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Spence vs Garcia + Undercard am Samstag in Arlington / Texas

Mit angekündigten 17 Kämpfen auf der Card haben die Promoter Tom Brown und Richard Schaefer für den Samstag Abend in Arlington / Texas eine Mammutveranstaltung aufgelegt. Wirklich herausragend ist allerdings nur der Hauptkampf zwischen dem 29-jährigen Errol Spence jr (24(21)-0-0) und 31-jährigen Mikey Garcia (39(30)-0-0). Dieser Fight hat es dafür aber in sich und verspricht 1A Boxsport. Immerhin soll es dabei um den IBF-Titel und den WBC- Diamondbelt im Weltergewicht gehen.

Man liest in weiteren 4 Kämpfen dieser Card Namen, die eins vereint: Es sind „Helden“ beteiligt, die auf die eine oder andere tragische Art „gefallen“ sind: David Benavidez, Luis Nery, Chris Arreola und Charles Martin. Es ist schon fast makaber, dass die Veranstaltung in Arlington stattfindet, dem Ort in Texas, wo die USA ihre Helden zu Grabe trägt. Der Rest der langen Card ist von „unknown Soldiers“ belegt, deren Namen bisher noch nicht großartig in Erscheinung getreten sind.

Zum Hauptkampf: Sowohl Spence als auch Garcia sind im Boxsport echte Hausnummern. Sie treten mit makelloser Bilanz gegeneinander an und beide Seiten haben eine große Fanbase. Es wäre jetzt müßig, alle möglichen Argumente für- und gegeneinander aufzulisten. Es ist, salomonisch gesagt, einfach nicht möglich eine Prognose für diesen Kampf abzugeben, ohne sich dabei auf eine Seite zu schlagen. Beide Parteien haben ihre Argumente zum Besten gegeben. Das wurde sehr schön Michael Woods auf der Seite „ringtv.com“ zusammengetragen. Es wäre müßig, das Ganze noch einmal abzumeißeln. Freuen wir und einfach auf ein tollen Hauptkampf und hoffen auf ein Ergebnis, an dem nichts zu kritisieren sein wird. 

Bevor es zum Hauptkampf kommt, geben die Veranstalter einigen anderen bekannten Boxern Gelegenheit, sich erneut in Szene zu setzen. Gemeint sind die bereits oben genannten Benavidez, Nery, Arreola und Martin.

David Benavidez (20(17)-0-0) hatte es nach 2 Kämpfen gegen Ronald Gavril endlich geschafft, unangefochtener WBC-Champ im Super-Mittelgewicht zu sein. Dann kam er bei einer Dopingkontrolle unter die Räder: Er wurden zwar keine klassischen Dopingmittel gefunden, aber offenbar hatte Benavidez gekokst, was nun mal im Sport auch nicht geht. Der Weltverband sieht seine Weltmeister als Vorbilder und allein schon das verbietet den Gebrauch von Kokain. Der WBC-Champ wurde im September 2018 aufs Abstellgleis geschoben und tauchte bis heute nicht wieder im WBC-Ranking auf. Benavidez kämpft in Arlington gegen J`Leon Love (24(13)-2(1)-1), der gerade aus einer Niederlage gegen Peter Quillin kommt. Eindeutiger Favorit ist Benavidez, der diesen Kampf vielleicht sogar vorzeitig gewinnen kann.

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Der nächste „gefallene Held“ ist Luis Nery (8(20)-0-0). Er eroberte eindrucksvoll den WBC-Bantamtitel vom Japaner Yamanaka, fiel durch einen Drogentest, kam aber mit einem „blauen Auge“ davon. Der Verband setzte ein Rematch an und diesmal gewann Nery noch eindrucksvoller. Unerklärlicherweise legte er sich mit dem WBC an und verpasste es mit voller Absicht, das Gewichtslimit zu bringen. Der Weltverband schmiss ihn darauf hin aus den Rankings. Nach enigen Monaten kehrte wieder Frieden ein. Nery wurde mit der üblichen schmalzigen Presseerklärung wieder in den Kreis der WBC-Familie aufgenommen. Seinen Titel trägt allerdings mittlerweile ein anderer Boxer: Der Franzose Nordine Oubaali. Nery durfte zunächst lediglich um den Silverbelt kämpfen, ist aber im WBC Ranking wieder die Nr. 1. Sollte er am Samstag gegen McJoe Arroyo gewinnen, darf sich Nery erneut Hoffnung machen, demnächst um den „richtigen“ WM-Titel kämpfen.

Einer mit dem man schon fast nicht mehr gerechnet hat, will es noch einmal wissen: Chris Arreola (37(32)-5(3)-1). Der 38-jährige hatte u.a. 2x die Chance, um den WBC-Titel im Schwergewicht zu kämpfen. Er unterlag eindeutig gegen Stiverne (2014) und gegen Wilder (2016). Im Dezember 2018 folgte ein Sieg gegen einen Journeyman. Das beflügelte Arreola jetzt zu der Aussage, dass er noch einmal einen letzten Anlauf auf einen WM-Kampf nehmen will. Er kämpft gegen den gebürtigen Haitianer Jean Pierre Augustin, der mit einem Kampfrekord von (17(12)-0-1) antritt. Selbst wenn Arreola diesen Kampf überzeugend gewinnt, ist der Weg zu einer WM für ihn länger als er glaubt. Es wird wohl nur darauf hinaus laufen, dass Arreola seine Karriere mit noch ein paar guten Börsen ausklingen lässt.

Der vierte „tragische Held“ ist Charles Martin. Er war 2016 kurzzeitig IBF-Weltmeister im Schwergewicht, verlor diesen Titel aber sang- und klanglos nach nur 3 Monaten „Amtszeit“ an Anthony Joshua. Danach scherte er kurz in die Welt der Marihuana-Träume aus und feierte mehr Party, als zu trainieren. Er machte keinen Hehl daraus und veröffentlichte sogar Fotos auf Facebook, die ihn kiffend zeigten. Im Jahr 2017 absolvierte er 2 Kämpfe, bei denen er leichte Gegner zum weghauen hatte. Im September vorigen Jahres lieferte er sich einen guten Kampf gegen den Polen Adam Kownacki, gegen den er mit 3x 94:96 knapp verlor. Am Samstag ist Gregory Corbin sein Gegner. Ein Boxer aus Dallas, der immerhin einen lupenrein gepimpten Kampfrekord von 15(9)-0-0) gegen durchweg schwache Gegner vorweisen kann. Martin muss diesen Kampf locker gewinnen, wenn er weiter zu den Besten in Reihe 2 B des Schwergewichts zählen und Geld verdienen will.

Hier die Pressekonferenz und das offizielle Wiegen:

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