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Thomas Pütz – BDB Präsident fordert Konsequenzen

In den letzten Monaten kam es bei Boxkämpfen zu mehreren schweren Kampfverletzungen mit Todesfolge. Es waren immer wieder schwere Kopftreffer, die Gehirnblutungen auslösten und trotz jeder erdenklichen medizinischen Hilfeleistung zum Tod der Boxer führten. BDB-Präsident Thomas Pütz hat sich dazu geäußert und fordert Konsequenzen. In einem Beitrag auf der Internetseite von RTL sagte er:

“Es ist jedes Mal aufs Neue eine Katastrophe, … doch wir können uns damit nicht einfach abfinden.“

Damit hat Pütz sicher den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch wenn es bei der Ausübung von anderen Sportarten zu ähnlichen tragischen Unfällen kommt, sollte man angesichts der sich in letzter Zeit häufenden Todesfälle bei Boxkämpfen versuchen, das Boxen sicherer zu machen. Doch was genau muss sich ändern? Oder sollte man doch lieber alles so lassen wie es ist?

Boxen ist ein gefährlicher Kampfsport, bei dem die Athleten jedes mal ihre Gesundheit riskieren, wenn sie in den Ring steigen. Gewiss gibt es noch härtere Kampfsportarten, wo es noch mehr „zur Sache“ geht. Man kann das aber sicher nicht relativieren. Auch das es in anderen Sportarten zu tödlichen Unfällen kommen kann, ist kein Argument. Oberstes Ziel muss es sein, die Gesundheit der Sportler zu schützen und Todesfälle weitgehend unmöglich zu machen.

Thoms Pütz sagt dazu weiter:

“Ein Kampf muss rechtzeitig abgebrochen werden, auch wenn das Publikum buht.”

Genau das ist wohl das geeignetste Mittel, doch ist das so ohne Weiteres durchsetzbar? Angenommen, ein Boxer während eines Kampfes mehrmals hat am Kopf getroffen. Muss der dann, ggf. gegen seinen Willen, raus aus dem Kampf? Wo sind die Ermessensgrenzen dabei? Sollte die eigene Ecke schneller das Handtuch werfen? Welchen Stellenwert bei solchen Entscheidungen hat die Meinung eines Ringarztes? Darf er einschreiten und einen Abbruch anordnen? Wer hat die Verantwortung? Ist das Boxen überhaupt noch für die Zuschauer attraktiv, wenn ohne Niederschlag oder offensichtliche Verletzung abgebrochen wird? Sind dann nicht auch Manipulationen denkbar? Theoretisch könnte ein Kampf dann ja auch jederzeit abgebrochen werden, falls ein Gastboxer bei einer Heimveranstaltung den Lokalmatadoren schon fast besiegt hat. Der Gastboxer bekommt einen Treffer zum Kopf, der Ringrichter bricht „vorsichtshalber“ ab. Wie gesagt: „theoretisch möglich“. Aber wäre das noch fair?

Es gibt gewiss noch einige andere Dinge, die man abändern könnte. So könnte man zum Beispiel die Größe der Handschuhe auf mindestens ?? UZ festlegen und beide Boxer generell mit gleichen Handschuhen boxen lassen. Auch die Beschaffenheit der Polsterung und der Oberfläche spielt eine Rolle. Hier sollten stehts gleiche Bedingungen für beide Boxer/innen gelten.

Auch bei den Verbänden und Veranstaltern kann etwas getan werden. So wäre eine genauste Kontrolle der Papiere von Boxern angebracht. Es kann nicht sein, dass ein Boxer zu einem Kampf mit den Papieren eines anderen Boxers antreten kann. Er sollte neben den Boxpapieren und ein persönliches Ausweisdokument vorlegen, um die Identität des Boxers eindeutig festzustellen.

Sicher ist der tragische Tod eines Boxers immer wieder Anlass, über Änderungen nachzudenken. Nicht nur die Vertreter der Verbände, sondern auch die Fans des Boxens machen sich dazu ihre Gedanken.

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Thomas Pütz weiter:

“Es gibt frühzeitig Schutzsperren, außerdem müssen alle Boxer medizinische Untersuchungen vorweisen. … Wir müssen in Deutschland auch weiterhin alles unternehmen, dass es hier zu solchen Fällen nicht kommt.”

Der BDB-Präsident weilt gegenwärtig in Mexiko und nimmt an der 57. WBC-Convention teil. Auch bei diesem Anlass wird die Gesundheit der Boxer ein Diskussionsthema sein.

Pütz sagte dazu:

“Dort wird es auch medizinische Seminare geben, in denen ich darauf hinweisen werde, wie groß die Verantwortung für die Ringrichter und die jeweilige Ringecke ist.”

Als Boxfan kann man nur die Hoffnung haben, dass es zu keinen weiteren schweren Zwischenfällen kommt und das man vielleicht mit kleinen Änderungen Großes erreicht.

 

Auch wenn es kein besonderer „Trost“ ist: Ex-WBC Champ Adonis Stevenson ist bei der WBC-Convention anwesend und wurde herzlichst begrüßt. Er wird sein Leben lang nie wieder vollständig gesund werden, aber zumindest lebt er und kann sein Leben mit Einschänkungen weiter führen. Er und viele andere Boxer, die bei Kämpfen verletzt wurden, sollten als ständige Mahnung dienen, das Boxen so sicher wie möglich zu machen. Unterm Strich bleibt dann aber doch die gnadenlose Frage, ob das Boxen noch attraktiv bleibt, wenn Kämpfe frühzeitiger als bisher und aus Sicht der Zuschauer aus unerklärlichen Gründen abgebrochen werden. 

 

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55 Kommentare

  1. 22. Oktober 2019 at 18:18 —

    Man sollte sich überlegen, ob man nicht einen Kopfschutz wie bei den Amateuren einführt.

    • 23. Oktober 2019 at 08:49 —

      Glaub ich nicht. Die Boxer würden eher das Risiko suchen noch offener zu boxen, weil sie glauben, dass der Kopfschutz schützt und es würde vermutlich in wilden Keilereien enden. Wenn ich 12 Runden damit kassiere, werde ich auch Schäden von mir tragen.

      Entweder man verkürzt die Rundenanzahl oder die Dauer pro Runde, das würde vernutlich eher helfen.

      • 23. Oktober 2019 at 11:15 —

        Früher hat man 15 Runden und mehr geboxt, dann hat man es auf 12 Runden verkürzt, warum sollte eine weitere Verkürzung nicht möglich sein? In der Tat ist die Menge der Schläge für eine Schädigung wesentlich entscheidender, als die Härte der Schläge.

        Beim UFC werden “nur” drei Runden a 5 Minuten geboxt.

        • 23. Oktober 2019 at 12:17 —

          Im Ray Mancini Kampf Anfang der 80er Jahre, als sein südkoreanischer Gegner starb, hatte man von 15 auf 12 Runden verkürzt.

          Was die UFC betrifft ist es nicht ganz richtig. Regular Fights ja, Championship Fights sind es 5x 5 min.

    • 23. Oktober 2019 at 09:20 —

      Ja. Kopfschutz! Wäre die einzige richtige Konsequenz, wenn es den Leuten tatsächlich um den Schutz ginge…oder sind
      die Boxhandschuhe, das Suspensorium und der Mundschutz eine Heuchelei?
      In jeder anderen Sportart wird der Sportler geschützt so gut es ebend geht – im Kampfsport nur wie gerade nötig, damit man auf ein KO nicht verzichten muss.
      Ich sehe gerne ein KO, aber das sind mir auch zu viele Tote in letzter Zeit.

  2. 22. Oktober 2019 at 21:38 —

    Es gäbe dann weniger k.o.´s, aber die Boxer wären definitiv besser geschützt.

  3. 23. Oktober 2019 at 09:26 —

    Gibt es beim MMA (UFC & Co) eigentlich so viele Tote?
    Vielleicht ist es besser, die Boxhandschuhe abzuspecken, dann kippen die Sportler schneller um bei einem Treffer und sind nicht ewige Runden lang einem Dauerfeuer ausgesetzt….
    hmmmm…

    • 23. Oktober 2019 at 12:52 —

      Ja natürlich, schön 5 Unzen Handschuhe in eine Sportart einführen, wo gefühlte 80% der Schläge zum Kopf gehen. Dann geht mit absoluter Sicherheit Wilders Wunsch “I want a body on my record!” in Erfüllung.

      • 23. Oktober 2019 at 13:13 —

        Tatsächlich? Du meinst also, dass ein harter Treffer schlimmer ist als Dauerbeschuss? Beantworte doch die Frage. Wie viele Tote gibt es beim MMA aufgrund von Kopftreffern?
        Ich weiß es nicht.

        • 23. Oktober 2019 at 13:46 —

          Es ist der Dauerbeschus, damit hat das Adrenalinmonster absolut recht. Natürlich können auch Einzelschläge zu desaströsen Auswirkungen führen, aber Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

          Studien über Auswirkungen auf die Gesundheit basieren ja nicht nur auf Recherchen im Boxsport. Überall da, wo Unfälle passieren, wird ermittelt und die Ursache festgelegt und die Ergebnisse sind klar:

          Dauerüberlastungen verantwortet mehr Schäden als kurzfristige Überlastungen!

          • 23. Oktober 2019 at 14:51

            Leute, Deontay Wilder war ein banales Beispiel und das Schwergewicht ist 1 von 16 Gewichtsklassen. Was ist denn mit den übrigen Kategorien, wo nicht (immer) ein Schlag alles entscheidet? Da habt ihr doch euren “Dauerbeschuss”, da können doch keine 5 Unzen Handschuhe das Problem lösen? Ernsthaft? Außerdem kann man Boxen und UFC nicht vergleichen. Es sind unterschiedliche Sportarten (Runden, Schlagtechniken, Bodenkampf usw.).

            Adrenalin, ich weiß es nicht. Ich beschäftige mich mit UFC/Bellator nur oberflächlich. Als die Gracies noch aktiv waren, sind einige gestorben.

  4. 23. Oktober 2019 at 11:09 —

    Soviel wird in der Tat nicht passieren, aber es ist schon ein wenig beruhigend, dass nicht jeder die Doktrin, “es gibt viele Fragen, aber keine Antworten”, in Übermaßen gefressen hat.

    Kämpfe wurden schon immer mal früher als “nötig” abgebrochen und Kämpfe wurden auch schon aus “unerklärlichen Gründen” beendet, da hat auch dann nie wirklich ein Hahn nach gekräht, wenn offensichtlich ein Fehlurteil vorlag. Nach Pütz würde nun aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Das ist und klingt viel besser und wenn immer noch ein Fehlurteil vorläge, müsste dieses genauso geschluckt werden, wie zuvor auch.

    In solchen Falle liegt es an den Verbände, die Authentizität diverser Urteile zu gewährleisten und wenn die Verbände das täten und sich der Boxkonsument auf faire Punkturteile verlassen könnte, dann wäre ein „brutales“ KO auch nicht mehr so wichtig und entscheident.

    Ob das für den Boxsport attraktiv ist? Auf den ersten Blick eine scheinbar berechtigte Frage und wer diese ernsthaft stellt, sollte sich damit an die Verbliebenen oder an die Überlebenden wenden. Denn wenn die Attraktivität des Boxsports nur durch eine Mindestlebensbedrohung der Kontrahenten erhalten bleiben kann, dann sollte man diesen Sport umgehend abschaffen! Aber zum Glück nimmt für wahre Boxfans die Attraktivität des Sportes mit zunehmender Opferzahl ab.

    Der UFC ist wesentlich brutaler als der Boxsport. Dort spritzt Blut und Gegner sehen nach einem Kampf nicht selten so aus, als wurden sie “zerstört”. Im Gegenzug ist die Dauer eines Kampfes aber auch wesentlich kürzer als beim Boxen, was wiederum die Gefahr einer lebensgefährlichen Verletzung verringert. Wer also einen brutalen Kampf sehen will, der bekommt beim UFC ein spannendes Alternativprogramm zum boxen!

    Aber warum generieren Schwergewichtskämpfe immer noch wesentlich mehr Geld, als jeder UFC-Fight? Die Antwort liegt klar auf der Hand, denn die UFC hat nicht so viele Zuschauer, weil die UFC eine USK18 hat und weil viele Menschen die deutlich sichtbarere Brutalität ablehnen. Die UFC ist einfach nicht so für den Mainstream geeignet, wie der Boxsport.

    Auch wenn der Schreiberling es nicht so ganz auf die Kette bekommen hat, so sind es in der Tat nur pekuniäre Interessen, welche zum erhöhten Risiko im Boxsport führen und jeder vernünftige Mensch lehnt so etwas ab und wenn er das nicht täte, würden Formate wie “Das Millionenspiel” zum alltäglichen Mainstream gehören.

    Gott sei dank ist der Mensch nicht so dumm, wie in die Dummen immer darstellen wollen!

    Apropos dumm: Doping spielt bei den lebensbedrohlichen Auswirkungen im Boxsport eine wesentliche Rolle und das nicht deswegen, weil gedopte Boxer fester zuschlagen, sondern weil sich körperliche Auswirkungen durch Doping temporär verschieben lassen und erst dadurch zu Langzeitschädigungen führen.

    • 23. Oktober 2019 at 13:45 —

      Zu deinem Lieblingszitat: … “viele Fragen aber keine brauchbaren Antworten” …

      Im Originaltext hieß das:

      “Es ist wieder eine Tragödie für den Boxsport und es werden wieder 1000 Fragen gestellt, wie man den Boxsport sicherer machen könnte. Fragen, auf die es kaum brauchbare Antworten geben wird.”

      Es war damit gemeint, dass es zu jeder Antwort auch genügend Gegenargumente gibt. Vielleicht hätte ich das noch extra dazu schreiben sollen, damit auch du dahinter kommst.

      • 23. Oktober 2019 at 13:55 —

        Sehr interessant, wie Du den Satz:

        “Es ist wieder eine Tragödie für den Boxsport und es werden wieder 1000 Fragen gestellt, wie man den Boxsport sicherer machen könnte. Fragen, auf die es kaum brauchbare Antworten geben wird.”

        interpretierst!

        Wen man einen Satz ganz anders meint, als man ihn geschrieben hat, dann bietet es sich in der Tat an, diesen Umstand auch extra zu erklären.

        Vielleicht bist Du ja auch ein riesiger Charr-Fan, man hat es bisher nur falsch interpretiert!

    • 23. Oktober 2019 at 13:49 —

      Die Netto-Kampzeit beträgt bei einem Titelkampf in der UFC 25 Minuten bei 4 Minuten Pause, beim Boxen beträgt die reine Kampfzeit 36 Minuten bei 11 Minuten Pause. Kann mir nicht vorstellen, dass es beim MMA weniger Tote als beim Boxen gibt,auf Grund der Kampfzeit. Ich denke es liegt daran, dass ein MMA Kämpfer den Kampf auf den Boden bringen kann um sich gegen harte Wirkungstreffer in Dauerschleife zu schützen. Auch den Kampf an den Zaun zu bringen kann gegen dauerhafte harte Treffer zu Kopf schützen, weil er sei en Gegner festhalten darf, während Boxer einzig und alleine ihre Deckung sowie Meidbewegungen zum Schutz vor harten Kopftreffern haben. Z. B. Wenn ein MMA Kämpfer einen harten Niederschlag erleidet, kann er auf dem Boden seinen Gegner festhalten den Abstand dadurch verkürzen und den Schlägen die Härte nehmen. Weiterhin verbringen MMA Kämpfer viel Zeit auf dem Boden und können ihre Kämpfe auch durch Aufgabegriffe gewinnen, was einen KO nicht unbedingt erforderlich macht. Blutiger sind die Kämpfe, nicht wegen der harten permanenten Kopftreffern oder der niedrigen OZ. Eigentlich entstehen die meisten Cuts durch Ellbogenschläge auf dem Boden welche zwar brutal aussehen, jedoch aber nicht die Härte haben, Gehirnverletzungen herbei zu führen. Was ich sagen möchte ist, daß man diese Sportarten einfach nicht miteinander vergleichen kann. Boxen ist und bleibt der gefährlichere Sport, zumindest was Langzeitschaden oder Hirnverletzungen anbelangt. Was mich wundert ist, dass es statistisch weniger Totesfälle im Schwergewicht gibt. Sollte man doch meinen das dort die härtesten Schläge für die Boxer zu verkraften gibt. Was die Frage aufwirft, ob es nicht die Anzahl der Treffer ist, die Hirnverletzungen verursachen. Dem entgegen zu wirken, sollte über eine Verkürzung der Rundenzahl nachgedacht werden. Vielleicht ist es sinnvoll wie in der UFC die Runden auf 5×5 zu setzen, da die Boxer zum Ende der Runden ausgepowerter sind und dementsprechend weniger und weniger hart schlagen. Auch durch weniger Pausen (4min statt 11) kann vielleicht erzwungen werden, dass die Boxer sich ihre Kräfte auf eine Runde besser einteilen müssen, ergo weniger schlagen sowie zum Ende der Runde und des Kampfes, weniger hart zuschlagen können. Aber wer weiß das schon, ist nur so ein Gedanke.

      • 23. Oktober 2019 at 14:10 —

        Sehr interessante Analyse, die zur Aufklärung beiträgt.

        Boxer Schlagen präziser und härter, weil ihnen im Ring nur dieses Mittel zur Verfügung steht und Boxer stehen länger im Ring und können sich nicht so gut vor Treffern schützen. Absolut richtig!

        Zählt man diese Faktoren zusammen, geben sie Aufschluss darüber, dass die Kampfzeit aufgrund solcher Faktoren im Boxen deutlich länger ist, weil mehr präzise Treffer auf ungeschützen Kopf stattfinden. Beachtet man nun auch die Kampfzeit, 25 zu 36 Minuten, wird das Bild noch deutlicher.

        Die Kampfzeit ansich spielt selbstverständlich nur dann eine Rolle, wenn in dieser Zeit auch eine Beeinträchtigung stattfindet und eine solche ist im Boxsport größer als beim UFC, womit die Belastungszeit natürlich auch größer wird.

        Dein Vorschlag, die Kampfzeit im Boxen dem UFC anzugleichen, ist aufgrund der von Dir benannten Argumente auf jeden Fall ein Ansatz.

        • 23. Oktober 2019 at 14:32 —

          Zählt man diese Faktoren zusammen, geben sie Aufschluss darüber, dass die Kampfzeit aufgrund solcher Faktoren im Boxen deutlich länger ist, weil mehr präzise Treffer auf ungeschützen Kopf stattfinden. Beachtet man nun auch die Kampfzeit, 25 zu 36 Minuten, wird das Bild noch deutlicher.

          So hab ich es noch gar nicht betrachtet, hast du absolut recht. Noch dazu das Boxer mehr regenerative Pausen und damit härter schlagen und wesentlich höhere workrat gehen können erhöht das Verletzungsrisiko für den Kopf enorm.

        • 23. Oktober 2019 at 14:37 —

          ooooder man nimmt einfach den Kopfschutz…ganz unkompliziert. 😉

        • 23. Oktober 2019 at 14:42 —

          denn schließlich sind hier ganz viele unterwegs, die tatsächlich wissen, was wahres Boxen ist.
          Gute klare Treffer (drei bis vier Stück pro Runde) und viel Denkungsarbeit. permanente Rückwärtsbewegung ist intelligentes Boxen und Gesundheit geht schließlich vor. 😉
          Was ist also naheliegender als der Kopfschutz für den “echten” Boxliebhaber?

          • 23. Oktober 2019 at 14:56

            Kopfschutz wäre sicherlich eine in Betracht kommende Lösung. Nur jeder der schonmal im Ring stand mit Kopfschutz, weiß auch das es schon nervt das der Kopfschutz permanent verrutscht und man mehr Konzentration auf den Kopfschutz verschwendet als auf den Kampf. Die Sicht ist auch beeinträchtigt durchs verrutschen und dadurch trifft der Gegner einfacher. Allerdings haben ja dann beide das Problem und zu gunsten der Gesundheit ein kleines Übel. Es ist doch aber leider so, dass der Zuschauer es interessanter findet, wenn ein latente Totesrisiko besteht. Das sieht man doch an der Formel 1, wenn eine Sportart komplett sicher ist, dann glaubt der Zuschauer das kann er auch und bewundert die Sportler nicht mehr. Sie wollen auf der Couch Sportler sehen die den Mut besitzen sich diesem Risiko auszusetzen. Anders sind Einschaltquoten für mich nicht zu erklären warum Millionen einschalten, wenn einer für redbull aus dem Weltall mit einem Fallschirm auf die Erde springt. Quoten bringen Geld und Geld regiert die Welt was dazu führt, das ein umdenken nicht stattfindet. Leider.

          • 23. Oktober 2019 at 15:01

            Da habe ich darauf gewartet. Danke. Darauf wollte ich hinaus und war schon ganz gespannt, wer es sich traut zu sagen.
            Die dunkle Seite in uns!

          • 23. Oktober 2019 at 15:09

            “Permanenter Rückwärtsgang”

            Da fällt mir der Kampf Fury gegen Schwarz, und im Speziellen Fury ein.

            Schwarz ist gegen Fury marschiert und befand sich fast ausschliesslich im Vorwärtsgang, musste aber nach zwei Runden aus dem Ring genommen werden.

            Schwarz sagte dazu: “Seine Schläge fühlten sich wie Beton an.”

            Und wir alle kennen Fury. Nicht das ich mir erdreisten würde, seine Schläge wegstecken zu können, aber wenn ich mich auf den Gegner zu bewege und mir dann einen fange, ist das ganz etwas anderes, als wenn ich die Hälfte der Schlagkraft nach hinten wegeliminiere. Eine Fähigkeit, die ich bei Fury herausragend finde!

            Fury boxt perfekt aus dem Rückwärtsgang. Wie kein anderere im Schwergewicht kann es Fury vermeiden, mit voller Härte getroffen zu werden und nur deshalb ist er unbesiegt.

          • 23. Oktober 2019 at 15:20

            Der beste Moment einen zu kontern, ist jener, wenn der Gegner deinen Dunstkreis betritt und in deine Schlagreichweite kommt.
            Sie machen fast alle denselben Fehler. Sie laufen hinterher und kämpfen den Kampf des anderen.
            Ja, Fury ist gut darin, aber wie würde er sich verhalten, wenn der Gegner dieses Spiel nicht mitmacht?

          • 23. Oktober 2019 at 15:30

            Sachse, genau das ist doch der Punkt. Das Sichtfeld ist bei einem Kopfschutz eingeschränkt. z.B. die Seitwärtshaken sieht man schwer kommen. Glaubst du, dass bei 8 bzw. 10 Unzen Handschuhen die Kämpfer einem geringeren Risiko ausgesetzt sind? Ich habe da meine Zweifel. Das einzige was mMn für einen Kopfschutz sprechen würde, dass man schwere Cutverletzungen vermeiden könnte.

          • 23. Oktober 2019 at 16:50

            Nein ich glaube nicht das weniger Unzen sinnvoller sind. Weil es die Workrate nicht beeinflusst. Jedoch glaube ich das mehr OZ dazu führen, dass Kämpfer noch mehr einstecken können was wiederum Hirnverletzungen begünstigen würde. Es liegt nicht an den Handschuhen denke ich, eher an der Treffer Häufigkeit.

      • 23. Oktober 2019 at 14:30 —

        Das HW hat vielleicht nicht so viele Tote zu beklagen, weil die Schlagfrequenz eine andere ist, als in anderen Klassen…
        oder es sind mehr Boxer in den unteren Klassen insgesamt unterwegs…

        • 23. Oktober 2019 at 14:41 —

          Stimmt sicherlich. Ich kenne keine Statistiken die Hirnverletzungen prozentual zur Gewichtsklasse erhebt. Ich habe nur den Eindruck, dass diese Art der Verletzungen mit der Häufigkeit der erlittenen Kopftreffer als mit der Härte dieser einhergeht. Der Unterschied wird vielleicht darin liegen, dass in den schweren Gewichtsklassen die Lichter ausbleiben bei einem Volltreffer und in den unteren der Boxer weiter machen kann, was dann zu benannten Schäden führt. Vielleicht geht ein Ringrichter in den oberen Gewichtsklassen eher dazwischen und beendet den Kampf, weil es brachialer aussieht und sich anhört wenn ein schwerer Junge durchkommt. In den leichteren Gewichtsklassen, wird die härter eventuell unterschätzt, was spätere Kampfabbrüche zur Folge hat. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem.

        • 23. Oktober 2019 at 14:54 —

          Bestimmt ist das so und was noch hinzu kommen dürfte, ist das Training eines Schwergewichtlers, welches wesentlich mehr auf Belastungen ausgerichtet ist, als bei leichteren Gewichtsklassen.

          Aus phsikalischer Sicht ist es nun mal so, dass Kraft gleich Masse mal Beschleunigung ist. In Sachen Beschleunigung unterscheiden sich die Gewichtsklassen nicht wesentlich, aber in Sachen Masse dafür um so deutlicher. Ein Schwergewichtler, der es ernsthaft auf einen Titel abgesehen hat, muss daher auch wesentlich intensiver trainieren, wie er die Kräfte, welche auf ihn wirken, neutralisieren kann.

          Je leichter die Gewichtsklasse ist, desto mehr setzt man auf Austeilen, als auf Einstecken. Das ist auch deshalb einleuchtend, weil die KO-Rate mit abnehmenden Gewicht ebenfalls abnimmt!

  5. Bevor man wieder gleich nach verboten und mehr Regulierung schreit sollte man vorher analysieren was passiert ist. Ansonsten ist das nur blinder Aktionismus der nichts bringt.

    Was bringt eine Verkürzung der Rundenzahl wenn zb ein Boxer der nach dem Kampf im Koma landete oder verstarb, die Schäden schon in Runde 6 bekam?

    Man müsste bei all diesen Fällen genau untersuchen ab welcher Runde der Schaden angerichtet wurde, aber da das ist sehr schwer nachzuweisen bis fast unmöglich, zumal auch jeder Boxer eine andere Physis hat.
    Wenn man es wissenschaftlich angeht und auf grundlage der Fakten eine Änderung bringt die Sinn macht wäre das nur zu begrüßen.

    Es bringt einfach nix in Panik zu verfallen. Wir haben in letzter Zeit viele Todesfälle im Boxen gehabt und all die Jahre davor nur sehr wenig. Daher muss man sich fragen woher das kommt oder ob es nur Zufall ist?

    Was auf jedenfall die sinnloseste und schlechteste Lösung wäre, sind frühere Kampfabbrüche.
    Dadurch wird der Wettbewerb völlig verzerrt und nur die empfindlichkeit des Refs entscheidet dann über Sieg oder Niederlage. Das würde unter den Refs ein Angstklima schaffen, was dazu führt das man immer emfpindlicher und empfindlicher wird. Unter den Umständen kann man das Boxen gleich abschaffen.

    Man müsste nen fähiges Team aus Wissenschaftlern beauftragen alle Vorfälle der letzten Jahrzehnte zu analysieren, nicht nur die Boxer und deren Verfassung sondern auch die Referees, Rahmenbedingungen, Trainingsergebnisse, einfach alles.

    Alles andere ist ein Schnellschuss der nichts bringt.

    Man muss auch sehen das es extrem viele Boxkämpfe gibt pro Jahr. Dafür passiert noch relativ wenig. Ich kenne die Zahlen nicht, aber es wäre mal interessant auszurechnen wie viele Unfälle mit folgeschäden es bei allen kämpfen im jahr gab.

    • 23. Oktober 2019 at 13:02 —

      Wie viele Boxer willst du opfern, bis deine Untersuchung abgeschlossen ist, Dumpfbacke?
      Du willst also eine wissenschaftliche Analyse? Hier das Offensichtliche: Dauerschläge auf den Kopf sind ganz furchtbar ungesund!

      • Adrenalin mein junge, musstest du wieder an den Tunesischen FlipFlop Händler denken, weil du immer noch bereust keinen Mumm gehabt zu haben, um ihn auszuknocken?
        Ist ja ok, aber lass diesen frust nicht an mir aus. 😀

        Im übrigens zeigst du mit deinem Beitrag exakt das was ich meine, blinder Aktionismus pur! Hauptsache irgendwas machen, egal wie sinnlos es sein mag.

        Bei der Untersuchung ging es im übrigen um vergangene Fälle, du tust ja gerade so als ob jedes Wochenende Boxer sterben müssen weil man die regeln nicht ändert, mach dich nicht lächerlich du Clown.

        Was war all die jahre zuvor wo nix passierte? Wieso hast du da keine Regeländerungen gefordert wenn das Boxen doch so brutal ist? Deiner Logik zufolge ist das Boxen über Nacht schlagartig so Lebensgefährlich geworden, dass man sofort was ändern muss. Geniale Idee Schlaubi Schlumpf. Du erinnerst mich an die schlechten Horror Filme wo jemand mit dem Gewehr aus Angst Wild in die Nacht schiesst, um etwas zu treffen was er nicht sieht.

        Im boxen hat sich seit Jahren nichts geändert. Die boxer haben immer noch ein gewichtslimit, die Regeln sind immer noch gleich. Die Boxer sind zudem nicht plötzlich kräftiger geworden. Die Refs sind sicher auch nicht schlechter geworden.
        Von daher kannst du Vollzeit Clown mir jetzt gerne erklären WAS schief läuft und wieso das nicht in den jahren zuvor wo es keine Todesfälle gab, passiert ist? Kannst du nicht? Dann halts Maul und lass es leute Analysieren die es können. Solange man das Problem nicht sieht, kann man es auch nicht lösen oder fängt ein Doktor auf verdacht auch an an einem Körper rumzuschnibbeln bis er mal die Stelle findet wo der Tumor sitzt? Merkst du was?

        Wenn die Boxverbände für die Lösung eines Problems die Meinung eines Stammtischschwätzer hören wollten, dann werden sie dich in der Dorfkneipe schon besuchen, keine sorge.

        • 24. Oktober 2019 at 08:13 —

          Klingt eher nach einem persönlichen Problem, welches Du mit dem Adreanlinmonster hast, als nach einer ernstzunehmenden Argumentation. Persönliche Defizite sollten bei einem so wichtigen Thema allerdings eher ausgeblendet, als in den Focus gerückt werden.

          Es spielt eigentlich keine Rolle, wie viele Boxer im Ring verunglücken. Ausschlaggebend für diese Diskussion ist nur, dass in diesem Jahr auffallend viel Boxer verunfallten. Und genau diese Tatsache führt bei dem ein oder anderen zu Veränderung. Ich habe das Boxen auch nie so hinterfragt, aber spätestens seit Patrick Day sehe ich das etwas. Das ist ganz normal und nennt sich Entwicklungsprozess.

          Eine Diskussion darüber, was man im Boxsport verändern kann, um ihn sicherer zu machen, hat keineswegs etwas blindem Aktionismus zu tun. Es ist viel eher eine Ursachenforschung und eine solche ist auch von Nichtqualifizierten absolut legitim, zumal die hier benannten Argumente die Sachlage schon ziemlich genau auf den Punkt bringen.

          Du behauptest, dass sich im Boxsport nichts geändert hat und das auch die Boxer nicht kräftiger geworden sind, was aber absolut falsch ist. Offensichtlich ist der sport-medizinische Bereich für Dich eher eine Unbekannte, was nicht schlimm ist, aber dann sollte man sich in seinen Pauschalisierungen etwas zurückhalten. Du scheinst keine Ahnung zu haben, welche legalen und illegalen Mittelchen zum Einsatz kommen und was diese Mittelchen bewirken können. Heute ist es ganz einfach möglich, ein KO mit Medikamenten ziemlich lange hinauszuzögern. Die Nebenwirkungen liegen im Ring auf der Hand!

          Aber was der Dr. nicht weiß, macht ihn auch nicht heiß!

        • 24. Oktober 2019 at 10:57 —

          du bist doch derjenige, der immer an die Zukunft und an die Gesundheit denkt, wenn es um Boxstile geht und Deckung und Defensive und und und, Dumpfbacke.
          Was spricht also dagegen den Kopf zu schützen, wie auch die Zähne mit einem Mundschutz? Wie kann man solch einen Schutz als blinden Aktionismus betrachten, der eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wo doch die Gesundheit so wichtig ist (wie du gerne immer wieder betonst).
          Du bist einfach nur selten dämlich und der Spruch vom Stammtischschwätzer hast du von mir und wurdest bereits als solcher so genannt. Boah ey!
          Du wirkst auf mich wie ein Beamter, der mit seiner ewigen schlechten Laune und permanenten Genörgel seine Frau in die Arme eines Klempners getrieben hat, mit dem sie dann auch durchgebrannt ist.

        • 24. Oktober 2019 at 11:16 —

          Es gibt einen Kopfschutz beim Skifahren, Bob, Kanu, Motorrad, Autorennen und und und…
          …aber der Sport, bei dem man permant auf den Kopf des Gegners einschlägt NICHT.
          Blinder Aktionismus…Als wenn der Kopfschutz im Boxsport was neues wäre.
          Ein Mann mit Charakter hätte sich schon längst die Kugel gegeben. Das du dich überhaupt selbst ertragen kannst.

    • 23. Oktober 2019 at 13:37 —

      Kampfabbrüche haben im Boxsport schon immer den Wettbewerb verzerrt, obwohl es bestehende Regularien gibt, wann und warum ein Kampf abgebrochen bzw. nicht abgebrochen wird. Diese Regularien zu verschärfen und für eine konstantere und weniger willkürliche Umsetzung zu sorgen ist nur logisch und alles anderer als blinder Aktionimus!

      Blinder Aktionismus wäre es dagegen schon, wenn man ein Wissenschaftler-Team damit beauftragt, die Vorfälle der letzten Jahre zu analysieren, denn diese Analysen liegen schon seit Jahren vor. Das medizinische Problem beim Boxen ist längst bekannt und darauf basieren ja die bestehenden Regularien. Boxen ist eine olympische Disziplin die im Rahmen des Wettbewerbs absichtlich nicht mit Fight-Club-Regeln praktiziert wird, damit die Kontrahenten auch unbeschädigt den Wettbewerb vollenden können. Das größte Problem beim Profiboxen ist die Dauer der Kämpfe, weil sie zur “Materialermüdung” führt die erst solche Schäden möglich macht und das ist längstens bekannt.

      Genaue Untersuchungen sind dagegen gar nicht wirklich möglich, weil sie während des Kampfes stattfinden müssten und ein Kontrahent dafür auch mit zu voriger Einnahme von Kontrastmitteln geröntgt werden müsste. Kurzfristige “Materialermüdungen” werden damit aber nur selten bis gar nicht festgestellt.

      Eine umfassende wissenschaftliche Grundlage der Fakten besteht also schon, jetzt muss nur noch gewährleistet werden, dass die darauf basierenden Regularien eine entsprechend konsequente Anwendung finden. Damit könnte man den Boxsport bis auf ein minimales Restrisiko entschärfen. Ohne Frage würde das aber so einige Fans von blutigen Schlachten vom Boxkonsum abhalten.

      In der FIA gibt es Stewarts, welche sich vor und während des Rennens mit sämtlichen Rahmenbedingungen des Wettbewerbs auseinandersetzen und genauso etwas wäre auch fürs internationale Boxen praktikabel und auch zu empfehlen. Es bedarf unbedingt eines einzigen international fungierenden Gremiums, welches über die Ländergrenzen hinweg einheitliche Regularien und deren Umsetzung rechtlich garantiert.

      Das wäre machbar, entzieht den bisherigen Verbänden aber Macht und Kapital!

      • @ fett

        Kampfabbrüche werden immer Willkürlich bleiben. Genau das ist blinder Aktionismus und keine Lösung.
        Warum? Weil man es oft den Boxern einfach nicht ansieht das sie schon eine Hirnblutung oder ähnliches haben. Das haben wir in der Vergangenheit doch oft genug gesehen. Ihr tut ja alle so als ob die Refs Bluthungrige Barbaren sind die den Kampf erst abbrechen wenn einer ins Koma fällt.

        Das passt garnicht zu realität. Es gab in den letzten 10-15 Jahren durch die Box community ständig vor, dass Kämpfe zu früh abgebrochen wurden und sich die Leute darüber aufgeregt haben. Die refs waren diesem Verhalten zu folge eher zu sensibel und trotzdem gab es todesfälle. Also passt das alles nicht zusammen.

        Ich weiss auch nicht von welchen Studien du sprichst, aber haben diese wirklich Komaopfer, Hirnblutungen und gar Tote Boxer mit einbezogen? Das klingt für mich eher nach einer “Ja das boxen ist gefährlich” Studie. Von sowas rede ich nicht.

        Rundenzahlen, Kampfabbrüche, Boxhandschuhe, man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn man das Problem nicht spezifisch erfasst hat, dann kann man es auch nicht lösen. Erst recht nicht durch schnellschüsse.

        Wäre etwas am Boxsystem grundlegend Falsch, hätten wir die vielen Todesfälle auch in den letzten 10-15 Jahren erlebt. Haben wir aber nicht. Wieso? Weil das Problem nicht an Referees liegt oder an Rundenzahlen sondern viel tiefer zu suchen ist.

        Und wie so oft bleibt auch ein Restrisiko welches man durch Regeln nicht beseitigen kann.

        • 24. Oktober 2019 at 09:01 —

          Hat das irgendwer behauptet, dass Kampabbrüche immer willkürlich bleiben oder hast Du da etwas falsch verstanden oder einfach nur vorschnell in die Luft geschossen? Ich habe nur geschrieben, dass Kampfabrüche schon immer den Wettbewerb verzerrt haben und man für eine konstantere und weniger willkürliche Umsetzung, der Regularien für einen Kampfabbruch, sorge leisten sollte.

          Entgegen Deiner Annahme sieht man es einem Boxer schon an, ob er eine Gehirnblutung hat. Ganz offensichtlich sogar! Man kann halt nur nicht sehen, wann diese Hirnblutung angefangen hat und wenn sie einmal angefangen hat, ist es auch schon zu spät und mit jeder Minute steigt das Risiko von bleibenden Schäden exponentiell. Daher kann man ja in erster Linie auch nur vorbeugen und die beste Möglichkeit der Vorbeugung im Boxsport ist das Herabsetzen der Zeit, in welcher ein Boxer mit Schlägen vor den Kopf malträtiert wird; denn medizinisch ist schon längst erwiesen, dass viele Schläge auf den Kopf eine größeres Risiko bergen, als weniger Schläge. Aber auch Logik führt zu diesem Schluss!

          Du tust ja gerade so, als wäre die Schulmedizin im vorletzten Jahrhundert stehen geblieben und hätte keinerlei Ahnung von Komaopfern oder Todesopfern durch Gehirnblutungen. Wir leben im 20. Jahrhundert und gerade im neurologischen Bereich hat sich unglaublich viel getan. Wenn die Medizin nicht so weit wäre, würde der ein oder andere Boxer nicht mehr unter uns weilen. Mal unabhängig vom Boxsport treten Hirnblutung oft bei Menschen mit Bluthochdruck auf, vielleicht kannst Du ja die Verbindung zum Boxer selber erkennen.

          Und doch, das Problem liegt auch oft an den Schiedsrichtern, denn ein solcher kann den Kampf frühzeitig abbrechen. KO’s, gerade so richtig harte, zerstörerische KO’s generieren aber langfristig mehr Geld, weil sie wesentlich spektakulärer sind, als Punktentscheidungen und aus diesem Grunde werden Ringrichter immer mehr dazu angehalten, auf den Kampfverlauf Einfluss zu nehmen. Ringrichter müssen selbstverständlich nicht auf Offerten zur Kampfbeeinflussung eingehen, aber Ringrichter leben nun mal von ihrem Job!

          Das Problem der Unfälle im Boxsport wird hier eigentlich von jedem ziemlich spezifisch angegangen, nur nicht von Dir. Warum Boxer im Ring verunfallen, liegt ohne Zweifel an den Schlägen die ein Boxer auf den Kopf bekommt. Begünstig werden die Auswirkungen durch Materialermüdung des menschlichen Körpers. Da gibt es jetzt nicht wirklich viel, was man ändern könnte, außer dem, was hier bereits angesprochen und nur von Dir konsequent abgelehnt wird. Ob das ein spezifischer Umgang mit diesem Thema ist?

          Und was das Restrisiko betrifft, dass gibt es immer und überall und sollte immer nur ein Restrisiko sein!

          Und nochmal zu Erklärung, warum wir in den letzten 10-15 Jahren weniger Unfälle im Ring hatten:

          1. Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele tödliche oder schädliche Unfälle im Ring passieren. Nicht immer platzt eine Ader auch im Ring, nicht selten platzen sie erst um einiges später z.B. im Training oder manchmal auch erst viel später.

          2. Noch nie konnte man im Boxsport so schnell so viel Geld verdienen wie heute, wenn man an der Spitze steht und an einen WM-Kampf teilnimmt.

          3. Noch nie war der Mensch so leistungsfähig wie heute, was in erster Linie auf eine spezifische Ernährung bzw. Medikation zurück zu führen ist.

          4. Noch nie haben sich legale und illegale Medikamente zur Leistungssteigerung so schnell verbreitet. Noch nie waren diese Mittelchen leichter zu haben als heute.

          usw.

    • 23. Oktober 2019 at 14:51 —

      ..und irgendwie erinnert mich dein Bedürfnis nach Analyse an eine Szene aus einem Film von Monty Python…das Leben des Brian…
      wer waren die Jungs doch gleich? …die judäische Volksfront! genau!!!
      ach nee….es ist doch die Volksfront von Judäa..glaube ich
      😀 😀 😀

      • 23. Oktober 2019 at 14:57 —

        Und die Volksfront von Judäa erinnert mich an die Volksparteien. Wobei die judäische Volksfront wesentlich amüsanter war!

  6. Dieses ganze Theater hier erinnert mich an die Fans im Fussball.

    Man nehme ein normales Foul wie es in jedem Spiel vorkommt, nicht einmal Gelbwürdig, die Fans Schreien kurz auf und nehmen es hin.

    Man nehme das gleiche normale Foul, was unter unglücklichen Umständen dem Gegenspieler aber das Bein brechen kann und schon verlieren alle ihren Verstand und fangen an Schiri und Regeln zu hinterfragen.

    Beispiel gefällig? Henrik Larssons Schienbein brach in einem Stinknormalen Zweikampf(das video ist bekannt und überall zu finden), zu 99% bleibt bei so einem Zweikampf keiner liegen und hat keine verletzung. In diesem Fall hats ihn aber Erwischt und was nun? Würde man so argumentieren wie ihr, müsste man für das normale Foul plötzlich härtere Strafen aussprechen und die Regeln ändern, dabei ist nicht das Foul das Problem sondern der Körper des Spielers gewesen.

    Das gleiche ist auch im Boxsport jetzt ein Thema, aber soweit denken manche Blitzbirnen nicht. Wie oft haben wir Boxer gesehen die Krank wirkten und trotzdem in den Ring gestiegen sind? Von einer Schwachen Vorbereitung ganz zu schweigen.

    Bevor man also wieder das Spiel und die Regeln verdammt, sollte man 100%ig identifizieren wo die Ursache liegt. Alles andere ist oberflächlicher, hypersensibler murks der zu keinen Ergebnissen führen wird.
    Aber scheinbar sind manche Leute lieber im Blindflug unterwegs anstatt Probleme nüchtern zu Betrachten. Erinnert mich an die Protestierenden Klima Volldeppen auf den Straßen.

    • 24. Oktober 2019 at 09:20 —

      Fußball lässt sich nur sehr schwer mit Boxen vergleichen. Im Fußball zählt die Konstanz und Nachhaltigkeit über ein Jahr viel mehr, als im Boxsport. Fußballspieler haben etliche Wettkämpfe zu absolvieren, Boxer nur sehr wenige. Zudem kommt natürlich der Faktor, dass ein Tritt gegen das Bein ganz andere Auswirkung hat, hat einige Schläge gegen den Kopf. Die Leistung, die ein Fußballer in 90 Minuten erbringt, muss ein Boxer in knapp 36 Minuten erbringen. Der Körper eines Boxers wird also um Längen mehr belastet, als der Körper eines Fußballers. Im Fußball gibt es ja auch sehr wenige Hirnschäden zu verbuchen!

      Die Ursachen für die Unfälle im Boxring sind zu 100% identifiziert. Es sind Gehirnblutungen oder Quetschungen aufgrund von Materialermüdung bedingt durch hohe Anstrengungen bis über die Leistungsgrenze hinaus und gepaart mit häufigen und schweren Schlägen auf den Kopf. Hinzu kommen Leistungssteigernde Mittel, welche nicht nur gerade wegen ihrer leistungssteigernden Eigenschaft ebenfalls Gehirnblutungen begünstigen können. Boxer verunglücken im Ring sonst eigentlich nicht!

      Aber ja, wenigstens hast Du damit Recht, das auch Krankheiten und schlechte Vorbereitung dazu führen, dass die Leistungsgrenze eines Boxers früher erreicht oder überschritten wird, als wenn die Boxer gesund und gut vorbereitet in den Ring steigen würden.

      Damit hat dann das blinde Huhn auch endlich ein Korn gefunden. Ist doch schön oder!

    • 24. Oktober 2019 at 11:41 —

      Guter Beitrag Doc. Bedauerlicherweise ist es ein allgemeines Problem in unserer Gesellschaft. Die Leute sind nicht in der Lage oder trauen sich nicht, Dinge zu hinterfragen.

      Der Vorschlag, Kopfschutz oder größere Handschuhe einzuführen halte ich nach wie vor für wenig sinnvoll. Das Sichtfeld ist eingeschränkt, der Kopfschutz stellt zudem ein größeres Ziel da. Schläge, die ein Boxer in der Regel auspendelt, landen auf einmal. Größere Handschuhe bedeuten nicht weniger punishment. Wie oft hört man aus den Gyms, dass Boxer X verprügelt oder gar ausgeknockt wurde und wir reden hier von 14 bzw. 16 Unzen Handschuhen. Am Ende des Tages kommen wir zum gleichen Ergebnis (Folgeschäden).

      Vielmehr sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Sport seriöser evtl. etwas sicherer machen. Ich denke da an eine Art Regulierungsbehörde für alle Verbände. Allen voran einheitliche regeln wie z.B.:

      -Dopingtests das ganze Jahr z.B. durch die VADA
      -Bei Dopingvergehen mind. 2 Jahre Sperre
      -Rehydaration Clause wie es die IBF macht
      -Schluss mit dem irren abkochen. Vielleicht sogar das Hauptproblem des Sports. Daher wäre es vernünftig, wie es bereits einige Fachleute aufgeführt hatten, dass sich die Athleten einer permanenten Gewichtskontrolle durch die Verbände unterziehen. Hier sollte nur ein gewisser % Satz des Gewichtslimits in der off Season überschritten werden
      -Faire Ranglisten
      -Weltweit einheitliche Boxlizenzen. Sollte ein Boxer in Nevada aus diversen Gründen keine erhalten, darf sie auch nicht in Tijuana oder sonst wo ausgestellt werden
      -Altersbegrenzung für Ring- und Punktrichter oder Maßnahmen (Schulungen, Seminare usw.), die die Eignung der Damen und Herren permanent prüfen

      • 24. Oktober 2019 at 11:56 —

        nach deiner Logik klingt ja die Amateurboxzeit richtig gefährlich, während der Profibereich der leichtere Weg ist

        • 24. Oktober 2019 at 14:58 —

          Du Clown, sobald du nicht in der Lage bist, dich argumentativ auf Augenhöhe auseinanderzusetzen, laberst du irgendeine völlig aus dem Kontext gerissene Scheiße. Da merkt man wieder, was für eine charakterliche Niete du bist.

          • 24. Oktober 2019 at 15:02

            ach ja? was von deinem Geschreibsel oben ist ein Argument?
            Du bist und bleibst eine Dumpfbacke und ihr beide passt einfach herrlich zusammen.

          • 24. Oktober 2019 at 15:02

            ich lese Beleidigungen, du selbstreflexionsloses Stück Treibgut.

          • 24. Oktober 2019 at 15:23

            😀 das ist mal wieder deine übliche Reaktion, wenn du mit deinem Geschreibsel brillieren wolltest, aber dann wieder darauf aufmerksam gemacht wurdest, dass du dein übliches Dumpfbacken-BlaBla zum besten gegeben hast

    • 24. Oktober 2019 at 11:49 —

      Und sitzt Larsson jetzt eigentlich im Rollstuhl? Ist Schwerbehindert ans Bett gefesselt? Oder ist er gestorben? Dämlicher Vergleich ein gebrochenes Schienbein mit dem Tod oder irreperablen Hirnschäden zu vergleichen. Ausserdem dürfen laut Regeln Fußballer kein Foul spielen und den Gegner zu treffen, sie machen es trotzdem und es ist oportun ob und wie der Schiri das ahndet, während beim Boxen der Sinn darin besteht den Gegner zu treffen.

      • Sachse du hast nicht den Kern meine Aussage auch nur im geringsten Verstanden.
        Natürlich ist ein gebrochenes Schienbein nicht so schlimm wie Koma oder Tod. Hat niemand behauptet.

        Klar sind fouls illegal, trotzdem kommen sie vor. Sowohl im Fussbal als auch im Boxen, darum gehts doch garnicht.

        Der Punkt ist der, dass die Leute bestimmte Ereignisse nicht nach der Ursache bewerten sondern nach der Wirkung. Je dramatischer die Wirkung desto hysterischer sind Forderungen nach verboten und Regulierung. Dabei bringt es aber nichts etwas zu verbieten nur weil man vom Ereignis geschockt ist. Wenn man etwas reguliert sollte es aufgrund von handfesten Ergebnissen, Plänen etc. geschehen die eine tatsächliche Verbesserung mitbringen.

        Wenn mir jemand jetzt nachweisen kann, dass die Verkürzung der Rundenzahl 90% der Todesfälle verhindern kann, dann bin ich sofort bereit das zu akzeptieren!
        Aber wenn jemand kommt und nach einem Todesfall sofort schreit nach verboten, nur weil er so geschockt ist, kann ich das nicht ernst nehmen.
        Daher der Vergleich mit dem Foul, den leuten geht es nicht ums Foul sondern um die Verletzung und je nach Verletzung bewerten sie völlig anders, weil sie emotional sind.

        Natürlich shockt es mich wenn ein junger Boxer oder egal welchen Alters stirbt, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man den Boxern nicht damit hilft hysterisch irgendwas schnell zu ändern nur um dann behaupten zu können man hätte reagiert.

        • 25. Oktober 2019 at 16:22 —

          Ich erkläre es Dir nochmals mit anderen Worten:

          Boxer befinden sich ständig an der Leistungsgrenze und überschreiten diese auch nicht selten während eines Kampfes. Zudem werden Boxer einen ganzen Kampf über mit Schlägen auf den Kopf getroffen.

          Beides zusammen kann zur Folge haben, dass diverse Körperteile der Belastungen im Ring nicht standhalten können und da im Boxen zumeist auf den Kopf gezielt wird, ist dieser auch am stärksten betroffen unbd obwohl man nicht jeden im Ring verunfallten Boxer aufgeschnitten hat, weisss man, dass die Schläge auf den Kopf zu Hirnschwellungen und zu Beschädigungen der Blutgefässe führen können.

          Beides kann zur Ursache haben, dass das Hirn nicht mehr richtig durchblutet wird und wenn dieser Zustand zu lange anhält, kann das über Lähmungen bis hin zum Tod führen.

          Nun ist es so, dass es nun mal in der Natur des Boxens liegt, seinen Gegner auf den Kopf zu schlagen. Darin kann man auch nicht wirklich etwas ändern. Das einzige was man ändern kann, ist die zeitliche Belastung, der ein Boxer ausgesetzt ist und dafür gibt zwei wesentliche Methoden, die hier auch deutlich angesprichen wurden:

          1. Man verkürzt die Rundenzeit
          2. Man schützt den Kopf

          Beides würde dazu führen, dass die Leistungsgrenze eines Boxers nicht mehr so schnell erreicht wird und damit das Risiko für körperliche Schäden deutlich abnimmt.

          Das ist nicht nur medizinisch belegt, sondern auch in sich stimmig und logisch!

  7. 24. Oktober 2019 at 10:13 —

    Der Vergleich Boxen / MMA hinkt schon insofern, als dass es jede Woche weltweit viel mehr Boxveranstaltungen gibt als MMA. Daher sind die absoluten Zahlen beim Boxen natürlich wesentlich höher.

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