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Shields vs Dicaire – Wer wird die „Superwoman“ im Superweltergewicht?

Wenn am heutigen Abend (Ortszeit) Claressa Shields und Marie-Eve Dicaire in Flint / Michigan den Ring besteigen, soll es um die WM-Titel der großen 4 Verbände IBF, WBA, WBC und WBO gehen. Als Zugabe gibt es obendrein noch den vakanten Gürtel des „Ring Magazine“ im Superweltergewicht. The Ring nennt es „Junior-Mittelgewicht“. Auf Plakaten und in diversen Vorankündigungen dieses Fights ist vom Begriff „Superwoman“ die Rede.

Das Wiegen ergab, dass beide Boxerinnen im Limit sind. Heimboxerin und WBA-, WBC- und WBO-Weltmeisterin Shields (10(2)-0-0) brachte 153,6 Pfund auf die Waage, während die kanadische IBF-Championesse Dicaire (17-0-0) genau ein Pfund leichter war. Shields und Dicaire sind nicht nur die jeweilige Nr. 1 ihres Landes im Superwelter, sondern führen auch die Boxrec-Wertung an.

Was kann an zu einem möglichen Ausgang dieses Kampfes sagen? Natürlich ist das, was im Ring passieren wird, nie mit 100% Sicherheit vorher zu sehen. An kann nur auf die bisher erreichten Leistungen schauen. Dabei ist Shields ganz klar vorne. Sowohl die Heimboxerin, als auch ihre Kontrahentin sind bisher als Profiboxerinnen ungeschlagen. Etwas anders sieht es in der Amateurzeit aus. Die Kanadierin konnte von 12 Kämpfen nur 5 gewinnen. Die Amerikanerin siegte in 60 von 61 Amateurkämpfen und gewann zwei Mal bei Olympischen Spielen Gold. Ihre erste und bisher einzige (Punkt-) Niederlage musste sie 2012 gegen Savannah Mashall hinnehmen.

Es ist zu erwarten, dass dieser Kampf über volle 10 Runden gehen wird. Keine der beiden Boxerinnen ist als KO-Schlägerin bekannt. Vielleicht gibt es in den ersten paar Runden ein paar Versuche, diesen Kampf in einem Überraschungsmoment doch vorzeitig zu entscheiden. Aber das ist reine Spekulation. Am Ende sollte es Claressa Shields sein, die sich dank ihrer Erfahrungen und Fähigkeiten deutlich nach Punkten durchsetzen kann.

Wäre das Ganze ein Herrenkampf, würden sich wohl die Boxsportseiten und Foren wegen diesem Spitzenfight in der Berichterstattung regelrecht überschlagen. Das Frauenboxen genießt leider nur in wenigen Ländern die gleiche Aufmerksamkeit wie die Kämpfe der Herren. Gerade Shields ist es allerdings, die eine leidenschaftliche Verfechterin der Gleichstellung beider Geschlechter im Boxsport ist. Sie bemängelt u.a. die lächerlichen Börsen, die den Frauen gezahlt werden und die fehlenden Pay-per-View-Möglichkeiten. Auch bei diesem Kampf ist es nur ein kleiner Anbieter, der das Event zu einem Preis von 29,90 USD zeigt.

Hier das Wiegen:

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2 Kommentare

  1. 5. März 2021 at 13:39 —

    „Wäre das Ganze ein Herrenkampf, würden sich wohl die Boxsportseiten und Foren wegen diesem Spitzenfight in der Berichterstattung regelrecht überschlagen.“
    –––––––
    Denke nicht, dass es daran liegt, dass es ein Frauenkampf ist. Abgesehen davon finde ich die Resonanz einigermaßen hoch, aber ich finde, sogar etwas zu Unrecht. Als „Superwoman“, wie die Werbung für den Kampf verspricht, kann man, wenn überhaupt, höchstens Shields bezeichnen, Dicaire ist Mittelmaß. Es ist immerhin ein PPV-Event, aber auch ein Mismatch, vergleichbar mit Canelo vs. Plant oder BJS. Natürlich ist das Männerboxen immer noch dominant, aber es wird einfach noch ein paar Jahre dauern, bis bei den Frauen Titelkämpfe auf Augenhöhe häufiger vorkommen. Wären sie die Regel, könnte Shields, die zwar gut boxen kann, aber null Power hat, jetzt nicht schon mit 25 die dritte Titelvereinigung in der dritten Gewichtsklasse avisieren.

    Den Kampf gegen Hammer fand ich okay, alles andere waren komplette Mismatches und dadurch auch zum größten Teil Shutouts. Shields ist gut, aber nicht sooo gut – aber die anderen sind so schlecht.

    • 5. März 2021 at 14:15 —

      Danke..!
      Genau der Satz hat mich auch total gestört, als ich den Artikel aus akuter Freitsgslangeweile tatsächlich gelesen habe..

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