Top News

Shawn Porter: Neuer WBC-Champ im Weltergewicht

Man hatte schon im Vorfeld dieses Kampfes um den vakanten WBC-Gürtel im Weltergewicht mit einem großen Kampf gerechnet. Was die Zuschauer incl. der anwesenden Boxprominenz im Barcleys Center dann zu sehen bekamen, war wirklich ein 1A Fight. Eine gute Werbung für den Boxsport. Bis zur letzten Runde schien Alles noch möglich zu sein. Das Ergebnis nach 12 Runden: 116:112 und 2x 115:113 für Shawn Porter.

Porter verfolgte scheinbar zu Beginn des Kampfes eine Strategie, die ihn „Körner sparen“ lies. Die ersten 3 Runden gingen an Garcia. Es sah fast so aus, als käme Porter einfach nicht gut in den Kampf und das Ganze wird ein “klares Ding” für Garcia. Ab dem 4. Durchgang wendete sich das Blatt. Porter wurde in seinen Aktionen zielstrebiger und holte sich so die nächsten 4 Runden. Dabei zeigte sich seine Vorgehensweise, das Abducken und die variablen Schläge zu Kopf und Körper als effektiver als das, was Garcia anzubieten hatte. Porters Kampfstil wurde zunehmend aggressiver. Er ging mehr Risiko ein und setzte sich einfach besser durch als Garcia.

Garcia schien in dieser Phase zu merken, dass sein Punktevorsprung aus den ersten Runden aufgebraucht ist. Angetrieben von den Sprüchen seines Trainers / Vaters in den Pausen, setzte er noch einmal Alles daran, den Kampf wieder zu seinen Gunsten zu drehen. Die Runden 9 und 10 gingen, wenn auch knapp, wieder an ihn. Vielleicht war es auch nur eine weiteres taktisches Kräfte sparen von Porter. Der legte in den letzten beiden Runden noch einmal richtig los. Die 11. Runde ging auf jeden Fall an ihn. In der letzten Runde hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Plätzen. Beide Boxer legten sich noch einmal richtig ins Zeug und versuchten, diese womöglich entscheidende Runde zu gewinnen.

Dann das Urteil: Ein knapper, aber einstimmiger Sieg für den 30-Jährigen Porter aus Las Vegas. Der gleichaltrige Garcia aus Philadelphia musste die zweite Niederlage seiner Karriere hinnehmen. An dem Urteil gibt es absolut keine Zweifel. Porter hatte den besseren Game-Plan und zeigte letztendlich auch den größeren Siegswillen. Dieser Sieg und der WBC-Gürtel waren hart verdient. Beide Boxer kämpften auf hohem Level. Wie ein Kampf gegen die Weltmeister Spence jr, Pacquiao oder Crawford ausgegangen wäre, steht auf einem anderen Blatt. 

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

In einem anderen der Hauptkämpfe ging es schon um die nächste Pflichtherausforderung auf den WBC-Weltergewichtstitel. Hierbei besiegte der gebürtige Kubaner Yordenis Ugas den Argentinier Cesar Migul Barrionuevero klar nach Punkten (119:109 und 2x 120:108). Ein weiterer „Eliminator-Halbfinalkampf“ wird darüber entscheiden, wer im endgültigen Eliminator der nächste Gegner von Ugas sein wird. Der Sieger kämpft dann gegen Porter. 

Mit großen Erwartungen ging es auch im Schwergewichtskampf zwischen dem gebürtigen Polen Adam Kownacki und dem amerikanischen Ex-IBF-Champ Charles Martin zu. Kownacki und seine polnischen Fans gingen vielleicht davon aus, dass Martin die zweite Kampfhälfte nicht erlebt. In den ersten Runden sah es auch genau so aus. Martin war schon nach 3 Runden heftig angeklingelt und machte den Eindruck, dass er tatsächlich nicht über die angesetzen 12 Runden kommen würde. 

Woran es genau lag, dass es Kownacki nicht gelingen wollte Martin „abzuschießen“, kann man nur erahnen. Man sah beim Polen einfach keine Steigerung mehr. Er hatte Martin zwar in den ersten Runden bis ans Limit geführt, konnte ihn aber nicht endgültig „knacken“. Es fehlte ein entscheidender harter Wirkungstreffer und ein entschiedenes Nachsetzen, wenn Martin schon mal etwas wacklig auf den Beinen war.

Obwohl der Pole leichter unterwegs war als der Amerikaner, machte er einen nicht austrainierten Eindruck und seine Schlaghärte reichte einfach nicht aus, um Martin auf die Bretter zu zwingen. So kam Martin immer wieder in den Kampf zurück und holte sich sogar in der 2. Kampfhälfte einige Runden mehr als Kownacki. Mit dem Ergebnis (3x 96:94 für Kownacki) waren alle Seiten recht und gerecht bedient. Beide waren in der 10 Runde schon über Limit und es wäre nicht ausrechenbar gewesen wer gewonnen hätte, wenn es ein 12 Runden Kampf gewesen wäre. Martin hat Kämpferherz gezeigt und wird gewiss auch in Zukunft noch einige gute Fights machen, zumindest wenn er beim Boxen bleibt und nicht wieder seinen Ausflüge in irgendwelche Traumwelten folgt. Kownacki war nur einen Tick besser als der Ex-Champ und bekam aufgezeigt, was er noch verbessern muss, wenn er in Reihe 1 des Schwergewichts ankommen will.

Voriger Artikel

Hrgovic neuer WBC International-Champ - Mansour überfordert

Nächster Artikel

Boxsport – Rückblick auf das Wochenende (KW 36)

1 Kommentar

  1. 10. September 2018 at 10:00 —

    Herrlich! Ein Boxkampf. Das erkennt man daran, dass keiner von beiden ständig rückwärts gerannt ist… obwohl Boxen -glaube ich- der einzige Kampfsport ist, wo das gestattet ist
    Aber keine Sorge. Die Liebhaber von Feiglingen kommen in einer Woche auf ihre Kosten.

Antwort schreiben