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Steve who?

Steve who?

Also auf Deutsch „Steve wer?“ dürfte sich vermutlich der ein oder andere gefragt haben, als Mitte des Monats der kommende Gegner von Gennadi Golovkin bekannt gegeben wurde. Ich gebe zu: ich habe mir gar nichts gedacht … allenfalls: „nie gehört“. Und damit war die Nummer erst mal durch. Heute kam mir in den Sinn, diesen Steve Rolls mal näher zu betrachten.

Steve Rolls – eigentlich Steven Michael Rolls – ist am 15. April 1984 geboren und mit 35 Jahren auch kein junger Mittelgewichtler mehr. Der Kanadier stammt aus der Provinz Chatham im Südosten Kanadas und arbeitet seit 14 Jahren mit seinem Trainer Tommy Howat. Der hat großes Vertrauen in seinen Kämpfer. “Ich habe noch nie gesehen, dass er im Ring dominiert wurde.” sagte Howat in einem Interview: “Am 8. Juni werden wir die Welt schockieren.”

Steve Rolls ist seit 2011 Profi und mit einer Bilanz von 19-0-0 (10 Siege durch Ko) noch ungeschlagen. Große Namen fehlen allerdings im Kampfrekord, zudem haben 12 der bisherigen 19 Gegner eine negative Bilanz. Zwei unbedeutende Titel konnte sich Rolls trotzdem holen: den Junior Mittelgewichtstitel der North American Boxing Federation und den Mittelgewichtstitel der United States Boxing Association. Unterm Strich also vermutlich eine Begegnung, die GGG nicht mehr abverlangen wird, als ein normales Sparring.

Natürlich glaubt Rolls an seine Chancen oder zumindest tut er so: “Ich möchte DAZN und GGG herzlich dafür danken, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, einen der besten Kämpfer der Welt herauszufordern”, sagte Rolls im Interview. “Aber lassen Sie mich klar sagen … Golovkin ist nur ein Mann. Ich werde diesen Kampf gewinnen und mein Name wird zu den besten Mittelgewichtlern der Welt zählen.”
Angeblich konnte sich Steve Rolls unter anderem gegen Brandon Adams aus Los Angeles und Hassan N’Dam durchsetzen. Adams entschied sich für einen Kampf gegen Jermall Charlo, der im Juni oder Juli stattfinden soll und GGG wollte verständlicherweise lieber mit Rolls im Ring stehen, als mit N`Dam, der mir 37-3-0 und 21 Ko-Siegen ein anderes Kaliber ist, als der Kanadier.

Ein weiterer Grund für die Gegnerwahl soll auch gewesen sein, dass DAZN mehr Abos auf dem kanadischen Markt verkaufen möchte, was mit dem Kameruner Hassan N`Dam vermutlich nicht funktionieren würde. Dazu kommt möglicherweise, dass Golovkin im ersten der insgesamt sechs Kämpfe, die vertraglich mit DAZN vereinbart sind, nicht gleich „verheizt“ werden soll.

Als Golovkin von einem Journalisten gefragt wurde, was er über Rolls wisse, konnte GGG allerdings nur mit den Schultern zucken. „Das ist nicht lustig. Das ist gefährlich für mich.“ soll Gennadi Golovkin gesagt haben. Zu vermuten ist allerdings, dass Rolls nur solange „gefährlich“ ist, bis GGG ihn Ko schlägt.

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2 Kommentare

  1. 1. Mai 2019 at 13:25 —

    Ich kenne Rolls auch nicht und natürlich ist Golovkin der haushohe Favorit, aber das war Muhammad Ali gegen Leon Spinks auch, jeder sollte wissen wie der erste Kampf ausging!

    Gegen solch einen Gegner kann Golovkin, egal wie der Kampf ausgeht, nur verlieren!

  2. 2. Mai 2019 at 15:06 —

    Ali wirkte in diesem Kampf, als ob er gleich einschlafen würde.
    Er schien schon in der zweiten Runde fertig zu sein und schlug wenig. Selbst als er merkte, dass er mit „Rope-a-Dope“ nichts reissen konnte, boxte er seinen Stiefel durch. Zudem war er 11 Jahre älter als Spinks.
    Wie Ali hinterher sagte: “Ich habe ihn unterschätzt.” Von daher hinkt der Vergleich etwas.
    Mit einem hast Du aber Recht: Gegen solch einen Gegner kann Golovkin, egal wie der Kampf ausgeht, nur verlieren!

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