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Tomoki Kameda zu schnell für Paulus Ambunda – gewinnt WBO-Titel

Der 22-jährige Bantamgewichtler Tomoki Kameda krönte sich am Donnerstag zum ersten Japaner, der den in Japan nicht anerkannten WBO-Titel gewinnen konnte. Auf den Philippinen besiegte der jüngste der drei boxenden Kameda-Brüder den verteidigenden Weltmeister Paulus Ambunda aus Namibien nach Punkten. Nach einem recht ausgeglichenen Start machten Kamedas schnellere Hände vor allem in der zweiten Kampfeshälfte für ihn den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus.

Paulus Ambunda übernahm vom ersten Gong weg die Rolle des Aggressors und preschte nach vorne. In der ersten Runde hatte er damit Erfolg und konnte die besseren Treffer landen, während Kamedas Jabs meistens nur auf die Deckung des Weltmeisters gingen. Nichtsdestotrotz bejubelte das Publikum auf den Philippinen jeden einzelnen Schlag, den Kameda abfeuerte lautstark. In der zweiten Runde gelang es dem Japaner dann auch etwas besser ordentliche Konter – vor allem zum Körper – unterzubringen und den Jabs von Ambunda auszuweichen. Die dritte Runde war erneut eng, doch Tomoki Kameda ernoss wieder leichte Vorteile aufgrund seiner boxerischen Überlegenheit aus der Distanz heraus.

Ambunda tat sich nun etwas schwer die Distanz zu überbrücken und musste immer wieder schnelle Konter hinnehmen. Kameda tänzelte in der Vierten enorm viel durch den Ring und ließ Ambunda so nie wirklich seinen Rhythmus finden. Doch im fünften Durchgang gelang es ihm dann etwas häufiger Kameda an den Seilen zu stellen, wo Ambunda seine beste Arbeit verrichtete. Der Japaner kam jedoch in der letzten Minute der Runde noch einmal mit einigen guten Aktionen zurück um die Runde eng zu gestalten. Zunehmend öfter ging Kameda nun in den offenen Schlagabtausch und behauptete auch teilweise die Ringmitte. Dabei machten seine schnelleren Hände in der sechsten Runde durchaus den Unterschied aus.

Ambunda wirkte etwas zu vorsichtig in seinen Attacken, da Kameda stets mit guten Kontern zurück kam und ansonsten immer wieder mit dem Jab versuchte den Kampf auf Distanz zu halten. Der Namibier ging daher etwas mehr zum Körper, doch landete grundsätzlich zu wenig Treffer, während Kameda die konstantere Arbeit ablieferte. Selbst wenn Ambunda nahe an Kameda heran gelangte – wie häufiger in Runde Acht – bewies der Japaner eine gute Defensive und machte entweder im richtigen Moment einen Schritt zurück oder blockte den Großteil der Schläge mit seiner Deckung. Doch dabei nahm sich Kameda in der achten Runde eine kleinere Auszeit, was die Offensivarbeit anging und ließ Ambunda zu aktiv werden ehe er kurz vor Schluss wieder aufdrehte.

Langsam zog Tomoki Kameda unaufholbar nach Punkten davon, als er sich auch die neunte Runde wieder mit seinen schnellen Händen und gutem Distanzboxen sicherte. Ambunda übte weiter Druck aus, doch wurde immer wieder abgekontert und gedreht ohne einen Plan B zu haben wie er den flinken Japaner stellen und zermürben könnte. Kameda behielt auch in den letzten drei Runden die Oberhand, variierte sein Arsenal immer wieder und bearbeitete Ambunda zu Kopf und Körper, während dieser immer mehr auf den einen Volltreffer schielte, der ihm den Kampf noch drehen könnte, den er aber nie landen konnte. Vielmehr war es Ambunda, der in der letzten Sekunde noch zu Boden ging, doch obwohl Schlagwirkung da zu sein schien, zählte der Ringrichter ihn nicht an und deutete einen Ausrutscher an. Den Titelwechsel machten die Punktrichter dann nach dem Ende der zwölften Runde offiziell, als sie Tomoki Kameda mit einem zutreffenden Urteil von 118-110, 116-112 und 117-111 zum neuen Weltmeister krönten.

Tomoki Kameda folgte damit in den Fußstapfen seiner beiden älteren Brüder Koki und Daiki, die sich beide bereits in der Vergangenheit WM-Titel hatten sichern können. Der 22-Jährige blieb auch in seinem achtundzwanzigsten Profikampf ungeschlagen, während Paulus Ambunda nach zwanzig Siegen zum ersten Mal verlor. Den WBO-Gürtel hatte der Namibier erst in seinem letzten Kampf vor fünf Monaten gegen Pungluang Sor Singyu gewonnen.

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