Top News

Tevin Farmer vs Jono Carroll – 15. März in Philadelphia

Gutes Boxen gibt es an Freitag in Philadelphia zu sehen. Zumindest kann man auf gute Hauptkämpfe und den Kampf eines Philly-Heimboxers gespannt sein. Die Veranstalter Eddie Hearn, Lou DiBella und J. Russel Peltz präsentieren u.a. zwei Titelkämpfe und 4 Fights, die auf 10 Runden angesetzt sind. Das Event wird am Samstag morgens ab 2:00 Uhr auf DAZN.com live übertragen.

Die Veranstaltung hat 2 Hauptkämpfe, bei denen es um Titel geht. Im Super-Federgewicht bis 130 Pfund geht es zwischen Weltmeister Tevin Farmer (28 Jahre, USA, 28(6)-4(2)-1) und Herausforderer Jono Carroll (26 Jahre, Irland, 16(3)-0-1) um dem IBF-Gürtel. Um gleich 3 Gürtel (IBF, WBA, WBO) im Leichtgewicht kämpfen die 32-jährige Irin Katie Taylor (12(5)-0-0) und die 36-jährige Brasilianerin Rose Volante (14(8)-0-0).

Farmer vs Carroll ist einer der Kämpfe, über die man im Vorfeld nicht viel sagen kann. Sowohl die Gewichtsklasse, als auch die beiden Protagonisten stehen nicht unbedingt im Fokus der meisten Boxfans. Die Superfeder-Weltmeister der Verbände WBA (Miguel Berchelt) und WBC (Gervonta Davis) sind bekannter. Tevin Farmer trägt den IBF-Titel seit August 2018. Er kam Anfang 2017 in die Schlagzeilen, als er bei einer Familienfeier angeschossen und an der Hand verletzt wurde. Nach seiner Genesung im Dezember kämpfte er zum ersten mal um den vakanten IBF-Titel gegen den Japaner Kenichi Ogawa. Er verlor den Kampf zunächst durch eine Mehrheitsentscheidung. Ogawa fiel anschließend durch den Dopingtest und der Kampf wurde zu einem No Contest erklärt. Im August folgte der zweite IBF-Titel-Anlauf. Farmer musste in Australien gegen Billy „The Kid“ Dibb antreten, den er souverän nach Punkten besiegte. Farmer verteidigte den Gürtel danach bereits zweimal. Herausforderer Jono Carroll hat sich langsam im IBF-Ranking bis auf #6 vorgearbeitet. Er war IBF-Europameister und trug auch den IBF-Interconti. Der „Celtic Warrior“, wie er sich nennt, kämpfte zuletzt Anfang Dezember auf der Undercard von Brook vs Zerafa in Sheffield. Er erreichte gegen den Franzosen Guilliaume Frenois nur ein Unentschieden. Der Kampf um die IBF Weltmeisterschaft ist die größte Herausforderung, der sich der Mann aus Dublin jemals stellen musste.

Es fällt schwer, einen klaren Favoriten auszumachen. Da beide Boxer nicht als besondere KO-Künstler bekannt sind, sollte es wohl auf einen vollen 12 Runden Kampf hinauslaufen. Es wird in der Hand der Punktrichter liegen, wie sie den Kampf beurteilen. Ob dann dabei Heim- und Weltmeisterbonus eine Rolle spielen, steht in den Sternen.

Für den Frauenkampf zwischen Katie Taylor und Rose Volante ist es leichter eine Prognose zu erstellen. Taylor war als Amateurin schon eine echte „Hausnummer“. Sie war 6x Europameisterin, 5x Weltmeisterin und holte bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Goldmedaillie. Sie ist seit 2016 bei Eddie Hearn unter Vertrag, der sie zu seinem weiblichen Aushängeschild gemacht hat. Taylors Profikarriere wurde systematisch aufgebaut. Sie kämpft von Beginn an regelmäßig auf der Undercard von großen Veranstaltungen. Ihre beiden WM-Titel eroberte sie von argentinischen Boxerinnen, die sie jeweils gnadenlos auspunktete. Rose Volante erkämpfte den vakanten WBO-Gürtel ebenfalls gegen eine Argentinierin. Ihr Sieg war allerdings mit 95:93, 94:93 und 94:94 hauchdünn. Volante gelang es, ihre Gegnerin zu Beginn des Kampfen auf den Boden zu schicken. Das war am Ende kampfentscheidend. Sie verteidigte den Gürtel 2018 zweimal durch vorzeitige Siege gegen schwache Gegnerinnen.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Es sollte Taylor gelingen, Volante den WBO-Titel abzunehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie in den ersten Runden auf der Hut ist und sich keine Wirkungstreffer von der Brasilianerin einfängt. Taylor hat schon mehrfach bewiesen, dass die 10 Runden volles Tempo gehen kann und dabei zu 100% die Oberhand behält. Ob Volante da mithalten kann, ist fraglich. Alles andere, als ein deutlicher Punktsieg für Taylor, wäre eine Sensation.

Den herausragendsten Fight auf der weiteren Undercard kann man zwischen Gabriel Rosado und dem Polen Maciej Sulecki erwarten. Michelle Rosado, die Managerin ihres Ehemannes, hat es mal wieder geschafft, für ihren Gatten einen guten Fight an Land zu ziehen. Der 33-jährige ist in Philadelphia zuhause und wird das Publikum hinter sich haben. Rosado ist dafür bekannt, dass er selbst auf verlorenem Posten fightet bis zum bitteren Ende. Sulecki ist dem deutschen Publikum aus dem Kampf gegen Jack Culcay ein Begriff. Er siegte zwar nach Punkten, wurde aber von Culcay noch in Runde 10 hart angegriffen und war sichtlich platt. Sollte Rosado konditionell gut drauf sein und den Rückenwind des heimischen Publikums spüren, ist in diesem Kampf jedes Ergebnis möglich.

Hier die letzte PK vor dem Kampf:

 

Voriger Artikel

Boxsport - Telegramm 9 / 2019

Nächster Artikel

Tippspiel KW 12 - 15.-17.03.2019

2 Kommentare

  1. 14. März 2019 at 09:31 —

    Farmer konnte sich mal wieder nicht entscheiden in welche Kamera welchen Reporters er schauen sollte.
    Wir dürfen uns alle auf ein neues Piepmatz-Kostüm Farmers freuen.

  2. 14. März 2019 at 15:56 —

    Das Foto sieht aus, als würden beide in einer Lernwerkstatt arbeiten und geistig zurückgeblieben. Sehr unvorteilhaft abgelichtet.

Antwort schreiben