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Tavoris Cloud vs Artur Beterbiev – Enttäuschende Niederlage von Cloud

Mit einer großen Überraschung endete der Hauptkampf der Veranstaltung in „Bell Center“ Montreal am vergangenen Samstag. Der ehemalige IBF-Champ Tavoris Cloud (24(19)-3(2)-0) wurde vom Russen Artur Beterbiev (6(6)-0-0) regelrecht vorgeführt. Die erste Runde überstand Cloud nur knapp. In Runde 2 kam schon das Ende dieses Hauptkampfes um den vakanten Titel des Verbandes NABA im Halbschwergewicht.

Nach einem kurzen Abtasten waren in diesem Kampf schon sehr schnell die Rollen verteilt. Beterbiev drängte Cloud in den Rückwärtsgang. Der einstige mehrfache Silber- und Goldmedalliengewinner bei Europa- und Weltmeisterschaften der Amateure scheint ohne Probleme bei den Profis angekommen zu sein. Travoris Cloud landete zwar einige wenige Jab-Treffer und ging auch mal zum Körper, wurde aber selbst vom Russen mit variabel geschlagenen Kombinationen fast nach Belieben eingedeckt. Die 3. Minute der ersten Runde wurde Cloud bereits zum Verhängnis. Er musste nach harten Treffern zu Boden, wurde angezählt. Beterbiyev setzte fest entschlossen nach. Keine 15 Sekunden später war Cloud wieder am Boden. Nach dem erneuten Anzählen das gleiche Spiel. Die 3. Bodenberührung kam in etwa mit dem Pausengong, worauf der Ringrichter ordnungsgemäß zum 3. mal zu zählen begann. Eine 10:6 Runde für Beterbiev.

In Runde 2 vergingen nur wenige Sekunden bis Cloud von Beterbiev in einer Ecke gestellt wurde und weiter Prügel kassierte. Nach 30 Sekunden war er wieder am Boden, wurde zum vierten mal angezählt, kam aber nicht rechtzeitig hoch – er wollte nicht mehr. Der Kampf war vorbei. Ob es daran lag, dass der Russe zu mächtig oder der Amerikaner zu schwach war – mögen alle selbst entscheiden, die sich den Kampf auf youtube anschauen.

Wohin geht nun die Reise mit Tavoris Cloud? Nach 2 Niederlagen im Jahr 2013 kam es in seinem bisher einzigen Kampf 2014 noch schlechter. Und das gegen einen Boxer, der erst 5 Profikämpfe, aber aus seiner Amateurzeit eine Menge Potential mitgebracht hat. Cloud ist jetzt 32 Jahre alt. Soll seine Profikarriere damit schon in einer Sackgasse gelandet sein? Darüber wird er sich Gedanken machen müssen. Vielleicht wählt er ja den Weg wie Eddie Chambers und absolviert erst einmal eine ganze Reihe von kleinen Kämpfen. Ein neuer Karriereaufbau nach diesen 3 Niederlagen ist gewiss nicht die schlechteste Idee.

Für Artur Beterbiev sieht es hingegen sehr gut aus. Mit diesem beeindruckenden Sieg über den Ex-Champ Cloud hat er sich schon mal in den Top 20 des Halbschwergewichts positioniert. Die Ringdominanz, mit der er diesen Kampf gegen Cloud führte, erinnert an Sergey Kovalev, den er angeblich früher in gemeinsamer Amateurzeit schlagen konnte. Ob Beterbiev tatsächlich nur ein paar Profi-Kämpfe macht um dann doch wegen seiner geplanten Olympiateilnahme wieder ins Amateurlager zu wechseln, bleibt wohl noch offen. Wenn er weiter so macht, wird er zwischen Olympiateilnahme mit ungewissem Ausgang und Profikarriere mit möglichem Geldsegen wählen müssen.

Autor : Johannes Passehl

Fotos: PA Picture Alliance

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3 Kommentare

  1. 30. September 2014 at 20:50 —

    Der schnelle Sieg war doch keineswegs überraschend, sondern spiegelt nur die Tatsache wieder, dass Tavoris Cloud vom Stil wie gemacht war für Beterbiev und die Tendenz auch schon gegen Tavoris sprach.
    Beterbiev hat ein enormes Potential und Offensivarsenal, doch genau wie bei Kovalev steht imo ein Fragezeichen, wie er mit Gegendruck zurechtkommt.
    Im LHW gibt es momentan niemanden der dies testen kann/will, da El Chulo Stevenson ja die Hosen voll hat und Sauerland nach dem WBO-Kampf Cleverly vs. Kovalev clever den Verband “gewechselt” hat.
    Meine Prognose: Anfang 2016 ist Beterbiev Weltmeister, und er und Kovalev treffen hoffentlich aufeinander um die Nr. 1 auszuboxen.
    Wenn da nicht ein 50-jähriges Alien dazwischenfunkt (ich kann es mir aber nicht vorstellen).

  2. 30. September 2014 at 21:37 —

    was für eine hinrichtung!
    da ist doch jemand richtig gut im profi-boxen angekommen, nicht so wie der golden boy culcay.
    aber alle müssen am dominator des LHW vorbeikommen, und das ist brähmer! das war nur für den fan!
    brähmer wird na klar nie gegen einen der genannten boxen, den müssten die aus den ringseilen rauoperieren.

  3. 3. Oktober 2014 at 00:30 —

    Artur Beterbiev würde ich jetzt schon ein Sieg zutrauen gegen Brähmer, Lucian Bute oder Adonis Stevenson.
    Auf boxrec wird er mittlerweile auf Platz 17 geführt.
    Als nächste Gegner wären Blake Caparello, Ryno Liebenberg oder Andrzej Fonfara ganz interssant und auch machbar..
    Außer Hopkins und Kovalev sehe ich keinen, der Beterbiev was entgegen zu setzen hat.
    Ich hoffe doch, das Beterbiev im Profibereich bleibt, solche Leute braucht das Halbschwergewicht..außerdem traue ihm zu WM zu werden, denke in spätestens 2 Jahren oder vll auch früher..

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