. Hamer hielt das Tempo in der zweiten Runde weiter hoch, so dass Johnson in Sachen Workrate nicht mithalten konnte, doch Johnson hatte durchaus nun mehr Erfolg als in der ersten Runde mit dem Jab und linken Haken, so dass die zweite Runde ausgeglichen und schwer zu werten blieb.
In den letzten drei Minuten des Turniers machte Kevin Johnson immer noch nicht genug und ließ sich erneut von seinem aktiveren Landsmann die Butter vom Brot nehmen, auch wenn die Runde erneut eng war. Die Punktrichter werteten den Kampf mit 30-27, 30-28 und 29-28 für den verdienten Sieger Tor Hamer, der sich damit Prizefighter-Champion nennen durfte, und neben der Trophäe 32 Tausend Pfund einstrich. Zudem verbesserte er seinen Kampfrekord auf achtzehn Siege in neunzehn Kämpfen, und machte sich einen Namen mit guten Leistungen in allen drei Kämpfen.

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