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Singwancha zu stark für Shimizu – verteidigt WBA-Titel durch TKO in 9 Runden

Der neue WBA-Superfliegengewichtsweltmeister Tepparith Singwancha bestätigte am Mittwoch seinen Status mit einem Sieg gegen den alten Titelträger Tomonobu Shimizu, der seinen Titel nach einer langen verletzungsbedingten Pause hatte niederlegen müssen. Singwancha feierte einem emphatischen Sieg über den Japaner Shimizu und stoppte ihn in der neunten Runde eines unterhaltsamen Kampfes in Japan.

Tomonobu Shimizu eröffnete das Gefecht mit einer ordentlichen rechten Gerade gleich zu Beginn, und schon in der ersten Runde entwickelte sich ein ansehnlicher Schlagabtausch, in dem Tepparith Singwancha nach vorne ging und sich auf linke Haken konzentrierte, während Shimizu das Geschehen mit seinem Jab unter Kontrolle halten wollte. Zwar wirkte der Japaner koordinierter und technisch überlegen, doch Singwanchas hoher Energieaufwand ließen ihn schon in den ersten drei Minuten mit einigen guten Schlägen Treffer erzielen. Auch in der zweiten Runde versuchte Shimizu mit geraden Schlägen den Kampf auf Distanz zu halten, doch Singwancha stürmte gnadenlos an, hielt das Tempo hoch, und versuchte vor allem immer wieder seinen linken Haken ins Ziel zu bringen. Diese schienen zudem deutlich mehr Eindruck zu hinterlassen als die etwas sauberer geschlagenen rechten Geraden von Shimizu, die dieser seinen Jabs hin und wieder folgen ließ.

Obwohl Shimizu die ersten beiden Runden relativ ausgeglichen hatte gestalten können, hatte Singwancha das Momentum eindeutig auf seiner Seite. Der Thailänder, der wie ein Bulle auf den japanischen Matador einfiel, stellte Shimizu vor große stilistische Probleme, auf die dieser kaum eine Lösung fand. Zwar bewegte sich der Japaner konstant rückwärts und seitlich durch den Ring, doch war er dem Druck seines Gegners kaum gewachsen. In der dritten Runde schienen seine Jabs bloß noch Nadelstiche zu sein, die gegenüber den raketenähnlichen Schlägen und Angriffen des Thailänders klar das Nachsehen hatten. Singwancha legte eine enorme Aktivität an den Tag und bombardierte Shimizu unermüdlich, so dass sich zunehmend mehr Lücken in dessen Deckung offenbarten. Nach einigen harten Treffern stolperte der Japaner so schließlich in der vierten Runde bereits stark angeschlagen durch den Ring und in die Seile. Dort bearbeitete Singwancha ihn weiter mit einer Salve unbeantworteter Treffer, bevor Shimizu Gegenwehr zeigte und sich kurzfristig wehren konnte. Doch auch, wenn er nun wieder zurück schlug, kassierte der Ex-Weltmeister auch für den Rest der Runde eine Menge Prügel vom wild schwingenden Thailänder.

Zu diesem Zeitpunkt schien es die einzige Hoffnung des überfordert wirkenden Shimizus zu sein, dass Singwancha sich seine Kraft nicht einteilen, das hohe Tempo nicht lange genug gehen könnte und so schließlich einbrechen würde. In der Tat legte der Titelverteidiger auch eine verhältnismäßig sehr ruhige fünfte Runde hin, die Shimizu wieder mehr in den Kampf brachte. Der Thailänder schlug weniger und wurde nun selber für lange Strecken in den Rückwärtsgang gedrängt, wo er einige Treffer hinnehmen musste, ehe er gegen Ende der Runde wieder ein wenig aufdrehte. Hatte sich Shimizu davon aber einen generellen Leistungsabfall seines Gegners erhofft, wurde er schon in der darauf folgenden sechsten Runde enttäuscht, in der Singwancha wieder einen Gang höher schaltete und wieder hohen Druck auf Shimizu ausübte.

Der Japaner wirkte inzwischen auch deutlich gezeichnet vom temporeichen Kampf, während Singwanchas Gesicht kaum Spuren des Gefechts aufwies. Nicht nur die linken Haken hatten die Gegend um Shimizus Augen anschwellen lassen, sondern auch die zunehmend öfter landenden rechten Geraden, die nun in der siebten Runde zudem Blut aus Shimizus Nase strömen ließen. Generell schien nun der unbedingte Wille des Japaners ein wenig gebrochen zu sein, und der Kampf wurde einseitiger, da Shimizu kaum noch selber gute Treffer setzen konnte. Der sieben Jahre jüngere Singwancha hatte jedoch immer noch genug Energie um das hohe Tempo fortzusetzen und suchte nun auch langsam in der achten Runde den KO.

Diesen fand er dann schließlich im neunten Durchgang. Eine von dutzenden rechten Geraden, die während des Kampfes auf Shimizu eingehagelt waren, brachten den Japaner in arge Bedrängnis und ließen ihn verzweifelt in den Clinch ging. Als Ringrichter Ferlin Marsh die beiden Boxer trennte, kassierte Shimizu einige weitere Treffer, während er zurück an die Seile gedrängt wurde. Dort setzte Singwancha ein Bombardement von Schlägen frei, auf die der 30-jährige Japaner nicht antworten konnte. Nach einigen Sekunden hatte der Ringrichter genug gesehen und sprang dazwischen. Somit erklärte er Tepparith Singwancha zum Sieger durch TKO in der neunten Runde.

Für Singwancha war es die erste Titelverteidigung, nachdem er den „echten“ WBA-Gürtel gegen Daiki Kameda gewonnen hatte. Insgesamt war es für den 23-Jährigen der zwanzigste Profisieg bei zwei Niederlagen, die jedoch beide extrem früh in seiner Karriere zu Stande gekommen waren. Der 30-jährige Shimizu hingegen musste seine vierte Profiniederlage hinnehmen, nachdem er zuletzt im August 2011 den größten Sieg seiner Karriere gefeiert hatte, als er Hugo Fidel Cazares knapp ausgepunktet hatte und damit einen WM-Titel im dritten Anlauf gewonnen hatte.

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