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Tommy Morrison – „The Duke“ hätte 50. Geburtstag

Beitragsbild: fightland

Tommy Morrison wäre am 2. Januar 50 Jahre alt geworden. Das Leben des Boxers aus des USA endete leider viel zu früh am 1. September 2013 im Alter von nur 44 Jahren. „The Duke“ war bekannt für seinen „bad left hook“. Er war 1993 kurzeitig WBO-Weltmeister im Schwergewicht und spielte in Sylvester Stallones Film „Rocky V“ den jungen Boxer Tommy Gunn. Morrison beendete seine Karriere mit einem Kampfrekord von 48 Siegen (42 KO), 3 Niederlagen (3 KO) und einem Unentschieden.

Bereits in frühester Jugend begann Tommy Morrison bei mehr oder weniger offiziellen Wettbewerben gegen erwachsene Männer zu kämpfen. Er hatte Erfolg und besiegte fast jeden, der ihm vor die Fäuste kam. Sein Start bei diesen Wettbewerben war nur möglich, weil er falsche Papiere vorlegte und sich damit älter machte, als er wirklich war. Ob alle seine Angaben zu seiner Person stimmten, wird nur er selbst wissen. Angeblich war er mit Hollywood-Legende John Wayne verwandt und er verwendete dessen Spitznamen „The Duke“.

Es gab für Morrison von Beginn an kaum etwas anderes als den Boxsport. Sein Vater und auch sein Bruder boxten. Während seiner Amateurzeit absolvierte er nach eigenen Angaben ca. 240 Kampfe, von denen er nur etwa 20 verlor. Er nahm mit seinen falschen Altersangaben an sog. „Toughman Contest“ teil. Bei insgesamt 50 Kämpfen in diesen Wettbewerben verlor er nur einmal. Im Jahr 1988 gewann er mit 19 Jahren die „Kansas Golden Gloves“. Bei der Qualifikation zu den Olympischen Spielen von 1988 verlor er gegen den späteren Olympiasieger Ray Mercer.

Als Profi legte Morrison ab November 1988 eine rasante Karriere hin. Er stand in seinem ersten Profijahr im Schnitt aller 6 Wochen im Ring und besiegte seine Gegner meistens vorzeitig. Bei seinem ersten Versuch WBO-Weltmeister zu werden scheiterte er 1991 ausgerechnet wieder an Ray Mercer. Das war nach 28 Siegen seine erste Niederlage. Mercer verlor den Gürtel dann im nächsten Kampf gegen Larry Holmes. Morrison musste sich wieder weit hinten anstellen und bekam erst im Juni 1993 die Gelegenheit, gegen George Foreman um den dann wieder vakanten WBO-Titel zu kämpfen. Er besiegte Foreman nach Punkten und hatte eine kurze Karriere als Schwergewichtsweltmeister. Im August 1993 verteidigte er diesen Gürtel einmal erfolgreich. Sein Gegner war Tim Tomashek, ein Ersatzmann, der erst Minuten vor dem Kampf einsprang, weil der eigentliche Gegner Mike Williams sich weigerte aus der Kabine zu kommen. Im nächsten Kampf verlor Morrison den WBO-Gürtel an Michael Bentt durch TKO 1.

Nach dieser zweiten Niederlage folgte wieder ein langer Weg bis zur nächsten WM-Chance. Im Mai 1995 besiegte er Donovan Ruddock durch TKO 6 und wurde damit Champ des kleinen Verbandes IBC. Dieser Sieg machte ihn für Lennox Lewis interessant, der seinen WBC-Titel verloren hatte und sich mit guten Gegnern wieder die Ranglisten hoch arbeiten musste. Morrison verlor diesen Kampf durch TKO 6.

Im Februar 1996 wurde er positiv auf den HI-Virus getestet und erklärte, dass er nie wieder boxen wird. Mit dieser Entscheidung haderte er in den nächsten Jahren immer wieder. Einerseits wollte er seine HIV-Infektion nicht wahr haben und zweifelte an den Tests. Andererseits wollte er auch nicht mit dieser Niederlage gegen Lennox Lewis seine Karriere beenden. Er bestritt dann im November 1996 seinen vorerst letzten Kampf in Tokyo, den er durch TKO 1 gewann.

In den 10 Jahren danach hörte man wenig vom „Duke“. Erst 2007 und 2008 stieg er jeweils noch einmal in den Boxring und erkämpfte sich 2 Siege gegen No-Name Gegner. Er war wegen seiner ungeklärten HIV-Infektion ein „gebranntes Kind“. Er zweifelte nach wie vor an den Testergebnissen von 1996. Neuere Testergebnisse, die er vorlegte sollten beweisen, dass er keinen HI-Virus in sich hatte. Er behauptete, dass die Testergebnisse von 1996 manipuliert waren, um ihm seine Karriere zu rauben. Die Realität war eine andere: Ein unabhängiges Labor testete den „Duke“ Morrison im Januar 2007 HIV-negativ, was allerdings nicht unbedingt bedeutete, dass er das Virus besiegt hätte. Durch die Medikamente könnte die Virenanzahl unter die Nachweisgrenze gesunken sein, das Virus wäre aber weiterhin vorhanden und würde bei Absetzen der Medikamente auch wieder zu einem HIV-positiven Testresultat führen.

Der körperliche Verfall wurde in den folgenden Jahren immer deutlicher. Bereits mit knapp über 40 sah Morrison so aus, als wäre er 20 Jahre älter als er wirklich war. Die Folgen seiner Erkrankung waren unübersehbar. Im August 2013 gab seine Mutter bekannt, dass sich ihr Sohn Tommy Morrison im Endstadium von AIDS befindet. In Statements seiner Familie in den sozialen Netzwerken baten seine Angehörigen seine Fans darum für ihn zu beten. Der „Duke“ kämpfte tagelang mit dem Tod. Er glaubte bis zuletzt an eine Heilung. Der “Duke” Tommy Morrison verlor diesen letzten Fight am 1.September 2013 in Omaha / Nebraska.

 

 

 

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3 Kommentare

  1. 3. Januar 2019 at 12:19 —

    Glaskinn sein Vater,
    immer wieder schön zu sehen,
    wie er von Mercer zur Schlampe gemacht wurde

  2. 4. Januar 2019 at 00:30 —

    Morrison gehörte sicher nie zur 1. Garde des Schwergewicht, dennoch waren seine meisten Kämpfe recht unterhaltsam, zum einen weil er Schlagkraft hatte und zum anderen weil seine Deckung nicht die Stabilste war und sein Kinn eher schwach.
    Gutes Beispiel…,außer seinen Niederlagen der Kampf gegen D. Ruddock.

    @ reineckefuchs

    R. Mercer hat den WBO-WM-Titel nicht gegen L. Holmes verloren, den Kampf schon, er hat diesen Titel nach dem Kampf gegen Morrison niedergelegt. Lag vielleicht daran das der Titel zu der Zeit auch nicht so wertvoll war wie heute!?

  3. 5. Januar 2019 at 18:39 —

    Hat Morrison auf dem Foto ein Nippelpiercing? Voll gay!!!

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