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Toni Yoka vs Johann Duhaupas

Toni Yoka vs Johann Duhaupas

Wie der französische TV-Sender Canal+ mitgeteilt hat, wird am 25. September der Kampf zwischen Toni Yoka und Johann Duhaupas im Rahmen einer großen Boxveranstaltung aus Paris übertragen.

Für Yoka, immerhin olympischer Goldmedaillengewinner im Superschwergewicht im Jahr 2016, ist das der erste Kampf seit fast einem Jahr. Und auch in der Zeit davor hat das Management des 28-jährigen Parisers an echten Prüfsteinen gespart. Mit David Allen, Alexander Dimitrenko und Michael Wallisch hatte Yoka in seinen letzten drei Fights lösbare Aufgaben, der 39-jährige Johann Duhaupas könnte Yoka vielleicht etwas mehr abverlangen.

‚Reptile‘ Duhaupas kommt mit dem Rückenwind eines KO-Sieges gegen den mexikanischen Schwergewichtler Luis Pascal in die Begegnung. Pascal – im Boxrec-Ranking  auf #316 – ist allerdings keine wirkliche Hausnummer. Zwar konnte sich Duhaupas im Jahr 2015 gegen Mahmoud Charr durchsetzen und ein Jahr später auch Robert Helenius durch KO besiegen, doch gegen Erkan Teper, Alexander Povetkin und Jarrell Miller verlor Johann Duhaupas. So gesehen ist der 39-jährige eher ein Prüfstein als eine wirkliche Bedrohung.

Im TV-Interview zeigte sich Yoka dann auch zuversichtlich: „Ich bin schneller, technischer, in allem überlegen.“ Und natürlich auch jünger. Yoka ist 28, hier stehen sich quasi die Vertreter zweier Generationen des französischen Boxens gegenüber.

Eigentlich hätte Toni Yoka, der im Februar einen Vertrag mit Bob Arums Top Rank unterzeichnet hat, längst in den USA debütieren sollen, doch die Coronavirus-Pandemie vereitelte diese Pläne. So gesehen ist Duhaupas ein „Notstopfen“. Die kroatische Boxsportseite fightsite.hr hat es etwas salomonischer formuliert: „Der 39-jährige Duhaupas (38-5, 25 KO) ist seit Jahren an der Weltspitze präsent oder zumindest in der Nähe.“

Auch mit Filip Hrgovic stand Duhaupas schon im Ring, wenn auch nur als dessen Sparringspartner während der Vorbereitung auf den enttäuschenden Eric Molina. Yoka und Hrgovic haben  – soweit ich weiß – schon dreimal gegeneinander gekämpft: 2010 konnte sich Hrgovic im Alter von 18 Jahren bei den Jugend-Weltmeisterschaften nicht nur gegen Joseph Parker, sondern auch gegen Toni Yoka durchsetzen. Der schlug 2015 im Viertelfinale der Amateurweltmeisterschaft und 2016 im Halbfinale der Olympischen Spiele mit zwei Siegen zurück.

Ein vierter Kampf könnte nun bei den Profis erfolgen. Box-Insider Michael Benson – offenbar ein Hrgovic-Fan – schrieb vor kurzem über den jungen Kroaten, sein Stil würde kunstvolles Boxen mit dominierender roher Gewalt verbinden. Ich muss zugeben: ich halte von Hrgovic nicht sonderlich viel und würde im Falle eines Falles eher auf Toni Yoka setzen. Doch der muss am  25. September erst einmal Johann Duhaupas besiegen.

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3 Kommentare

  1. 1. August 2020 at 12:55 —

    Tony yoka ist ein guter Boxer keine Frage.
    Immerhin hat er als Amateur vieles Gewonnen.
    Als Profi, hat er noch nicht viele Kämpfe bestritten.
    Aber eins muss man ihm lassen!!!
    Die Gegner die er bis jetzt geschlagen hat, sind alle bekannt.

    I’m Vergleich zu deontay wilder, dillian und andere top 10 boxer, hat er zu Beginn seiner Karriere, gegen gute solide boxer gekämpft.

    Im Internet steht sogar, dass er danach gegen Hunter kämpfen möchte und dereck chisora.

    Ich halte ihn aufjedenfall besser als Dillian W und Joe joyce.
    Er ist schnell, hat ne gute beinarbeit.
    Die Schlagkraft hat er auch.
    Mal abwarten

    Ich wünsche ihm alles Gute.

  2. 1. August 2020 at 13:13 —

    Interessante Ansetzung! Sehe es wohl so ähnlich wie Schreiberling:
    Sollte eine lösbare Aufgabe für “Wunderkind” Yoka sein, aber ein Fight gegen einen fitten und motivierten Duhaupas wird für die wenigsten Gegner ein Selbstläufer…
    Immerhin hat sich auch Wilder mit ihm ertsmal ziemlich abgemüht, und 3 der 5 Gegner, die in besiegen konnten (und auch der einie oder andere, der ihn nicht besiegen konnte), wurden später (wenn auch nicht unmittelbar im Anschluss) des Dopings bezichtigt…
    (Letzeres war nicht so ganz bitterernst gemeint, ist aber dennoch ein Aspekt, über den man mal nachdenken kann…)

  3. 1. August 2020 at 13:33 —

    Klar ist Yoka der Favorit, aber sollte er Duhaupas unterschätzen könnte es ein böses Erwachen geben!?

    Speziell die Niederlage von Duhaups gegen Povetkin sollte man keinen all zu großen Stellenwert beimessen, denn den Kampf hat er erst einen Tag vorher angenommen und ist morgens erst angereist um abends Ko zu gehen…außerdem hatte Pove nicht erlaubte Substanzen im Körper weswegen ja Wilder nicht angereist war!

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