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Sithsamerchai behält Titel nach Unentschieden gegen Porpramook

Am Freitag verteidigte WBC-Minimumgewichtsweltmeister Oleydong Sithsamerchai in Thailand gegen seinen Landsmann Pornsawan Popramook seinen Titel erfolgreich. Zum Sieg reichte es für ihn nicht, aber durch ein mehrheitliches Unentschieden durfte der Thailänder nach den zwölf harten Runden seinen Gürtel behalten.

Die beiden Boxer waren bereits vor knapp zwei Jahren aufeinander getroffen, als Sithsamerchai seinen Titel zum zweiten Mal verteidigte. Damals gewann der Weltmeister beinahe jede Runde und punktete Porpramook komfortabel aus. Anzeichen dafür, dass es dieses Mal jedoch anders aussehen könnte, gab es aber bereits beim Einwiegen. Sithsamerchai, der seit Längerem Probleme hat das Gewicht zu bringen und bereits in seinen letzten beiden Kämpfen hinten heraus stark einbrach, konnte erst beim zweiten Versuch die 105 Pfund-Marke erreichen und schien noch mehr Probleme als sonst mit dem Gewicht zu haben.

Anfangs zeigte er jedoch wie er den ersten Kampf gewinnen hatte können. Mit seinem besseren boxerischen Können hielt er Porpramook im Rückwärtsgang auf Distanz und boxte ihn klassisch aus. Nachdem er in der ersten Runde leichte Vorteile genoss, ließ der Weltmeister besonders in der zweiten Runde seine Klasse durch sehenswerte Kombinationen aufblitzen. Zudem gelang es ihm immer wieder schöne Konter gegen den anstürmenden Porpramook zu setzen, vor allem mit der linken Geraden. Konnte der Herausforderer mal die Distanz überbrücken zeigte Sithsamerchai gute Meidbewegungen und wurde so nur selten klar getroffen. Auf diese Art und Weise beherrschte er die ersten drei Runden, und hatte auch in der Vierten die Vorteile auf seiner Seite. Das Open Scoring der WBC offenbarte allerdings nach vier Runden, dass bis dato nur ein Punktrichter den Weltmeister mit 40-36 vorne sah, während die anderen beiden es 39-37 bzw. mit 38-38 sogar unentschieden sahen.

In einer engeren fünften Runde behielt Sithsamerchai weiterhin leicht die Oberhand, doch schon in der sechsten sollte sich das Blatt wenden. Porpramook fiel es nun gegen einen müder werdenden Titelverteidiger leichter die Distanz zu überbrücken und gegen Mitte der Runde stellte er Sithsamerchai erfolgreich an den Seilen. Der härter schlagende Porpramook sah seine Chance gekommen und schlug auf alles, was er treffen konnte. Sithsamerchai schien nicht wirklich ein Rezept dagegen zu haben und ließ sich langsam aber sicher von Porpramook überwältigen. Ein rechter Aufwärtshaken zum Körper sorgte im Endeffekt mit etwas Verzögerung dazu, dass der Weltmeister zu Boden musste. Er fand jedoch wieder auf die Beine, auch wenn diese etwas wacklig schienen. Porpramook setzte nach und kurze Zeit später war Sithsamerchai erneut am Boden. Dieses Mal kam es jedoch nicht von einem Schlag, sondern davon, dass Porpramook ihn niedergedrückt hatte, was der Ringrichter richtig erkannte. Doch Porpramook misinterpretierte die Geste des Ringrichters, der einen Ausrutscher anzeigte. Im Glauben der Kampf sei abgebrochen worden und er der Sieger durch TKO, drehte der Herausforderer jubelnd ab. Sein Trainer betrat ebenfalls den Ring um mitzujubeln, was bei strenger Auslegung durchaus zu einer Disqualifikation Porpramooks hätte führen können. Als Porpramook bemerkte, dass der Kampf weiterging, ging er direkt wieder auf Sithsamerchai los, doch dieser konnte die Runde überstehen.

Doch der Titelverteidiger war jetzt sichtbar müde und der Herausforderer kam immer besser auf. Die achte Runde, in der er sich auch noch einen leichten Cut zuzog, konnte Sithsamerchai noch eng gestalten, doch die siebte und neunte Runde gingen wohl an Porpramook. Nach acht Runden hatte ein Punktrichter Sithsamerchai vorne, einer Porpramook, während der dritte es unentschieden sah. Der Weltmeister musste noch einmal aufdrehen, und in den letzten drei Runden fand er tatsächlich seine kleine zweite Luft. Er hielt wieder mehr die Distanz und brachte die saubereren Treffer ins Ziel, obwohl man ihm seine Müdigkeit weiterhin anmerkte. In der letzten Runde waren beide Boxer völlig erschöpft und mieden zum Schluss jeweils den Schlagabtausch. Porpramook, dessen Sieg eine Riesenüberraschung gewesen wäre, hatte jedoch wohl noch etwas Kondition wie er direkt nach dem Schlussgong bewies. Nachdem er kurz seine Arme hochriss um zu feiern, ging er demonstrativ zu Boden und machte ein paar Liegestütze, obwohl er die Energie besser in die letzten Sekunden des Kampfes investiert hätte.

Denn es schien so, als hatte sich Sithsamerchai einen knappen Punktsieg verdient. Die drei Punktrichter aber sahen es 114-114, 114-114 und 114-113 für Sithsamerchai, so dass ein mehrheitliches Unentschieden heraus sprang. Oleydong Sithsamerchai bleibt damit zwar ungeschlagen in 35 Kämpfen und bewältige seine sechste Titelverteidigung erfolgreich, doch die Probleme gegen einen Mann, der weitaus weniger Talent mit in den Ring brachte als er selbst, dürften ihm gezeigt haben, dass es bei seinen Problemen das Gewicht zu bringen, ratsam wäre ins Halbfliegengewicht zu wechseln.

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