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Timothy Bradley gewinnt sensationellen Kampf gegen Ruslan Provodnikov nach Punkten

Timothy Bradley und Ruslan Provodnikov lieferten sich am Samstagabend in Kalifornien einen der besten Kämpfe des laufenden Jahres. Nachdem Ruslan Provodnikov die ersten beiden Runden dominiert hatte und mehrmals kurz davor zu stehen schien Bradley KO zu schlagen, übernahm der Titelverteidiger Bradley die Kontrolle in der Folge ehe Provodnikov ihn in Runde Sechs wieder fast stoppte. Bradley antwortete darauf mit einem beweglicheren Stil, der ihn erneut die Oberhand gewinnen ließ. Am Ende reichte dies trotz eines späten Niederschlags für Provodnikov für einen knappen Punktsieg für Timothy Bradley, so dass der US-Amerikaner seinen WBO-Weltergewichtstitel erfolgreich verteidigte und weiterhin unbesiegt bleibt.

In der ersten Runde demonstrierte Timothy Bradley anfangs gleich seinen Schnelligkeitsvorteil. Während Provodnikov langsamen aber konstanten Druck ausübte agierte Bradley früh in der Runde von außen und überraschte Provodnikov mit seinen schnellen Händen. Doch gegen Mitte der Runde ließ Bradley sich dann auf einen Kampf in der Nahdistanz ein, wo er ebenfalls gut austeilte, aber auch einstecken musste. Nach einer harten rechten Gerade von Ruslan Provodnikov schien Bradley mitgenommen, und als Provodnikov sich etwas aufstützte ging Bradley zu Boden. Der Ringrichter sah dies nicht als Niederschlag an, auch als Bradley nach schnellem Aufstehen wieder zu Boden taumelte und eine unfreiwillige Rückwärtsrolle hinlegte. Bradley wirkte stark angeschlagen, doch obwohl Provodnikov noch weitere harte Treffer anbrachte, überstand der Titelverteidiger die Runde.

Doch Provodnikovs Schlagkraft beeindruckte Bradley auch in Runde Zwei wieder. Eine rechte Gerade brachte ihn erneut schwer ins Wackeln, und in der Folge nahm Bradley den offenen Schlagabtausch an. Die besseren Treffer hatte aber weiterhin Provodnikov, vor allem als Bradley sich in der Ecke stellen ließ. Timothy Bradley schien stehend KO zu sein und vernachlässigte seine Deckung komplett. Immer wieder schien Bradley nur hauchdünn davor zu stehen zu Boden zu gehen, landete aber gleichzeitig weiterhin eigene Treffer.

Mit jeder Menge frischer Energie begann Bradley die dritte Runde und deckte Provodnikov gleich mit ein Dutzend Schlägen ein ehe es zum ersten Mal nach zwei Runden mit unmenschlichem Tempo eine kleinere Ruhepause für beide Boxer gab. Bradley bewegte sich wieder etwas mehr, während Provodnikov erschöpft von seiner enorm aktiven letzten Runde schien und so Bradley die Initiative übernehmen ließ. Auch in der Vierten wirkte Bradley weiter frischer, und als Provodnikov wieder eine harte rechte Gerade landete, nahm der US-Amerikaner diese besser als in den ersten beiden Runden und kehrte gleich dazu zurück Provodnikov mit Kombinationen zu Kopf und Körper einzudecken.

Vor allem hatte inzwischen Provodnikovs Workrate stark nachgelassen, während Timothy Bradley äußerst aktiv geworden war und laut Schlagstatistiken teilweise bis zu dreimal so viele Schläge pro Runde abfeuerte wie Provodnikov. Der Kampf hatte sich gedreht und Bradley unglaubliches Kämpferherz und seine überragende Kondition hatten die Kontrolle übernommen. Bradley hatte zudem viel in die Arbeit zum Körper investiert und schien Provodnikov in der fünften und sechsten Runde mit einigen Leberhaken weh zu tun. Doch Provodnikov kam am Ende der Sechsten noch einmal mit einem linken Haken stark durch und hinterließ Bradley einmal mehr auf äußerst wackligen Beinen. Provodnikov setzte nach und landete weitere harte Treffer, doch Bradleys Instinkt setzte ein, so dass der Weltmeister, obwohl er kaum zu wissen schien, wo er war, an den Seilen stehend wild zurückfeuerte und schließlich die Runde überstand.

Das Ende der sechsten Runde veranlasste Bradleys Trainer Joel Diaz dazu ihm in der Rundenpause anzudrohen den Kampf abzubrechen, wenn Bradley nicht auf seine Anweisungen hören würde. In der Folge bewegte sich Bradley wieder mehr durch den Ring und agierte aus der Distanz mit dem Jab. In der siebten und achten Runde benutzte er den ganzen Ring und brachte ein, zwei schnelle Hände an ehe er wieder davon tänzelte. Provodnikov versuchte zwar den Ring abzuschneiden, hatte aber wenig Erfolg damit und kam kaum dazu Treffer zu landen. Gleichzeitig schwoll sein Gesicht zunehmend an.

In Runde Neun öffnete Timothy Bradley mit einer Rechten einen Cut über dem linken Auge seines Kontrahenten, und in der Folge schien Provodnikov die rechte Gerade nicht mehr richtig kommen zu sehen. Kurz nachdem Bradley ihn mit einer ins Wackeln brachte, revanchierte sich Provodnikov jedoch mit einem linken Haken, der Bradley wieder leicht zurück taumeln ließ. Nun war es Provodnikovs Trainer Freddie Roach, der kurz davor stand den Kampf abzubrechen, da sein Schützling seiner Meinung nach zu viele Treffer zum Kopf von Bradley kassierte. Roach instruierte ihn zudem vor der elften Runde Bradley nun KO zu schlagen, da er ansonsten den Kampf stoppen würde.

Provodnikov preschte nun noch aggressiver nach vorne, doch Bradley versuchte seine Distanz zu halten und ging weiter viel zum Körper des Russen. Gegen Mitte der Runde ließ er sich jedoch etwas zu sehr auf einen Schlagabtausch ein und agierte dabei zu wild und offen. Provodnikov schlug inzwischen aber nicht mehr so hart wie noch zu Beginn des so Kräfte zehrenden Kampfes, so dass seine Kampfführung Bradley nicht all zu teuer zu stehen kam.

So ging es schließlich in die letzte Runde, und Timothy Bradley schien nach Punkten relativ klar vorne zu liegen. Provodnikov setzte noch einmal alles auf eine Karte und ließ Bradley schließlich mit einem linken Haken erneut durch den kompletten Ring stolpern. Eine weitere rechte Gerade beeindruckte Bradley erneut, und zehn Sekunden vor Schluss ging Timothy Bradley nach weiteren Treffern endlich auf ein Knie nieder. Der Weltmeister fand jedoch wieder auf seine Beine und hatte, als der Kampf wieder freigegeben wurde, nichts mehr weiter zu überstehen, da der Schlussgong erklang.

Die Punktrichter werteten den Kampf schließlich mit 115-112, 114-113 und 114-113 für Titelverteidiger Timothy Bradley, der damit seinen WBO-Gürtel erfolgreich verteidigte. Er blieb damit auch in seinem dreißigsten Profikampf ungeschlagen, während Ruslan Provodnikov seine zweite Niederlage als Profi hinnehmen musste.

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16 Kommentare

  1. Timo
    17. März 2013 at 05:19 —

    Wann sehen wir mal in Deutschen tv solche Top Kämpfer ???

  2. UpperCut
    17. März 2013 at 05:24 —

    Niederschlag nicht gewertet sonst haette Provodnikov gewonnen. Dieser Bradley wollte einen leichten kampf um gut auszusehen und ist gegen einen B-level fighter unter gegangen.

  3. UpperCut
    17. März 2013 at 05:24 —

    Timo: NIE! dank sauerland sehen wir nur fakes wie abraham und huck

  4. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 05:26 —

    Was heißt hier B-Level Fighter? So ein Quark! Bradley wollte kämpfen, er hat einen Krieg bekommen und sah selten so gezeichnet aus.

  5. Arsentij Hoffmann
    17. März 2013 at 05:31 —

    Bradley hatte mal wieder totales Glück.
    Ich bin für ein Bradley vs Provodnikov II, der Russe hat es sich mehr als verdient, hat dem größten Paperchamp im heutigen Boxsport gezeigt, dass er mit ihm mithalten kann.

  6. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 05:36 —

    @ Arsentij

    Aufjedenfall! Rematch wäre hier die logische Konsequenz

  7. UpperCut
    17. März 2013 at 05:38 —

    JohnnyWalker du pappnase. Bradley sollte gegen Provodnikov gut aussehen um sich mit den fans gut zu stellen. Provodnikov ist nicht mal top 15, mach doch mal deine hausaufgaben bevor du hier postest. Bradley hat gerade ebenso noch ueberlebt und nur mit glueck gewonnen. Provodnikov hat sich super verkauft!

  8. JohnnyWalker
    17. März 2013 at 05:45 —

    @ Uppercut

    Wer erzählt denn hier das Provo nicht Top 15 ist? Nur weil seine Gegner bisher noch nicht das Kaliber eines Bradley hatten, lassen sich solche Aussagen schlussfolgern?
    Lächerlich! Provodnikov kommt aus dem Halbwelter und ist auf Nr. 3 geratet!
    Gegen Provodnikov würden noch ganz andere schlecht aussehen. Wie kann man den gegen einen Brawler gut aussehen, wenn man nicht selbst einer ist?
    Bradley hat mich heute mehr überzeugt und hat mir bewiesen, dass er wirklich eine Athletikmaschine ist, die auch Bomben fressen kann und hinter her noch ein hohes Tempo gehen kann.

  9. UpperCut
    17. März 2013 at 05:55 —

    Typ, Bradley kann nicht noch so einen kampf machen sonst geht sein gehirn den bach runter. Wer gegen einen typen wie Provodnikov so sehr die fresse voll bekommt das er beim interview nach dem kampf redet als waere er geistig behindert, der muss sich einen anderen job suchen.

  10. Arsentij Hoffmann
    17. März 2013 at 06:07 —

    Ach hört auf mit Bradley, der ist kein Champion. Provodnikov schätze ich stärker ein, sowie viele andere in der Gewichtsklasse, Bradley ist da keine Nummer 1, er ist ein PapierChamp mehr nicht

  11. UpperCut
    17. März 2013 at 06:20 —

    Jonny falls du english kannst, die beiden sind nicht mal in einer gewichtsklasse: “this was technically an optional title defense for Bradley because he fought a guy that’s not even ranked in the top 15 in the welterweight division”

  12. Carlos2012
    17. März 2013 at 07:14 —

    Hab mir den Kampf gerade nachträglich angeschaut. Provodnikov hatte einige gute Runden.Jedoch hat er sich in den ersten zwei Runden völlig verausgabt und konnte deswegen in den folgenden Runden kaum was anrichten.
    Bradlay hat einiges kassiert und wäre beinahe k.o gegangen.Hat sich aber wieder gefangen und konnte den Russen dennoch klar nach punkten besiegen.So knapp hab ich den kampf nicht gesehen.Bradlay ist kein Superboxer aber
    hat ein kämpferherz und das hat er bei diesem Fight gezeigt.

  13. magicsoundz
    17. März 2013 at 12:06 —

    hat jemand nen link für den kampf? hab leider verpennt 🙁

  14. Magicsoundz
    17. März 2013 at 13:20 —

    @lennox DANKE dir !

  15. John316
    17. März 2013 at 13:30 —

    sensationeller kampf! beide absolute weltklasse. das urteil geht sogar ok und das bei diesen treffern von provodnikov!

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