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Timothy Bradley solide beim Punktsieg über Carlos Abregu

Ohne überragend zu sein schlug Halbweltergewichtsweltmeister Timothy Bradley am Samstagabend in seinem Weltergewichtsdebüt den zuvor unbesiegten Argentinier Luis Carlos Abregu deutlich nach Punkten. Bradley bestimmte den Kampf mit seinen schnelleren Händen und seiner größeren Präzision.

Der hart punchende Luis Carlos Abregu wartete von der ersten Runde an auf die Möglichkeit den Kampf mit einem Schlag zu beenden und verpasste es dementsprechend seine Vorteile in Sachen Reichweite und Größe auszuspielen. Statt den kleineren Bradley mit dem Jab auf Distanz zu halten ließ er den US-Amerikaner immer wieder mit dessen Jab in die Halbdistanz kommen, wo Bradleys überlegene Athletik den Unterschied machte. Bradley ließ meist zuerst die Fäuste fliegen und hatte aufgrund seiner schnelleren Hände und besseren Reflexe deutlich mehr Erfolg. So war es auch „Desert Storm“, der den ersten richtig guten Treffer landen konnte, als er in der zweiten Runde eine Overhand Right ins Ziel brachte, die Abregu ins Stolpern brachte. Bradley setzte nach, konnte den Argentinier aber nicht auf die Bretter schicken.

Der Kampf bot insgesamt wenig Drama, und auch die Cuts, die beide Boxer erlitten, hatten keine weiteren Auswirkungen auf den Kampf. So fiel weder Bradleys kleiner Cut, den er in der ersten Runde nach einem unabsichtlichen Kopfstoß erlitt, noch Abregus, der durch einen legalen Treffer in der vierten Runde entstand, im weiteren Verlauf weiter auf. Bradleys solider Boxstil bestimmte den Kampf und gewann ihm die Runden, auch wenn Abregu die Vierte zumindest eng gestalten konnte, wenn nicht für sich entscheiden konnte.

Wohl angetrieben von dem kleinen Erfolg ermutigte Abregus Ecke ihn nach der vierten Runde dazu mehr Druck auszuüben, da Bradley diesen nicht möge. Doch in der fünften Runde nutzte Timothy Bradley die Aggressivität Abregus zu einer seiner klarsten Runden aus, und konterte den Argentinier immer wieder gut ab.

Für ein wenig Aufregung sorgte noch die siebte Runde, als die beiden Boxer heftig mit den Köpfen zusammenstießen, und Carlos Abregu zu Boden ging. Er konnte jedoch weiter machen, und auch sein dabei erlittener Cut über dem linken Auge war später nicht mehr bemerkbar. Allerdings schien Abregu noch etwas nach dem Zusammenstoß nicht ganz erholt und ein paar linke Haken von Bradley im Infight ließen ihn erneut kurz durch den Ring stolpern. Erneut konnte Bradley daraus jedoch kein Kapital schlagen und einen Niederschlag erzwingen.

Obwohl der Kampf insgesamt nicht schlecht war, vermochte er jedoch auch nicht so wirklich zu faszinieren. Bradley zog sein Ding durch, und Abregu fiel nicht viel ein außer auf die Chance zu warten den KO-Schlag zu landen. Zwar erhöhte der Argentinier seine Aktivität und schlug insgesamt sogar öfter als der sonst so aktive Timothy Bradley, doch es fehlte an Präzision. Im Grunde konnte Abregu lediglich die vierte, achte, neunte, elfte und zwölfte Runde eng gestalten, wobei man ihm wohl höchstens drei davon geben konnte. So kam Bradley beispielsweise sowohl in der neunten als auch in der zwölften Runde jeweils nach zwei schwachen Minuten stark in der letzten Minute zurück um die Runde möglicherweise doch noch für sich zu entscheiden.

Die Punktrichter sahen am Ende Bradley mit 118-110, 117-111 und 116-112 vorne, wobei die letzte Punktkarte schon großzügig für Abregu erschien. Im Interview nach dem Kampf forderte Bradley Manny Pacquiao heraus, doch der Kampf erscheint eher unwahrscheinlich, während ein Halbweltergewichtsshowdown mit Devon Alexander eigentlich der Kampf ist auf den die Boxwelt wartet.

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