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Shimoda holt sich überraschend Lees Titel in packendem Kampf mit vier Niederschlägen

Im Kampf zweier japanischer Superbantamgewichtler konnte Herausforderer Akifumi Shimoda sich etwas überraschend den WBA-Titel von Titelverteidiger Ryol Li Lee sichern. Lee galt seit seinem Titelgewinn beim Überraschungssieg gegen Poonsawat Kratingdaenggym letzten Oktober als einer der allerbesten Superbantamgewichtler der Welt, unterlag am Montag aber Shimoda nach Punkten.

Beide Boxer kamen in den Kampf ohne beeindruckende KO-Quoten, zeigten aber durchaus ihre Schlagkraft im Verlauf der zwölf Runden. Herausforderer Shimoda schien von Anfang an darauf zu vertrauen, ging er doch in leicht gebückter Haltung konstant nach vorne und übte Druck auf den Titelverteidiger aus. Aus seiner Rechtsauslage versuchte er vor allem immer wieder seine starke linke Gerade ins Ziel zu bringen, was ihm auch schon früh gelang. Lee hingegen verlegte sich weitestgehend auf Konter und agierte aus dem Rückwärtsgang heraus. Das potente Mittel gegen Rechstausleger, die rechte Gerade, setzte er dabei bedacht ein, hatte aber erst etwa ab der zweiten Runde den ersten Erfolg damit, als sich sein Timing der Konter langsam verbesserte.

In der dritten Runde begann dann das Feuerwerk so richtig zu zünden. Bereits früh in der Runde brachte Shimoda, vorbereitet von seinem sehr ordentlichen rechten Jab, der Lee konstant Probleme bereitete, eine harte linke Gerade direkt ans Kinn von Lee, die diesen zu Boden riss. Der Weltmeister fand wieder auf seine Beine, war jedoch nun für den Rest der Runde mehr denn je darauf bedacht den Schlagabtäuschen aus dem Weg zu gehen. Shimoda landete trotzdem einige weitere gute linke Geraden und sah seine Chance Lee vorzeitig zu schlagen. Dessen Kopf wurde allerdings langsam wieder klarer und seine Beine kamen zurück, und mit der letzten Sekunde der Runde brachte er seinerseits eine gute rechte Gerade ins Ziel, die nun Shimoda zu Boden schickte.

In der vierten Runde schienen nun beide etwas Respekt vor dem Gegner zu haben, was in einer etwas ruhigeren Runde resultierte, die aber wohl auch an Shimoda ging. Das größte Ereignis der Runde war ein heftiger Kopfstoß, der aber ohne Folgen blieb. Mehr Action sollte es in der darauf folgenden Runde geben, als Shimoda seine Führung weiter ausbaute. Lee versuchte einen gewagten linken Aufwärtshaken zu landen und fiel gleichzeitig leicht in diesen hinein. Shimoda vermied den Schlag und konterte mit einer brutalen linken Geraden, nach der sich Lee erneut am Boden wieder fand. Lee kam wieder hoch, überstand die Runde, war nun aber langsam in echten Schwierigkeiten, da er auch die sechste Runde wieder abgab und langsam anfangen musste Punkte zu sammeln um nicht uneinholbar weit zurück zu fallen.

Dies gelang ihm in Runde Sieben, in der er Shimoda gegen Mitte der Runde stark abkonterte und auf leicht wacklige Beine brachte. Der Herausforderer reagierte wild und mit Kampfinstinkt, was zu einer sehr zuschauerfreundlichen Runde führte, in der Lee aber die besseren Treffer drin hatte.

Shimoda konnte das nicht auf sich sitzen lassen und kam hoch motiviert zur achten Runde heraus. Er jagte Lee wieder durch den Ring, und man konnte ihm förmlich ansehen, wie er in jeder seiner linken Geraden die Absicht rein steckte Lee damit weh zu tun. Etwa eine Minute vor Schluss der Runde gelang dies ihm auch, denn dieses Mal folgte der linken Geraden lehrbuchmäßig ein rechter Haken, den Lee, völlig gewohnt, dass Shimoda sich auf die linke Hand konzentrierte, nicht kommen sah. Zum dritten Mal im Kampf musste Lee runter, aber erneut hatte er keine größeren Schwierigkeiten wieder aufzustehen.

Lee blieb inzwischen nur noch die Möglichkeit Shimoda KO zu schlagen um den Kampf zu gewinnen, doch das sah eher unwahrscheinlich aus, da Shimoda weiterhin als der härtere Puncher erschien und das Zepter in der Hand hatte, auch wenn Lee in der letzten Runde tatsächlich zum ersten Mal im Kampf den Vorwärtsgang suchte. Die Mühe war Lee nicht abzusprechen, und besonders in der zehnten und zwölften Runde legte er sich noch einmal richtig ins Zeug, aber seinen Schlägen fehlte die Kraft, und Shimoda kam nicht mehr in Schwierigkeiten bis zum Schlussgong. Nach den 12 Runden schien ein Urteil von etwa 117-109 für Akifumi Shimoda angemessen, und die Punktrichter hatten es ähnlich gesehen. Sie sprachen dem Herausforderer eine einstimmige Punktentscheidung mit 118-109, 115-111 und 118-109 zu und machten den 26-Jährigen damit zum neuen WBA-Weltmeister im Superbantamgewicht.

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