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Tom Schwarz vs Ilja Menzencev 2.0 – 28. September Magdeburg

Bild: MDR Screenshot

Ergänzend zu der üblichen Lobhudelei der offiziellen Presseerklärungen vielleicht mal ein paar eigene Worte aus neutraler Sicht:

Man muss nicht all zu weit im Gedächtnis zurück kramen, um sich an den ersten Kampf zwischen Tom Schwarz und Ilja Menzencev zu erinnern. Im November 2015 ging es in der Anhalt-Arena Dessau zwischen den beiden damals noch recht jungen Boxern um den WBO-Juniorengürtel. Damals endete der Kampf mit einem KO 7 Sieg für Schwarz. Das war ein Sieg mit Ansage. Kaum jemand kannte Menzencev, der als relativ unbeschriebenes Blatt in diesen Kampf zog. Diesmal soll um einen Gürtel, den den IBF-International-Titel gekämpft werden. Dessen vorheriger Besitzer war immerhin Oscar Rivas. 

Was hat sích in der Zwischenzeit geändert? Um ehrlich zu sein: Viel weltbewegendes gab es weder bei Schwarz noch bei Menzencev. Gut, bei Schwarz kam mit der Niederlage gegen Tyson Fury in den Kampfrekord. Seine einzige bisher und dass gegen einen Top-Boxer. Ansonsten gab es wenig Interessantes, aber klare Erfolge. Bei der von seinem Boxstall ausgesuchten Gegnerschaft ist das auch kein großer Akt. Er setzte sich gegen die Lewandowski-Brüder durch. Den Wild-West-Kampf gegen Kopfstoßlegende Senad Gashi lassen wir einfach mal außen vor. Ansonsten fehlte bei seinen Kampfansetzungen etwas die Spannung für die Zuschauer, weil Schwarz jeweils als Favorit gegen in Deutschland unbekannte Gegner zu kämpfen hatte. Egal mit welchem Kampfrekord sie auch antraten. Schwarz siegte und wurde für einen Kampf gegen Fury ausgesucht, den er erwartungsgemäß nicht gewinnen konnte. Punkt.

Ilja Menzencev ist beim PSP-Team von Enrico Schütze beschäftigt. Er studiert und boxt nebenbei. Oder umgekehrt, wie auch immer: Der 23-jährige verlor keinen der 11 Kämpfe, die er in der Zwischenzeit absolvierte. Auch bei ihm muss man allerdings sagen, dass seine Gegner mit Bedacht ausgewählt waren und er keine für ihn riskanten Ansetzungen zu meistern hatte. Seine Gegner waren meist unbekannte Boxer. Dass es jetzt zu einem Rematch mit Schwarz kommt, ist etwas überraschend, aber nicht ungewöhnlich.

Es wird eine Standortbestimmung für beide Boxer. Schwarz strotzt natürlich vor Selbstsicherheit. Er ist der Meinung, dass er jetzt noch besser ist als vor 4 Jahren. Den damaligen Niederschlag in Runde 1 tut er aus Ausrutscher ab. Schaut man sich die Szene noch einmal an, sieht man schon, dass es Schlagwirkung war. Vielleicht gepaart mit einer ungünstigen Beinstellung. Der Niederschlag blieb allerdings ohne weitere Folgen. Schwarz war nicht „angeklingelt“ und Menzencev konnte daraus kein „Kapital schlagen“. Menzencev baute dann Runde für Runde ab. Ob es an dem noch fehlenden boxerischen Können oder der Kondition lag, sei mal dahin gestellt. Das vorzeitige Ende kam dann in Runde 7, als Schwarz Menzencev mit Schlägen eindeckte, die der nicht mehr vertragen konnte und letztendlich KO ging.

Was halten die boxen.de Fans von dieser Kampfansetzung? Kämpfen Schwarz und Menzencev auf „Augehöhe“? Hat der Hamburger mit kasachischen Wurzeln zwischenzeitlich genug gelernt, um mit Schwarz über 12 Runden zu kommen? Schwarz wird vorgeworfen, dass er erstmal ein paar gute Gegner schlagen soll, bevor „große Töne spuckt“. Ob und wie gut das mit der guten Gegnerschaft auf Menzencev zutrifft, sieht man am 28. September in Magdeburg. Hier schon mal eine Pressekonferenz (KLICK) und zur Erinnerung der erste Kampf:

 

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10 Kommentare

  1. 4. September 2019 at 07:08 —

    SES ist wirklich eine Schande für das Profiboxen. Nach Härtel muss nun auch Agit Kabayel den „traditionsreichen EBU-Gürtel, den einst Max Schmeling trug und der vieeeel mehr wert ist, als irgendeine Interconti-Meisterschaft“ niederlegen.
    Oder Ulf hat von Tyson Fury gelernt und vermarktet ihn als „Lineal European Champion“!

  2. 4. September 2019 at 08:00 —

    Schwarz ist und bleibt ein zweitklassiger Boxer, der es nie schaffen wird gegen einen Top-Gegner zu bestehen. Der wird ewig Flaschen boxen. Auch wenn uns der Schreiber im anderen Beitrag gerne was anderes vermitteln will. Gel Samira Furunkel?

    • 4. September 2019 at 10:23 —

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil… und wer richtig lesen kann, erkennt auch, dass “der Schreiber” nur versucht hat, halbwegs neutral zu sagen, dass beide Boxer nur ausgesuchte Gegner geboxt haben.

      Ausnahme: Der Kampf Fury vs Schwarz. Da wurde der chancenlose Schwarz zum Geld verdienen losgeschickt.

  3. 4. September 2019 at 08:18 —

    Generell haben wir in Deutschland nix brauchbares im Schwergewicht.
    Man sollte mal Pulev und Schwarz gegeneinander boxen lassen / einen Eleminator etc. ganz egal.

  4. 4. September 2019 at 10:01 —

    Gibt es denn keine Kerle mehr in Deutschland mit einem echten Killerinstinkt und der nötigen Wut im Bauch, diese in Trainingsfleiß umzusetzen und im Ring zu entfesseln?
    Wo sind sie? Das ist alles so traurig.
    Wahrscheinlich sind sie beim BJJ oder irgendeiner anderen dummen Sportart, die gerade modern ist.

  5. 5. September 2019 at 02:53 —

    Tja, ist ja nicht das erste Mal das sich Schwarz gegen einen Cruiser profilieren will,….hoffe es geht schief!

  6. 5. September 2019 at 06:17 —

    Die damalige Veranstaltung hatte den angemessenen Rahmen. Paar hundert Zuschauer im Bierzelt…

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