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Stevenson dominiert Herring +++ FULL FIGHT +++

Stevenson dominiert Herring

In einem recht einseitigen Kampf hatte Jamel Herring seinem Herausforderer Shakur Stevenson bei weitem nicht genug entgegenzusetzen. Referee Mark Nelson stoppte die Begegnung in Runde 10, Sieger durch TKO: Shakur Stevenson.

Es gibt Fachleute, die vor dieser Begegnung das Ganze auf eine Frage herunter brachen: Kann Stevensons Aggression die Defense von Herring schlagen? Nicht umsonst galt der 35-jährige ‚Semper Fi‘ Herring bis zu diesem Kampf als einer der besten „Abwehrfighter“. Nicht unbedingt schön oder spektakulär anzuschauen, aber effektiv.

Doch gegen Stevenson funktioniert die Defense nicht. Schon im ersten Durchgang zaudert der 24-jährige Herausforderer nicht lange und stellt klar, wer die schnelleren Hände hat.

Auch in Runde 2 kommt von Herring kaum etwas, Stevenson der schnellere, präzisere und variantenreich aufboxende Mann im Ring. Den Kombinationen von ‚Fearless‘ – der fast nach Belieben seine Treffer setzt – hat Herring nichts entgegenzusetzen.

In Runde 3 bleibt Stevenson sehr dominant, er überrollt Herring förmlich, wirkt auch physisch deutlich stärker. In der Pause zum vierten Durchgang fordert Herrings Coach Brian ‚Bo Mac’ McIntyre: „You got to push this motherf….. back.”

Was Jamel Herring dann in Runde 4 auch versucht. Der Weltmeister verkauft sich etwas besser, aber kann Stevenson nicht das Wasser reichen.  

Die fünfte vermutlich die beste Runde von Herring, der etwas besser mit seinem Jab arbeitet und zumindest auf meinem Punktzettel diesen Durchgang gewinnen kann.

In Runde 6 kann Herring nicht auf die fünfte Runde aufbauen. Stattdessen erhöht Stevenson wieder die Schlagzahl. Vor allem sein rechter Haken macht Herring zu schaffen und bringt ihn auch kurz aus dem Gleichgewicht. Aber auch den Körper deckt Stevenson ein. Herring hat mittlerweile eine deutliche Schwellung unter dem rechten Auge. Stevensons Speed und Power sind einfach zu viel. Laut Schlagstatistik ist der Herausforderer mit 102 zu 49 Treffern der weitaus effektivere Boxer.

In Runde 7 verlagert sich das Geschehen etwas mehr in den Infight, aber Stevenson zeigt, dass er auch hier der bessere Mann ist und landet die besseren und härteren Schläge. Spätestens jetzt wird klar, dass Herring nur noch durch einen Knockout gewinnen kann.

Runde 8: Stevenson arbeitet weiter mit guten Kombinationen, auch sein Jab kommt wiederholt ins Ziel.

Der neunte Durchgang etwas enger, Stevenson nimmt sich eine kleine Auszeit, sichert sich aber mit einigen Powerpunches die Runde.

Runde 10: Referee Mark Nelson bittet den Ringarzt nach einer halben Minute, sich Herrings Cut anzusehen, aber der Kampf läuft weiter. Stevenson arbeitet weiter am Kopf seines Gegners, treibt Herring vor sich durch den Ring. Möglicherweise ist Herrings Sicht durch den Cut beeinträchtigt, aber auch ohne Verletzung hat der Weltmeister bislang nicht gezeigt, dass er Shakur Stevenson gefährlich werden könnte. Ringrichter Mark Nelson geht nach 1:30 Min der Runde dazwischen und stoppt den Kampf. Der neue WBO-Junior-Leichtgewichts-Champion heißt Shakur Stevenson.

Nach seinem Sieg hat Stevenson WBC-Weltmeister Oscar Valdez zu einer Titelvereinigung herausgefordert.

Hier der ganze Kampf

Auf der Undercard kämpfte unter anderem auch Nico Ali Walsh, der Enkel von Muhammad Ali. Walsh siegte zwar durch KO, aber konnte nicht glänzen. Anders als Evander Holyfields Sohn Evan, der seinen bisher größten Sieg mit einem KO über Charles Stanford in Runde 2 feierte.

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2 Kommentare

  1. 26. Oktober 2021 at 11:01 —

    Überall wird Shakur jetzt (vor allem natürlich in den amerikanischen Medien) als neuer Heilsbringer gefeiert, dabei hat er lediglich einen 36-jährigen mittelmäßigen SFW besiegt. Er faselt von Valdez, aber auch von Loma, Lopez, Gervonta oder Haney. Valdez traue ich ihm aufgrund seines offensichtlichen Vorteils an Speed und vielleicht auch an Skills durchaus noch zu, wobei der sich sicher auch nicht so abschlachten lässt wie Herring. Wenn aber ein Brocken wie Lopez oder Tank oder eine boxerische Koryphäe wie Loma mit Shakur im Ring stehen sollte, sehe ich allertiefstes Dunkelgrau für „Fearless“.

    • 27. Oktober 2021 at 14:26 —

      Natürlich hast du nicht ganz unrecht was Herring betrifft, aber die Art und Weise wie Shakur performt hat, war herausragend. Zur Zeit ist er von seinen Fähigkeiten her das mit Abstand größte Talent, was das US Boxen zu bieten hat. Daher denke ich, dass er für Valdez mehr als bereit ist. Loma bei 100% ist in einer anderen Liga (evtl. auch Teofimo), wobei ich beim letztgenannten irgendwie das Gefühl habe, dass wir eine weitere Überraschung in diesem Jahr erleben werden.

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