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Terrazas gewinnt WBC-Titel – umstrittener Punktsieg über Mijares

In Mexico City entschied am Samstagabend der 30-jährige Mexikaner Victor Terrazas einen extrem engen Kampf um den vakanten WBC-Titel im Superbantamgewicht für sich. Gegen seinen ein Jahr älteren Landsmann und Ex-Weltmeister Cristian Mijares sahen ihn zwei der Punktrichter nach zwölf Runden knapp und etwas umstritten vorne. Mijares reichte ein starker Endspurt mitsamt eines Niederschlags in Runde Zwölf nicht um den Sieg einzufahren.

Cristian Mijares, der in seinem letzten Kampf den alternden Rafael Marquez gestoppt hatte, erwischte allerdings den besseren Start in den Kampf und wusste anfangs seine Erfahrung und sein boxerisches Können aus der Distanz auszuspielen. Mit seinem starken Jab hielt er den Kampf lang und bereitete die gelegentliche Kombination vor, während Terrazas sich noch schwer tat in den Kampf zu finden.

Erst ab der dritten Runde, die Terrazas gleich mit einer guten rechten Geraden begann, kam der 30-Jährige besser auf und konnte effektiveren Druck ausüben. Er überbrückte nun besser die Distanz, ging durch Mijares Jabs hindurch und legte in der Halbdistanz eine höhere Workrate an den Tag. Cristian Mijares hatte in Runde Vier wieder etwas mehr Erfolg mit dem Jab, doch das Momentum lag in dieser Phase bei Victor Terrazas, der mit seinem aggressiven Boxstil jetzt für einen unterhaltsamen Kampf sorgte und Mijares mit guter Arbeit zum Körper Probleme bereitete.

So sahen zwei der drei Punktrichter ihn auch nach acht Runden im Open Scoring mit 78-74 und 77-75 vorne, während der dritte es mit 76-76 bis dahin unentschieden sah. Davon angetrieben erhöhte Mijares in der ausgeglichenen neunten Runde das Tempo noch einmal, während Victor Terrazas noch ebenso dagegen hielt bevor Mijares Jab in der folgenden Runde den Ausschlag gab. Vor den letzten beiden Runden schien der Kampfausgang absolut offen mit vielleicht leichten Vorteilen für Victor Terrazas.

Cristian Mijares legte in der Folge noch einmal alles in die letzten Durchgänge und nutzte seine schnelleren Hände in der elften Runde gut aus um Terrazas mit Kombinationen aus verschiedenen Winkeln einzudecken. Dabei fügte er seinem Kontrahenten zudem einen Cut zu. Trotzdem hatte er noch nicht genug und legte noch ein ganz starkes Finish in Runde Zwölf hin. Er agierte nun extrem aggressiv und deckte Terrazas mit Aufwärtshaken ein. Es war jedoch eine linke Gerade, die für den einzigen Niederschlag des Kampfes sorgte. Victor Terrazas fand jedoch schnell wieder auf die Beine und überstand den Rest der Runde, was ihm den leicht schmeichelhaften Sieg einbringen sollte. Denn die Punktrichter sahen ihn bei der Urteilsverkündung mit 114-113, 113-114 und 115-112 vorne.

Durch den Sieg verbesserte sich Victor Terrazas, der sich nun WBC-Weltmeister im Superbantamgewicht nennen darf, auf 37 Profisiege bei zwei Niederlagen und einem Unentschieden. Er feierte zudem seinen elften Sieg in Folge. Cristian Mijares musste hingegen einen klaren Dämpfer hinnehmen, nachdem er zuvor ebenfalls in seinen letzten elf Kämpfen unbesiegt geblieben war. Der Kampfrekord des ehemaligen vereinigten Superfliegengewichtschamps verschlechterte sich durch die Niederlage auf 47 Siege, sieben Niederlagen und zwei Unentschieden.

Im Vorprogramm gewann Juan Manuel „Juanma“ Lopez in zwei Runden gegen den kurzfristig eingesprungenen Gerardo Espinoza. Außerdem sicherte sich der ungeschlagene Superfliegengewichtler McJoe Arroyo einen einstimmigen Punktsieg über Jairo „Roca“ Hernandez. Arroyo musste in der ersten Runde überraschend zu Boden, siegte am Ende aber mit Wertungen von 76-75, 78-73 und 77-74.

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2 Kommentare

  1. El Demoledor
    21. April 2013 at 11:55 —

    Bin ich auch nicht einverstanden mit dem Urteil.
    Mijares hat den Kampf im letzten Viertel gedreht und hätte imho mindestens mit 1 Punkt, wahrscheinlich sogar mit 3 vorne sein müssen.
    Offenbar muss man nicht mehr auf den Kampf schauen, sondern mit wem zukünftig mehr Geld zu verdienen ist.
    Ich bin wegen der Urteile an diesem WE wieder etwas bis sehr ratlos 🙁

  2. JohnnyWalker
    21. April 2013 at 17:01 —

    GoldenBoy macht’s möglich, er steht Arum wirklich in nichts mehr nach.

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