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„Smoking“ Bert Cooper – Tod mit 53

„Smoking“ Bert Cooper – Tod mit 53

Cooper ist am gestrigen Freitag an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Der Schwergewichtler aus Philadelphia war der Erste, dem es gelang, Evander Holyfield zu Boden zu schicken. Zu seinen berühmtesten Gegnern im Boxring gehörten „Big George“ Foreman, Ray Mercer, Riddick Bowe, Michael Moorer, Corrie Sanders, Chris Byrd und Fres Oquendo.

Bert Cooper wurde 1984 Profi und stand anfangs als Cruisergewichtler im Ring. Den Zusatz „Smoking“ hatte er sich von seinem Mentor und Trainer Joe Frazier entliehen. Wegen mangelndem Trainingsfleiß und Coopers Hang zu Rauschmitteln führte das „Smoking“ aber bald anderen Assoziationen – sozusagen mit Coopers Unterstützung. So behauptete Bert Cooper zum Beispiel – nachdem er im Kampf gegen George Foreman am Ende der zweiten Runde aufgegeben hatte – er müsse sich zuerst einmal von “Alkohol, Kokain und Sex” erholen.

Die stärkste Waffe Coopers war seine rechte Schlaghand, mit der er unter anderem auch Henry Tillman – Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Los Angeles 1984 – dessen erste KO-Niederlage zufügte. Ende der 80er-Jahre pendelte Cooper zwischen Cruiser- und Schwergewicht und kämpfte mit immer stärkeren Drogenproblemen, was schließlich zur Trennung von Frazier führte.

Nach einer Sperre wegen eines positiven Dopingtests, bekam Bert Cooper die Chance, gegen Evander Holyfield anzutreten. Ursprünglich hätte Mike Tyson gegen „The Real Deal“ boxen sollen, fiel aber wegen einer Rippenverletzung aus und Holyfields Management war auf der Suche nach einem kleineren, schlagstarken Gegner, der Tyson stilistisch ähnlich sein sollte. Die Wahl fiel auf Cooper, der dann am 23. November 1991 gegen Holyfield um die vereinigten Titel von WBA und IBF boxte.

Cooper überraschte im Kampf durch seine Leistung und war nicht so chancenlos, wie viele erwartet hatten. Es gelang Holyfield zwar, ihn in der ersten Runde zu Boden zu schicken, Bert Cooper schaffte es im Gegenzug aber, Evander Holyfield in Runde 3 erstmals in dessen Karriere niederzuschlagen. „Smoking“ Bert Cooper verlor allerdings in Runde 7 durch technischen KO.

 

 

Nachdem Cooper 24mal ohne Gegenwehr von Holyfield getroffen worden war, beendete Ringrichter Mils Lane den Kampf.

Coopers Karriere ging nach diesem Kampf bergab und er verlor öfter als er gewann. 1992 bekam er die Chance, um den vakanten WBO-Weltmeistertitel zu kämpfen, erlitt jedoch gegen Michael Moorer auch eine Niederlage. Nachdem er 8 Jahre lang nicht mehr im Ring gestanden hatte, versuchte Cooper 2010 im Alter von 44 Jahren ein Comeback. Er verlor er drei Kämpfe in Folge, darunter einen durch TKO in der zweiten Runde gegen Luis Ortiz, bevor er nach einer TKO-Niederlage in der zweiten Runde gegen Carl Davis im September 2012 endgültig in den Ruhestand ging.

Cooper beendete seine 28-jährige Karriere mit einem Rekord von 38-0-25, davon 31 KOs und ein No-Contest.

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Ob Cooper eine Ringlegende war, muss wohl jeder für sich selber beantworten.

Zumindest in Bare Knuckle-Kreisen schaffte es Cooper, sich einen Namen zu machen: der Brite Joe “Lethal Weapon” Savage, der sich in den späten 80ern und frühen 90ern als einer der erfolgreichsten Fighter in der Szene etabliert und mit einer Bilanz von 42 Siegen ohne Niederlage zum Weltmeister gekrönt hatte, war der Meinung, er könne es nun auch mit jedem Profiboxer aufnehmen.

“Ich fordere Lennox Lewis und Frank Bruno in derselben Nacht heraus. Ich werde sie ausknipsen!“ behauptete Savage und forderte ebenfalls Razor Ruddock und Mike Tyson heraus – ohne jemals eine Antwort zu bekommen.

Cooper, der zu diesem Zeitpunkt nichts zu verlieren hatte, bot sich stattdessen an und es kam am 22. August 1994 in der Civic Arena im kanadischen Nanaimo zum Kampf zwischen dem Bare Knuckle-Champion und dem Profiboxer. Cooper gewann durch KO in der ersten Runde.

 

Savage, dem in einem seiner Folgekämpfe ein Ohr abgerissen wurde, soll später als Leibwächter in Großbritannien gearbeitet haben, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Ein Berichterstatter schrieb nach dem Fight: „Es war, als würde man zusehen, wie ein Kerl mit einem Messer in einem Kampf mit Nuklearwaffen antritt!“

Ruhe in Frieden, Bert Cooper.

 

 

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4 Kommentare

  1. 11. Mai 2019 at 09:48 —

    Bert Cooper war eher ein Journeyman der keinen Gegner aus dem Weg ging.

    R.I.P. Bert

  2. 11. Mai 2019 at 19:06 —

    R.I.P.

  3. 11. Mai 2019 at 22:19 —

    Hmmm…mit 53 Jahren schon das Zeitliche segnen ist Mist, allerdings ist derzeit Bauchspeicheldrüsenkrebs wohl immer noch tödlich, aber auf jedenfall mehr als unangenehm!
    Ja, er hat keinen Gegner gescheut…..und wer weiß, wenn er dem süßen Leben nicht so gerne gefrönt hätte, hätte er den ein oder anderen gar besiegt gegen den er letztendlich doch verloren hat!?

    R.I.P. Bert Cooper

  4. 12. Mai 2019 at 04:09 —

    R.I.P. Mr.Cooper..
    harter fight gegen evander…

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